Unilever verlegt Produktion nach Griechenland

18. November 2012 / Aktualisiert: 04. Juli 2013 / Aufrufe: 1.468

Laut einer offiziellen Bekanntmachung will Unilever die Produktion 110 verschiedener Produkte aus anderen Ländern nach Griechenland verlegen.

Nach der Vereinbarung der TRAINOSE mit der COSCO und der Hewlett-Packard brachte eine neue investive Initiative – diesmal von Seite der Unilever – Lächeln ins Magaro Maximou (= Sitz der griechischen Regierung). Bei einem Treffen des griechischen Premierministers Antonis Samaras und des Ministers für Entwicklung, Wettbewerbsfähigkeit, Infrastrukturen, Verkehrswesen und Netze, Kostis Chatzidakis, mit Repräsentanten der Unilever im Büro des Premierministers wurde offiziell die Absicht der internationalen Gesellschaft bekräftigt, die Produktion ihrer Produkte in Griechenland aufzunehmen und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

In seinen Erklärungen sprach Minister Kostis Chatzidakis von einem Vertrauensvotum an die griechische Wirtschaft, mit der Schaffung von tausenden Arbeitsplätzen, und betonte, die Regierung werde entsprechende Bemühungen mit dem Ziel des Aufschwungs fortsetzen. Am 27 November 2012 wird Premierminister Antonis Samaras sich nach Katar begeben, während bereits auch auf die Anziehung von Investoren abzielende Reisen nach China und Russland geplant werden.

Das Megaro Maximum verlassend erklärte Entwicklungsminister Kostis Chatzidakis:

Wie Ihnen bekannt ist, hat die Unilever beschlossen, 110 verschiedene Produkte, 110 Positionen, die bisher in anderen Ländern produziert werden, in Griechenland produzieren zu lassen, mit selbstverständlichen Auswirkungen auf die Beschäftigung. Deswegen traf sich der Premierminister mit den geschäftsführenden Vorstand der Gesellschaft in Griechenland.

Für uns ist – speziell unter diesen kritischen Umständen – die Stützung der Beschäftigung bedeutsam. Und aus diesem Grund ermutigen und empfangen wir solche Initiativen positiv, von wo auch immer sie herkommen. Wir wissen, dass das Unternehmertum unterstütz werden muss, damit Griechenland die Krise überwindet.

Der Staat kann keine neuen Arbeitsplätze schaffen. Die neuen Arbeitsplätze werden von dem privaten Sektor geschaffen werden. Wir wollen also eine für das Unternehmertum freundliche Umgebung schaffen Aus diesem Grund sind wir auch von Seite des Ministeriums zur Adoption neuer Marktregelungen und neuer gesundheitsrechtlicher Bestimmungen geschritten und reichen eine Gesetzesvorlage zur Erleichterung der privaten und strategischen Investitionen ein, damit Griechenland die Voraussetzungen für neue Arbeiten schafft. Aber auch, damit auch auf dem Markt ein besseres Klima für den Konsumenten und insgesamt die griechischen Bürger geschaffen wird.

(Quellen: in.gr)

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  1. anton
    18. November 2012, 16:42 | #1

    Hoffentlich sind das erste anzeichen einer Wende. Wenn die ersten grossen anfagen zu investieren hat es ja vieleicht auch einen Sogeffekt auf andere.
    Es muessen jetzt mehr Strukturreformen kommen. Was macht eigentlich das Katastersystem?

  2. Nachgedacht
    18. November 2012, 19:23 | #2

    @anton
    „…die bisher in anderen Ländern produziert werden,…“
    Welche Wende??? Es geht um Verlagerung aus „Menschenfreundlichkeit“?, nein weil die Griechen die ersten sein werden die mit Niedrigstlohn und abgewerteter Währung dahin siechen, wozu sonst der ganze Aufwand. Deshalb steht ja schon in der Üs „verlegt“, geschaffen wird da nichts, außer noch niedrigerer Lohn und noch höherer Profit.
    Es lebe die EU-Diktatur. *brech
    Unilever mal richtig kundig machen, wer wo wie!!!

  3. EuroTanic
    18. November 2012, 19:35 | #3

    Ihr glaubt doch wohl nicht, dass die aus Menschenliebe nach Griechenland gehen? Oder? LACH
    Die werden EU Subventionen bekommen und von den erodierten Löhnen profitieren wollen. Wenn das Geld aufgebraucht ist werden die weiterziehen. Das ist weltweit so Praxis unter den Ausbeutern. Wacht auf.

  4. V99 %
    18. November 2012, 23:42 | #4

    Unilever ist mit jaehrlich 1,6 Millionen Tonnen der größte Palmoelkonsument weltweit. Was diese Monokulturen fuer die in den Produktionslaendern lebenden seltenen Tierarten und die Einheimischen bedeuten, darf gerne gegoogelt werden. Die „Arbeitspraktiken“ dieses Konzerns reichen bis zur Vertreibung der Bevoelkerung mit Waffengewalt. Na dann froehliches schaffen!

  5. anton
    19. November 2012, 01:36 | #5

    Nagut dann sollte man auf die neuen arbeitsplaetze selbstverständlich freiwillig verzichten… -.-‚ 😉

  6. GR-Block
    19. November 2012, 11:09 | #6

    Prinzipiell verfolgt jede Regulierung einen bestimmten Zweck, den man leider erst hinterher richtig erkennt. Trotzdem sollte man nicht durchaus marktübliche Aktivitäten der Internationalen Industrie von vornherein verdammen.

    Natürlich heißt die Lösung des EU-Finanzproblems nicht, neue Produktionfelder zu „entdecken“. Das ist ein Ablenkungsmanöver. Der Planet schafft das nicht mehr. Stattdessen geht es darum, Arbeitsplätze gleichmäßiger zu verteilen, damit alle von ihrer Arbeit Leben können. Diesem Prinzip werden immer die ganz wenigen entgegenstehen, die gerade Oberwasser haben.

    Chinesische Firmen bezahlen wenigen Fachleute enorme Gehälter und der Masse der Arbeiter „Hungerlöhne“, jedenfalls für europäische Verhältnisse. Damit haben sie sich vollständig in „unser“ Wirtschaftssystem integriert. Die USA und EU praktizieren dieses schon seit Jahrzehnten. Allerdings hatten wir im Laufe der Zeit einen Weg gefunden, die hochbezahleten Jobs bei uns zu lassen und die Hungerlöhne nach Asien und Südamerika zu bringen. Das hat China noch vor sich. Doch ist die Konkurrenz hart und es gehen langsam die Kontinente aus.

    Es ist eine billige Diskussionsstrategie, zu unterstellen, Chinesen oder Amerikaner würden behaupten, sie hätten keine Eigeninteressen. Sie sind natürlich genaue so gewinnorientiert wie andere Global Players. Weil sie aber eine ansehnliche Handelsmacht garstellen, kann GR mit ihnen neue Geschäftsfelder erschließen und verkrustete Handelsbeziehungen zu den alten Partnern in Frage stellen. Denn, dass jene einseitig sind, beweist die Entwicklung des Arbeitsmarktes und der gr. Staatsfinanzen.

    Es ist bezeichnend, dass wann immer Großunternehmen sich in Gefahr sehen, Märkte zu verlieren, sie als letztes Mittel auf Rassismus setzen. Leider muss man damit leben, weil nunmal Karrieren von Politikern von Großunternehmen abhängen. Und die von Journalisten auch. Dann wird klar, warum immer nur die Anderen faul und korrupt sind oder Arbeiter ausbeuten.

  7. V99 %
    19. November 2012, 12:04 | #7

    Wie sehr der Konzern an den griechischen Verbrauchern „interessiert“ ist, hat er ja schon durch die Beteiligung an einem europaweit agierendem Waschmittel-Kartell unter Beweis gestellt. Damit wurden ueberall, auch in GR, die Waschmittelpreise bekannter Premiummarken, schoen hoch gehalten.

  8. Heinz
    19. November 2012, 13:28 | #8

    @ V99 %

    Ich glaube nicht, dass es jemand interessieren wird, unter welchen Bedingungen und Auswirkungen auf die Umwelt das produziert wird. Brecht sagte schon: Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral.
    Das ist es, was die Menschheit langsam aber unbeirrt auf das Chaos zuführt. Nicht die Abzockmentalität der Superreichen, sondern die Gleichgültigkeit und Gier der großen Masse. Gib ihnen nur ein kleines Etwas vom großen Kuchen und schon machen sie alles mit. That’s Fakt.

  9. U64
    21. November 2012, 09:53 | #9

    @EuroTanic
    genau so sehe ich das auch, in dem buch von jeremy riffgin wir es auch so beschrieben.

  10. GR-Block
    21. November 2012, 13:32 | #10

    @ EuroTanic
    Niemand glaubt dass irgend ein Konzern in GR weilt, weil er menschenfreundlich ist. Wie kommen Sie zu dieser Behauptung?
    Der Sinn volkswirtschaftlicher Politik ist es, mit Privatunternehmen um Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu feilschen. Bei der jetzigen verfahrenen Situation in GR gibt es, neben einer Revolution, nur einen gangbaren Weg: nämlich neue Unternehmen und neue Parteien anzusiedeln und damit verkrustete Beziehungen zwischen Privatwirtschaft und Politik aufzubrechen. Nicht mehr und nicht weniger. Machen wir bitte nicht gleich wieder alles kaputt, was neu anfängt.

    P.S. an die Administratoren:
    Ich bedaure zutiefst, dass Sie einige meiner Kommentare nicht abgedruckt und Ihre Entscheidung trotz Anfrage nicht erklärt haben.

  11. admin
    21. November 2012, 15:04 | #11

    Eine handvoll Leser scheint nicht wahrhaben zu können oder zu wollen, dass ein Blog weder ein Quasselforum noch eine Linkschleuder ist.

    Wenn wie hier anlässlich einer trivialen Pressemeldung wieder einmal eine von Selbstzweck und Selbstdarstellungssucht beherrschte Diskussion angezettelt wird, die inzwischen bei Gott und dem Universum angelangt ist, weil einige Leser es partout nicht lassen können, jedem Senf noch einen Furz hinzuzufügen, ist es wohl mehr als billig, wenn die Moderatoren irgendwann genervt die Reißleine ziehen.

    Angesichts der täglich bis zu zwei-, dreihundert eingehenden Kommentare, die in der Mehrzahl zwar gelöscht werden, jedoch allesamt zu sichten sind, tragen wir uns ernsthaft mit dem Gedanken, die Kommentarfunktion global zu deaktivieren.

  12. V99 %
    21. November 2012, 22:09 | #12

    @ Admin
    „Alles oder nichts“ finde ich weniger schoen. Wie waere es mit einer Begrenzung auf einen Kommentar pro Thema und eine damit einhergehende Einstellung der @ Kommentare, auf die sich einige „eingeschossen“ haben? Es waere gut, wenn die gefaellte Entscheidung gut lesbar fuer alle mitgeteilt wuerde. Einen Vorschlag haette ich noch: Wie waere es eine Rubrik fuer Seiten, die die Leser gerne uebersetzt haetten, einzurichten. Diese sollten selektiert werden und in erster Linie denen von uns nuetzlich sein, die sich auch in GR aufhalten, oder viel Zeit hier verbringen.
    Danke fuer die Muehe! 😀

  13. Götterbote2012
    21. November 2012, 23:04 | #13

    @ admin

    Wenn es wirklich so viele Kommentare jeden Tag gibt (was kaum zu glauben ist, bei den wenigen, die es dann tatsächlich schaffen veröffentlicht zu werden), ist es zwar einerseits verständlich, dass der/die Admin(s) dadurch genervt sind, andererseits muss ich jedoch damit rechnen, wenn ich die Kommentarfunktion anbiete. In der Regel sollten aber nur Kommentare nicht veröffentlich werden, die gegen irgendwelche (rechtlichen) Regeln verstoßen und nicht nur, weil sie dem Admin nicht passen.

  14. admin
    21. November 2012, 23:40 | #14

    @V99 %
    Danke für die konstruktiven Anregungen!

  15. admin
    21. November 2012, 23:57 | #15

    @Götterbote2012
    Wir „glauben“ das nicht, sondern „wissen“ es.
    Im übrigen behalten sich die Betreiber / Moderatoren ausdrücklich vor, das Niveau des eigenen Blogs (und folglich auch der Kommentare) selbst zu bestimmen (wär‘ ja noch schöner …).

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