Tollwut-Impfung der Haustiere in Griechenland empfohlen

3. November 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 1.374

Anlässlich des seit 1987 ersten offiziell verzeichneten Falls von Tollwut in Griechenland empfehlen Experten die Impfung der Haustiere und streunenden Tiere.

„Nein“ zur Panik, „Ja“ zur Informierung und zur Impfung aller Haustiere und streunenden Tiere empfehlen Wissenschaftsexperten anlässlich des Wiederauftretens des Tollwut-Virus in Griechenland nach 25 Jahren, da der letzte Fall im Jahr 1987 verzeichnet worden war. Das Tollwut-Virus wurde am 19 Oktober 2012 in Paleokastro / Kozani bei einem Fuchs diagnostiziert, und die Experten hatten mehr oder weniger damit gerechnet, dass so etwas geschehen könnte.

Das griechische Ministerium für landwirtschaftliche Entwicklung und Lebensmittel hat bereits die Europäische Union informiert, welche die Umsetzung eines Programms zur Impfung der Füchse verlangte. Das Programm wird von mehrjähriger Dauer sein, 2013 beginnen und zu 75% von der EU finanziert werden. Parallel sind die Verfahren zur Impfung der streunenden Tiere und der Herdenhunde in Kozani und den angrenzenden Präfekturen eingeleitet worden.

Jugoslawien-Krieg begünstigte die Ausbreitung der Tollwut

Wie im Rahmen der Pressekonferenz der griechischen Veterinärbehörde der Professor für öffentliche Gesundheit, Vasilis Kontos, erklärte, befindet sich die Wiege der Tollwut im Schwarzwald, und der Krieg im ehemaligen Jugoslawien begünstigte ihre Ausbreitung. „Es wurde ermittelt, dass ihr Vordringen mit einem Rhythmus von 30 Kilometern pro Jahr begann„, äußerte er charakteristisch und fügte an, das Virus verursache eine tödliche Infektion, die zwischen wilden Tieren, Haustieren und dem Mensch übertragen werde. Es ist keine zufällige Tatsache, dass zu der Auslöschung der Tollwut in Griechenland entscheidend die jahrelange Verfolgung der Füchse beitrug.

Wie der Professor für Virologie und Virenkrankheiten, Charalampos Mpilinis, erklärte, „wird sie häufiger bei Füchsen, Waschbären, Wieseln, Fledermäusen und verwilderten Hunden festgestellt, welche die Reservoirs des Virus darstellen„. In Nachbarländern – ausgenommen der Türkei – sind die Fälle bei Hunden minimal. Nach den wilden Tieren werden die meisten Fälle bei Katzen, Kühen u. a. festgestellt.

Als entscheidend wird die Mitwirkung der Viehzüchter und Jäger beurteilt, die von den Experten aufgerufen werden, ihre Herdenhunde bzw. Jagdhunde impfen zu lassen. Die Jäger scheinen allerdings einer Impfung ihrer Hunde zu widerstreben, weil die Ansicht kursierte, die Tollwut-Impfung würde den Geruchssinn der Geruchssinn beeinträchtigen. Etwas Derartiges trifft jedoch nicht zu.

Ohne rechtzeitige Behandlung verläuft Tollwut fast immer tödlich

Der Virologe Konstantinos Kyriakis merkte von seiner Seite an, zur Vorbeugung gegen die Tollwut bei Haustieren werden besonders effektive Impfstoffe verwendet, und betonte, dass die Impfung der Tiere ausschließlich durch einen Tierarzt erfolgen müsse. Der Professor für Mikrobiologie der Medizinischen Fakultät der Universität Athen, Athanasios Tsakris, erklärte, das Tollwut-Virus verursache eine ernsthafte Nervenerkrankung, die – sofern sie nicht behandelt wird – nach Beginn der klinischen Symptome tödlich ist, und betonte: „Die in der Literatur dokumentierten Fälle von Menschen, welche die Tollwut ohne den rechtzeitigen Erhalt einer Anti-Tollwut-Therapie überlebten, sind minimal.

In den letzten Jahren werden Tollwut-Fälle in allen an Griechenland angrenzenden Ländern verzeichnet. Das Virus ist in der wilden Fauna in Albanien, FYROM, Bulgarien und der Türkei heimisch, während sporadische Fälle bei Hunden, aber hauptsächlich bei Katzen auf dem gesamten Balkan verzeichnet werden.

Wie Spyros Doudoukakis, Leiter der Abteilung für Zoonosen des Ministeriums für landwirtschaftliche Entwicklung und Lebensmittel, erklärte, wird in den letzten Jahren ein Programm zur Beobachtung der Tollwut umgesetzt, und gemäß den bisherigen Daten scheint die Lage nicht besonders beunruhigend zu sein.

(Quelle: in.gr)

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