Reeder in Griechenland im Visier der Steuerfahndung

28. November 2012 / Aktualisiert: 28. September 2017 / Aufrufe: 754

Die Steuerfahnder in Griechenland nehmen bekannte Reeder und Großunternehmer wegen nicht entrichteter Immobiliensteuern und Sonderabgaben ins Visier.

In Griechenland gibt es dutzende Fälle, in denen Reeder und Großunternehmer es ignorieren, die Immobilien-Sonderabgabe zu entrichten, was zur Folge hat, dass dem Fiskus viele Millionen Euro aus dieser – im Volksmund als „Abzocke“ bezeichneten – Immobilienabgabe entgehen. Informationen zufolge hat das Finanzministerium die Akten zahlreicher Großreeder und -unternehmer geöffnet, die in der Schifffahrt, aber auch im Immobilienwesen tätig sind, und die ersten an das Licht der Öffentlichkeit gelangenden Fakten sind enthüllend.

Einer der griechischen Top-Reeder mit dutzenden Tankern, der auf der internationalen Rangliste eine hervorragende Position bekleidet, hat in den letzten 6 Jahren nicht die insgesamt 6,2 Mio. Euro betragende Immobilien-Sondersteuer (also die entsprechende Steuer vor der bekannten und alle betreffenden „Abzocke“) für eine ihm gehörende riesige Immobilie von 6.000 qm neben dem Herzzentrum „Onassio“ abgeführt. Für die konkrete Immobilie, die auf eine Offshore-Gesellschaft eingetragen ist, sind Immobilien-Sondersteuern verhängt worden, die bis 2009 3% und ab 2009 gemäß einem neulich verabschiedeten Gesetz über die Immobilien, die auf Offshore-Gesellschaften eingetragen sind, 15% (!!) des sachwertorientiert ermittelten Immobilienwertes entsprechen.

Zur selben Stunde befindet sich im Visier der SDOE auch der Eigentümer der Immobilie der unvergesslichen Malvina Marshall. Es handelt sich um einen Engländer, der die Immobilie an eine Offshore-Gesellschaft mit Sitz auf den Marshall-Inseln abtrat. Bezüglich der konkreten Immobilie ist festgestellt worden, dass die entsprechenden Steuern in Höhe von 1 Mio. Euro nicht entrichtet wurden, und der Eigentümer der Immobilie wird bald aufgefordert werden, die ihm entsprechende Abgaben zu entrichten.

In einer Anstrengung, möglichst viele Einnahmen zusammenzubringen, hat das Finanzministerium jedenfalls die großen Finanzämtern angewiesen, penibel die Fälle von Unternehmern zu untersuchen, welche bei den Finanzämtern als „unbekannt“ geführt werden, da sich sich systematisch weigern, ihre Verpflichtungen in Ordnung zu bringen.

(Quelle: Imerisia)

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  1. Lapalulli
    28. November 2012, 12:44 | #1

    Gratulation fürs erste! Wenn das Geld in der Staatskasse ist, Gratulation zum zweiten! Wenn die Betroffenen auch noch eine adäquate Strafe wegen Steuerhinterziehung zahlen, gibt´s ein Küsschen für die Steuerfahnder und Richter…

  2. GR-Block
    29. November 2012, 11:56 | #2

    Allemal besser große Immobilienanleger zur Kasse zu bitten, als Leute, die in ihrem eigenen Haus wohnen. Mal sehen ob das gesetz eine handhabe findet, Reeder zu „überreedern“ ihre Schiffe griechisch zu beflaggen, dann gibt es noch viel mehr Geld.

  3. V99 %
    29. November 2012, 17:43 | #3

    Der Reeder Evangelos Marinakis, Besitzer des groessten griechischen Fußballclubs Olympiakos Piraus, ist doch mit gutem „Beispiel“ vorangegangen und hat seine Spieler und Mitarbeiter, symbolisch, freigekauft (unter der Ueberlegung, dass jeder Grieche eine Teilschuld der Staatsschulden von ~25.000€ auf seinen Schultern traegt). Er hat griechische Staatsanleihen im Wert von 168.590€ fuer seine 55 griechischen „Angestellten“ gekauft, was bei einem Einkauftswert von ~0,12€ (Nominalwert aber 1€) = 1.375000€ entspricht, um diese dann „grosszuegig“ und werbewirksam dem Staat zu erlassen 😀
    Es koennen doch nicht alle Reeder soooo schlecht sein, oder? ;-D
    Ich bin von dem letzten Satz des Artikels besonders begeistert.. bravo an die „unbekannten“, ich beneide euch um diesen „Status“ 😀

  4. admin
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