Rechtsextremisten in Griechenland bilden Mitglieder in Kampftechniken aus

26. November 2012 / Aufrufe: 744

In der lokalen Geschäftsstelle der rechtsradikalen Chrysi Avgi in Ägio in Griechenland werden Kurse in Kampftechniken und Selbstverteidigung durchgeführt.

In einer Bekanntmachung auf ihrer Webseite erklärt Parteijugend sogar die Gründe, aus denen die Mitglieder sie eine „militärische“ … Ausbildung durchführen. In Einzelheiten lautet es in der Bekanntmachung:

Zu den bedeutendsten Charakteristika eine Mitglieds der Chrysi Avgi zählen die ideologische Ausbildung, die Heldenhaftigkeit und der Glaube an die Ideale und Werte des Nationalismus, die militärische Disziplin und die Kampbereitschaft. Mit diesen gesunden Vorbildern wollen wir die Seelen unserer Jugend tränken, die „morgen“ jene sein wird, auf deren Schultern das neue große Griechenland gestützt und gebaut werden wird, von dem wir träumen.

Die Jugend wird der biologischen und geistigen Degeneration einen großen Schluss setzen!

Auf diesen Grundlagen haben haben in unserer Geschäftsstelle ideologische Unterweisungen begonnen, in Kombination mit Kursen in Kampftechniken und Selbstverteidigung sowie auch verschiedenen Wanderungen, die auf die körperliche Ertüchtigung und Ausbildung mit dem Ziel des Aufbaus einer einheitlichen Gruppe absehen, die eine Faust gegen das System und das verfaulte politische Establishment darstellen wird, welches ermattete junge Leute, mit dem getränkt mit amerikanischem Life-Style, leichter Lebensweise, Drogen und Illusionen will.

Der große Held der Revolution von 1821, Theodoros Kolokotronis, hatte einmal gesagt: „Die Generation, welche unsere versklavten Gebiete vergessen wird, wird auch die letzte sein“. Vielleicht sind wir wirklich diese letzte Generation. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir die Waffen übergeben müssen, ohne für all das zu kämpfen, an das wir glauben und wofür andere vor uns ihr Blut vergossen.

(Quellen: thebest.gr)

  1. Christina
    26. November 2012, 20:26 | #1

    Als wär’s aus dem „Stürmer“ von vor rund 80 Jahren abgeschrieben. Und diese Volksverhetzer liegen mittlerweile bei 13,5 Prozent der Wählerstimmen? Armes Griechenland, nach dem die Wiedergänger der Massenmörder ihre Hände ausstrecken. Menschenverachtender Neoliberalismus in der EU ist keine Entschuldigung, diesen Kräften freie Hand zu lassen. Wo bleibt die gesellschaftliche Diskussion in Griechenland über dieses Pack? Mich gruselt’s.
    Wir brauchen ein anderes Europa, ein sozialeres Europa, mehr Zusammenarbeit von unten. Aber diese Nazis brauchen wir ganz gewiss nicht. Die können nur zündeln und niederbrennen.

  2. V99 %
    26. November 2012, 22:19 | #2

    … Denktechniken waeren sinnvoller 😀
    …….. Nazis folgt eurem Fuehrer! —> Wie waer’s mit Selbstmord? 😀 😀 😀

  3. Catalina
    27. November 2012, 21:37 | #3

    Langsam komme ich zu der Überzeugung, dass das eigentliche Problem in Griechenland nicht die Finanzkrise ist, sondern der immense Anstieg der allgemeinen Kriminalität und diese gehirnlose Schlägertruppe mit dem Namen Chrysi Avgi! Wehret den Anfängen …

  4. Konstantin
    27. November 2012, 23:51 | #4

    @ Christina

    Es kann kein soziales Europa geben. Europa, wie es geführt wird, ist Kapitalismus in Reinkultur.
    Die Schere zwischen Reich und Arm weitet sich ständig. Wenn die Armut überhand nimmt, kommen auch die Nazis wieder aus ihren Löchern und treten öffentlich auf.

    Aber gerade in Griechenland, wo die Menschen so unter den Nazis gelitten haben, dürfte es solche Gruppierungen nicht geben. Normalerweise müßte das Volk und die Staatsmacht sich erheben und diese Idioten in die Schranken weisen.

    Und wenn ich mir überlege, das die über 13 % an Stimmen bekommen haben, möchte ich nicht wissen was diese 13 % Wähler im Kopf haben, da wo bei anderen das Gehirn ist.

  5. EUGENIA
    28. November 2012, 14:06 | #5

    KOMMENTAR UBER DIE KRISE:
    Deutschland bemerkt die Fehler Griechenlands wieder und wieder, hat aber seine eigene Fehler nicht korrigiert. Deutschland sollte Geld Griechenland fur die Verbrechen der Nazis bezahlen. Man kann leicht sagen mit Worten „Es tut uns Leid fur den Krieg“, aber die Taten beweisen nichts. Ist das nicht Hypokrisie? In der Welt in der wir leben, bezahlen Alle Geld damit das Euro nicht zusammenbricht und kein bezahlt fur die Gerechtigkeit. Wenn die Taten sprechen, sind die Worten nichts….

  6. Roditisa
    29. November 2012, 13:40 | #6

    @ Christina
    Erst vor wenigen Tagen las ich einen Kommentar zu diesem Thema in unserer Lokalzeitung. Der Tenor: Lasst unser Land nicht in die Hände dieser Rassisten fallen – wehret den Anfängen.

    Es wird auch gerade darüber gesprochen, ob man diese Partei verbieten kann und man sucht nach Punkten, in denen sie die Verfassung verletzt, um das Verfahren anzuleiern. Davon steht nur mal wieder in deutschen Medien nichts.

    Ich mache mir übrigens ebenso Sorgen um Deutschland, wo diese Ideologie im Osten gut etabliert ist und wo ca. ein Drittel der Menschen sich zu antisemitischen Aussagen bekennen, wo 12 Menschen Opfer rassistischen Terrorismus´ wurden und die Behörden Jahre die Opfer als der Mafia nahe stehend kriminalisierte.

    Von Ungarn mag ich gar nicht reden.

  7. Roditisa
    29. November 2012, 13:47 | #7

    @ Catalina
    Wer in Deutschalnd im Geschichtsunterricht aufgepasst hat weiss, dass die gesellschaftliche Entwicklung nach Rechts zum rassisitschen Nationalismus eine zu erwartende Konsequenz der rigiden Sparpolitik ist. Es wurde ja auch schon vor über 1 Jahr davor gewarnt, die Fehler Brünings zu wiederholen. Aber sobald man das erwähnte, hiess es von deutschen Kommentatoren immer, man schwinge „die Nazikeule“ und Griechenland sei nicht „Weimar“.

    Armut macht radikal. Kriminalität und ein Staat, der seine Aufgaben nur mangelhaft erfüllen fördern Selbstjustiz. Unkontrollierte Zuwanderung in eine Bevölkerung, die selbst über wenig Ressourcen verfügt macht rassistisch. Aber man muss an Griechenalnd ein Exempel statuieren, um die PIGS-Länder zu disziplinieren. Es war absehbar, dass das passiert, aber man sah darin das kleinere Übel. Jetzt darüber zu jammern, und die griechische Gesellschaft dafür verantwortlich zu machen ist scheinheilig.

  8. V99 %
    30. November 2012, 16:44 | #8

    Die „Gruender“ der Chrysi Avgi sind schon seit den 70er Jahren aktiv und in der Oeffentlichkeit bekannt. Erst nannten sie sich „4.August“. Ihre Begruender sind seit dem fuer ihren offenen Antisemitismus und eine Reihe von Anschlaegen in den 80ern bekannt. Ihre „Kontakte“ gehen seitdem bis ins Parlament. Schon damals war deren Ziel ein Staatsputsch. Sie setzen jetzt auf eine Eskalationsstrategie, zwischen Rechten und Migranten, um ein Klima der Angst zu erzeugen, das einen Putsch rechtfertigen koennte. Wer im griechischen „Geschichtsunterricht“ also aufgepasst hat, kann deshalb, den hier „scheinheilig“ verteidigten Rassismus sehr wohl erkennen und sehen, dass das Problem nicht von der Krise und den PIGS-Laendern erzeugt wurde, sondern ein hausgemachtes ist. Wie sagte dieser Tage ein griechischer Journalist:
    „Chrysi Avgi wird von Leuten gewählt, die das politische System „bestrafen“ moechten. Unter den Waehlern der Chrysi Avgi glauben die wenigsten ernsthaft daran, dass die Partei eine politische Strategie oder Loesungen für die Probleme des Landes anbieten kann. Chrysi Avgi wird als eine Art Schlag ins Gesicht des bestehenden politischen Systems betrachtet.“

  9. GR-Block
    30. November 2012, 19:27 | #9

    @ V99 %
    „Chrysi Avgi wird als eine Art Schlag ins Gesicht des bestehenden politischen Systems betrachtet.”
    Dies war eine vielgehörte Ansicht aus den Tagen der ersten demokratischen Wahl nach Papadimos als diese Partei zum ersten Mal ins Parlament einzog. Diese Hoffnung hatte sich aber nicht erfüllt. Die Wahl im Juni hatte das Wahlergebnis mit 7% bestätigt. Jetzt nachdem aber die Regierung Samaras in die Fußstapfen des vielgeschmäten Papandreou getreten ist, sind viele ihre Wähler entsetzt. Deshalb laufen sie scharenweise in die braune Sch… Seit der letzten Wahl hat diese Schlägertruppe nun satte 5% hinzubekommen. Genau soviel hat ND verlohren.
    Jetzt kann man nur hoffen, das ND diese Stimmen irgendwann zurückholt… oh Gott, wie tief kann man nur sinken.

    Natürlich werden die Protestler irgendwann müde und viele werden zurückkehren in die ND.
    Aber wieviele bleiben in der undemokratischen Opposition

  10. Roditisa
    30. November 2012, 22:28 | #10

    @ V99 %
    Dass sie mir Scheinheiligkeit unterstellen, finde ich unangemessen (oder war ich nicht gemeint?).

    Es gab auch schon in den 70er Jahren eine rechte Diktatur in Griechenland. Die wurde aber von der Bevölkerung selbst gestürzt, woraus ich ganz naiv schließe, dass der Anteil der Wähler, die eine derartige Regierung wünschten, damals nicht so rasend hoch gewesen sein kann.

    Dass heute die Zahl der Menschen stetig wächst, die diese Partei für wählbar halten, für ein geringeres Übel als ND oder PASOK, ist kein Problem, das alleine in den 70er Jahren der griechischen Innenpolitik seine Gründe hat. Im Übrigen waren viele der Menschen, die Hilter 1933 zum Reichsanzler wählten Protestwähler, die die Parteien Zentrum, SPD, USPD,… für ihre ineffektive Politik und den rigiden Sprakurs abstrafen wollten. Eine klare Parallele zur Momentanen Situation in Griechenland, ebenso der Sturz der Regierung mitten in der Legislaturperiode und die Verabschiedung von einer Reihe von Gesetzen, die aufgrund einer Extremsituation durchgesetzt werden, ohne eine gesellschaftliche Grundsatzdiskussion um die wahren Probleme und Ursachen.

  11. Moppel
    30. November 2012, 23:06 | #11

    Den penetranten allwissenden „Experten“ entgeht oder ist schlichtweg unbekannt, dass die Junta aus dem Ausland ein- und auch wieder abgesetzt wurde. Im übrigen stimmte nach dem Regime-Wechsel rund ein Drittel der Bevölkerung für die Wiederherstellung der Monarchie … .

    Was die Chrysi Avgi betrifft, wurde hier u. a. schon vor einem halben Jahr ein aufschlussreicher Beitrag (re-) publiziert:
    Der Möchtegern-Führer der Chrysi Avgi in Griechenland

  12. Chrischie
    1. Dezember 2012, 22:17 | #12

    @ Roditisa
    Sicher, die Militärjunta damals war schlimm. Nur wenige trauten sich, ihre Meinung öffentlich zu äußern. Der Arm der Faschisten reichte bis nach Deutschland, wo Oppositionelle, Studentengruppen und Kulturvereine ausspioniert wurden. Aber dieses Nazi-Pack der Chryssie Avgi ist eine ganz andere Nummer. Die Nazis wachsen aus dem Volk heraus. Bierbäuchige Griechen kühlen sich ihr Mütchen an afrikanischen oder asiatischen Strandhändlern. Der beste Spruch: „Die nehmen uns die Jobs weg!“ Genau, Digga. Einen Griechen habe ich noch nie Uhren, Kleider oder Maiskolben am Strand verkaufen sehen. Machen immer nur die Ausländer. Pfui, Griechenland! Schmeiß das Nazipack raus!

  13. Elena
    2. Dezember 2012, 00:22 | #13

    Die – nicht unbedingt, jedoch meistens illegalen – Immigranten nahmen und nehmen den Einheimischen sehr wohl die Jobs weg. Statements wie „… habe noch nie einen Einheimnischen gesehen …“ stammen in der Regel von Leuten, die einerseits ihren Horizont opportunistisch auf die eigene wohlbehütete und bequeme „Sphäre“ zu beschränken pflegen, andererseits jedoch auch keinerlei Skrupel hegen, wie auch immer geartete Missstände schäbig auszunutzen.
    In diesem Sinn: Pfui, schmeiß(t) zuerst einmal dieses (…) Pack raus!

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