IKEA kürzt Löhne in Griechenland

21. November 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 1.117

Der Beschluss der IKEA in Griechenland, zu Lohnkürzungen von bis zu 11 Prozent zu schreiten, brachte die Gemüter der Beschäftigten in Wallung.

Heftige Proteste der Beschäftigten von IKEA rief der Beschluss der Leitung der Gesellschaft hervor, die Vergütungen der Arbeitnehmer zu kürzen. Die Firmenleitung forderte vor einigen Tagen die Arbeitnehmer auf, neue persönliche Arbeitsverträge mit Lohnsenkungen von 8% bis 11% zu unterschreiben.

Am Dienstagnachmittag (20 November 2012) versammelten Beschäftigte der IKEA sich in der Kifisou-Allee vor dem Geschäftseingang, ohne jedoch die Kunden am Betreten des Gebäudes zu hindern. Am Donnerstag (22 November 2012) schreiten die Beschäftigten zu einer vierstündigen Arbeitsniederlegung von 17:00 Uhr nachmittags bis 21:00 Uhr abends.

Nach der Ankündigung der Lohnkürzungen weiteten die Protest sich auch auf die Social Media aus. Auf Twitter wurde hashtag #ikea geschaffen, wo hunderte Protestmitteilungen zum Ausdruck gebracht werden. Entsprechend drücken auf der IKEA-Seite auf Facebook (https://www.facebook.com/ikeagreece) die User des Dienstes den Beschäftigten in Mitteilungen ihren Beistand aus.

Arbeitnehmer bestreiten angebliche Geschäftsverluste

Die Unternehmensführung der IKEA, die von der HOUSEMARKET SA und Fourlis vertreten wird, führt von ihrer Seite in einer Bekanntmachung an, „die unkontrollierte Eskalation der Krise berührte auch unseren Konzern, mit dem Ergebnis, dass sich zum ersten Mal verlustbehaftete Geschäftsergebnisse zeigen„. Die Gesellschaft vertritt, „die eine und einzige Wahrheit ist, dass wir in unserer Bemühung zur Umsetzung der Gesetzgebung zum Vorteil der Beschäftigten die beste und nicht die schlimmste Lösung adoptieren„.

Die Föderation der privaten Angestellten führt in ihrer Bekanntmachung an, dass sie „den Kampf des Berufsverbands und der Arbeitnehmer unterstützt, welche sich weigern, persönliche Änderungsverträge zu unterschreiben“.

Die Föderation merkt ebenfalls an, die Kürzungen seien angesichts der Tatsache nicht gerechtfertigt, „dass die IKEA nicht nur weiterhin einen stabilen und signifikanten Gewinnverlauf während der gesamten Dauer der Wirtschaftskrise aufweist, sondern kontinuierlich ihre Umsätze und Marktanteile in ihrem Segment ausweitet„.

(Quelle: in.gr)

Relevanter Beitrag:

  1. GR-Block
    21. November 2012, 13:02 | #1

    IKEA ist nicht gerade eine Musterbeispiel eines EU-Unternehmens. Zu allen Zeiten hatte es gegen die Interessen der EWG/EG/EU, der Ökologie und ihrer eigenen Mitarbeiter gearbeitet.
    Ganz selbstverständlich wurde aus Wettbewerbsgründen die gesamte Möbelproduktion in den ’70ern aus der EWG nach Polen und in DDR-Gefängnisse verlagert. Heute noch werden jährlich u.a. 70 Mio geschützte sibirische Bäume verarbeitet, die illegal geschlagen werden. In meheren Ländern liefen Klagen wegen Bespitzelung von Mitarbeitern und Diskriminierung von Frauen und Schwarzen.
    Der Gründer und Besitzer Ingmar Kamprad war bis 1945 Finanzier einer schwedischen NS-Gruppierung, hatte später diverse Prozesse wegen Möbeldesign-Klau verloren und hat ein zweifelhafte Einstellung zu Finanzämtern. IKEA bezahlt kaum Steuern.
    „… das Prinzip von IKEA sei es schon immer gewesen, Kosten zu vermeiden und Steuern seien eben auch Kosten“ (Ingmar Kamprad, IKEA-Gründer)

    Satirische Einlage: Ich empfehle, IKEA HELLAS im einvernehmen mit der Troika, zu enteignen und als Staatsunternehmen unter der Marke OIKIA weiterzubetreiben. So lassen sich Mitarbeiter schneller entlassen und die Löhne um 50% senken. Danach kann wieder privatisiert werden und der Name IKEA bleibt sauber.

Kommentare sind geschlossen