Griechenland geht gegen Online-Kasinos und Wettspiele vor

19. November 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 422

Ab dem 5 Dezember 2012 lässt die Regierung in Griechenland für ungenehmigte Online-Kasinos, Wetten und Glücksspiele per Internet die „Rollläden“ herunter.

Von den wenigstens 30.000 Internet-Präsenzen, die in Griechenland auf dem Sektor der Internet-Wetten und Online-Glücksspiele aktiv sind, und den mehr als 200.000 Webseiten, die auf erstere verweisen, erhielten letztendlich gerade einmal 24 eine einschlägige Lizenz!

Die Aktivierung des Gesetzes 4002/2011 und die Veröffentlichung des einschlägigen Ministerialbeschlusses im Regierungsanzeige Nr. 2952 am 05 November 2012 sendet aber ein SOS auch an die Spieler, welche Konten bei Wett-Unternehmen unterhalten, die keine Lizenz erhielten. Bis zum Stichtag des 05 Dezember 2012 müssen sie von ihren Konten ihr Geld abgehoben haben, weil sie es anderenfalls verlieren, da mit dem einschlägigen Gesetz den Kreditinstituten untersagt ist, Zahlungen von Beträgen zur Teilnahme und Ausschüttung von Gewinnen aus der Teilnahme an Glücksspielen illegaler Spiel-Webseiten durchzuführen.

Ab Dezember 2012 beginnt Jagd auf „illegale“ Webseiten

Quellen der „Vradyni“ zufolge werden ab dem 05 Dezember 2012 Beamten des Dezernats für Cyber-Kriminalität der griechischen Polizei (ELAS) die einschlägigen Internetpräsenzen ausfindig machen, die über keine Lizenz verfügen, und abgesehen von dem zu Lasten der jeweiligen Betreiber eingeleiteten Strafverfahren wird auch der Ausschuss für Spiel-Aufsicht und -Kontrolle (EEEP) benachrichtigt werden. Der Ausschuss wiederum wird sich mit den Providern in Verbindung setzen, bei denen die nicht lizenzierten Wett- und Glücksspiel-Präsenzen gehostet sind, um Maßnahmen zur Unterbindung des Zugangs (IP-Sperre) zu ergreifen.

Informationen führen an, dass derzeit der Jahresumsatz des illegalen Internet-Glücksspiels in Griechenland 6 Milliarden Euro erreicht, wovon 3,5 Milliarden Euro aus illegalen Internet-Wetten und Online-Kasinos herrühren. Die griechische Regierung hegt die Zuversicht, mit der Umsetzung des in Rede stehenden Gesetzes wenigstens 2 Milliarden Euro in die staatlichen Kassen zu bringen.

Die selben Informationsquellen führen an, dass es bei der italienischen Polizei ein einschlägiges Department zur Auffindung solcher Webseiten für illegale Wetten und Online-Glücksspiele gibt, das mit 250 Polizeibeamten und wissenschaftlichen Mitarbeitern besetzt ist. Laut Quellen des Hauptquartiers der ELAS muss auch in Griechenland das Dezernat für Cyber-Kriminalität mit wenigstens 80 weiteren Personen und hauptsächlich wissenschaftlichem Personal verstärkt werden, damit es ernsthafte Ergebnisse gibt.

Vergabe von Wett- und Glücksspiel-Lizenzen an dubiose Firmen

Zur selben Zeit hat die Vergabe der Lizenzen für Internet-Wetten und Online-Glücksspiele Fragen aufgeworfen, da auf der Liste der Lizenznehmer bekannte Unternehmen der Branche nicht präsent sind. Die Lizenzen wurden bezeichnenderweise 24 auf dem griechischen Markt mehr oder weniger unbekannten Firmen erteilt, und über viele von diesen gehen Gerüchte um, sie gehören bekannten Unternehmern, mit dem Sport in Verbindung stehenden wirtschaftlichen Faktoren und Großaktionären von Werbegesellschaften.

Unter ihnen befindet sich keiner der großen Namen des Marktes (wie Betfair, Bwin, Sportingbet, Bet 365, William Hill und andere), welche 80% der Wetteinsätze eines Marktes entgegennehmen, der auf Jahresbasis um die 5 Milliarden Euro umsetzt, ohne dass auch nur ein einziger Euro als Steuer an den griechischen Fiskus abgeführt wird. Diese bekannten Gesellschaften waren nicht mit der Besteuerung in Höhe von 30% auf die Bruttogewinne und 10% auf die Spielergewinne einverstanden und befanden, aus ihrer „legalen“ Betätigung in Griechenland keinen Vorteil zu haben.

Die Mehrzahl der 24 Gesellschaften, welche die einschlägige Lizenz erhalten haben, nahmen ihren Geschäftsbetrieb gegen Ende 2011 auf und werden folglich für die Geschäftsjahre 2010 und 2011 nicht besteuert werden, da sie in diesen Jahren keine Aktivitäten aufwiesen. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass Informationen zufolge eine Lizenz sogar an eine Gesellschaft mit Sitz in der ehemaligen holländischen Kolonie Curacao vergeben wurde, obwohl Curacao seit Oktober 2010 ein unabhängiger Staat und natürlich kein Mitgliedstaat der EU ist!

(Quelle: Vradyni)

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