Griechenland erhebt Sonderabgabe von Pharma-Industrie

22. November 2012 / Aktualisiert: 01. Dezember 2013 / Aufrufe: 598

Die Regierung in Griechenland will die Pharma-Industrie zur Entrichtung einer 15-prozentigen Sonderabgabe zwingen.

Die griechische Regierung erhebt eine Sonderabgabe von 15% von allen Medikamenten-Herstellern, die wollen, dass ihre Produkte weiterhin auf der Liste der Medikamente verbleiben, welche von den Kassen übernommen werden – was im Rückschluss bedeutet, dass die Medikamente der Hersteller, die sich der Forderung nicht beugen, von der Liste der erstattungsfähigen Präparate gestrichen werden.

Gemäß der einschlägigen gesetzlichen Verordnung, die im Regierungsanzeiger veröffentlicht wurde, wird die Abgabe ab dem 01 Januar 2013 erhoben und von den Einzelhandelsverkäufen des Jahres 2011 einbehalten werden.

(Quellen: Zougla.gr)

  1. GR-Block
    22. November 2012, 13:29 | #1

    Nicht schlecht, die Sonderabgabe bringt ein paar Steuereinnahmen und reduziert gleichzeitig den hohen Medikamentenkonsum in GR. Eine Korrektur am neuen Gesetz könnte man dennoch anbringen.
    Pharmaunternehmen, die in GR Arbeitsplätze schaffen, könnten pro Arbeitsplatz eine Ermäßigung auf die Sonderabgabe erhalten. Das könnte die Pharmaindustrie anlocken.

  2. raiwer
    23. November 2012, 10:41 | #2

    Wenn ich Pharma-Industrie wäre, würde ich mich vom griechischen Markt zurück ziehen.
    Erst wurden sie lange Zeit nicht bezahlt, dann gezwungen, griechische Anleihen als Bezahlung zu akzeptieren, die dann mit dem Haircut abgewertet wurden.
    Wer bitte soll denn in Griechenland investieren, wenn anschliessend 15% vom Staat eingesackt werden?
    Wie soll man das vorher kalkulieren?

  3. GR-Block
    23. November 2012, 13:35 | #3

    @ raiwer
    Die Amerikaner stocken zurzeit ihre Investitionen in griechischen Pharmafirmen auf. Obwohl pharmazeutische Produkte auf dem GR Markt billig sind. Man nimmt halt was der Markt hergibt wie z.B. auch beim Aspirin. Wenn das Produkt in der Herstellung gerundet 0€ kostet, dann ist jeder mögliche Preis annähernd ein Reingewinn.

  4. Griechenlandfanin
    23. November 2012, 16:00 | #4

    @ raiwer
    Ich finde das voellig in Ordnung. Die Pharma-Industrie verdient sich dumm und daemlich an den Medikamenten. Schliesslich wollen sie ja auch einen Absatzmarkt haben. In der Herstellung kosten die Medikamente meist ein Appel und ein Ei, verkauft fuer Kaviar.

  5. Ariadne
    24. November 2012, 19:30 | #5

    @ Griechenlandfanin
    „Verkauft für Kaviar“ – stimmt. Aber in Griechenland? Meine Augentropfen kosten in Griechenland Euro 3.50. Die gleichen Tropfen kosten in der Schweiz CHF 56.– = ca. Euro 50.–! Und da jammern die Griechen?

  6. tabascofan
    25. November 2012, 12:12 | #6

    Kein Produkt kostet in der Herstellung null Euro. Es kommen zu den Produktionskosten immer Forschung und Entwicklung, Vertrieb, Verwaltung, Logistik, Transport und noch so einiges, je nach Land. Dazu kommt, dass jedes Unternehmen selbstverständlich auch Gewinn erwirtschaften will (und muss).

  7. Griechenlandfanin
    25. November 2012, 17:56 | #7

    Sie vergessen dabei, dass hier bislang noch die Krankenkassen einen Hauptanteil gezahlt haben, was sich vermutlich auch schnell aendern wird. Insofern verdient sich auch hier die Pharma Industrie eine goldene Nase. Und…..wer jammert denn da, so wie ich ihre Beitraege in Erinnerung habe, sind sie voll mit dabei. Ausserdem verdienen „die Griechen“ im Vergleich zu deutschen Arbeitnehmern wesentlich weniger. Ich spreche nicht von Reichen, sondern vom Normalbuerger, sprich Supermarktangestellter oder aehnliche Taetigkeiten. Aber nichts, auch nicht in Deutschland oder anderswo rechtfertigen solche hohen Preise fuer Medikamente. Fuer mich ist die Pharmaindustrie ein Blutegel.

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