Merkel erwartet „warmer“ Empfang in Griechenland

7. Oktober 2012 / Aktualisiert: 24. Januar 2014 / Aufrufe: 1.158

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel erwartet bei ihrem Besuch am 09 Oktober 2012 in Griechenland ein „warmer“ Empfang mit Demonstrationen und protestkundgebungen.

Arbeitnehmer und Gewerkschaften steigern die Reaktionen gegen die fortgesetzte volks-, arbeiter-, gesellschaftsfeindliche und rezessive Politik der Regierung und der Troika. In diesem Rahmen und anlässlich des Eintreffens der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in Athen antworten die gewerkschaftlichen Dachorganisationen GSEE und ADEDY mit Protestaktionen auf die neoliberale Politik, die auf europäischem und nationalem Niveau auf Anweisungen von Frau Merkel und der europäischen Führer ausgeübt wird.

Aus diesem Grund rufen die beiden Organisationen am Dienstag, dem 09 Oktober 2012, ab 12:00 Uhr mittags und bis zum Ende der Schicht zu einer Arbeitsniederlegung bei allen Behörden des öffentlichen Sektors und einer Demonstration am Syntagma-Platz um 13:00 Uhr auf. In ihrer Bekanntmachung führen sie an:

Die Arbeitnehmer, Rentner und Arbeitslosen ertragen nicht mehr die Abstrafungspolitik der Europäischen Union, die anstatt die Probleme des Landes zu lösen die Gesellschaft ins Elend stürzt und die Wirtschaft in Sackgassen und die Rezession führt.

Protest der unabhängigen Hellenen bei deutscher Botschaft

Eine Protestdemonstration bei der deutschen Botschaft werden die Unabhängigen Hellenen am Dienstag (09 Oktober 2012) durchführen, an welchem Tag die deutsche Kanzlerin Angela Merkel Griechenland besuchen wird.

Die Protestaktion der Unabhängigen Hellenen erfolgt laut der Bekanntmachung der Partei „um vor der deutschen Kanzlerin Frau Angela Merkel unseren Einwand gegen die Umwandlung des Landes in ein deutsches Protektorat zu bekunden„. Ebenfalls soll an den deutschen Botschafter eine Protestnote übergeben werden, mit der die deutschen Reparationsleistungen und die Rückzahlung des Besatzungskredits sowie auch die Übergabe der „Liste Christoforakos“ an die griechischen Behörden gefordert werden.

Sich auf den anstehenden Besuch der Frau Merkel in Athen beziehend charakterisierte der Sprecher der Partei, Christos Zois, die deutsche Kanzlerin als „in Griechenland willkommen„, sofern „bekanntgeben gegeben werden soll, dass Deutschland den Besatzungskredit zurückzahlen wird, den es unter Gewalt von dem unter Besatzung befindlichen Griechenland erhielt, es die deutschen Reparationen für die Schäden auszahlen wird, die es dem griechischen Volk und seinen Infrastrukturen während der selben Periode zufügte, und schließlich der griechischen Justiz die berüchtigte „Liste Christoforakos“ mit den korrupten griechischen Politikern übergibt, die sich zu Lasten des griechischen Volkes bereicherten, indem sie gegen Geld Lieferverträge mit Siemens abschlossen„.

Laut Herrn Zois „muss die deutsche Kanzlerin das griechische Volk davon überzeugen, dass sie außer mit dem Finger zu drohen und Opfer zu fordern, während ihr Land wegen der Krise dutzende Milliarden Euro verdient, gewillt ist, für ein Europa der Nationen und nicht für ein deutsches Europa zu arbeiten„.

Kommunistische Partei Griechenlands ruft zu Protestaktionen auf

Unter dem Motto „Blockade gegen die Maßnahmen“ rief die Generalsekretärin des Parteikomitees der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) in ihren Erklärungen die Arbeitnehmer und das Volk zu großen Protestdemonstrationen am Dienstag gegen die Regierung Samaras und gegen den Besuch Merkels auf.

Die Generalsekretärin des Parteikomitees der KKE charakterisierte den Besuch der deutschen Kanzlerin als Unterstützung für die Regierung, um das Volk einzuschüchtern und zu knebeln, und unterstrich, dass die Volksschichten für große Streikbewegungen bereit sein müssen.

(Quelle: Kathimerini)

  1. Frank
    7. Oktober 2012, 16:05 | #1

    Bei solchen Artikeln und abstrusen Forderungen ist es wirklich schwierig sich weiterhin solidarisch mit Griechenland zu fühlen.

    Ich kann verstehen, dass man gegen die schlechten sozialen Zustände protestiert. Aber was sind die konkreten Alternativ-Strategien? Griechenland kann doch nicht erwarten, dass die EU ihm auf Jahrzehnte das strukturelle Defizit ausgleicht.

  2. Elgreco
    8. Oktober 2012, 10:42 | #2

    @Frank

    Seit wann ist Deutschland solidarisch mit den Griechen? Die Bürgschaften, und das tatsächlich gezahlte Geld, welches nicht einmal 10 Prozent der Gesamtsumme beträgt, ging zu 96 Prozent an Banken und Versicherungen. Und zwar vorrangig an die Ausländischen Gläubiger. Griechenland währe mit einen sofortigen Schuldenschnitt damals besser dran gewesen.

    Zusätzlich, wird das Bild Griechenland durch Politik und Medien , vor allem in Deutschland, absichtlich in den Dreck gezogen. Welches sich in der Wirtschaft, in Griechenland, bemerkbar macht. Ein Stichwort wäre Tourismuszahlen aus Deutschland. Nicht zuletzt ein TROIKA Rezept, in dem besonders die Deutsche Seite Federführend ist. Welches nur dazu dient, das Griechische Unternehmen immer mehr Marktanteile verlieren, die Rezession verschärft und verhindert, daß das Land zurück auf den Weg des Wachstums kommt.

    Aus meiner Sicht untergräbt die Deutsche Politik und Medienwelt gezielt die Reformbemühungen in Griechenland und schadet dem Land absichtlich. Ich könnte noch viel mehr aufführen aber ich las es, unterm strich wünsche ich den Deutschen, in Zukunft, die gleiche Solidarität u. Freundschaft, die sie den griechischen Volk entgegen bringen.

  3. Stipsi Fan
    8. Oktober 2012, 15:40 | #3

    @Elgreco
    Es ist so wie Sie sagen. Aber man könnte darüber 100 Seiten schreiben, wer der deutschen Presse glaubt, wird davon nicht abkehren. Die haben ihren Job gut gemacht. Erstaunlich, dass niemand auffällt, dass es im 21. Jahrhundert tatsächsich durch gezielte Desinformation wieder gelungen ist, Völker aufeinander zu hetzen. Ich hätte das so nicht erwartet.

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