Griechenland: Imaginäre politische Läuterung soll Volkszorn dämpfen

1. Oktober 2012 / Aufrufe: 402

Als ob uns alles andere nicht gereicht hätte, haben wir nun auch noch die internen Zankereien der Troika um die „Oberhand“ bei der Verwaltung der Verschuldung Griechenlands. Die Gläubiger streiten darum, wer der „Oberlude“ in einem Land sein wird, welches sehr schwer auf seine Beine kommen wird – wenn überhaupt. Die Regierung, unfähig Initiativen zu ergreifen, beschränkt sich auf fromme Wünsche. Der Premierminister möchte planen, wie die Regierung im kommenden Zeitraum agieren wird, kann es jedoch nicht, weil die Kollision zwischen IWF und Merkel kein sichtbares Ende hat.

Im Grunde genommen kämpfen USA und Deutschland nicht darum, wie … Griechenland „gerettet“ werden wird, sondern um ihre speziellen Interessen. Es nehmen sogar die Informationen zu, der IWF verlange von den Europäern einen neuen direkten „Schnitt“ der Verschuldung und signalisiere, dass sie sich 2013 aus Griechenland zurückziehen werden. Weiter lassen sie zu verstehen geben, das Thema Griechenlands müsse an eine außerordentlichen Gipfelkonferenz nach den amerikanischen Wahlen im November verwiesen werden.

Deutschland wiederum weigert sich gegen einen europäischen Schuldenschnitt und spielt mit der Senkung der Zinsen und der Verlängerung (des Memorandums) und droht dabei hinter den „Höflichkeiten“ konstant mit einem Austritt aus dem Euro.

In diesem Reigen der Erpressungen wartet Samaras auf die Rückkehr der Troika, damit das endgültige „Paket“ gestaltet wird, auf dass Stournaras – bei der Eurogruppe am 08 Oktober – die Verlängerung der Umsetzung des Memorandums verlangt. Somit sitz der Premierminister … auf „heißen Kohlen“, die Maßnahmen fest zu machen, damit die Diskussion über die Verlängerung beginnt. Wenn die Troikaner nicht noch mehr Blut fordern, als bereits vergossen wurde, werden die Maßnahmen in der kommenden Woche das Parlament passieren – zum Ruhm der … Demokratie.

Diese Entwicklung mag die Parteizentrale im Megaro Maximo „erleichtern“, die große Frage bleiben jedoch die anstehenden Reaktionen der Gesellschaft. Vorsorglich ist eine ganze Kampagne der ethischen Stigmatisierung hunderter Menschen im Gang, die angeblich in seitens des SDOE untersuchte Skandalfälle verwickelt sein sollen, damit der Eindruck einer „Läuterung“ des politischen Systems geschaffen wird.

Zum Unglück der Betroffenen ist jedoch das Kriterium nicht die angezweifelte politische „Reinheit“, sondern das ausufernde Elend des griechischen Volkes. Dieses werden sie bezahlen …

Quelle: To Pontiki
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

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