Drakonische Sicherheitsmaßnahmen für Merkels Besuch in Athen

8. Oktober 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 572

Anlässlich des Besuchs der Bundeskanzlerin Merkel in Griechenland am 09 Oktober 2012 wird Athen im Rahmen der Sicherheitsmaßnahmen zur Polizeifestung aufgerüstet.

Wegen des Besuchs der deutschen Bundeskanzlerin Merkel werden am Dienstag (09 Oktober 2012) in Athen drakonische Sicherheitsmaßnahmen getroffen, für welche insgesamt ungefähr 7.000 Polizeibeamten bereitgestellt werden. Offiziere der griechischen Polizei (ELAS) erklärten, die Maßnahmen erinnern an jene, die im November 1999 anlässlich des Besuchs des damaligen Präsidenten der USA, Bill Clinton, getroffen worden waren.

Informationen zufolge werden die gesamten Polizeikräfte von Attika eingesetzt und auch Verstärkung aus der Provinz eintreffen. Strenge Maßnahmen werden sowohl am Athener Flughafen „Eleftherios Venizelos“ als auch im Bezirk des Hotels getroffen, in dem die deutsche Delegation eintreffen wird. Ebenfalls stark wird die Präsenz der Polizei an der deutschen Botschaft, dem Goethe-Institut und anderen Einrichtungen und „neuralgischen“ Punkten sein, die zum Teil bereits ab Montagabend unter Bewachung gestellt werden.

Die am Syntagma-Platz vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen umfassen neben der Präsenz von Kommandos der MAT (= „Spezialeinheit zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung“) die Errichtung des bekannten Metallzauns und auch die Absperrung des zum Mahnmal des unbekannten Soldaten führenden gepflasterten Bereichs. Parallel werden die Wasserwerfer der ELASsowie die Polizeikräfte der Einheiten DELTA und DIAS in Bereitschaft stehen.

Ebenso wird erwartet, dass wieder die Strategie der „präventiven Vorführungen“ befolgt werden wird – was im Klartext bedeutet, dass die Polizei zu den bekannten und berüchtigten Massenverhaftungen schreiten und die Festgenommenen unter dem Vorwand der Feststellung ihrer Personalien oder / und einer erkennungsdienstlichen Behandlung vorläufig „aus dem Verkehr“ ziehen werden.

Es sei daran erinnert, das am Dienstag GSEE und ADEDY in ganz Attika eine 3-stündige Arbeitsniederlegung von 12:00 – 15:00 Uhr bei allen öffentlichen Behörden und eine Demonstration um 13:00 Uhr am Syntagma-Platz geplant haben. Ebenfalls um 13:00 Uhr wird im Bezirk Omonia die gewerkschaftliche Organisation PAME einen Protestzug durchführen (siehe auch Merkel erwartet „warmer“ Empfang in Griechenland)

(Quelle: in.gr)

Polizei verhängt Versammlungsverbot

Am Montagmittag (08 Oktober 2012) gab die Polizei-Zentraldirektion Athen (GADA) überraschend bekannt, dass zusätzlich zu den bereits vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen auf Beschluss des Polizeipräsidenten von Attika aus Gründen der öffentlichen Sicherheit in der Zeit von 09:00 Uhr morgens bis 20:00 Uhr abends jede öffentliche Versammlung oder Demonstration im Freien in konkreten Bezirken des Zentrums von Athen sowie entlang der Trasse der Autobahn „Attika-Odos“ zwischen Athen und dem Flughafen Eleftherios Venizelos verboten wird.

(Quelle: in.gr)

  1. f96
    8. Oktober 2012, 17:15 | #1

    was sollen diese Demonstrationen eigendlich bewirken?
    Glaubt denn wirklich jemand das sich deswegen etwas ändern wird.
    Wäre schön, wenn diese Leute arbeiten würden (anstatt zu streicken) und ihrem Land damit Steuergelder in die Kassen spülen.

  2. Roditisa
    8. Oktober 2012, 21:40 | #2

    @f96
    Sie sollen darauf hinweisen, dass dieses Land Hilfe braucht, die darüber hinaus geht, den Schuldnern des Landes Zahlungsausfälle zu ersparen und die öffentlichen Ausgaben immer weiter zu kürzen. Jeder, der in Deutschland im Geschichtsunterricht nicht geschlafen hat, muss doch zwangsläufig an Brünings Sparpolitik denken, wenn er sich ansieht, welches Rezept die Troika hier durchzupressen versucht. Und spätestens dann sollte man sich fragen, ob man in Kauf nehmen will, dass ein ganzes Volk innerhalb der EU verelendet.

    Im Übrigen scheint Ihnen nicht klar zu sein, dass der Großteil der Arbeitslosen in Griechenland keinerlei Zuwendungen in welcher Form auch immer vom Staat bekommt. Diese Menschen möchten arbeiten, aber es gibt keine Arbeit, weil niemand das Geld hat, um etwas zu kaufen. Deutsche Arbeitslose „hartzen“, griechische hungern. Es gibt immer mehr Menschen hier, die nichts mehr zu verlieren haben, was sich in der schnellen politischen Radikalisierung niederschlägt.

  3. 8. Oktober 2012, 23:20 | #3

    f96 :
    was sollen diese Demonstrationen eigendlich bewirken?
    Glaubt denn wirklich jemand das sich deswegen etwas ändern wird.
    Wäre schön, wenn diese Leute arbeiten würden (anstatt zu streicken) und ihrem Land damit Steuergelder in die Kassen spülen.

    Hier vor Ort lebend, denke ich nicht, dass sich irgendjemand der Illusion hingeben könnte, die Demos würden tatsächlich etwas verändern. Von seinem Recht zum Widerspruch Gebrauch zu machen, also von dem Recht darauf, seinen Unwillen öffentlich zu demonstrieren, diese Aktion ist eher als letzte Maßnahme zu verstehen, die einem Volk/einer Volksgruppe noch bleibt.
    Ja, es wäre wirklich schön, „wenn diese Leute arbeiten würden“, wie hier so logisch argumentiert wird – das würden die Leute auch sicher lieber tun, als von den paar Euro Arbeitslosengeld leben zu müssen, die für ein Jahr bewilligt werden. FÜR EIN JAHR! Danach kommt nix mehr.
    Falls das noch nicht bekannt sein sollte: Es GIBT hier nichts mehr, wo man arbeiten könnte, unzählige Firmen haben zugemacht, Arbeitsplätze wurden wegrationalisiert, und bald können auch noch die Supermärkte schließen, weil kaum mehr jemand das nötige Kleingeld haben wird, um das Nötigste einzukaufen.
    Und bei einem Heizölpreis von um die 1,45 € je Liter können wir locker aussitzen, bis auch die Tankstellen dicht machen müssen, weil man entweder auh Holzofen hat umstellen müssen, oder aber auf warme Wolldecken.
    Herzlich willkommen in der Realität.

  4. Jörg
    9. Oktober 2012, 10:34 | #4

    Da frag ich mich doch was für ein Griechenland ich kenne ! Sicher es ist für viele eine Katastrophe aber sie sind fleißig und arbeiten hart weil sie wissen das sie von niemandem Hilfe zu erwarten haben ! Und sie wissen auch das Übertreibung eben nicht veranschaulicht wenn man Frau Merkel in eine Nazi Uniform steckt ! Ok lasst uns demonstrieren aber dann gegen die die euer Land dahin gebracht haben wo es heute steht !!!

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