Schweizer Banken verweigern Auskunft über Konten griechischer Abgeordneter

16. September 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 995

Die Schweizer Banken weigern sich, dem Parlament in Griechenland Auskünfte über Existenz und Guthaben von Bankkonten griechischen Abgeordneter zu erteilen.

Wie aus der bereits im Juli 2012 übermittelten und am vergangenen Freitag (14 September 2012) publizierten Antwort des Verbandes der Schweizerischen Bankiers hervorgeht, kollidiert die Forderung des griechischen Parlaments nach Öffnung welcher auch immer existierenden Bankkonten griechischer Abgeordneter in der Schweiz an der Weigerung des Verbandes.

In seiner Antwort vom 24 Juli 2012 an das griechische Parlament erklärte der Schweizerische Verband konkret, „wie wir Ihnen bereits in unseren E-Mails vom 25 April 2012 und 11 Mai 2012 erklärt habe, ist es nicht Politik des Schweizer Bankenverbands, Anträge mit einem derartigen allgemeinen Inhalt an die Gesamtheit seiner Mitglieder weiterzuleiten„, und fügt an: „Mitglieder des (griechischen) Parlaments können sich direkt an ihre Banken wenden, falls sie ein Konto in der Schweiz führen. Die schweizerischen Banken sind jedoch nicht verpflichtet, Bescheinigungen auszustellen, dass eine konkrete Person kein Konto bei ihnen führt.

Die Politik gewisser Banken ist sogar, keine derartigen Negativ-Bescheinigungen auszustellen„, lautet es weiter in dem Antwortschreiben, welches von dem Parlament am Freitag an die Öffentlichkeit gegeben wurde.

Vorsätzliche Verzögerung der Öffnung schweizerischer Bankkonten?

Es sei in Erinnerung gerufen, dass die Anfrage des griechischen Parlaments weitergeleitet worden war, nachdem der griechisch-stämmige schweizerische Abgeordnete Iosif Zisiadis seine Einschätzung geäußert hatte, das Abkommen Griechenlands mit der Schweiz über die Besteuerung der dortigen griechischen Guthaben werde vorsätzlich verzögert. „Die meisten Abgeordneten, Rechte, des PASOK, haben sehr viel Geld hier in der Schweiz – und ich denke, dass kein Interesse besteht, es zu deklarieren und die Konten offenzulegen„, hatte Herr Zisiadis in einem Interview geäußert.

Die Mitglieder des vorherigen Parlaments unter der kommissarischen Übergangsregierung Papadimos hatten (mit Ausnahme der Abgeordneten der Nea Dimokratia) den Generalsekretär des Parlaments Athanasios Papaioannou ermächtigt, ihre Anfrage an das Außenministerium der Schweiz zu leiten, von wo es an den Verband Schweizerischer Bankiers übermittelt wurde. Die Nea Dimokratia hatte sich gegen das Verfahren gestellt und vertreten, dass die Seriosität des Landes noch mehr in Mitleidenschaft gezogen würde, ohne die Wahrheit über jene zu erhellen, welche öffentliche Gelder verwalteten.

 Die Öffentlichkeit in Griechenland fragt sich nun allerdings wohl zu Recht, warum auf der „Kamelle“ der erwarteten Offenlegung eventueller schweizerischer Bankkonten griechischer Abgeordneter immer wieder herum gekaut wurde, obwohl dem Parlament wie vorstehend dargelegt bereits seit April 2012 zumindest „inoffiziell“ die Weigerung der schweizerischen Bankiers bekannt war, die verlangten Informationen herauszugeben, und warum selbst das offizielle Schreiben des Verbands der schweizerischen Bankiers von Juli 2012 erst zwei Monate publik gemacht worden ist.

(Quelle: in.gr)

  1. Heinz
    16. September 2012, 00:36 | #1

    Das war doch zu erwarten. Da müssen schon andere Geschütze gegen die Schweizer Bankster, nicht solch brave Anfragen. Das ist doch Bettelei.
    Nehmt euch ein Beispiel an den Amis.

  2. Zapperlot
    16. September 2012, 12:57 | #2

    Es ist doch fraglich, ob diese „Forderung“ des griechischen Parlaments ernsthaft gemeint war. Der Schweizer Grieche und Parlamentsabgeordneter Zisiadis hat wohl recht, wenn er sagt „kein Interesse besteh(e), es zu deklarieren und die Konten offenzulegen“. Doch nicht nur die Pasók-Abgeordneten werden dort ihr Geld horten, sondern auch die Mitglieder anderer Fraktionen.
    Wahrscheinlich diente die „Forderung“ nur als PR-Maßnahme, um Aktivismus beim Volk vorzutäuschen. Motto: Wir sind die Guten und jagen die Bösen.

    Heinz, ich kann Sie nur in ihrem Appell unterstützen. Androhen, Schweizer Gelder auf griechischen Bankkonten einzufrieren – die richtige Maßnahme. Fragt sich nur, ob noch viel Geld in den leeren Banktresoren der hellenischen Banken ruht

  3. Juls
    16. September 2012, 18:16 | #3

    Zapperlot :Es ist doch fraglich, ob diese “Forderung” des griechischen Parlaments ernsthaft gemeint war.

    Natuerlich nicht!! Die beissen sich doch nicht ins eigene Bein!!
    Wer es glaubt, soll weiter traeumen…..

  4. 17. September 2012, 12:19 | #4

    Tja, da muss man sich dann wohl nicht wundern, wenn vor allem die direkt umliegenden Ländern immer mehr und immer „aggressiver“ auf den kleinen Nachbarn gucken, der die Gelder be/veruntreut, die anderer Länder Steuerzahler gerade abgeben!

  5. heho
    17. September 2012, 20:44 | #5

    Wie ich sehe wurde mein Kommentar gelöscht !! Wer die Wahrheit nicht erträgt dem kann auch nicht geholfen werden

  6. admin
    17. September 2012, 21:13 | #6

    @heho
    Nööö, es war nicht die „Wahrheit“, sondern die strotzende Dummheit, die uns zur Löschung des Kommentars veranlasste. Den Bediensteten des öffentlichen Dienstes in Griechenland wird schon seit eh und je jeder Streiktag und sogar jede Stunde der Arbeitsniederlegung penibel vom Gehalt abgezogen. Was soll also das tumbe Geseier?

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