Vertragsärzte in Griechenland stellen Ultimatum

10. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 595

Die Kassenärzte in Griechenland drohen, die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Gesundheitssystem auszusetzen, wenn sie nicht bis zum 20 August 2012 bezahlt werden.

Die Vertragsärzte drohen dem nationalen Träger für Gesundheitsleistungen in Griechenland (EOPYY) mit der Einstellung der Zusammenarbeit ab dem 20 August 2012 bis einschließlich zum 02 September 2012, wenn es bis zum 20 August nicht eine Begleichung der finanziellen Verbindlichkeiten des Trägers für das erste Halbjahr 2012 oder eine verbindliche Zusage der Führung des Ministeriums für Gesundheit und Sozialversicherung bezüglich der Regelung des Themas geben wird.

Mit einer Bekanntmachung drückt der Verband der Ärzte E.O.P.Y.Y (EN.I. – E.O.P.Y.Y) seine Verärgerung über den Vorschlag der Troika über weitere Kürzungen in Höhe von insgesamt 1,2 Mrd. Euro im Etat des Gesundheitsministeriums aus, von denen sich 800 Mio. Euro allein auf den EOPYY beziehen – und zwar zu einer Stunde, wo der Träger ein Defizit von 1,5 Mrd. Euro aufweist, während bezüglich seiner Verbindlichkeiten an die Dienstleister unbekannt ist, ob die Schulden überhaupt noch handhabbar sind.

Es ist anzumerken wert, dass der EOPYY den Vertragsärzten 230 Mio. Euro schuldet (Praxisbesuche ab März 2012 und fast alle ärztlichen Behandlungen seit der Aufnahme seines Betriebs im Januar 2012).

Kassenärzte fordern verbindliche Zahlungszusagen

Eine strenge Warnung an die Verwaltung des EOPYY sendend erwarten die mit dem EOPYY kooperierenden freiberuflichen Klinik- und Laborärzte bis 20/08/2012 die vollständige Begleichung aller Verbindlichkeiten, Praxisbesuche und Behandlungen seit Januar 2012 bis einschließlich Juni 2012, so wie es in dem Vertrag mit ihnen vorgesehen ist, einschließlich auch der von den wenigen erfolgten Zahlungen einbehaltenen 10%.

Sie rufen ebenfalls den Gesundheitsminister und die Verwaltung des EOPYY, eine verbindliche schriftliche Zusage bezüglich des Zeitplans der Begleichung aller älteren Verbindlichkeiten an die Gesamtheit der Ärztewelt, Vertragsärzte und nicht, von Seite der Kassen zu leisten, die in den EOPYY eingegliedert wurden.

Für den Fall, dass es bis zu dem Stichtag keine Begleichung der Schulden oder alternativ eine ausdrückliche und verbindliche schriftliche Zusage der politischen Führung des Ministeriums für Gesundheit und Sozialversicherung mit konkreten Terminen für die Regulierung des Themas gibt, erklären sie, gezwungen zu sein, ab Montag, dem 20/08/2012 bis einschließlich Sonntag, den 02/09/2012, die Bedingungen des Vertrags mit dem Träger auszusetzen.

Regierung soll die Wahrheit über den Verbleib der Sozialabgaben sagen

Den zuständigen Staatssekretär im Gesundheitsministerium Marios Salmas wiederum rufen sie zu einer umgehenden Begegnung und der Ergreifung aller erforderlichen Initiativen seinerseits auf, damit mittels eines Dialogs Lösungen zu Gunsten der griechischen Gesellschaft und der Ärzte gefunden werden. Sie verlangen ebenfalls die Unterstützung und Solidarität des Panhellenischen Ärzteverbands und der Branchenverbände der Ärzte und der übrigen gewerkschaftlichen Träger der Ärzte.

Unsere Toleranz und Belastbarkeit haben ein Verfallsdatum und haben fortan ein Ende erreicht. Die Sozialpolitik auf dem Rücken der privaten Ärzte und Labors kann nicht weitergehen. Keine andere Kategorie Beschäftigter würde akzeptieren, über viele Monat ohne Bezahlung zu arbeiten! Wir rufen den Präsidenten des EOPYY und den zuständigen Staatsekretär Herrn Marios Salmas auf, den Griechen die Wahrheit zu sagen, nämlich dass ihre Beiträge für die Krankenversicherung nicht dem EOPYY zufließen, mit dem Ergebnis, dass der Träger nicht seinen finanziellen Verpflichtungen zu entsprechen vermag und nicht überlebensfähig ist„, endet die Bekanntmachung.

(Quelle: in.gr)

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