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Über 700000 Arbeitslose in Griechenland ohne Arbeitslosengeld

23. August 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 4.542

In Griechenland erhalten 734.347 offiziell registrierte Arbeitslose kein Arbeitslosengeld, während parallel immer mehr Berechtigte das Anrecht auf Unterstützung verlieren.

Auf Basis der offiziellen statistischen Daten sind in Griechenland 734.347 Arbeitslose ohne Arbeitslosengeld. Im Juli 2012 verzeichnete die Anzahl der registrierten Arbeitslosen einen neuen Anstieg und erreichte 794.924 Personen, denen weitere 127.146 Arbeitslose hinzuzuzählen sind, die erklärten, nicht (mehr) nach Arbeit zu suchen. Insgesamt befinden sich also 922.070 Personen außerhalb des Arbeitsmarktes, jedoch erhalten von dem OAED gerade einmal 187.723 Arbeitslose eine Beihilfe. Es wird sogar geschätzt, dass nur 160.916 Personen weiterhin einen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben werden.

Es sei angemerkt, dass im Juli die Anzahl der bei dem OAED registrierten Arbeitslosen im Verhältnis zum Vormonat um 1,59% anstieg. Noch höher – konkret 13,62% – ist im Vergleich zum entsprechenden Monat des Vorjahres die Zunahme der Arbeitssuchenden.

Den traurigen Spitzenplatz belegt der Verwaltungsbezirk Attika, auf den 37,48% der Summe aller Arbeitssuchenden des gesamten Landes entfallen. Es folgt der Verwaltungsbezirk Zentralmakedonien, wo sich der entsprechende Anteil auf 19,35% gestaltet.

Zunahme der Langzeitarbeitslosen

Ein Anstieg wird auch bei der Anzahl der Langzeitarbeitslosen verzeichnet, also alle jener Arbeitslosen, die seit mehr als 12 Monaten nach Arbeit suchen. Im Verhältnis zum vergangenen Jahr nahmen die – beim OAED registrierten – Langzeitarbeitslosen um 69.781 Personen, also 26,05% zu.

Auf Basis der offiziellen statistischen Daten beliefen sich im Juli die gemeldeten Einstellungen auf 90.791 und sind im Verhältnis zum Vormonat um 9,12% weniger. Im Verhältnis zum Juli 2011 sind sie jedoch um 11,03% mehr. Auf der anderen Seite erreichten die Entlassungen im vergangenen Monat 23.551 und sind im Verhältnis zum Juni um 7,81% weniger. Um 29,9% weniger sind auch die ausgelaufenen befristeten Arbeitsverträge, während dagegen im Verhältnis zum Juni die freiwilligen Ausscheidungen zugenommen haben.

Giorgos Gavrilis, Mitglied des Aktionskomitees der GSEE, unterstreicht: „die Prognose des Instituts für Arbeit ist, dass die reale Arbeitslosigkeit 28% erreichen wird, also 1,3 Mio. Personen nach Arbeit suchen werden. Jedoch werden weniger als 200.000 Arbeitslosengeld erhalten und alle übrigen in Verhältnisse der massenhaften Verelendung geführt.

Weiter betont er, dass „Maßnahmen erforderlich sind, wie die Erhöhung der Beihilfe und ihre Verlängerung. Zusätzlich müssen die Arbeitslosen ohne Voraussetzungen Zugang zum Gesundheitssystem haben, die sie in Gefahr laufen, ohne Versorgung zu bleiben, weil sie nicht über die notwendige Anzahl von Arbeitstagen verfügen. Schließlich muss es auch Interventionen zur Unterstützung all jener geben, die Baukredite aufgenommen haben und arbeitslos sind.

Sechs von zehn Arbeitslosen sind im Alter zwischen 30 und 54 Jahren

Sechs von zehn beim OAED registrierte Arbeitslose sind im Alter zwischen 30 und 54 Jahren. Der Anteil der arbeitsuchenden jungen Leute bis 29 Jahre beträgt 29,68%. Aus den offiziellen statistischen Daten geht weiter hervor, dass die über 55-Jährigen 9,61% der Arbeitslosen darstellen.

Was das Bildungsniveau der Arbeitsuchenden betrifft, geht aus den Daten Folgendes hervor:

  • 46,66% der Arbeitslosen haben das Oberstufengymnasium absolviert (370.883 Personen)
  • 34,23 die obligatorische Schulbildung durchlaufen haben, also bis zur dritten Klasse des Gymnasiums (272.097 Personen).
  • 18,01 haben einen akademischen Studienabschluss (143.170 Personen).
  • Für 1,1% existieren keine Angaben.

Abschließend ist anzumerken, dass 58,57% der Summe aller beim OAED registrierten arbeitslosen Personen Frauen sind.

(Quelle: Imerisia)

  1. Gast
    23. August 2012, 01:10 | #1

    Und es hilft den Arbeitslosen, die keinen Anspruch mehr auf Unterstützung haben, ungemein, wenn sie einen netten Steuerbescheid bekommen mit den veranschlagten 3000,- € pro Jahr, die man ja angeblich, irgendwie …. von Zauberhand zur Verfügung hatte, dann noch um die 115€ Steuern zahlen darf! Lieber griechischer Staat: vielen Dank für NICHTS!!!

  2. retmarut
    23. August 2012, 20:33 | #2

    @ Gast: „Lieber griechischer Staat: vielen Dank für NICHTS!!!“

    Den „Dank“ (oder eher den Fluch) vielleicht besser an den richtigen Adressaten senden. Das ist nämlich das deutsche Monopolkapital, das die Knebel und Würgeisen für Griechenland geschmiedet hat und sich am Ausbluten Griechenlands (bisher) auch noch eine goldene Nase verdient.
    Also: „Danke“, deutsche Bourgeoisie, dass du den ärmeren Staaten des Kontinents Wirtschaft, Sozialsysteme und nationale Souveränität zerschlägst und den Balkan erneut zu deinem Protektorat gemacht hast.

  3. Gast
    24. August 2012, 01:36 | #3

    @ retmarut

    Ja, klar…allein die deutsche Bourgeoisie ist daran Schuld, dass Griechenland seit Jahrzehnten kein ausreichend funktionierendes Finanzsystem hat! Leider haben viele Griechen aktiv oder passiv am Ausbluten des eigenen Landes beigetragen. U. a. falsche Angaben zum Einkommen, Schwarzarbeit, unberechtigte Sozialleistungen waren und sind bis heute an der Tagesordnung. Goldene Nasen verdienten& verdienen sich auch zahlreiche Griechen; auf Kosten ihrer Mitbürger.

  4. Pantelis B.
    24. August 2012, 15:30 | #4

    @ Gast

    Ich kann Ihnen nur zustimmen! Das Instrument der Steuergerechtigkeit, ist bis heute nicht im griechischen „Werkzeugkasten“ der Finanzbehörden vorhanden! Meine 80 jährige Tante (mütterlicher Seite), lebt (eher vegetiert) mit nunmehr 432,00 € monatlicher Witwenrente in Ihrem baufälligen Häuschen vor sich hin. Jeden Monat erhält sie neue Abgaben- und Steuerbescheide. Nicht das die Situation schon schlimm genug wäre, jetzt soll sie auch noch Steuern auf ihre „ausländischen Tantiemen“ bezahlen! Diese „Tantiemen“ sind die 200,00 € die ich ihr jeden Monat überweise, damit sie nicht verhungert, oder auf die Idee kommt putzen bzw. betteln zu gehen.

    Mein 82 jähriger Onkel (väterlicher Seite) lebt in einer richtig schicken athener Villa, mit Meerblick und zwei Pools. Er bezahlt überhaupt keine Einkommens-, oder Vermögensteuer. Kfz-Steuer und Immobilienumlagen lasse ich mal weg, die bezahlt er natürlich. Mein Onkel ist kein Betrüger, oder Steuerhinterzieher, sondern ein gewiefter Anwalt und Notar. Völlig legal, kauft und verkauft er Unternehmensbeteiligungen im maritimen Umfeld und parkt die Erlöse dort, wo die Schiffe registriert sind (Gibraltar, Zypern, etc.) Sollte die griechische Regierung auf die Idee kommen die Reeder irgendeinmal doch zu besteuern (was ich nicht glaube) , dann wird er seine Beteiligungen -wieder ganz legal- eben in Tuvalu, Nigeria oder Honduras ansiedeln ……………

  5. mazu
    24. August 2012, 17:51 | #5

    @Pantelis: so oder so ähnlich läuft das leider wohl überall. Leider eine Riesensauerei. Aber kleine Leute haben halt keine Lobbygruppen, egal ob ihn Athen, Berlin oder London.
    Nur das Problem, das gr. Reeder steuerfrei operieren per gr. Gesetz, müssen eben die Griechen selbst ändern. Niemand anders kann das.

  6. Pantelis B.
    24. August 2012, 20:58 | #6

    @ mazu

    Mein Onkel kann für sich selbst sorgen, meine Tante nicht. Würden in Deutschland Harz IV Empfänger und Kleinstrentner besteuert, hätten wir das vierte Reich noch bevor der erste Schnee fällt!
    Nicht zu vergessen ist die traurige Tatsache, das von der Rente noch Medikamente, Rundfunkgebühren, Müllumlage etc. bestritten werden müssen. Alles Dinge die in „zivilisierten“ Ländern der EU der Staat für bedürftige Menschen übernimmt …….

    Die Griechen müssen das selbst in die Hand nehmen, da sind wir uns einig. Leider tun sie das nicht. Meine Tante (wie auch das ganze Dorf in dem sie lebt) jammert von morgens bis abends über die Regierung, die illegalen Einwanderer, die Polizei die nichts gegen die Diebe tut die ständig dies und das stehlen etc. etc. etc. Wenn ich ihr dann die rhetorische Frage stelle, wenn sie diesmal gewählt hat, bekomme ich seit 1974 die gleiche Antwort: Letztes mal PASOK, dieses mal ND. Wahlweise auch: Dieses mal PASOK, letztes mal ND 😉

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