Szenarien neuer Rentenkürzungen in Griechenland

11. August 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 2.565

Der Plan B für Renten und Familienleistungen

Für den Fall, dass die vorstehend umrissene Rechnung nicht „aufgeht“ (also die Einsparungsziele nicht erreicht werden können), arbeitet das Ministerium für Arbeit und Sozialversicherung auch an einem zweiten Plan mit höheren Abgaben bei den Hauptrenten – ab 700 Euro und ab dem ersten Euro – als alternatives Szenarium zur Kürzung der Ausgaben. Gleichzeitig wird die drastische Einschränkung der Empfänger von Familienleistungen für Kinderreiche mittels der Verhängung einer besonders niedrigen Einkommensgrenze (10.000 Euro) für die Zahlung des vollen Betrags „fest“ gemacht.

Noch höhere Kürzungen auch der niedrigen Renten

Der bereits parallel zu dem anfänglichen (und wahrscheinlicheren) bei der nationalen Behörde für Versicherungsmathematik in Vorbereitung befindliche Plan B sieht die Erhebung noch höherer gestaffelter Abgabe auf die Renten vor:

  • 5% (anstatt 2%) auf Renten von 700 – 1.000 Euro
  • 8% (anstatt 3%) auf Renten von 1.000,01 – 1.300 Euro
  • 10% (anstatt 5%) auf Renten von 1.300,01 – 1.600 Euro
  • 12% (anstatt 10%) auf Renten von 1.600,01 – 2.000 Euro
  • 15% auf Renten ab 2.000 Euro

Die neue Staffelung der Abgaben (die ab dem 01/01/2013 auf die Rentenbeträge erhoben werden, welche nach Abzug der Abgaben vom Typ LAFKA verbleiben und erstmalig auch all jene belasten werden, die bisher keinerlei Kürzung erfuhren), belastet mehr die Renten von 700 – 2.000 Euro, in welches Segment die Mehrzahl der Rentner fällt, und steigert somit die Kosteneinsparung für die Kassen.

Beispielsweise würde ein Rentner mit einer Rente von 1.050 Euro auf Basis des anfänglichen Plans monatlich 31,50 Euro, mit der neuen Staffelung dagegen 84 Euro verlieren. Für die Rente von 1.400 Euro wird sich die Belastung verdoppeln, da mit der ersten Staffelung der Verlust 70 Euro und mit der zweiten 140 Euro beträgt.

Kürzung der Familienleistungen für Kinderreiche

Den vollen Betrag der Familienleistungen für Kinderreiche (44 Euro pro Monat für jedes Kind und 117 Euro für das dritte Kind bis zum Alter von sechs Jahren) und der lebenslangen Beihilfe für kinderreiche Mütter (102 Euro pro Monat für Frauen mit vier oder mehr Kindern, unabhängig vom Alter der Berechtigten) sollen gemäß dem Plan im Rahmen der Kürzung nur jene Berechtigten mit einem Netto-Familieneinkommen von bis zu 10.000 Euro erhalten.

Das vorgestern (09 August 2012) im Ministerium für Arbeit, Sozialversicherung und Wohlfahrt diskutierte Basisszenarium sieht die Zahlung von 2/3 der Beihilfe für Berechtigte mit einem Einkommen von 10.000,01 – 20.000 Euro und von 1/3 der Leistung bei Einkommen ab 20.000,01 Euro und mehr. (Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass eine ähnliche Regelung von dem Obersten Gerichtshof bereits in der Vergangenheit für verfassungswidrig befunden wurde, was jedoch die Regierung in der derzeitigen Phase zu allerletzt zu beschäftigen scheint.)

Laut Informationen sollen jedenfalls die quantifizierten alternativen Kürzungsmaßnahmen erst nach dem 15 August 2012 festgelegt und den Vorsitzenden der Parteien, welche die Regierung stützen, als „Paket“ überreicht werden.

(Quelle: Imerisia)

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  1. RentenObergrenze
    11. August 2012, 20:55 | #1

    Mich wundert es nach wie vor, warum die Renten inklusive Zusatzrenten in GR nicht komplett auf maximal 1200 Euro monatlich gedeckelt werden. Kürzungen bei kleinen Renten sind Unsinn und sollten zurückgenommen werden. Aber die üppigen Renten von Staatsbediensteten etc. gehören gedeckelt. Und von 1200 Euro monatlich lässt es sich würdig leben. Die durchschnittliche gesetzliche Rentne in Deutschland beträgt auch nur 800 Euro monatlich. Im öffentlichen Dienst gibt es eine Zusatzrente von durchschnittlich 400 Euro monatlich.

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