Stunde Null für Rekapitalisierung der Banken in Griechenland

19. August 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 524

Die Festlegung der endgültigen Bedingungen für die Rekapitalisierung der Banken in Griechenland wird bis Mitte September 2012 erwartet.

Bis zum 15 September 2012 wird die Bestimmung der Bedingungen für die Rekapitalisierung der griechischen Banken erwartet, da der von Finanzminister Giannis Stournaras vorgelegte neue institutionelle Rahmen kritische Änderungen bei den Verpflichtungen der Banken forcierte und  das Verfahren fast von dem Nullpunkt beginnt.

Es sei daran erinnert, dass mit dem neuen Rahmen, der gleichzeitig auch die drei vorherigen gesetzgeberischen Akte ratifiziert, welche unter den Regierungen Papadimos und Pikramenos erfolgt waren, die Voraussetzung der Erwirtschaftung von Gewinnen der Kreditinstitute als Ziel für die Beteiligung der Finanzstabilitätsfazilität am Aktienkapital der Banken abgeschafft, der für den Business-Plan für die Überlebensfähigkeit des Kreditinstituts vorgesehene Zeitraum auf fünf Jahre verlängert und der Fazilität die Möglichkeit eingeräumt wird, sich an dem Kapital der Kreditinstitute auch mit anderen wandelbaren Finanzmitteln zu beteiligen.

Parallel wird der Fazilität die Möglichkeit gegeben, den für die Rekapitalisierung in Frage kommenden Banken auf Beschluss der TtE Bestätigungen zu erteilen, dass sie sich zu ihrer Beteiligung an deren Stützung verpflichtet, und schließlich schafft er das Verbot der Übertragung der Aktien der Fazilität auf Dritte und des Handels der Banken auf einem organisierten Markt ab. Die kritischste Änderung all des Obigen sind die sonstigen wandelbaren Finanzmittel, die auch zu definieren sind.

Privatkapital und Absicherung der Investoren

Damit Privatleute sich an der Rekapitalisierung der Banken beteiligen – Voraussetzung ist, dass die private Beteiligung 10% der Summe der Rekapitalisierung beträgt – kommen Bankenkreise zu der wohl zutreffenden Ansicht, dass die privaten Investoren davon überzeugt werden müssen, dass das von ihnen platzierte Kapital nicht verloren gehen wird. Die für etwas Derartiges minimale Absicherung besteht darin, die Möglichkeit des Ausscheidens des Landes aus der Eurozone auszuräumen. Dafür ist jedoch Zeit erforderlich, welche den Banken unter gewissen Voraussetzungen die zusätzlichen Finanzmittel geben können, damit diese – im Rahmen, in dem so etwas möglich ist – in der Sphäre der privaten Unternehmensleitungen verbleiben.

Außerdem warten auch die griechischen Banken auf die Beschlüsse der EU rund um dieses Thema. Der Vorschlag seitens der europäischen Führer, den Rettungsfond der EU (den ESM) für die direkte Rekapitalisierung der Banken zu nutzen, könnte außerordentlich vorteilhaft für die Bewertungen der Staaten sein, erachtet die Rating-Agentur Standard & Poor’s in ihrer letzten Analyse und betont, dass somit der mühsame Prozess der Rekapitalisierung nicht die Regierungen belasten wird.

Die Kosten der Rekapitalisierung der Banken mittels des ESM auf eine Gegenseitigkeitsbasis zu stellen, könnte zur Stabilisierung der Bewertungen der Regierungen beitragen, welche Hilfen erhalten, weil auf diese Weise die Erhöhung ihrer Schuldenlast vermieden wird„, erklärte der Analytiker Stefan Best der Standard & Poor’s. Wie die griechischen Bankiers anmerken, gibt ein solcher Beschluss – sofern er Griechenland einbezieht – den Privatleuten die geforderten Garantien für die Beteiligung an den Kapitalerhöhungen der Banken, welche mit der Methode der inzwischen in Entwicklung befindlichen Aufkäufe und Fusionen bereits gewachsen sind.

Dow Jones Newswires: die unsicheren Kredite liegen bei 20%

Die Überlebensfähigkeit des griechischen Banksystems ist wegen der Zunahme der unsicheren Kredite bedroht, die wiederum das Resultat der langfristigen Rezession in Griechenland ist und die inzwischen schwachen Erfolgsaussichten des zweiten Programms zur Rettung des Landes gefährdet, warnen hohe Bankfunktionäre im Gespräch mit Dow Jones Newswires.

Die selben Funktionäre charakterisieren 20% ihrer Kredite an die inländische Wirtschaft als unsicher, da die Rezession und die aufeinander folgenden Wellen der Etatkürzungen den Unternehmen und Haushalten die Mittel zur Tilgung ihrer Kredite entziehen, führt die Agentur an.

Ende des ersten Quartals 2012 hatte sich der Index der nicht bedienten Kredite (NPLs) mit 18,5% doppelt so hoch gestaltet wie in Spanien, wo er Ende Mai 9% erreichte. Wie die Agentur anmerkt, enthalten diese Daten nicht die signifikante Exposition der Banken bei der Regierung – sogar auch nach der früheren diesjährigen Umschuldung der 200 Mrd. Euro.

(Quelle: Imerisia)

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