Sonderabgabe auf PV-Anlagen in Griechenland

8. August 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 1.549
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Angesichts der enormen Defizite des Marktträgers für elektrische Energie erwägt Griechenland eine kräftige Sonderabgabe auf Umsätze aus photovoltaischen Anlagen.

Ein Grabenkampf zwischen den Erzeugern photovoltaischer Energie und dem griechischen Umweltministerium ist anlässlich der geplanten Sonderabgabe auf Umsätze photovoltaischer Anlagen entbrannt, die laut Informationen 20% für die gewerblichen PV-Anlagen und 30% für die privaten Dachanlagen erreichen kann.

Es handelt sich um eine der Maßnahmen, welche der Staatssekretär für Energie Makis Papageorgiou ausarbeitet und deren Bekanntgabe innerhalb der kommenden Tage erwartet wird. Ziel ist die Einschränkung des ungeheuren Defizits des Betreibers des Energiemarktes (LAGIE), welches kontinuierlich mit einem Rhythmus von 50 Mio. Euro pro Monat anschwillt.

Die Ursache dafür wird auf den massenhaften Eintritt photovoltaischer Anlagen in das System zurückgeführt, der in Kombination mit der hohen Sonneneinstrahlung die Beträge in die Höhe schießen lässt, welche der Marktbetreiber an die Erzeuger von Solarenergie zu entrichten hat.

Ende Juli erreichte das Defizit des LAGIE 292 Mio. Euro, während die Betreiber photovoltaischer Anlagen in Griechenland für den in das System eingespeisten elektrischen Strom seit Monaten nicht bezahlt worden sind.

Die Maßnahmen

Weiter umfasst das Paket der Maßnahmen die Erhöhung der EE-Abgabe (fortan ETMEAP genannt) auf ungefähr durchschnittlich 8 Euro/MWh von derzeit durchschnittlich 5,43 Euro/MWh, deren Bekanntgabe in der kommenden Woche erwartet wird, sowie die entschiedene Senkung der Garantiepreise (Feed-In-Tariffs, FIT) für die neuen PV-Anlagen und die Aussetzung der Erteilung neuer Genehmigungen für PV-Anlagen.

Die Träger, welche die Solarenergie-Erzeuger vertreten, haben die Intervention des Premierministers verlangt, damit die Maßnahme der Abgabe nicht verhängt wird, und sprechen von katastrophalen Auswirkungen auf die Branche und das Investitionsklima und berufen sich auf eine Erklärung der Energiekommissars Günther Oettinger, der sich entschieden gegen die Ergreifung von Maßnahmen aussprach, welche die bestehenden EE-Verträge beeinträchtigen.

Die Erklärungen des Herrn Oettinger erfolgten anlässlich der in anderen Ländern ergriffenen Kürzungsmaßnahmen, da dem selben oder ähnlichen Problemen die meisten Länder und hauptsächlich Spanien und die Länder des europäischen Südens begegnen, welche in den vorherigen Jahren großzügige Anreize zur Entwicklung der erneuerbaren Energiequellen (EE) gewährt hatten und sie heute unter der Last der Krise und der Defizite nicht zu zahlen vermögen.

Um sein laufendes Defizit zu decken, wird der LAGIE in der Aufnahme eines Kredits von der staatlichen Hinterlegungskasse Zuflucht suchen. Die Kredite lösen das Problem jedoch nicht, welches außerdem kein Kassenproblem, sondern struktureller Natur ist. Speziell für die PV-Anlagen zählen die Garantiepreise zu den höchsten in Europa und liegen ungefähr 30% über den entsprechenden Tarifen in Deutschland, obwohl Griechenland eine sehr viel höhere Sonneneinstrahlung hat und folglich eine größere Ausbeute gewährleistet ist.

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