Der Schleier des Schweigens in Griechenland

4. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.835

Die Griechische Zentralbank untergräbt die Regelungen der EU

Wie wir sahen, würde die Griechische Bank in dieser „fantastischen“ Geschichte wiederholen: „Das Recht der Europäischen Union untersagt nicht die Kreditvergabe an eine juristische oder natürliche Person zum Zweck der Beteiligung an einer Erhöhung des Aktienkapitals eines anderen Finanzinstituts.“ Mit anderen Worten würde sie sich selbst und ihr Werk untergraben, indem sie dem Schlaumeier meiner Geschichte die Möglichkeit gibt, einen Weg zur Vereitelung der Durchsetzung der Regeln durch die Europäische Union bezüglich der Kapitalisierung des Banksystems vorzuschlagen.

Dies war der Grund, aus dem die Zentralbanken Deutschlands, Frankreichs, Österreichs, Hollands und Finnlands die von Reuters gestellte Frage beantworteten und meinten, dass zwar die Finanzierung der Bank B durch die Bank A gestattet sei, sie in einem solchen Fall jedoch der Bank, die den Kredit gewährt, auferlegt hätten, diesen von dem Kapital in Abzug zu bringen, über welches sie im Rahmen der Regulierung ihrer Mindestkapitalisierung zu verfügen deklariert. Somit wird das Motiv annulliert, dass die Banken A und B den Staat verschaukeln, und der einzige verbleibende Anreiz für die Vergabe von Krediten ist der gesunde Gewinn (wenn also ein Kredit gegeben wird, weil der Kreditzins höher ist als der Zins, den die kreditgebende Bank zahlt, und die kreditnehmende Bank ausreichend kreditwürdig ist).

Während die Zentralbanken unserer ernsthaften Partner (also der Überschussländer, außer Frankreich) nicht zugelassen hätten, dass Kredite vereinbart werden, welche die Kapitalisierung ihres nationalen Banksystems nur imaginär steigern, hat die Griechische Bank folglich entweder das Problem nicht verstanden oder tut so, als ab sie es nicht begreifen würde. In einem Land, in dem das Banksystem schwankt, wo dessen Kapitalisierung dünner als ein Spinnengewebe ist, wo sich der insolvente Fiskus 30 – 50 Mrd. leiht um diese den Banken zu geben (und dabei „innovative“ Methoden entdeckt werden, damit die Bankiers nicht gezwungen werden, ihre Stammaktien an den Steuerzahler herauszugeben, der an ihrer statt in Krediten versinkt), bleibt unsere Zentralbank Zuschauer der Versuche, die Auflagen der regulierenden Regelungen Europas beiseite zu schieben. Sie belohnt sogar gemeinsam mit der Regierung derartige Verhaltensweisen, indem sie der Bank, die sich dieser „Praktiken“ zu bedienen erwischt wurde, den von Verlusten befreiten und gewinnbringenden Teil einer Bank wie der Agrarbank übergibt.

IIst möglicherweise die Stunde gekommen, dass sich der Präsident der Griechischen Bank mit der Sache befasst? Ich bitte ihn, sich Folgendes zu überlegen: Wenn Herr Weidmann von der Bundesbank sich in der Position des Herrn Provopoulos befände und speziell wenn eine private Bank, bei der er selbst hochrangiger Funktionär war (ich erinnere daran, dass der letzte Posten des Herrn Provopoulos der des Vizepräsidenten und geschäftsführenden Vorstands der Piräus Bank war), in Erscheinung treten würde, an einer solchen Art von Finanzierung beteiligt zu sein, denke ich, dass der Präsident der Bundesbank schnell und entschlossen handeln würde um einer Praxis ein Ende zu setzen, die es dem Staat zumindest unmöglich macht, von seinen Bürgern neue, gute Sitten zu umarmen zu verlangen. Ich kann nicht glauben, dass Herr Provopoulos sich weigern wird, seinen seit so langer Zeit untätigen Untergebenen eine Kursänderung zu befehlen.

(*) Die Untersuchung von Reuters wurde am frühen Morgen des 03 August 2012 publiziert. Darin enthalten sind auch meine folgenden Erklärungen: „These are loans from one bankrupt bank to another bankrupt bank… It is scandalous the troika stays silent about this form of corruption while handing over billions of taxpayers‘ money to these banks.“ [Es handelt sich um Kredite von einer Pleitebank an die andere … Es stellt einen Skandal dar, dass die Troika vor dieser Form der Korruption stumm bleibt, zu einem Zeitpunkt, wo diesen Banken Milliarden Euro der Steuerzahler übergeben werden.]

(**) Von allen Zentralbanken der Eurozone entgegneten nur jene Spaniens, Luxemburgs und der Slowakei, dass sie diese Minderung des deklarierten Kapitals der Bank A nicht auferlegen würden.

(Quelle: Protagon)

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  1. Zwingmann
    4. August 2012, 17:42 | #1

    Wieder mal ein supi-Artikel zum Thema griechische Banken. Ich hatte schon vor 4 Wochen gehofft, dass es gelingen wird, auch noch den letzten Schleier zu lüften, indem die Anteilseigner der privaten griechischen Zentralbank genannt werden. Dann hätte der Artikel nicht nur Brisanz, sondern zusätzlich auch noch Sprengkraft. So hoffe ich immer noch, dass die Lösung bald naht, auf dass dann u.a. Goldman Sachs im Bermuda Dreieck verschwindet.

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