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Archiv für August, 2012

Griechenland nimmt Beamten in Haftung

31. August 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 391 Kommentare ausgeschaltet

In Griechenland sollen auf Anweisung des Finanzministers fortan Beamten für vorsätzlich oder grob fahrlässig verursachte Schäden persönlich in die Pflicht genommen werden.

Staatliche Beamten in Griechenland, die durch ihre Fehler oder Unterlassungen den Fiskus schädigen, werden fortan zur Kasse gebeten und aufgefordert sein, auch für zu Lasten des Fiskus gerichtlich zugesprochene Entschädigungen an Bürger aufzukommen.

In einem Runderlass des stellvertretenden Finanzministers Christos Staikouras ist die Aktivierung einer Bestimmung der Beamtenordnung vorgesehen, mit der Beamten, welche bei der Ausübung ihrer Pflichten für eine Schädigung des Fiskus aus Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit verantwortlich wurden, fortan verpflichtet werden, dem Staat die hervorgerufenen Schäden zu zahlen.

Das Finanzministerium verhärtet seine Haltung gegenüber den fahrlässigen Beamten, da nach einer gründlichen Überprüfung aller Posten der öffentlichen Ausgaben eine erhebliche Anzahl von Fällen festgestellt wurde, in denen der Fiskus, juristische Personen des öffentlichen Rechts und Träger der lokalen Selbstverwaltung von den Gerichten verpflichtet wurden, Bürgern signifikante Entschädigungen für Handlungen oder Unterlassungen staatlicher Organe zu zahlen (illegale oder willkürliche Handlungen staatlicher Beamten, Fahrlässigkeit oder / und Desinteresse bei der Ausübung der vorgesehenen Rechtsmittel, Nichteinhaltung der vorgesehenen Verfahren usw.).

Laut dem Runderlass ist vorgesehen:

  • Der Beamte haftet gegenüber dem Fiskus für jeden Schaden, den er diesem aus Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit bei der Ausübung seiner Aufgaben verursachte. Der Beamte haftet ebenfalls für die Entschädigung, welche für seine rechtswidrigen Handlungen oder Unterlassungen bei der Ausübung seiner Pflichten der Fiskus an Dritte entrichtete, sofern sie auf Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit beruhen.
  • Im Fall des Vorsatzes des Beamten wird dieser obligatorisch vor den Rechnungshof gebracht werden. Wenn der Beamte belangt wird, kann ihm der Rechnungshof im Fall grober Fahrlässigkeit unter Bewertung des speziellen Falls nur einen Teil des für den Fiskus eingetretenen Schadens oder der Entschädigung anlasten, zu deren Entrichtung letzterer verpflichtet wurde.

Wie Herr Staikouras charakteristisch betont, sind diese Bestimmungen, obwohl sie in allen jeweils in Geltung gestandenen Beamtenordnungen wiederholt wurden, in den wenigsten Fällen angewendet worden, was einerseits die Straflosigkeit der Beamten und andererseits zur Folge hatte, dass der Fiskus nicht die Entschädigungen einforderte, welche an die Berechtigten gezahlt wurden.

(Quelle: Imerisia)

Griechenland kürzt Bezüge des Premiers und der Minister

31. August 2012 / Aktualisiert: 24. August 2018 / Aufrufe: 657 4 Kommentare

Ein Gesetzentwurf des Finanzministeriums in Griechenland sieht Kürzungen der Bezüge des Premierministers, der Minister und Staatssekretäre sowie neue Mietkürzungen vor.

Die Anwesenheitsvergütungen des Premierministers, des Parlamentsvorsitzenden, des Oppositionsführers und aller Minister werden gestrichen. Dies ist in einem Gesetzentwurf vorgesehen, den gestern Abend das Finanzministerium dem Parlament vorlegte. Die selbe Gesetzesvorlage umfasst im übrigen auch eine Regelung über eine neue Senkung der Mieten, welche öffentliche Träger für die Bedürfnisse der Unterbringung ihrer Dienststellen bezahlen.

Es ist anzumerken wert, dass der Gesetzentwurf mit dem Titel „Einschränkung öffentlicher Ausgaben und Regelung von Themen volkswirtschaftlicher Kontrollen“ auf Anweisung des Premierministers Antonis Samaras bereits am 26 Juli im Internet öffentlich zur Diskussion gestellt worden war und nun am 27 August 2012 dem Parlament vorgelegt wurde.
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Griechen sind zweitfleißigstes Volk des OECD

30. August 2012 / Aufrufe: 1.167 12 Kommentare

Laut den Daten des OECD arbeitet in Griechenland der durchschnittliche Arbeitnehmer mehr als in jedem anderen Land der EU.

All jenen, welche die Griechen als Faulpelze charakterisieren, erteilt die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine schallende Antwort, da laut den publizierten Daten die Griechen das zweitfleißigste Volk unter den Mitgliedstaaten des OECD sind und sogar 600 Stunden mehr im Jahr arbeiten als die Deutschen!

In Einzelheiten zeigen die offiziellen Daten des OECD für 2010, dass der durchschnittliche griechische Arbeitnehmer 2.017 Stunden jährlich arbeitet und damit den ersten Platz in Europa und den zweiten unter den 34 Mitgliedern des OECD belegt, während der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer nur 1.408 Stunden im Jahr arbeitet. Dies zeigt kurz und bündig, dass im Vergleich zu dem durchschnittlichen deutschen Arbeitnehmer der durchschnittliche griechische Arbeitnehmer 40% (oder, um genau zu sein, 600 Stunden) mehr im Jahr arbeitet.

Laut dem OECD ist der große Unterschied bei den Arbeitsstunden zwischen den Griechen und den übrigen Europäern in dem Umstand, dass der griechische Arbeitsmarkt aus einer großen Anzahl selbständig beschäftigter und viele Stunden arbeitender Menschen besteht, der großen Anzahl der Teilzeitbeschäftigten sowie auch den vergleichsweise längeren Urlaubszeiten in anderen Ländern begründet.

Erste und Beste sind weltweit die Südkoreaner, während die Holländer, die andauernd die Griechen abfällig charakterisieren und als Faulpelze bezeichnen, im Durchschnitt gerade einmal 1.377 Stunden im Jahr und damit in ganz Europa am wenigsten arbeiten. Auch die Deutschen schneiden jedoch nicht viel besser ab, da sie mit jährlich 1.480 Stunden den zweiten Platz unter den am wenigsten arbeitenden Beschäftigten belegen.

(Quelle: Pontiki)

Braucht Griechenland (kein) zusätzliches Geld?

30. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 506 Kommentare ausgeschaltet

Autor: Tasos Telloglou

Thema: 13 + 1 Sparmaßnahmen in Griechenland 2013 – 2014

Berlin weiß, dass es – ob es will oder nicht (und es will nicht) – bis November 2012 nicht das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro verursachen kann. Bei den jüngsten (24 August 2012) griechisch-deutschen Gesprächen fragte Finanzminister Wolfgang Schäuble die griechische Delegation, ob Griechenland in der Lage sein wird, seine Verpflichtung bezüglich der Verschuldung von 120% des BIP im Jahr 2020 einhalten zu können.

Es sei daran erinnert, dass dieses Ziel strikt damit verbunden ist, ob der IWF die Finanzierung des griechischen Programms fortsetzen wird. Sollte sich der IWF über die Einhaltung dieses Ziels nicht sicher sein, wird er entweder von der EZB und den anderen Zentralbanken verlangen, ihre eigenen griechischen Anleihen (in Höhe von 60 Mrd. Euro) zu „schneiden“, oder von Frau Merkel und den anderen mehr Geld verlangen.

Frau Merkel wird von ihrem Parlament keine neue Abstimmung über zusätzliche Gelder für Griechenland verlangen. Wird jedoch beispielsweise der Betrag für die Rekapitalisierung der Banken der entsprechenden Hilfe für Spanien „gleichgestellt“, wird das Ergebnis das selbe oder möglicherweise ein noch größeres Volumen als der Schnitt der griechischen Anleihen im System der EZB haben. In diesem Fall wird natürlich eine Abstimmung im deutschen Parlament, aber auch die Eingliederung der rekapitalisierten griechischen Banken in das System der europäischen Bankenaufsicht notwendig sein – wovon aus verschiedenen Gründen nicht sicher ist, dass die griechischen Banken und europäischen Institutionen es wollen.

In Berlin glaubt man jedenfalls, dass die „Zahlen nicht aufgehen“, und dies wurde klar gegenüber der griechischen Delegation zum Ausdruck gebracht – welche nicht die Schlussfolgerung verneint, das Problem jedoch auf die vorherigen Geschehnisse zurückführt. Eins davon war, dass die Herren Samaras und Venizelos sich im vergangenen Frühjahr mit dem damaligen Premierminister Papadimos auf diese „Zahlen“ geeinigt hatten. Ein zweites, dass seit März bis heute viele Sandkastenübungen und wenige praktische Schritte erfolgte.

Nach den amerikanischen Wahlen wird Deutschland in ein Wahljahr eintreten und seine Wirtschaft, wenn nicht gar in eine Rezession geraten, so doch jedenfalls ohne Wachstum bleiben. Unter diesen Umständen kann man nichts verteilen, schon gar nicht an andere Länder. Die Zeit ist minimal. Da alles – auch die neuen Maßnahmen – auf die Schultern der Kleinen und Mittleren fallen – was inzwischen sogar die Gesinnungsgenossen des Herrn Samaras, Juncker und Merkel, erkannt haben -, ist die Regierung aufgefordert, an das „Portemonnaie“ und das Vermögen der mächtigen Freunde der drei politischen Führer Hand anzulegen. Sie hat drei Monate.

Quelle: Protagon.gr
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Krankenhausärzte in Griechenland stellen Regierung Ultimatum

30. August 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 858 4 Kommentare

Nachdem die 9,5 Mio. Versicherten des EOPYY ab kommendem Samstag bzw. Montag gezwungen sein werden, Medikamente und Arztbesuche aus eigener Tasche zu bezahlen, drohen nun auch die Krankenhausärzte mit Protestaktionen.

Der Gesundheitssektor in Griechenland gleicht einem brodelnden Kessel, da nach den Apothekern, die ab dem 01 September 2012 an die Versicherten des EOPYY Medikamente nur noch gegen Barzahlung herausgeben, und den Kassenärzten, welche die Einstellung der Zusammenarbeit mit dem Organismus ab dem 03 September 2012 beschlossen haben, sich nun auch die Krankenhausärzte in den Reigen der Proteste einreihen und mit „harten Aktionen“ drohen, falls die Regierung zur Kürzung „weiterer 8% bei der speziellen Gehaltsordnung der Ärzte“ schreitet, und erklären, dass nicht über einen einzigen Euro ihres Gehalts verhandeln zu werden.

Ihre Haltung gegenüber dem EOPYY verhärtete die Ärztekammer Athen, die dem Präsidenten des EOPYY, Gerasimos Voudouris, eine außergerichtliche Beschwerde – Anzeige zustellte und Erklärungen in Zusammenhang mit dem Etat des Trägers, der direkten Finanzierung, der Begleichung der fälligen Vergütungen der Ärzte, der Schaffung eines ständigen Ausschusses zur Kontrolle der Geschäftsführung, ob eine Ausschreibung für die Bedienung der Versicherten des EOPYY per Telefon durchgeführt wurde und in Zusammenhang mit der gleichzeitigen Bezahlung Aller für die Dienstleistungen an die Versicherten des EOPYY, angefangen von dem Direktor bis hin zum letzten Amtsträger oder ihrer freiwilligen Mitwirkung, verlangen.
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Novartis stellt Belieferung des EOPYY in Griechenland ein

29. August 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 707 Kommentare ausgeschaltet

Der Pharmaunternehmen Novartis stellt die Belieferung des Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen in Griechenland mit einer Reihe von Medikamenten ein.

Wie die Novartis Hellas anführt, führen die aufgelaufenen Schulden des Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen (EOPYY) die Firma zu einer Änderung der Vertriebspolitik für die Präparate Myfortic, Certican, Sebivo, Tasigna, Glivec und Afinitor. Diese bisher von den Apotheken des EOPYY, den Krankenhäusern und den privaten Apotheken bereitgestellten Präparate werden fortan nur noch an Krankenhäuser und Apotheken geliefert werden. Alle übrigen Medikamente der Firma werden weiterhin auch mittels des EOPYY erhältlich sein.

In ihrer Bekanntmachung führt die Novartis Hellas an:

Um den Patienten den Zugang zu ihrer Therapie, aber auch die langfristige Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten, beschloss die Novartis Hellas, ihre Handelspolitik gegenüber dem EOPYY zu ändern.

Es ist bekannt, dass der größte Träger für Gesundheitsleistungen Griechenlands ein Organismus mit ungeheuren Schulden ist. Infolgedessen werden gegenüber vielen Partnern auf dem Bereich der Gesundheit überdimensionale unbeglichene Verbindlichkeiten geschaffen. Es ist ein brennendes Thema, welches umgehend seiner Lösung bedarf, und die Lösung ist eine: die Finanzierung des EOPYY durch den Staat.

Trotz unserer wiederholten Bemühungen um die Findung einer Lösung bezüglich des Themas der aufgelaufenen Schulden des EOPYY an unsere Firma, die mehr als 90 Mio. Euro betragen und monatlich um 10 Mio. Euro steigen, kam keinerlei gemeinsam akzeptable Lösung zustande.

In absolutem Gefühl der Verantwortung und der Kenntnis, dass das Medikament ein soziales Gut darstellt, sowie mit dem Zugang der Patienten zu ihrer Therapie als Leitschnur wird die Novartis diese Präparate weiterhin über die übrigen rechtmäßigen Vertriebskanäle, also die Krankenhäuser und privaten Apotheken bereitstellen.

Ebenfalls ist wichtig zu unterstreichen, dass dieser Beschluss der Novartis Hellas keinerlei wirtschaftliche Belastung für die Patienten herbeiführt, welche die obigen Therapien erhalten.

(Quelle: in.gr)

Arztbesuche in Griechenland ab September 2012 nur gegen Barzahlung

29. August 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 801 Kommentare ausgeschaltet

Die seit Monaten unbezahlten Kassenärzte in Griechenland wollen ab dem 03 September 2012 die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Gesundheitssystem auszusetzen.

Ab Montag, dem 03 September 2012, stellen in Griechenland die Kassenärzte die Zusammenarbeit mit dem Nationalen Träger für Gesundheitsleistungen (EOPYY) ein, was zum Ergebnis haben wird, dass die Versicherten der gesetzlichen Kassen außer den Medikamenten – da auch die Apotheker Aktionen angekündigt haben – nun auch die Arztbesuche aus eigener Tasche zahlen müssen.

Der Verband der Kassenärzte des EOPYY moniert, dass die Gründung des größten Trägers zur Erbringung von Gesundheitsleistungen auf provisorische und spasmodische Weise, ohne Planung und vor allem mit völlig unzureichender Finanzierung erfolgte. Wie angemerkt wird, begann sein Etat mit einem Defizit von 683 Mio. Euro, und derzeit präsentiert er bereits für die ersten 8 Monate des Jahres 2012 ein „schwarzes Loch“ von 1,5 Mrd. Euro, und zwar mit der Aussicht, dass dieser Betrag sich bis Ende 2012 auf 2 Mrd. Euro belaufen wird.

Laut dem Verband der Kassenärzte des EOPYY schuldet dieser den Klinikärzten mehr als 50 Mio. Euro und den Laborärzten 200 Mio. Euro für das Jahr 2012, sowie entsprechend auch 570 Mio. Euro und 540 Mio. Euro für die Jahre 2010 und 2011.

All das Vorstehende führt zu dem Schluss, dass die Ärzte den EOPYY in den letzten 2 Jahren über 1,3 Mrd. Euro zinslos finanziert haben„, fügen die Kassenärzte an und beschuldigen den stellvertretenden Gesundheitsminister Marios Salmas fehlender Dialogbereitschaft und der „Taktik der Drohungen und Erpressungen„.

Derweilen schlägt die Ärztekammer Athen (ISA) vor, dass auch der Direktor des EOPYY und der zuständige Gesundheitsminister nicht ihr Gehalt beziehen sollen, solange die Ärzte für Bereitschaften und ärztliche Behandlungen unbezahlt bleiben, und fügt an: „Lassen wir uns alle zusammen, ohne Ausnahmen und solange nötig, das öffentliche Gesundheitssystem unterstützen.

(Quelle: in.gr)

Elefanten und Beamten in Griechenland

29. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 554 1 Kommentar

Autor: Dimitris Kampourakis

Thema: Arbeitsreserve anstatt Beamten-Entlassungen in Griechenland

Der Mann ist leitender Angestellter bei einer privaten Firma, die Personalbewertungen durchführt. Während ich dachte, es gäbe nur sehr wenige solcher Firmen, teilte er selbst mir mit, dass es in den europäischen Ländern sehr viele gebe und einige von diesen bereits Mitarbeiter suchen, um Niederlassungen in Griechenland zu eröffnen, da sie Geld gerochen haben. Thema unserer Unterhaltung war die Bewertung der staatlichen Bediensteten und wie sie einheitlich und glaubwürdig auf einem öffentlichen Sektor erfolgen kann, der tausende verschiedene Zuständigkeiten und Arbeitsgegenstände hat. Bei der Gelegenheit fragte ich ihn jedoch auch nach seiner Meinung darüber, wie die berüchtigte Reduzierung des übermäßig aufgeblähten öffentlichen Sektors am besten zu erfolgen habe.

Mich überraschte weder seine Ansicht (aus der Unterhaltung hatte ich die Optik wahrgenommen, die er von den Dingen hat) noch der Zynismus des von ihm genutzten Beispiels. So sehr sein Vorschlag auch technokratisch vollständig zu sein schien, so sehr ich auch die einseitige Verteidigung der öffentlichen Bediensteten in einem Land als verzerrt erachte, das von schutzlosen Arbeitslosen überquillt, ließ mich etwas in seinen Worten erschauern. Ich vermittle sie möglichst getreu und denke, den Kern seiner Überlegung wiederzugeben:

Es ist nicht mein Job, zu beurteilen, ob der Staat viele oder wenige Beamten hat. Das ist der Job der Politiker. Wenn diese jedoch befinden, es müsse eine Reduzierung der Anzahl der Beamten geben, sind die mir zu Ohren kommenden Maßnahmen wie Versetzungen, Arbeitsreserve, Vorruhestand oder freiwilliges Ausscheiden für das angebliche Ziel, welches die Erhöhung der Produktivität des öffentlichen Sektors ist, völlig katastrophal. Der Weg ist einer und der einzige: die umgehende Entlassung aller, die überflüssig sind. Jedoch keine Entlassungen ohne Kriterien.

Der eine Teil der Entlassungen muss nach einer Bewertung je Dienststelle und Dienstgrad erfolgen. Man bewertet die neu eingestellten Beamten und entlässt die letzten, danach die älteren und entlässt wieder die letzten, und im weiteren Verlauf Abteilungsleiter und Direktoren und macht das selbe. Der zweite Teil der Entlassungen wird aus der Schließung nutzloser Organismen herrühren. Wenn beschlossen wird, dass ein Organismus nicht benötigt wird, schließt man das Gebäude ab und alle dort Beschäftigten werden ohne Ausnahme entlassen, von dem gestern eingestellten Büttel bis hin zum dienstältesten Direktor.

Der Betrieb einer Behörde stützt sich auf die Hierarchie und die Weitergabe von Wissen und Erfahrung. Wenn sie heute die öffentlichen Bediensteten um 30.000 reduzieren wollen und die Sache so steuern, dass 30.000 Direktoren, Dienststellenleiter und altgediente Beamten ausscheiden, wird die Funktion der Behörden sich nicht verbessern, sondern zusammenbrechen. Die bereits niedrige Produktivität wird in den Keller sinken. Die verbleibenden jungen Leute werden plötzlich gefordert sein, eine Aufgabe zu bewältigen, von der sie keinen Schimmer haben. Man wirft niemals nur die höheren Stufen einer Hierarchie hinaus, weil die Verbleibenden nur kleine Bruchstücke einer großen Aufgabe kennen und es niemanden mehr gibt, um diese zusammenzufügen. Entweder beschneidet man zu gleichen Teilen und proportional die gesamte Hierarchie oder man schneidet ganze Stücke ohne Ausnahme weg.“

Als ich ihn fragte, in welchem Land und bei welchen Behörden dieses von ihm beschriebene extreme und keinerlei gesellschaftliche Kriterien beinhaltende Modell angewendet worden ist, antwortete er mir mit einem Beispiel, das mich sprachlos machte:

„Es ist nicht nur die Wissenschaft des Unternehmensmanagements, die es uns lehrt, aber auch die Natur selbst. In den großen Parks zum Schutz der wilden Lebens, die in den 60er und 70er Jahren in Afrika geschaffen wurden, vergrößerten sich die Elefantenherden mangels natürlicher Feinde so sehr, dass in den Parks irgendwann die verfügbaren Ressourcen für ihre Ernährung schwanden. Damit nicht ihre gesamte Population unter Hunger leidet, beschlossen die Biologen, sie selektiv zu reduzieren. In den ersten Jahren und in Ausübung einer … sagen wir sozialen Politik, töteten sie die greisen Tiere, die ihren biologischen Zyklus fast vollendet hatten, und erhielten die jüngeren am Leben.

Und während man erwartet hätte, alles würde natürlich verlaufen, beobachteten die Biologen, dass die am Leben gebliebenen Elefanten schrittweise ein merkwürdiges und launisches Verhalten zeigten. Unbegründete Nervosität, Panikreaktionen, Entfernung von den alten genutzten Trampelpfaden, Unvermögen zur Auffindung der Wasserlöcher, Zerfall des Zusammenhalts der Herden, Rückgang der Geburten und Ähnliches kennzeichneten ihr Verhalten. Die Biologen kamen schnell zu dem Schluss, dass die Abschlachtung aller älteren Tiere die natürliche Weitergabe der Erfahrung und des Wissens der Ahnen von den älteren Tieren an die jüngeren unterbrach, mit dem Ergebnis, dass diese sich schwer taten, zu überleben. Wann immer sie die Reduzierung der Population wünschen, wählen sie seitdem eine Herde aus und töten sie vollständig, von dem ältesten männlichen Tier bis hin zu den Neugeborenen.

Arme Altelefanten, Elefantinnen und Elefäntchen des öffentlichen Sektors, wehe Euch, wenn mein Gesprächspartner schließlich den Job bekommen wird …

Quelle: Protagon
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

Griechenland hat trotz Rezession beachtliche Fortschritte erreicht

29. August 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 668 7 Kommentare

Griechenland hat trotz der nachhaltigen Rezession beachtliche Fortschritte bei der volkswirtschaftlichen Konsolidierung und den strukturellen Angleichungen erreicht.

Evangelos Venizelos, Vorsitzender der PASOK-Partei, beschreibt Schritt für Schritt die Errungenschaften der griechischen Wirtschaft seit nun drei Jahren in einem vierseitigen Memorandum, welches er in letzter Zeit verwendet um die europäischen Partner davon zu überzeugen, dass Griechenland zu Unrecht beschuldigt wird, keine Fortschritte bezüglich der volkswirtschaftlichen Konsolidierung gemacht zu haben. Nach ihrer am Folgetag der Begegnung des griechischen Premierministers mit dem Präsidenten der Eurogruppe Jean-Claude Juncker erfolgten telefonischen Kommunikation schickte Herr Venizelos sein Memo sogar auch dem Premierminister Antonis Samaras zu und ersuchte ihn, dieses ebenfalls bei seinen Begegnungen in Berlin und Paris zu verwenden.

In dem vierseitigen Text betont Evangelos Venizelos, dass bis heute 2/3 des Weges hinsichtlich der Arbeitskosten gedeckt wurden, aber auch die Senkung der primären Ausgaben. Das Defizit wurde auf 6,5% des BIP gesenkt und es wird erwartet, dass Griechenland trotz der tiefen Rezession seine Ziele erreichen wird, da es viele zusätzliche Maßnahmen ergriffen hat.

Speziell bezüglich der Arbeitskosten führt Herr Venizelos an, dass sie 2010 um 2,5% und 2011 um 3,7% gesenkt wurden und für 2012 eine Senkung um 8% prognostiziert wird. Sich auf die Kürzungen der Gehälter auf dem öffentlichen Sektor in den beiden Jahren zwischen 2010 – 2012 beziehend erklärt er, dass sie 30% erreicht haben und die größte Kürzung im Finanzministerium erfolgte, wo die Gehaltssenkungen 52% erreichten.
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2 Polizisten in Griechenland wegen Raubüberfall suspendiert

28. August 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 323 Kommentare ausgeschaltet

In Griechenland wurden 2 Polizeibeamte der Polizeidirektion Thessaloniki wegen Raubes vom Dienst suspendiert.

In Thessaloniki wurden zwei Polizisten, gegen die ein gerichtliches Schnellverfahren wegen der Straftat des Raubüberfalls eingeleitet wurde, vom Dienst suspendiert. Außerdem wurde auf Beschluss des Hauptquartiers der ELAS eine interne Untersuchung eingeleitet.

Konkret handelt es sich um zwei Polizeimeister im Alter von 40 und 45 Jahren, die bei der zentralen Polizeidirektion Thessaloniki in Dienst stehen. Wie sich aus der Ermittlung nach eingegangenen Anzeigen ergab, entwendeten die beiden Polizeibeamten am vergangenen Sonntag (26 August 2012) drei ausländischen „fliegenden Händlerinnen“ deren Taschen, die illegale Zigaretten, Geldbeträge in Höhe von insgesamt 330 Euro und sonstige persönliche Gegenstände enthielten.

Die beiden Polizeimeister wurden dem Staatsanwalt des Strafgerichts Thessaloniki vorgeführt. Die polizeiliche Ermittlung und die Voruntersuchung führt das nordgriechische Dezernat für interne Angelegenheiten durch.

(Quelle: in.gr)