Über 1000 pensionierte Juristen in Griechenland vergaßen Steuererklärung

27. Juli 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 3.301

Laut dem Finanzministerium in Griechenland sollen mehr als 1.000 Rentner der Juristenkasse „vergessen“ haben, eine Steuererklärung abzugeben.

Die Kontrollen der Ministerien für Arbeit und Finanzen machten mehr als 1.000 Rentner der Juristenkasse ausfindig, die keine Steuererklärung eingereicht haben sollen.

Aus den Datenabgleichen, die im Rahmen der elektronischen Vernetzung der Sozialversicherungsträger mit der Datenverarbeitungszentrale des Finanzministeriums erfolgten, ging speziell hervor:

  • Von den 18.951 Versicherten hatte ein Anteil von 0,17% (32 Personen) eine falsche Steuer-ID.
  • 1.070 Versicherte (Anteil von 5,66%) wurden ausfindig gemacht, überhaupt keine Steuererklärung abgegeben zu haben, während 642 Versicherte (Anteil von 3,39%) keine Erklärung abgaben, obwohl sie dazu verpflichtet waren, da sie ein Jahreseinkommen von mehr als 6.000 Euro hatten.
  • 1.186 Versichert (Anteil von 6,64%) deklarierte eine geringere als die tatsächlich von der Kasse gezahlte Rente.
  • 1.696 Rentner der Kasse sind behindert (Anteil von 9,5%, während der allgemeine Durchschnitt 7,7% beträgt).

Fokusierte Kotrollen zur Aufdeckung deliktischer Verhaltensweisen

Der Aderlass der Versicherungskassen durch gesetzwidrige Verhaltensweisen erreicht sein Ende. Aus den bisherigen Datenabgleichen zeigt sich für einen signifikanten Anteil – erheblich höher als 10% – der Gesamtheit der Rentner jeder Kasse, entweder keine Steuererklärung eingereicht zu haben oder eine geringere als tatsächlich von der Kasse gezahlte Rente zu deklarieren„, erklärte Arbeitsminister Giannis Vroutsis und fügte an:

Für das konkrete Muster beginnen wir bei jeder Kasse umgehend fokussierte Kontrollen mit dem Ziel, deliktische Verhaltensweisen ausfindig zu machen, welche sich auf rechtswidrig bezogene Renten und Steuerhinterziehung beziehen.

RAK Athen protestiert gegen gezielte Verunglimpfung der Rechtsanwälte

Sein Bedauern, aber auch seine Verärgerung über die fortgesetzte gezielte Diffamierung der Rechtsanwälte, die diesmal zu Lasten seiner pensionierten Kollegen erfolgte, bringt der Präsident der Rechtsanwaltskammer Athen (DSA) Giannis Adamopoulos zum Ausdruck

Wie Herr Adamopoulos betont, setzt sich die Diffamierung mittels in den Medien verbreiteter Unrichtigkeiten bezüglich angeblicher Enthüllungen über systematische und ausgedehnte Steuerhinterziehung durch pensionierte Rechtsanwälte fort, die dargestellt werden, in ihren jährlichen Einkommensteuererklärungen niedrigere Beträge als jene zu deklarieren, die sie von ihrem Versicherungsträger beziehen.

Parallel unterstreicht der Präsident der RAK Athen, dass diese unwahren Angaben, welche mittels des Arbeitsministeriums das Licht der Öffentlichkeit erblickten, zu der Schaffung von Eindrücken mit dem Ziel der ungerechten Diffamierung eines ganzen Berufszweiges tendieren.

Unter Berufung auf statistische Daten der Einheitskasse für Selbständige (ETAA-TAN) betont G. Adamopoulos weiter, „es sei verwunderlich und sicher durch die zuständigen Steuerbehörden zu erforschen, wie pensionierte Steuerpflichtige es in der Praxis fertig brachten, die Höhe ihrer jährlichen Bezüge unter Berücksichtigung der Tatsache zu verbergen, dass ihnen bezüglich der erhaltenen Jahresbezüge von ihrem Versicherungsträger jedes Jahr eine einschlägige Bescheinigung ausgestellt wird, die auch mit der Einkommensteuererklärung einzureichen ist„.

Schließlich bringt der Präsident der Athener Rechtsanwälte seine starke Verärgerung über den Versuch der globalen Verunglimpfung und Geringschätzung seiner pensionierten Kollegen, aber auch die Darstellung „der ETAA-TAN als angeblich intransparente Dienststelle, in deren Rahmen angeblich – und zwar auf systematische Weise – illegale Handlungen stattfinden, welche den öffentlichen Sektor schädigen“ zum Ausdruck.

(Quelle: in.gr, Newsbeast.gr)

  1. V99 %
    27. Juli 2012, 11:26 | #1

    Sieht so aus, als beisse sich die Katze in den Schwanz.
    Wenn der Staat nun gezielte Jagd auf Steuerhinterzieher macht, wird eben nicht nur schmutzige Waesche gewaschen. Sieht so aus, als haetten beide Seiten Fehler gemacht. Ich hab zur Zeit nicht mitbekommen, was in den griechischen Medien darueber kam. Ob es wohl fuer eine „globalen Verunglimpfung“ reicht? Was die „Vertrauenswuerdigkeit“ von Anwaelten angeht ist diese wohl eher als „global“ anzusehen und ich bin mir Sicher die kennen ein paar gute Tricks fuer ihre Steuererklaerung 😀

  2. Heinz
    27. Juli 2012, 16:46 | #2

    Zitat aus dem Artikel:

    „1.070 Versicherte (Anteil von 5,66%) wurden ausfindig gemacht, überhaupt keine Steuererklärung abgegeben zu haben, während 642 Versicherte (Anteil von 3,39%) keine Erklärung abgaben, obwohl sie dazu verpflichtet waren, da sie ein Jahreseinkommen von mehr als 6.000 Euro hatten.“

    Dazu sagt der Chef der RAK Adamaopoulos:
    „es sei verwunderlich und sicher durch die zuständigen Steuerbehörden zu erforschen, wie pensionierte Steuerpflichtige es in der Praxis fertig brachten, die Höhe ihrer jährlichen Bezüge unter Berücksichtigung der Tatsache zu verbergen, dass ihnen bezüglich der erhaltenen Jahresbezüge von ihrem Versicherungsträger jedes Jahr eine einschlägige Bescheinigung ausgestellt wird, die auch mit der Einkommensteuererklärung einzureichen ist“.“

    Ist doch ganz einfach, Herr A., die Damen und Herren reichen überhaupt keine Erklärung ein. So können die auch nichts beifügen und dann weiß auch das Finanzamt nichts von ihrem Einkommen.
    Sind die Rechtsanwälte dieser Kammer alle so begriffsstutzig? Dann Gute Nacht.

    Und ist es denn schon eine Verunglimpfung irgendeines Berufsstandes, wenn darüber geschrieben wird, dass so und soviele Mitglieder des Berufsstandes ihre Pflichten nicht erfüllt haben. Lassen Sie, als geneigter Leser, mal einen Termin verstreichen, der mit einem Rechtsanwalt zu tun hat. Keine Chance, er wird ihnen die Fakten um die Ohren hauen. Wieso soll das umgekehrt nicht gelten.

    Eines habe ich aus diesem Artikel wieder lernen dürfen: Der Verfall der Sitten ist noch viel größer als ich dachte.

  3. Willi F. Gerbode
    27. Juli 2012, 19:55 | #3

    Hatte nicht eine Gruppe von Athener Rechtsanwälten im Frühjahr 2011 eine Anzeige gegen den FOCUS und einige Online-Redakteure des Hauses auf den Weg gebracht wegen Verunglimpfung des Griechentums. Sie erinnern sich. „Betrüger in der Eurozone“ mit dem Titelbild der Stinkefinger zeigenden Aphrodite, und wurde diese Anzeige nicht sogar gerichtsnotorisch?
    Die Juristen messen anscheinend mit zweierlei Maß. Wenn der Anfangsverdacht gegeben ist, muss eine Staatsanwaltschaft ermitteln. Das Gleiche gilt für eine Steuerbehörde, die hier offensichtlich auf ein Wespennest gestoßen ist. Heinz, ich sehe das Ganze nicht so pessimistisch. Der Fall lässt vielmehr hoffen. Schlimm wäre es, wenn hier nur durch Aktionismus bewiesen werden sollte, dass die Regierung nicht untätig ist. Who knows.

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