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Sie retten die Banken und lassen die Menschen sterben

1. Juli 2012 / Aufrufe: 914

Autor: Giorgos Papasotiriou

Die Banken wurden gerettet, aber nicht auch die Menschen. Ein weiterer, der Rentner in Galatsi, stürzte sich vorgestern aus der 3. Etage vor die Füße des Gerichtsvollziehers.

Am selben Tag beschloss die politische Elite der Europäischen Union die Rettung des europäischen Finanzsystems. Die Austeritäts-Politiken werden jedoch weiterhin gelten, da die 120 Mrd. für die Konjunktur Krümel sind, weil sie für ganz Europa sind. Somit werden Millionen Arbeitnehmer weiterhin von dem Arbeitsmarkt ausgeschlossen sein, sie werden tausende Rentner aus ihren Wohnungen sowie auch aus dem selbigen Leben vertreiben.

Ich kann nicht mehr! Warum? Warum?“ rief der tragische Selbstmörder in Galatsi in die Tiefe stürzend. Dieses ungeheure „Warum?“ eines Menschen, der sein Leben lang Häuser baute, und an seinem Lebensabend wollten sie ihn ohne Wohnung, ohne Unterkunft lassen. Die Politiker scheinen jedoch wichtigere Probleme als die Miete eines Rentners in einem Wohnbezirk in Attika zu haben. In ihren Augen hat diese Welt keine Seele, sie hat keine Menschen, sie hat nur Zahlen und Daten, sie hat nur Preise und Tabellen. Jene, die niemals mit ihren Augen ein Korn Weizen gesehen haben, entscheiden über dessen Preis, entscheiden über Leben und Hungertod hunderttausender Menschen. Um genau zu sein, sie beschließen nicht, sie verurteilen nur einfach, da für sie die Menschen überflüssig, unsichtbar sind.

Was jene betrifft, die glauben, der Beschluss der Gipfelkonferenz sei eine positive Entwicklung (siehe SYRIZA) und stelle eine Niederlage Merkels dar, machen einen großen Fehler. Deutschland erlangte in Gegenleistung für sein Nachgeben im Thema der Nichtbelastung der Verschuldung der Mitgliedstaaten der Eurozone (wegen der Rekapitalisierung der Banken) die Kontrollaufsicht des Banksystems aller europäischen Länder sowie deren Etats. Dies stellt mit anderen Worten eine Abtretung nationaler Souveränität an Deutschland dar! Das Vierte Reich ist also da. Und es brauchte keinen Krieg, sondern die wirtschaftliche Durchsetzung und Vorherrschaft.

Besteht die Möglichkeit einer Änderung dieses Kurses? Was Griechenland betrifft, ist es wahr, dass wir profitieren und die Kredite und die Verschuldung, die zur Rekapitalisierung der griechischen Banken erfolgten, um 50 Mrd. Euro mindern können. Das ist jedoch nicht genug. Griechenland benötigt einen Aufschwung, und Europa eine andere Politik, da die derzeit befolgte Politik weiterhin neoliberal ist und den nationalen Interessen der Deutschen dient. Weil das Nachgeben Berlins und seine … Solidarität immer mit der Gegenleistung der Abtretung nationaler Souveränität erfolgen. Das ist natürlich zumindest inakzeptabel.

Was wiederum die Allianz mit den Staaten des Südens betrifft, über die wir so lange sprechen, scheint sie danach ohne uns stattzufinden. Deswegen lasst uns endlich die Entwicklung unserer Allianz mit den südlichen, aber auch allen anderen peripheren Kräften wie Portugal und auch Irland sehen, damit Europa seine alten Ziele und seine verratenen Werte wiederfindet. Weil – wie wir schon sagten – der Ausgang aus der Krise entweder europäisch oder gleichberechtigt sein und die diachrone nationale Würde aller Völker respektieren oder nicht existieren wird.

Quelle: Giorgos Papasotiriou – Σώζουν τις τράπεζες, σκοτώνουν τους ανθρώπους
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

  1. Kahlenberg
    2. Juli 2012, 20:26 | #1

    Wenn Menschen wegen der Auswirkungen der Krise keinen Ausweg mehr sehen, als sich umzubringen, dann sind das schlimme Entwicklungen.
    Das kann mich aber nicht daran hindern, in diesem Artikel aufgestellte Falschbehauptungen entgegenzutreten.

    „Deutschland erlangte in Gegenleistung für sein Nachgeben im Thema der Nichtbelastung der Verschuldung der Mitgliedstaaten der Eurozone (wegen der Rekapitalisierung der Banken) die Kontrollaufsicht des Banksystems aller europäischen Länder sowie deren Etats. Dies stellt mit anderen Worten eine Abtretung nationaler Souveränität an Deutschland dar! Das Vierte Reich ist also da.“

    Da erwartet der Autor anscheinend, dass sich Banken völlig unkontrolliert aus einem Gemeinschaftstopf bedienen können und bei Pleite die Gelder einfach futsch sind ? Und die jeweiligen Länder halten sich fein raus, denn abgewälzt wird auf Deutschland und die anderen Geberländer.

    Es ist eine üble (und leider gewohnte) Verdrehung, es so hinzustellen, dass Deutschland die Kontrolle selbst ausübt. Das ist immer eine Institution von EU/EZB/ESM. Aber bei den Phantasten vom „4. Reich“ kann man nüchterne Sichtweisen kaum erwarten.

  2. giaourti giaourtaki
    3. Juli 2012, 03:34 | #2

    @Kahlenberg
    Das 4.Reich ist einfach die Kontinuität aus dem dritten, ist ganz einfach: EG war ursprünglich eine NAZI-Idee und Schleyer war der Regler.
    Das Problem sieht aber ganz anders aus: Alle quatschen von Banken, Wachstum, Import/Export und von Geld. All das sind Kapitalisten oder Staatskapitalisten, aber die Zukunft besteht darin aus 35% Schattenwirtschaft 100% zu machen und dabei alle Mafie raus zu klatschen. Antikapitalismus definiert sich in der Verneinung des Geldes!
    Steuerhinterziehung ist nicht das Übel Griechenlands, sondern seine Zukunft. Geld abzuschaffen heisst gleichzeitig Staat abzuschaffen und nur ohne Staat gibt es Perspektive!
    Griechenland muß sich bewußt werden, ein Land isoliert wie Kuba zu werden und dabei das paradoxon bedenken, daß Kuba selbst bereits Verräter ist und der griechischen Revolution keine Waffen liefern wird. Menschenrechtlich eventuell Ärzte… Daraus folgt: Griechischer Anarchismus muß sich auseinandersetzen

  3. Kahlenberg
    3. Juli 2012, 19:15 | #3

    @giaourtaki
    4. Reich ist Kontinuität ….
    Kann man eigentlich nur so sehen, wenn man auch die BRD als die Kontinuität des 3. Reiches ansieht. Ich selbst sehe da aber einen ziemlichen Sprung an dieser Stelle.

    Die Nazis hätten bestimmt keine Kommission und Parlament für ihre geplante EG eingerichtet.

    Schleyer ? Meinen Sie den von der RAF umgebrachten Arbeitgeberpräsidenten ?

    Wenn Sie Geld und Staat in Griechenland abschaffen wollen: Meinen Segen haben Sie, allerdings können Sie dann wohl auch mit EU-Geld nichts mehr anfangen.

    Verstehe jetzt nicht, wieso Griechenland so isoliert wie Kuba werden sollte. Eine Revolution in Griechenland scheint mir der ultimative Ausweg zu sein, um die ganzen Auslandsgelder zurückzubekommen und den Staat zu sanieren. Da hätte Griechenland bestimmt viele Sympathien, falls kein Blutrausch stattfände und kein Sozialismus durchgedrückt würde.

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