Initiative zur Senkung der Verschuldung Griechenlands

1. Juli 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 1.042

Eine in den USA gestartete Initiative will durch den Aufkauf griechischer Staatsanleihen zur Senkung der Verschuldung Griechenlands beizutragen.

Die gemeinnützige Organisation Greece Debt Free (GDP) hat eine Initiative zur Reduzierung der griechischen Verschuldung unter Beteiligung einfacher Bürger, aber auch Unternehmer übernommen. Die Initiative stammt von dem 33-jährigen Petros Nomikos, einem Spross der Reeder-Familie, der sein Interesse auf den Versuch der Entwicklung von Strategien konzentriert hat, welche der Erholung der griechischen Wirtschaft helfen.

Wie die Zeitung Ta Nea anführt, brachte die Initiative in bereits den ersten vier Tagen ihres Bestehens Gelder zusammen, die ausreichen, um Schulden im Gesamtbetrag von etwa 2.200.000 Euro abzutragen.

Spenden und Merchandising für Aufkauf griechischer Obligationen

Die GDF akzeptiert Spenden zum Zweck des Kaufs griechischer Staatsanleihen zu den niedrigeren Preisen, zu denen sie auf den internationalen Märkten gehandelt werden. Die GDF hilft danach bei der Minderung der Verschuldung mittels der Entwertung der in Rede stehenden Obligationen. Und zwar kauft sie keine Obligationen vom griechischen Staat und finanziert auch nicht den griechischen Fiskus, sondern kauft auf den internationalen Märkten Titel von Dritten auf.

Ebenfalls gestattet laut Herrn Nomikos die DGF jedem griechische Bürger oder jedem, der Griechenland helfen möchte, online abzustimmen und Produkte zu wählen, welche das Logo der GDF tragen und mit 50% des Wertes ihrer Gewinne zur Minderung der griechischen Staatsverschuldung auf die selbe Weise beitragen. Um das GDF-Logo führen zu können, muss sich jedes in das Programm aufgenommene Produkt sogar verbindlich verpflichten, 50% des Wertes seiner Gewinne für die Minderung der griechischen Verschuldung bereitzustellen. Hört ein Produkt auf, diese 50%-Regel zu befolgen, wird die Genehmigung zur Beteiligung an der GDF öffentlich widerrufen, während die User mittels Facebook, Twitter und GreeceDebtFree.com einschlägig benachrichtigt werden.

Ich denke, diese Bemühung kann Griechenland helfen. Ich möchte meinem Land helfen. Die Krise ist die stärkste nationale Herausforderung„, erklärt Herr Nomikos. Er selbst stellte außer seinem eigenen Beitrag zur Tilgung der Verschuldung ungefähr 300.000 Dollar für die Schaffung der GDF bereit und meint, die ihn in dieser seiner Bemühung umgebenden Menschen seien all jene, die Griechenland lieben und helfen wollen.

Alle Vorgänge der gemeinnützigen Organisation erfolgen gemäß den Gesetzen des Staates Delaware, und sie unterliegt der Gesetzgebung über karitative Stiftungen der USA, die jeden politischen Einfluss ausschließt. Sie hat keine Beschäftigten, wird von Freiwilligen geleitet und hat keine Betriebskosten, während die Beiträge vollständig in die Tilgung der griechischen Verschuldung fließen, außer einem minimalen Betrag, der sich auf die Provisionen für den Kauf der Obligationen bezieht.

(Quelle: Ta Nea)

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  1. ryba
    1. Juli 2012, 09:14 | #1

    Liebe griechische Reeder: zahlt doch erstmal all eure Steuern nach, die ihr in all den Jahren dank eines speziell für euch verabschideten Gesetzes nie zahlen musstet!
    Was für eine Heuchelei!

  2. Unfug
    3. Juli 2012, 00:14 | #2

    Schuldenabzahlung mit gespendetem Geld stellt nur eine Geldvernichtung dar, da unser Geld ja nur dadurch entsteht, dass sich jemand verschuldet.
    Solange wie Griechenland nicht aus dem Euro austritt gibts keine Chance auf Besserung.

  3. Kahlenberg
    3. Juli 2012, 13:16 | #3

    Sehr uneigennützig, diese Initiative.

    Man höre und staune, 50 % der GEWINNE sollen zur Schuldentilgung verwendet werden. Also Gewinne können mit diesen Papieren nur erwirtschaftet werden, wenn sie bei Fälligkeit zu einem höheren Kurs eingelöst werden, als der Marktpreis war, der dafür mal bezahlt wurde.
    Aber: Griechenland ist bankrott. Die Staatsanleihen zurückzahlen geht nur dann, wenn Griechenland am Leben erhalten wird. Sprich, ohne die Kredite der EU wird nichts aus diesem Geschäft. Da man aber weiß, daß die EU-Tranchen in alle Ewigkeit weiterfließen, kann sich der Reederssohn ungefährdet daran machen, mit Gewinn Griechenland auf seine Weise weiter zu retten.

  4. Moppel
    3. Juli 2012, 17:57 | #4

    @Kahlenberg
    Es ist unmissverständlich die Rede von 50% der Gewinne aus dem Verkauf der Produkte, welche im Gegenzug das GDF-Logo tragen dürfen.

  5. Kahlenberg
    3. Juli 2012, 18:14 | #5

    @Moppel
    Wenn ich das falsch verstanden haben sollte, tut es mir sehr leid. Altruistische Vorhaben herabzuwürdigen ist das Letzte, wonach mir der Sinn steht. Allerdings ich stolpere immer noch über den Satz
    „Um das GDF-Logo führen zu können, muss sich jedes in das Programm aufgenommene Produkt sogar verbindlich verpflichten, 50% des Wertes seiner Gewinne für die Minderung der griechischen Verschuldung bereitzustellen.“

  6. Odysséas Oplítis
    3. Juli 2012, 19:35 | #6

    Kahlenberg :
    Sehr uneigennützig, diese Initiative.
    Aber: Griechenland ist bankrott. Die Staatsanleihen zurückzahlen geht nur dann, wenn Griechenland am Leben erhalten wird. (…) Da man aber weiß, daß die EU-Tranchen in alle Ewigkeit weiterfließen

    Nur als Info: Die Troika ist natürlich nicht dumm. Wenn man nichts mehr zahlte, bedeutete das, dass wohl die kompletten Schulden abgeschrieben werden müssten. Und da der Großteil der Staatsanleihen GRs bereits aus den Büchern der dt. Banken heraus sind, bedeutet das: der Steuerzahler muss herhalten, in D mit ca. 80 Mrd., vielleicht sogar mehr.
    Um diesen Totalverlust zu verhindern, werden wahrscheinlich (lt. SPIEGEL „Plan B“) einfach nur ca. 80 % der GR zugesagten Summe auf ein Sperrkonto bezahlt. Das ist der Betrag, der für den Schuldendienst durch GR zu leisten ist. So wird ein Totalausfall vermieden. Und die griech. Regierung ist gezwungen, Reformen durchzuführen. Da das vermutlich nicht gelingt („Rousfeti“, Korruption, bad governance, soziale Härten der Maßnahmen), wird die Regierung Samaras sehr bald scheitern. Tsipras wird seine Chance bekommen. Mehr als zweifelhaft, ob die dann spätestens durch ihn eingeführte Nea Drachmi die Effekte auf die gr. Ökonomie haben, die so manche neoliberalen Wirtschaftswissenschaftler prognostizieren. Ich meine, dass diese die Unfähigkeit des Verwaltungs- und Staatsapparates ebenso unterschätzen wie die Macht des Klientelsystems. Eine Unbekannte ist, welche Auswirkungen der „freie Fall des Ikaros“ auf die Eurozone, den Euro und die europäische Idee als Ganzes haben wird.

  7. Ottfried Storz
    3. Juli 2012, 19:52 | #7

    Nach dem Schuldenschnitt hat Griechenland gegenwärtig ca. 250 Milliarden Euro Staatsschulden.
    Da kann sich jeder ausrechnen, was entsprechende Initiativen bringen: Nichts.
    Weitaus wichtiger ist der Abbau der Anzahl öffentlicher Beschäftigte und Lohnkürzungen in diesen Bereichen, deutliche Effizienzsteigerung und Steigerung der Attraktivität für Investitionen. Gegenwärtig hat wohl kaum ein vermögender Exilgrieche Interesse an Investitionen in Griechenland ….

  8. Hannelore Mueller
    3. Juli 2012, 23:51 | #8

    @Unfug
    Das ist Unfug. Was heisst hier gespendetes Geld? Bildzeitungsniveau ganz klar. Die BRD profitiert von der Griechenlandpleite. Noch nicht begriffen? Ich habe dieses negative Gerede so satt. Besserung gibt es auch nicht, wenn Griechenland aus der Eurozone austritt. Nicht immer Suendenboecke suchen oder … doch? Wie waere es mit den Banken und Allen, die damit zusammen haengen. Haut doch diesen auf die Glocke. Endlich mal.

  9. admin
    4. Juli 2012, 13:32 | #9

    Bevor wir weiter mit Beschwerden und Beschimpfungen über nicht freigeschaltete bzw. gelöschte Kommentare bombardiert werden: Bitte keine endlosen Off-Topic-Diskussionen, dafür existieren zahllose Foren.

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