Grünes Licht für Bahnverbindung Alexandroupoli – Burgas

24. Juli 2012 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 501

Die Europäische Kommission genehmigte die Vorstudie für die Bahnverbindung der Häfen Kavala und Alexandroupoli in Griechenland und Burgas und Varna in Bulgarien.

Das „grüne Licht“ für die elektrifizierte Eisenbahnverbindung der Häfen von Alexandroupoli und Burgas in Bulgarien gab die EU und akzeptierte einen einschlägigen Vorschlag der Hafenorganisationen von Kavala, Alexandroupoli, Burgas und Varna. Die vier Häfen reichten gemeinsam einen neuen Plan zur Erleichterung der Transporte ein, der die Genehmigung der Europäischen Kommission zur Finanzierung der Vorstudie erhielt.

Während der vergangenen zwei Jahre hatte die Verwaltung des Hafenorganismus Alexandroupoli AG (OLA) zahlreiche Initiativen zur Entwicklung einer Trasse für kombinierte Gütertransporte übernommen, welche die Ägäis mit dem Schwarzen Meer verbinden wird„, betonte gegenüber der griechischen Nachrichtenagentur APE der Präsident und geschäftsführende Vorstand des OLA, Christos Skevas.

„Sea2Sea“ als Alternative zur Durchquerung der Bosporus-Meerenge

Wie Herr Skevas anführte, soll dieser Korridor mit der charakteristischen Bezeichnung „Sea2Sea“ (also von Hafen zu Hafen) die folgenden Abschnitte umfassen:

  • Seetransporte von den Hauptrouten des Mittelmeers zu den griechischen Häfen von Kavala und Alexandroupoli,
  • Schienentransporte von den griechischen Häfen Kavala und Alexandroupoli zu den bulgarischen Häfen Burgas und Varna und von dort aus auch zu dem Hafen von Russe an der Donau,
  • Seetransporte von den beiden bulgarischen Häfen Burgas und Varna zu den Häfen des nördlichen und östlichen Schwarzen Meers.

Derzeit wird die Verbindung der Ägäis mit dem Schwarzen Meer ausschließlich über die Meerenge des Bosporus realisiert. Laut Herrn Skevas ist diese Verbindung jedoch wegen ihrer Einzigartigkeit, aber auch ihrer Geographie (beschränkte Breite an vielen Stellen) von einer Reihe Problemen begleitet. Als Ergebnis der hohen Auslastung des Bosporus sind die bedeutendsten unter diesen die hohen Kosten (entweder in der Form von Durchfahrtsgebühren oder in der Form erhöhter Durchfahrtszeit) und das erhöhte Unfallrisiko (Themen der Sicherheit und der Umweltauswirkungen im Fall eines Unfalls).

Daher wird geschätzt, dass die Trasse Sea2Sea für konkrete Typen von Gütern als alternative Route zu der Durchfahrung der Engen des Bosporus fungieren könnte. Wie Herr Skevas betonte, war das Ergebnis der obigen Bemühungen die Gestaltung eines gemeinsamen Vorschlags (in Zusammenarbeit mit dem Hafenorganismus Kavala und den bulgarischen Häfen Burgas und Varga) zur Untersuchung der konkreten Trasse für Kombi-Transporte, der auch bei der Europäischen Kommission zur Eingliederung in das Programm der transeuropäischen Netze eingereicht wurde.

Dieser Vorschlag mit einem Gesamtetat von 2,5 Mio. Euro erhielt das grüne Licht der Kommission und der Beginn seiner Realisierung wird für kommenden September erwartet. Die Kosten des Vorschlags übernehmen zu 50% die EU und zu jeweils 25% der griechische und der bulgarische Staat„, unterstrich der Präsident und geschäftsführende Vorstand des Hafenorganismus Alexandroupoli und fügte abschließend an:

Es ist anzumerken, dass der genehmigte Vorschlag den ersten von drei Stadien darstellt, die bis zur Realisierung der Trasse vorgesehen sind. Die beiden nächsten Stadien sind die Ausarbeitung der erforderlichen Anwendungsstudien und schließlich die Erstellung der notwendigen Infrastrukturen (hauptsächlich der Bahnanbindungen) für den Betrieb der Achse Sea2Sea. Für die beiden nächsten Stadien (deren Etat sich auf hunderte Millionen Euro beläuft) sollen mit Vollendung des gegenwärtigen genehmigten Vorschlags entsprechende Finanzierungsanträge gestellt werden.

(Quelle: in.gr)

  1. Heinz
    24. Juli 2012, 12:29 | #1

    Eine sehr interessante Sache, da somit an beiden Häfen große Containerterminals gebaut werden müssen und damit ziemlich viele Arbeitsplätze entstünden. Das Ganze ließe sich dann noch weiter ausbauen, wenn es die Phantasie der Zuständigen zulässt.

    Denn die Meerenge am Bosporus ist bereits über ihrer Kapazitätsgrenze – Schiffe müssen mitunter tagelang auf die Passage warten. Unsicher ist sie außerdem. Experten warnen schon lange vor einem großen Tankerunglück.

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