Brief eines Bauern an das Finanzministerium in Griechenland

17. Juli 2012 / Aktualisiert: 17. Januar 2018 / Aufrufe: 2.968

Das Schreiben eines Landwirts aus Kreta an das Finanzamt reflektiert die ausweglose Lage, aber auch den brodelnden Zorn der Bevölkerung auf die unfähige politische Führung.

Mörder anstatt … Selbstmörder zu werden zieht der ehemalige Mechaniker und nun Landwirt Nikos Aretoulis vor, der in Riza bei Ierapetra wohnt, wo er vor wenigen Tagen das … „Billett“ des Finanzamts erhielt, das ihn außer sich brachte. Auf Basis des Bescheids fordert der Staat ihn allen Ernstes auf, anteilmäßig ¼ seines kärglichen Einkommens zu zahlen, das sich auf gerade einmal etwas über 2.000 Euro beläuft!

Sich zur Beherrschung zwingend und seinen gesamten Sinn für Humor aufbringend schickte er sowohl an das Finanzministerium als auch das Finanzamt (DOY) Ierapetra ein … originelles Memorandum, in dem er analysiert, aus welchen Gründen er nicht einen einzigen Euro für die diesjährigen Abzocken zu zahlen.

Niederträchtige Betrüger und Lügner

Herr Aretoulis, der aus Thessaloniki wegzog und einen urbanen Lebensstil aufgab, um auf Südkreta zu leben und das Land zu kultivieren, schildert in seinem Schreiben detailliert seine Lebensweise und -umstände und zeigt die … Divergenz seiner Realität und der sterilen Zahlen des staatlichen Steuereintreibungsmechanismus auf und charakterisiert die herrschende Klasse der Wirtschaftspolitik des Landes unverblümt als niederträchtige Betrüger und Lügner.

Das inzwischen in etlichen griechischen Medien Schreiben wird nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben.

Memorandum – Erklärung

An das Finanzministerium, DOY Ierapetra

Des steuerpflichtigen Bürgers Nikolaos G. Aretoulis, wohnhaft im Gemeindeteil Riza des Gemeindeverbands Ierapetra.

In dem Steuerbescheid, dem Sie mir zuschickten, wird mir ein fiktives Einkommen von 8.863 Euro „angelastet“, welchen Betrag ich niemals gesehen habe und auch nicht erwerben wollte.

  1. Für meine Wohnung mit einem sachwertorientiert bestimmten Wert von 13.653,68 (ETAK 10.08.2010), die sich in der Ansiedlung Panakiana des Gemeindeteils Riza des Gemeindeverbandes Ierapatra befindet und die nicht einmal über elektrischen Strom verfügt, wird ein fiktives Einkommen von 4.080 Euro angenommen, also ungefähr 1/3 ihres Wertes – und zwar zu einem Zeitpunkt, wo man in unserem Gebiet sehr viel bessere Häuser für eine Miete von gerade einmal 150 Euro / Monat (1.800 Euro / Jahr) findet.
  2. Es wird ein fiktives Einkommen zur Lebensführung von 3.000 Euro angenommen. Schade für Sie, jedoch fristeten wegen meiner konsumverzichtenden und ökologischen Ideologie und Lebensweise, für die ich mich seit 1995 entschied, meine Lebensgefährtin und ich (2 Personen) unser Leben mit gerade einmal 2.126,50 Euro für ein ganzes Jahr, einschließlich auch der Ausgaben für Benzin für mein Autos, welches ich hauptsächlich für meine landwirtschaftlichen Arbeiten benutze. Sie verlangen also als Steuer ¼ meines Einkommens zum Überleben !!!
  3. Was das Auto betrifft, ein ’91er Modell mit einem Hubraum von 750 cm³, mit Kosten für Versicherung und Kraftfahrzeugsteuer von 300 Euro und Wartung durch mich selbst (als ehemaliger Mechaniker), nehmen Sie ein fiktives Einkommen von 2.000 Euro an.

Nach all dem vorstehend detailliert Dargelegten und unter Berufung auf den letzten Artikel der Verfassung erkläre ich Folgendes:

  1. Vor die Wahl gestellt, drei (3) Monate lang nichts zu essen und die von Ihnen verlangte Steuer zu zahlen, werde ich vorziehen, keinen einzigen Euro zu zahlen.
  2. Vor die Wahl gestellt, zum Selbstmörder oder Mörder zu werden, werde ich vorziehen, Ihre Mörder zu werden.
  3. Sollte Ihnen bei dem mir zugeschickten Steuerbescheid nicht irgend ein Fehler unterlaufen sein, sind sie niederträchtige Betrüger und Lügner.

07.07.2012

Ohne jegliche Hochachtung

N. Aretoulis

(Quelle: Prisma News)

  1. Monalisa
    17. Juli 2012, 09:31 | #1

    Dem Landwirt Nikos Aretoulis kann ich mich, bezüglich des fiktiven Einkommens, nur anschließen. Auch wir haben unseren Lebensstandard ökologisch ausgerichtet und sind fast Selbstversorger. Das für uns berechnete fiktive Einkommen ist definitiv nicht vorhanden. Trotzdem wird uns Einkommenssteuer in Rechnung gestellt, die wir nur von unserem Ersparten bezahlen können, das heißt, von dem Geld, das wir schon einmal versteuert haben zahlen wir wieder Steuern. Mit der Regelung des fiktiven Einkommens macht es sich der griechische Staat sehr einfach. Weil er keine vernünftige Kontrolle ausübte, wurde er von den Reichen maßlos betrogen. Um nun trotzdem an die Steuern zu kommen, wird einfach ein Einkommen unterstellt. Dies wiederum trifft diejenigen am härtesten, die dieses Einkommen real gar nicht haben. Wieder zahlt für die Folgen der Krise der kleine Mann. Das kann nicht mehr lange gut gehen.

  2. Willi F. Gerbode
    17. Juli 2012, 09:49 | #2

    Das Verhalten der Behörde zeigt die Unfähigkeit griechischer Verwaltung. So was bringt die Menschen zu recht auf, schürt die kollektive Wut. Die Herrschenden als Lügner und Betrüger zu bezeichnen, ist eine Sache, ein Ventil für diese Wut. Viel schlimmer ist die strukturelle Katastrophe des Systems. Nikolaos Aretoulis hat jedenfalls meine volle Solidarität und den Respekt für diesen Text. Nicht vergessen sollte man aber auch den Hintergrund derartiger steuerlicher Maßnahmen, die von fiktiven und nicht etwa realen Einkommen ausgeht. Die Steuermoral ist in GR – gelinde gesagt – eher gering. Übel, dass dafür jetzt die „kleinen Leute“ herhalten müssen, die weder die Krise herbeigeführt haben noch das Land mit ihren Abgaben aus der Krise führen könnten. – Geld für den Ankauf von Steuer-CDs mit den Daten der Griechen, die 250 Mrd. Euro in die Schweiz geschafft haben, das sollte der Finanzminister investieren. Kosten pro CD: ein bis zwei Millionen; zu erwartende Einnahmen: einige hundert Millionen. Nordrhein-Westfalen hat gerade wieder vorgemacht, dass das funktioniert. Kann mir vorstellen, dass Herr Aretoulis hierfür gern einen Obulus von seinem kargen Einkommen entrichten würde …

  3. 17. Juli 2012, 10:05 | #3

    Wo waren die Proteste der Griechen, als die Subventionen aus der EU jahrelang flossen und ein Pseudoboom auf Pump gebaut wurde. Ich kann mich an keine politischen oder geselllschaftlichen Gegenbewegungen zum Euro erinnern. Im Gegenteil. Alle waren begeistert als es ums „Abkassieren“ ging. Ich weiss natürlich, dass Menschen wie der obige Autor nichts von all dem vielen Geld der Menschen anderer Staaten abbekommen hat. Aber wo waren die Proteste zum Zeitpunkt des Euro Eintrittes von Griechenland? Griechenland war und ist ein land auf dem Produktivitätsniveau eines dritte Welt Landes, welches seit einem Jahrzent durch Transferzahlungen glaubt auf dem Niveau von Industrieländern wie Deutschland leben zu können. Das war eine dumme Illusion. Ich will dem obigen Auto nicht unterstellen, dass er aus sich selbst heraus arbeiten und leben wollte. Aber der Staat Griechenland ist so nicht von alleine lebensfähig. Dies liegt wiederum nicht an den Griechen selbst, sondern daran, dass sich wie fast alle Menschen für ein irrwitziges System des unendlichen Wachstums und der Geldschöpfung aus dem Nichts entschieden hat. Dumm für die Griechen, dass sie vom System zum Abschuss freigegeben wurden. Wenn die gr. Bevölkerung dem entrinnen will, wenn sie ihre eigene Euthanasie verhindern will, muss sie dem System den Kopf abschlagen. Damit stimme ich mit dem Autor überein. Dann muss man zum Mörder werden.

  4. Infoliner
    17. Juli 2012, 10:09 | #4

    Wie schön, ein Mensch! Mehr davon und der dumme Laden (jegliche staatliche Organisation möge sich angesprochen fühlen) kann zumachen.

  5. Iris Bücker
    17. Juli 2012, 11:20 | #5

    einen ähnlichen Steuerbescheid habe ich (seit 2005 in Hartz IV) auch vor 2 Jahren bekommen ;-). der Brief des Griechen ist außerordentlich originell und mutig. meine Geschichte(n) habe ich in meinem Buch „Die Hartz IV Ratte – Tagebuch einer Bettlerin“ geschrieben (bringt mir aber auch nichts ein).

  6. Heinz
    17. Juli 2012, 11:59 | #6

    Fiktives Einkommen? Ein schlimmer Witz! Wer hat denn diesen Mist erfunden?

  7. admin
    17. Juli 2012, 14:32 | #7

    Den Autoren der üblichen hirnlosen und polemischen Kommentare, die aus gegebenem Anlass gelöscht wurden, sei dringend nahe gelegt, sich zumindest über elementare Bestimmungen des griechischen Steuergesetzes zu informieren.
    Zu letzteren zählen u. a. diverse pauschale „Kopfsteuern“, die eingeführt wurden, weil der Regierung durchaus bewusst ist, dass es bei zahllosen Bürgern auf Basis objektiver Kriterien nichts mehr zu holen gibt, andererseits jedoch der Troika „Steuerziele“ präsentiert werden mussten, die ohne jegliche Berücksichtigung der realen Sachlage beiderseitig stupide abgenickt wurden.

  8. Konstantin
    17. Juli 2012, 16:23 | #8

    Ein Hoch auf Nikolaos G. Aretoulis, deutlicher konnte man den Mist den die Behörden verzapfen nicht mehr in Worte fassen. Die Plünderung der Armen sollte mal ein Ende haben in Griechenland. Die Feudalherren, die Politiker und ihre Reichen Freunde sollten selbst mal zur Kasse gebeten werden. Einem Bürger fiktives Einkommen besteuern zu wollen und die Reeder steuerfrei zu lassen ist schon unmenschlich.

    Eine Steuer CD kaufen und dann die Steuerhinterzieher dran bekommen ist ein Gedanke der nicht zu den Politikern dort passt, würden dann doch quasi sie selbst und deren Reichen Bekannten, zutiefst zur Kasse gebeten.

    Ein fiktives Einkommen wird auch in Deutschland unterstellt, hautpsächlich im Unterhaltsrecht oder im Sozialrecht. Es werden dort auch Zahlungen verlangt aus Geldern, die nicht eingenommen wurden.

    @ Euro Titanic
    So ganz stimme ich nicht mit dem überein was Sie schreiben. Erstmal wurden allen Bürgern der EU Länder der Euro und die EU als gut verkauft. Hätte man in Deutschland gesagt das der Euro von 1,95 DM auf 1,21 DM sinken würde, hätte jeder begriffen das der Euro nur dazu dient die Bürger um 50% ihrer Spareinlagen zu erleichtern. Von daher ist es unlogisch auf Proteste der Bürger zum Zeitpunkt des Euroeintrittes zu verweisen. Zumal kein Bürger den Einblick in die Politik hat um beurteilen zu können ob das was die Politiker machen auch in Ordnung ist.
    Griechenland und die Griechen sind sehr wohl überlebensfähig, jedoch nicht mit den Banausen von Fachleuten und Politikern, die das Land regieren. Diese haben Griechenland fast in die Steinzeit zurückkatapultiert. Eine vernünftige Regierung, eine organisierte Verwaltung und eine nicht an Bedingungen geknüpfte ausreichende Finanzhilfe würde das Land wieder nach vorne bringen.
    Bisher hat Griechenland allerdings kaum Hilfen bekommen, die Gelder gingen zum größten Teil an die Gläubiger zurück. Wäre die EU nicht so deutsch geprägt, was leider der Fall ist, würde die EU auch viel mehr ohne Eigennutz helfen. Wobei von deutschen Hilfen nicht die Rede sein kann, sind doch die angeblichen Hilfsgelder die Raten für deutsche und französiche Banken, und das obendrein gekoppelt an Wirtschaftsverträge. Wer hier noch an Hilfe glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen.

  9. Hans Kolpak
    17. Juli 2012, 16:26 | #9

    Der erste Schritt ist, keine Einkommensteuer mehr zu erheben und jegliches Einkommen und Vermögen steuerfrei zu stellen. Es bleibt übrig die Verbrauchssteuer oder Umsatzsteuer, welche nur die Menschen trifft, die Geld ausgeben. Wer viel ausgibt, zahlt viel Steuern, wer nichts ausgibt – warum auch immer – lebt steuerfrei.

    Das ist so einfach, dass niemand drauf kommt.

    Hans Kolpak
    Deutsche ZivilGesellschaft

  10. Monalisa
    17. Juli 2012, 17:14 | #10

    Im März 2010 wurde die Folge dieser Ungerechtigkeit hier schon beschrieben:
    https://www.griechenland-blog.gr/2010/griechenland-fuehrt-indirekte-kopfsteuer-ein/2173/

  11. V 99 %
    17. Juli 2012, 17:22 | #11

    Bevor wieder Stempel verteilt werden haette ich zu der „fiktiven“ (geschaetzen) Einkommens Erhebung eine Frage (τεκμαρτό εισόδημα διαβίωσης):
    Gibte es eine Quelle, die die Bemessungsgrundlage genauer nennt?
    Oder ist das freie Willkuer des Finanzamtes?
    Ich habe mich an diesen Artikel erinnert:
    https://www.griechenland-blog.gr/2010/griechenland-fuehrt-indirekte-kopfsteuer-ein/2173/
    Danke!

  12. admin
    17. Juli 2012, 17:48 | #12

    @Monalisa
    Das war im Vergleich zu dem nach Memorandum 2 ratifizierten Gesetz N. 3986/2011 noch Ringelpiez …

  13. admin
    17. Juli 2012, 17:49 | #13

    @V 99 %
    N. 3986/2011 (speziell Art. 28), publiziert in ΦΕΚ Α/152/1-7-2011

  14. Heinz
    17. Juli 2012, 21:41 | #14

    @Hans Kolpak

    Nicht ganz zu Ende gedacht. Der Reiche frisst auch nicht mehr als der Arme, der oft auch noch mehr Kinder hat. Also muss er auch mehr konsumieren und zahlt damit die meisten Steuern. Eine Luxussteuer oder ähnliches würde sehr viel mehr bringen, denn dann wird auch dort etwas abgeholt.

  15. Frank
    18. Juli 2012, 11:21 | #15

    Aber hallo! Man kann doch nicht einfach entscheiden als Selbstversorger zu leben und damit sich der Entrichtung von Steuern entziehen. Das ist unsozial der Gesellschaft gegenüber. Die Gesellschaft/der Staat hat ein Recht auf Steuereinnahmen von allen seinen Bürgern. Schließlich liefert der Staat auch eine Gegenleistung: polizeilichen/militärischen Schutz, Infrastruktur, gesundheitlichen Schutz (z.B. Überprüfung von Wasserqualität), Bildung der Kinder, usw.
    Ich finde es OK pauschale Steuern auch von Selbstversorgern zu fordern.

  16. Edelweiss
    18. Juli 2012, 13:53 | #16

    Gut gebrüllt Löwe, ein in der BRD lebender Mensch mit einer „Ich AG“ bekommt ebenfalls Schätzungen der hiesigen Steuer und der gesetzlichen Krankenkasse. Der Unterschied zu Griechenland ist das hier das Geld konsequent eingetrieben wird. Selbst „Fehler“ aus dem Lohnsteuer Jahresausgleich von 06-07 hat die BRD Steuer Krake bei mir vor 2 Monaten eingetrieben. Schade das Nikos nicht geschrieben hat wieviel er im Jahr an Steuern zahlt, dann wäre ein Vergleichswert da. Wenn ich mein Lohnzettel sehe kommen ich die Tränen ca. € 900 gehen als Lohnsteuer an den Staat. Kein Mitleid von mir, jeder wählt die Regierung die er verdient!

  17. Monalisa
    18. Juli 2012, 15:51 | #17

    @Frank
    Selbstversorger wird man nicht mit zwanzig. Wie lange glaubst Du muss ein Mensch, der nichts geerbt hat, geackert und gespart haben, damit er als Selbstversorger existieren kann? Sein ganzer Besitz muss bezahlt sein. Was glaubst Du, hat er in dieser Zeit an Steuern bezahlt? Ist er soweit, zahlt er nur keine Einkommenssteuer mehr, wie jeder andere, der kein, oder nur ein geringes Einkommen hat. Wie würdest Du jemanden besteuern der, sehr bescheiden, von seinem schon versteuerten Ersparten lebt? Aber auch der Selbstversorger zahlt einen Haufen Steuern. Er muss Saatgut, Futter, Werkzeug, Treibstoff und tausend andere Dinge kaufen, damit die Sache funktioniert. Auf allem lasten Steuern. Außerdem liegt er dem Staat nicht auf der Tasche, wie viele, die sich von im aushalten lassen und keinen Finger krumm machen.

  18. Monalisa
    18. Juli 2012, 16:14 | #18

    @Frank
    Ich mache es Dir noch etwas deutlicher. Stell Dir vor, jemand hat 35 Jahre gearbeitet, seine Kinder großgezogen, sich ein Häuschen mit Garten zusammen gespart und noch etwas auf der Bank. Nun wir er arbeitslos. Nach Ablauf der Arbeitslosenunterstützung bekommt er wegen seines Vermögens keine Hilfe vom Staat mehr. Nun baut er seinen Blumengarten zum Gemüsegarten um, schafft sich ein paar Ziegen an, lebt weiter sehr bescheiden, weil er auf keinen Fall ein Sozialfall werden möchte. Wie würdest Du diesen stolzen Fastselbstversorger besteuern? Übrigens, er zahlt pünktlich seine Wasserechnung und war auch beim Militär.

  19. Monalisa
    18. Juli 2012, 17:08 | #19

    … und die Maschine, die ihn seit drei Jahren ersetzt, zahlt keine Lohn-/Einkommenssteuer, keine Sozialabgaben, macht keinen Scherz mit den Kollegen, fährt nicht in Urlaub, setzt keine Kinder in die Welt, macht aber ohne zu Murren den Chef und die Aktionäre immer reicher. Die wollen aber keine Steuern bezahlen und lassen sich deshalb eine ganze Menge einfallen, wie man aktuell an den Schweizer CDs und dem vollkommen legalen Steuerspardeal VW/Porsche sehen kann.
    Gleichzeitig schrumpft das Ersparte unseres Selbstversorgers immer weiter, bald muss er sein Haus verkaufen und endlich findet auch er den Weg zum Jobcenter/Agentur für Arbeit oder wie sonst das Sozialamt heute heißen mag.
    Merkst Du was?

  20. Frank
    18. Juli 2012, 18:14 | #20

    @Monalisa

    OK, in dem von dir beschriebenen Fall kann ich deine Argumente nachvollziehen.

    Allerdings ist deine Geschichte mit dem Blumengarten etwas übertrieben. In Deutschland hängt es von der Fläche ab, ob man Hobbygärtner oder Landwirt und damit Unternehmer ist. Das wird in Griechenland wohl nicht anders sein. Bei Nutztieren reicht aber schon eine Ziege oder Schaf und du bist automatisch vor dem Gesetz ein Landwirt.

    In Deutschland ist es so, dass man als Landwirt automatisch eine Menge Zwangsabgaben zahlen muss, auch mit nur einer Ziege. Nicht nur an den Staat sondern auch an den Bauernverband, die Landwirtschaftliche Rentenkassen, usw. Solche Kleinstlandwirte gibt es daher gar nicht. Es sei denn, sie können sich anderweitig finanzieren oder leben auch von Erspartem.

    Im von dir beschriebenen Fall stimmt es aber. Die Einkommenssteuer ist nicht zu begründen.

  21. γιαούρτι γιαουρτάκι
    19. Juli 2012, 11:55 | #21

    @Edelweiss
    Eben nicht, immer mehr gehen nicht wählen, weil sie sich nicht verarschen lassen wollen und dieses „Argument“ hinkt auch sonst immer mehr, denn viele junge Leute konnten die letzten Male das erste Mal wählen und sind somit erst recht nicht verantwortlich dafür, was ihre Eltern gewählt haben. Geschätzte Wahlabstinenz: 37,75 PLUS ungültige Stimmen 10-15%.
    Unabhängig davon, daß es in Griechenland trotz deutscher Medizin kein Asiamt gibt, wäre allerdings Interessanter wie viele Zwangsselbstständige ihr Gewerbe aufgeben mußten, weil sie zu Krankenkasse verdonnert wurden; Kraken-Methaper sind widerlich und genauso falsch wie Lemminge.

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