Tzimeros über das Wahlergebnis seiner Partei im Juni 2012 in Griechenland

23. Juni 2012 / Aufrufe: 569

Thanos Tzimeros kommentiert auf sehr zynische Weise die Schlappe seiner Partei bei den Parlamentswahlen im Juni 2012 in Griechenland.

 „Ich scheiterte. Ich bin ein Verräter, Kollaborateur, Germano-Euzone„, schreibt Thanos Tzimeros, Vorsitzender der Allianz „Wiedererschaffung!“ (Δημιουργία, Ξανά!), in einem Post auf seinem persönlichen Facebook-Profil und legt auf extrem zynische Weise die Gründe der Wahlschlappe seiner Partei bei den griechischen Parlamentswahlen im Juni 2012 dar.

Ich scheiterte. Ich bin also bereit, die Konsequenzen zu tragen. Wählt: den Kopf auf einem Tablett, Erhängen auf dem Zentralplatz, Aufspießen oder etwas anderes, innovativeres? Wir sind doch ein kreatives Volk, verdammt noch mal. Da werden wir doch eine qualvolle (und phantasmagorische – exemplarische) Weise finden, oder?„, führt Herr Tzimeros unter anderem an.

Thanos Tzimeros zum Wahlergebnis der „Wiedererschaffung!“

Auf keinem Fall hat die Polarisierung beigetragen. Was macht es schon, dass Menschen, welche vom ersten Tag an in der ‚Schaffung‘ waren, appellierten, ND zu wählen? Was macht es schon, dass Freunde und Verwandte klarstellten: Wir glauben Euch, Samaras wollen wir nicht einmal gemalt sehen, aber wir werden ihn wählen, um den Paranoiden den Weg abzuschneiden.

Nichts davon hat Bedeutung. Ich hätte eine Weise finden müssen – ich persönlich -, sie und ebenfalls auch die gesamte verrottete PASOK-Partei zu überzeugen, nicht Tsipras zu wählen, damit es keine Bedrohung gibt. Ich habe es nicht getan. Mein Fehler.

Auf keinem Fall hat die interne „Erschöpfung“ beigetragen. Es hätte eine Vorsehung in der Satzung geben müssen, dass jeder, der nicht einverstanden ist, auf Facebook einen Putsch macht, Schreiben an alle Medien schickt, alle und jeden vulgär beschimpft, Andeutungen macht, seine Familie werde „mafiöse“ Repressalien erleiden, und sich mit den übrigen organisiert, damit sie einer pro Tag quittieren und es somit Nahrung für die gierigen Bloggers gibt. So hätte es sein müssen, damit die seriösen Menschen der Gruppe beitreten und das Niveau der internen Demokratie bewundern. Es gab keine solche Vorsehung. Mein Fehler.

Auf keinen Fall hat der Schlamm beigetragen. Ich hätte mich schriftlicher Bescheinigungen aller Religionen und Sekten überall auf der Welt versichert haben müssen, dass ich kein Mitglied von ihnen bin, und diese an einer gut sichtbaren Stelle meines Lebenslaufs zur Schau stellen und sie jedem dämonischen Reporter zuschicken müssen – mit beglaubigter Unterschrift.

Ich hätte ebenfalls wissen müssen, dass in dem fröhlich orange blühenden Land zu argumentieren, die von jedem Menschen auf die großen Fragen des Daseins gegebenen oder nicht gegebenen Antworten seien seine persönliche Sache, und ja, da Sie darauf beharren, ich bin formal christlich-orthodox getauft, bei der Tangierung der meisten Dinge jedoch den Weg der Philosophie bevorzuge. Ich erkenne dennoch die Bedeutung der Orthodoxie in der Gestaltung unserer nationalen Physiognomie an, unterstütze jedoch parallel die Unabhängigkeit der Kirche von dem Staat – aber wo und wem sage ich das alles? Ich mache mir doch sowohl die einen als auch die anderen zu Feinden!

Hätte ich nicht eine Kerze anzünden (sei es auch mit dem Glas, wie GAP / Georgios Papandreou …) und auch das Fernsehen hinzu rufen können, damit die Geschichte erledigt ist? Was wollte ich mit diesen komplexen Begriffen? Ich hätte ebenfalls nicht bei nur 7 Wahlkampfreden (vor den Wahlen im Mai) und Interviews sagen müssen, kein Diplom der Wirtschaftuniversität Athen (AUEB) inne zu haben. Ich hätte bei jeder Vorstellung sagen müssen: „Guten Tag, Thanos Tzimeros, ich habe nicht die AUEB absolviert.“ Mein Fehler.

Auf keinen Fall haben die organisierten Interessen der Medien beigetragen, welche mich zumindest als Ungeheuer – öffentliche Gefahr dargestellt oder mir „aufgelauert“ haben. Ich musste wissen, wie das Spiel gespielt wird. Ich hätte entweder mehr „bieten“ müssen als die „Konkurrenz“ oder mich zurückziehen müssen. Ich hätte in der Vergangenheit keinerlei berufliche Aktivität haben müssen. Oder ich hätte zumindest vor 10 Jahren vorhersehen müssen, als ich ein wissenschaftliches Blatt einer Gesellschaft druckte, die einem Konzern angehörte, dass 10 Jahre später der Leiter des Konzerns, dem ich niemals begegnet war, strafflüchtig werden würde und sich „objektive“ Journalisten finden und mich als den „Freund des Betrügers“ präsentieren würden.

In meinen neuen beruflichen Kooperationen verlange ich inzwischen die Meinung eines Mediums mit vererbtem Talent mit 10-jähriger Vorhersage. Ich hätte dies wenigstens schon vor 20 Jahren tun müssen. Mein Fehler..

Auf keinen Fall hat der Zeitdruck beigetragen. Ich hätte einen Weg finden müssen, innerhalb von 100 Tagen eine Partei mit tausenden Mitgliedern und Freunden zu organisieren, damit sie an 2 Wahlen teilnimmt, alle zu bewerten, allen eine Rolle zu geben, ihre Vergangenheit (die politische, die ideologische, die berufliche …) untersucht zu haben, eine Weise zu finden, wenigstens 20 Kandidaten auf 4 Wahlpositionen aufzustellen, täglich auf ungefähr 500 E-Mails und 200 Facebook-Mitteilungen zu antworten, ungefähr 20 Medien am Tag Interviews zu geben und ganz Griechenland zu bereisen, um mit der Basis, den lokalen Trägern (Kommunen, Kammern, Vereinen, Körperschaften) Kontakt zu halten, gleichzeitig in Athen zu sein, die Parteiinterna zu leiten, die Unzufriedenen zu beschwichtigen, die ‚Erschöpften‘ aufzumuntern, auf Facebook zu posten, Begegnungen mit allen ‚Prominenten‘ zu haben, welche ihren Beitrag leisten wollten, jedoch ausschließlich mich persönlich zu sehen verlangten, weil sie nicht ‚bloßgestellt‘ werden wollten, ins Ausland zu reisen, mich mit Faktoren der EU zu treffen, mit dem Patriarchen, Interviews, Reden, Bekanntmachungen zu schreiben, die Funktionäre der ‚Wiedererschaffung‘ zu schulen, strategische Entscheidungen zu treffen, alle fehlerlos und ohne jeden Spielraum für Irrtümer.

Was hätte es schon ausgemacht, wenn ich für volle 3 Monate den Schlaf auf 2 – 3 Stunden am Tag reduziert, den Gedanken an Erholung gestrichen hätte, was schon, wenn ich mich zu Hause wochenlang nicht hätte sehen lassen, meine (kerngesunde) Firma auf Autopilot gestellt und Aufträge und Kunden verloren hätte … . Ich hätte einen Weg finden müssen, die 24 Stunden des Tags zu 124 Stunden zu machen oder gleichzeitig auch in einem parallelen Universum zu arbeiten. Ich habe ihn nicht gefunden. Mein Fehler.

Wegen all diesem erkenne ich an, ich bin ein Verräter, Verräter, Verräter (Sie können unendlich weitermachen), ein Kollaborateur, ein Germano-Euzone, ein Wurm, der zu seinem eigenen Nutzen Eure Stimme stahl, ein Herumtreiber, ein Nichts, Abschaum, ein komplexbehafteter Kurzpenisträger, dass ich jedes Mal einen Kieferchirurgen besuchen solle, wenn mich verschiedene Faschos der „Dialektik“ erwischen – all dies unter Auswahl der … glimpflicheren Mitteilungen, welche ich erhalte.

Alle von Euch, die tollwütig die erste von Menschen der Nachbartür geschaffene Partei angefallen und zerfleischt haben, weil sie nicht alles genau so gemacht hat, wie Ihr es Euch vorgestellt hattet, können sich derweilen an der Erneuerung der politischen Szenerie erfreuen, die sich mit Eurer Stimme oder Enthaltung ergab..

Ich werde mich wieder melden, mit einem Folgekommentar, weil die WIEDERERSCHAFFUNG! jetzt beginnt.

(Quelle: in.gr)

  1. Leo
    23. Juni 2012, 11:14 | #1

    Warum gibt man so einem Wirrkopf an dieser Stelle überhaupt Gelegenheit, seinen Müll abzulassen? Wieder ein Beweis, daß es unter den Politikern Griechenlands zuviele Phantasten und Ideologen gibt, anstelle Kenner und Könner.
    Wenn Griechenland nicht begreift und lernt, daß wir im 21. Jahrhundert sind, eine globale Wirtschaft betreiben und mit- anstatt gegeneinander zu arbeiten, wird es die nächsten 50 Jahre den Status eines Entwicklungslandes haben und nicht aus seiner selbst verschuldeten Krise herauskommen. Es gab und gibt jede Menge Chancen, doch man muß sie auch erkennen und zielbewußt nutzen.

  2. Roditisa
    24. Juni 2012, 10:11 | #2

    @Leo
    Das Wort Pathos stammt aus dem Griechischen. Wir nuechterne Deutsche bleiben bei deratigen Aeusserungen bei der Form haengen und blicken so gar nicht erst dahinter, erkennen weder die feinsinnigen Anspielungen, noch die komlexe Analyse der Probleme, vor die diese Wahl gerade die gestellt hat, die eine Erneuerung der Parteienlandschaft nicht durch extreme Parteien wuneschten, sondern durch engagierte Buerger.

    Es handelt sich ausserdem offensichtlich um eine Antwort an eine Reihe von Menschen, die den Autor des Textes mit negativen Mitteilungen kritisiert haben.

    Ich musste es aber auch 3 mal lesen, bevor ich etwas klarer sah.

  3. Griechin62
    30. Juni 2012, 00:08 | #3

    @Leo
    Dieser „Wirrkopf“ ist ein ist ein griechischer Bürger, der beschloss, nicht mehr untätig sein zu wollen!

Kommentare sind geschlossen