Tourismus-Ziele 2012 in Griechenland sind unerreichbar

5. Mai 2012 / Aktualisiert: 29. April 2018 / Aufrufe: 1.472

Laut dem Verband der Touristik-Unternehmen in Griechenland sind die für das Jahr 2012 veranschlagten Ziele im Tourismus nicht erreichbar.

Auf Basis der Ergebnisse der beiden ersten Monate erachtet der Verband der griechischen Touristik-Unternehmen (SETE) die Ziele bezüglich 16 Millionen internationaler Ankünfte und 10 Milliarden Euro direkter Einnahmen aus dem Tourismus für 2012 als unerreichbar, da gemäß den Daten der Griechischen Bank ein signifikanter Rückgang sowohl bei den Ankünften als auch den Einnahmen verzeichnet wird.

Der SETE erachtet ebenfalls, dass dieser Rückgang sich für die ersten vier Monate des Jahres 2012 auf ungefähr dem selben Niveau fortsetzen wird, weil – wie angeführt wird – die notwendigen Maßnahmen und die strukturellen Änderungen „in einem großen Grad nicht umgesetzt wurden, während die Wirtschaftskrise in Europa sich verschlimmerte„. Andererseits beurteilt der SETE jedenfalls positiv, dass die Vorsitzenden der Parteien ND und PASOK, also die Herren Antonis Samaras und Evangelos Venizelos, als Teil des Programms ihrer Parteien einen niedrigen Mehrwertsteuer-Satz auf das touristische Paket und die Wiederherstellung der Mehrwertsteuer auf dem Sektor der Beköstigung auf 13% ankündigten.

Ein Land wie Griechenland, das von dem Tourismus lebt, kann nicht anders als die MwSt. auf sein touristisches Produkt auf ähnlichem Niveau mit dem seiner Mitbewerber zu halten, also in einer Größenordnung von 5% – 8%„, betonte der Verbandsvorsitzende Andreas Andreadis. „Der Beschluss des Wirtschaftsstabs der Regierung im Mai vergangenen Jahres, und zwar mit Zustimmung der Troika, zur Anhebung der MwSt. in der Gastronomie auf 23%, also einen weltweiten Spitzensatz, war völlig paradox und jenseits jeder wirtschaftlichen Logik„, fügte er an und endete: „Dies vernichtete in wenigen Monaten tausende Unternehmen und zehntausende Arbeitsplätze speziell junger Leute, während es letztendlich auch die Steuereinnahmen des Staates minderte.

Der SETE vertritt, dass – damit der Aufschwung beginnt – „unmittelbar nach den Wahlen die bekannten, dokumentierten und in vielfacher Hinsicht selbstverständlichen Maßnahmen zur Stärkung unseres Tourismus und der Verbesserung seiner Wettbewerbsfähigkeit umgesetzt werden müssen„.

(Quelle: Epikera)

  1. Heinz
    5. Mai 2012, 21:57 | #1

    Ja, die machen es sich aber leicht. Jetzt ist die Mehrwertsteuer schuld, dass die Kunden nicht kommen. Woher sollen sie denn kommen, wenn sie vorher alle beschimpft wurden? Woher sollen die Euros kommen, wenn man die Euros gar nicht mehr will?
    Nach Griechenland werden weiterhin die Menschen kommen, die sowieso dieses Land und ihre Menschen mögen. Die anderen Touristen, die mal da, mal da Urlaub machen, die sind sehr empfindlich. Die bleiben weg mit dem Argument: Ja, wenn die mein Geld nicht haben wollen, dann gehe ich halt woanders hin, ich lass mich doch nicht auch noch beschimpfen für mein Geld. Die Auswahl ist groß.

  2. Moppel
    5. Mai 2012, 23:18 | #2

    Heinz :
    Woher sollen sie denn kommen, wenn sie vorher alle beschimpft wurden?

    Das verhält sich definitiv anders herum!

  3. Ariadne
    6. Mai 2012, 09:25 | #3

    @Moppel
    Ach ja? – Da hätte ich gerne eine Erklärung, wie das Ihrer Meinung nach gewesen sein soll.

  4. Heinz
    6. Mai 2012, 14:44 | #4

    @Moppel

    Das hätte ich gerne erklärt.

  5. pirat
    8. Mai 2012, 04:19 | #5

    Um es vorzuschicken: Ich habe diverse griechische Bekannten (in Deutschland) und liebe die griechische Küche. Desweiteren habe ich fast ganz Europe als Nicht- oder Individualtourist bereist. Vor einem Jahr mußte ich ein Projekt in der Türkei begleiten und bin dorthin und zurück mit dem Auto hingefahren – so zusagen um in 3 Monaten bei der Gelegenheit alle Balkanländer kennen zu lernen. Ich war mit einem nicht deutschen Kennzeichen unterwegs und in Griechenland (weil ich kein Griechisch kann) habe ich grundsätzlich in Englisch kommuniziert. Ich bin sowohl im Umgang als auch sprachlich kontaktfreudig.
    Nach insgesamt 20 Jahren Auslandserfahrung muss ich feststellen, dass Griechenland die Ehre hatte, den Vogel abzuschiessen.

    Nach meiner Einschätzung habe ich in keinem anderen Land eine solch grosse Sucht, Ausländer und insbesondere Touristen auszunehmen, angetroffen. Zum Teil richtig dreist-dumme Versuche, den Landesunkundigen auf Strich und Faden auszunehmen. Besonders krass war es im Vergleich zu Kroatien oder Slowenien aber auch gegenüber der Türkei. Dies habe ich erlebt garniert mit Unfreundlichkeit, wobei ich nicht sicher bin, ob sie in Überheblichkeit oder Neid begründet war. Auf jeden Fall in der Nähe der Klassifizierung „Unverschämtheit“.

    Ich habe das Land von Nord nach Süd und von Ost nach West erkundet, so dass meine Erfahrung keine Momentaufnahme ist. Mag sein, dass die Griechen früher ebenso gastlich und freundlich wie die Bulgaren oder andere Balkanvölker waren. Ich weiß es nicht, ich war das erste mal dort.

    Dies gehört aber definitiv der Vergangenheit. Ein Urlaub in Griechenland nur wegen der Sonne oder der antiken Denkmäler zu machen? Beides gibt es genauso wie alte griechischen Städte in der Türkei – nur mit einer freundlichen oder zumindest kulturell höflichen Bevölkerung.

  6. Ariadne
    8. Mai 2012, 14:24 | #6

    @pirat
    Das ist – leider – auch meine Erfahrung! Hätte ich nicht vor Jahren den Fehler gemacht, in GR ein Haus zu kaufen, das ich jetzt nicht mehr los werden kann, würde ich GR schon lange grossräumig umfahren. Sollte sich nicht bald etwas ändern, werde ich das Haus aber ausräumen und sich selbst überlassen, denn langsam gebe ich die Hoffnung auf, dass sich hier jemals etwas ändern wird.

  7. Xeinz
    8. Mai 2012, 16:11 | #7

    @Ariadne

    Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, aber ob ich die Wende in Griechenland erleben werde, wage ich zu bezweifeln. Habe auch ein Haus in GR, vererbe ich an meine Kinder. Ansonsten lässt die Gastfreundschaft in GR zu wünschen übrig. Viele meiner Bekannten wenden sich nach einem einmaligen Urlaub von GR ab, weil sie das Niveau der Dienstleistungen suboptimal finden.

    Aber von pauschalen Urteilen sollten wir absehen, es gibt solche Menschen und solche Menschen.

    Bleibt zu erwähnen, dass es uns als Häuslebauer und Häuslekäufer doch ganz recht war, dass in GR so manche Dienstleistung „schwarz“ erfolgte. Ich erinnere mich an die vielen Gespräche unter uns Deutschen. Griechenland fanden wir toll, weil dort nicht „alles geregelt“ war. Also immer mit der Ruhe…..

  8. Ariadne
    8. Mai 2012, 17:32 | #8

    @Xeinz
    Ich habe keine Kinder, an die ich mein Haus vererben kann. Ich spiele mit dem Gedanken, es der Gemeinde zu überlassen mit der Auflage, dort Frauen unterzubringen, die vor ihren gewalttätigen Männern flüchten müssen. Kennt jemand eine Frauenorganisation in GR?

  9. iaourti iaourtaki
    9. Mai 2012, 12:00 | #9

    Welche größere Stadt ist denn dort in der Nähe? Falls Du durch Athen kommst, können dir sicherlich Leute in Exarchia helfen.

  10. Leopold
    9. Mai 2012, 12:55 | #10

    Nach 30 Jahren Urlaub & Arbeit in Griechenland, mit regelmäßigen Aufenthalten von acht bis zehn Wochen (zuletzt 2011), muss ich den vielen negativen Kommentaren im Forum doch einen positiven hinzufügen: Ich habe zu keiner Zeit fremdenfeindliche oder gar bösartige Äußerungen in GR vernommen. Im Gegenteil, ich habe trotz mangelnder Sprachkenntnisse immer wieder eine Gastfreundschaft erlebt, die ihresgleichen sucht. Und ich denke nicht im Traum daran, unser kleines Ferienhaus in GR aufzugeben…..

  11. Juls
    9. Mai 2012, 15:42 | #11

    @ Leopold

    da kann ich mich nur anschliessen (ausser ein paar kleinen Ausnahmen, die es nun mal ueberall gibt)

    kommt man mir immer hoeflich und freundlich entgegen…..ich sage ja auch immer, so wie man in den Wald reinruft , so schallt es auch wieder raus, oder so aehnlich :-))

    Und ich lebe und arbeite ja auch schon eine schon ueber 20 Jahre hier…..

  12. Roditisa
    28. Mai 2012, 23:14 | #12

    @Leopold
    Ich lebe auch schon seit 8 Jahren in Griechenland und wurde nie irgendwie diskriminiert, angepoebelt oder beleidigt. Selbst jetzt, wo die Zeitungen nicht immer Nettigkeiten ueber Frau Merkel und Herrn Schaeuble veroeffentlichen sind die Leute mir als Deutsche gegenueber voellig normal.

    Mir wurde allerdings schon haeufig erzaehlt, die deutschen Touristen seien extrem unhoeflich. Ich kenne Reiseleiterinnen aus anderen Laendern, die dem Arbeitgeber verheimliches, dass sie Deutsch koennen, damit man sie nicht mit deutschen Touristen arbeiten laesst.

  13. Lucy Sky
    29. Mai 2012, 10:02 | #13

    @Roditisa
    Wir als Restaurantbetreiber haben die unverschaemtesten Geschichten auch leider mit Deutschen (und deutschsprachigen) erlebt. Wir wohnen ein paar km vom naechsten Dorf (und auch der naechsten Tankstelle) weg. Eines Tages kam ein Deutscher mit seinem Sohn und wollte Benzin fuer sein Boot haben. Wir antworteten, wir seien ein Restaurant und keine Tankstelle, aber das Taxi kaeme gleich vorbei, er koennte damit zur Tankstelle fahren. Er erkundigte sich nach unserem Auto – er wollte lieber damit zur Tankstelle fahren. Ich erklaerte ihm, dass es nur auf mich als Fahrerin versichert sei (was nicht gelogen war), um nicht zu sagen, dass ich ihn ja nicht mal kenne, und ihm das Auto allein schon deshalb nicht gerne geben wollte. Er sagte, wir reden hier nicht ueber Versicherungen, wieviel ich fuer das Auto haben wolle. Ich antwortete: „Haben Sie nicht verstanden? Sie kriegen mein Auto nicht!“
    Jetzt kommt’s: „Von Griechen kann man aber mehr Hoeflichkeit erwarten!“ Mein Mann hat ihn daraufhin rausgeschmissen.
    Das „schoenste“ Erlebnis war aber folgendes, diesmal allerdings mit Oesterreichern:
    Wir hatten ein paar Tage zuvor unser Restaurant geschlossen, es war September. Wir waren mit Aufraeumarbeiten beschaeftigt, mein Mann im Gebaeude, ich draussen. Vor unserem Strand lag ein Segelboot, die Insassen waren mit Beiboot an Land gekommen. Sie badeten und bekamen dann wohl Hunger. Der eine kam zum Zaun und sagte, er wolle was zu Essen haben. Wir haetten schon geschlossen, sagte ich. „Ich habe aber Hunger, was soll ich machen?“ „Da kann ich Ihnen nicht helfen, ich habe hier nichts.“ Er sagte irgend etwas, was ich nicht verstehen konnte. Ich schaute rueber, um nachzufragen…
    Der Mann hatte sich mit dem Ruecken zu mir gedreht, sich gebueckt und die Badehose heruntergelassen. Direkt vor mir! Ich kann Euch sagen, das war vielleicht eine „schoene“ Aussicht! Ich konnte fast seine Man deln sehen! Sie waren zu dritt, alle zogen sich aus und gingen nackt baden. Das hat mich total schockiert. Mein Mann kam mir zu Hilfe, vorderte die Herren auf, sich anzuziehen oder sich zu entfernen, und bekam als Antwort nur staendig ein „Ja, ja.“ Einsehen gab es aber keines.
    Daraufhin machte er einen Knueppel schwingend das Boot los und schob es ins Meer.
    Nachdem sie ihre Klamotten zusammengepackt hatten, ruderten sie zurueck zum Segelboot. Der, der mich als erstes angesprochen hatte, stand nackt mit dem Rucken zu mir, gebueckt, und ruderte die anderen zurueck.
    Leider sind es immer deutsch Sprechende, die nicht verstehen koennen, dass GR kein FKK-Strand ist, und dass man nicht nackt herumlaeuft, wenn direkt vor einem Familien mit kindern sind, die ihr Essen in einem Lokal mit schoener Aussicht geniessen wollen, was leider immer wieder in jeder Saison vorkommt.
    Davon ab, haben wir natuerlich auch viele gute deutsche und oesterreichische Freunde.

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