Plan zur Abwendung der Staatsinsolvenz in Griechenland

15. Mai 2012 / Aufrufe: 1.398

In Griechenland arbeiten Zentralbank und Finanzministerium an einem Plan zur Abwendung eines völligen Zahlungsstopps und der internen Staatsinsolvenz.

Die Griechische Bank und das Finanzministerium schreiten zur Ausarbeitung eines Notfallplans zur Abwendung einer internen Insolvenz, falls die Hilfe aus Europa unterbrochen wird. Zuverlässige Quellen des Wirtschaftsstabs und Amtsträger der staatlichen Rechnungszentrale erachten als sicher, dass die Hilfszahlungen der Europäer und des Internationalen Währungsfonds (IWF) an Griechenland „einfrieren“ werden, bis eine Regierung gebildet und die Kommunikation mit Brüssel und Washington wieder hergestellt wird.

Die selben Quellen betonen, dass die monatlichen Bedürfnisse für die Zahlung von Gehältern, Renten und Arbeitslosen- und Sozialhilfen 4 Mrd. Euro übersteigen und für diesen Zweck verfügbare Mittel bis Ende Juli vorhanden sind. Die Bedürfnisse der IKA und des OAEE für die Zahlung von Renten steigen sogar von Monat zu Monat wegen der Welle der Pensionierungen an, die bei Arbeitnehmern beobachtet wird, welche einen Rentenanspruch haben und ihre Arbeit verlieren. Um den erhöhten Bedürfnissen der Kassen zu begegnen, ist ein Posten von 350 Mio. Euro sichergestellt worden, der gegen Mitte Juni als außerordentliche Beihilfe gezahlt werden wird.

Schrittweise Einstellung der Zahlungen an Organismen, Kassen und Träger

Im weiteren Verlauf und in dem Maß, in welchem die anstehenden Hilfszahlungen von insgesamt 14,1 Mrd. Euro eingefroren worden sind, deren Bereitstellung von der Kreditvereinbarung und dem von dem Parlament ratifizierten Memorandum vorgesehen war, wird das Finanzministerium schrittweise alle Zuwendungen an die öffentlichen Träger, juristischen Personen öffentlichen Rechts, Träger der lokalen Selbstverwaltung (OTA) und öffentlichen Unternehmen und Organismen (DEKO) einstellen, ihre Ausgaben an die Grenze ihrer Einnahmen anzugleichen. In einer schwierigen Lage werden sich die Versicherungskassen befinden, die gezwungen sein werden, Abfindungszahlungen und die Bezahlung ärztlicher und pharmazeutischer Versorgung auszusetzen.

Anhängige / anstehende Hilfszahlungen EFSF IWF
Mai 2012 1,1 Mrd. €
Juni 2012 2,6 Mrd. €
August 2012 3,3 Mrd. € 1,6 Mrd. €
September 2012 3,9 Mrd. € 1,6 Mrd. €

Um Zeit zu schaffen, damit das Land die sich gebildete politische Sackgasse überwindet, und soweit notwendig werden auch die verfügbaren Mittel in Höhe von 3 Mrd. Euro genutzt werden, die sich in der Kasse der Finanzstabilisierungsfazilität befinden und für die Deckung außerordentlicher Bedürfnisse der Banken vorgesehen sind. In dem Maß, in dem – sei es auch von einer Interimsregierung – die Verfahren zur Rekapitalisierung der Banken durch die Nutzung der verfügbaren Mittel in Form von Sicherheiten in Höhe von 24 Mrd. Euro vollendet werden, können diese 3 Mrd. Euro jedoch für andere außerordentliche Bedürfnisse bereitgestellt werden.

Es ist offensichtlich, dass für bestimmte öffentliche Träger ein „plötzlicher Tod“ eintreten wird, da sie nicht in der Lage sein werden, ihre Gehälter zu zahlen, wenn alle Spielräume zur Ausschöpfung kommen und die Kassen sich leeren werden. Nur im extremen Fall der internen Staatsinsolvenz wird möglicherweise ein Teil der Bezüge der öffentlichen Bediensteten gekappt werden.

Unmissverständliches Signal aus Brüssel – Tranche wurde „gekappt“

Das Signal bezüglich der Einstellung der Hilfe wurde der griechischen Regierung bereits auf die kategorischste Weise geschickt. Am vergangenen Donnerstag kürzten die Europäer die anstehende Rate der 5,3 Mrd. Euro, deren Zahlung am 10 Mai durch die EFSF vorgesehen war, kurzerhand um 1,1 Mrd. Euro und gaben nur 4,2 Mrd. Euro frei. Das Wesentliche ist jedoch das Klima, welches sich in Europa bezüglich des Landes gestaltet. Der Chef der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) Klaus Regling bestätigte, dass die Tranche an Griechenland freigegeben wurde, stellte jedoch klar, dass nach Juni keine weiteren Auszahlungen erfolgen werden, bis der neue Besuch der Troika in Athen abgeschlossen sein wird.

Die staatliche Rechnungszentrale bestätigte am Nachmittag des Donnerstag (10 Mai 2012), dass bei der Staatskasse der Teil der Memorandums-Tranche in Höhe von 4,2 Mrd. Euro einging, der nach einer turbulenten Videokonferenz der Arbeitsgruppe der Eurogroup schließlich gestern Abend von der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) bewilligt wurde. Die Zahlung der restlichen 1,1 Mrd. Euro wird im Juni erwartet, jedoch darf inzwischen nichts mehr als gegeben betrachtet werden.

Die freigegebene Rate von 4,2 Mrd. Euro wird für die Auslösung einer – von dem allgemeinen „Haircut“ ausgenommenen (!) – am 18 Mai auslaufenden Anleihe im Besitz der EZB und anderer nationaler Zentralbanken sowie für die Zahlung von Zinsen verwendet werden. Die selben Quellen erachten, dass die willkürliche Kürzung der Tranche unzulässig erfolgte, erklären jedoch, dass der restliche Betrag von 1,1 Mrd. Euro für die Deckung der Beteiligung Griechenlands an der EFSF vorgesehen war.

50% der staatlichen Ausgaben entfallen auf Gehälter und Renten

  • 50% der Staatsausgaben werden für Gehälter und Renten verwendet. Trotz der erfolgten Kürzungen wird der Posten für die Renten in diesem Jahr 31 Mrd. Euro übersteigen, während für die Gehälter der Beamten, Militärs, Polizeibeamten und Bediensteten der Träger der lokalen Selbstverwaltungen (OTA) 17,9 Mrd. Euro vorgesehen sind.
  • Wegen der Krise und der erhöhten Arbeitslosigkeit sind die Aufwendungen für soziale Beihilfen außer Kontrolle geraten und belaufen sich auf 14,1 Mrd. Euro.
  • Für den Betrieb des Staates werden 10,9 Mrd. Euro aufgewendet werden, während sich der Posten für die öffentlichen Investitionen auf 7,9 Mrd. Euro gestaltet.
  • Der Staat hat sonstige Ausgaben von 2,9 Mrd. Euro und wird 2,4 Mrd. Euro aus MwSt.-Einnahmen an die EU zurückzahlen.
  • Der Posten für die Zinsen wird sich – nach dem „Haircut“ – auf 13 Mrd. Euro belaufen, während 6 Mrd. Euro bereits gezahlt worden sind.
  • Der Fiskus erwartet Einnahmen von 52,2 Mrd. Euro aus Steuern, 4,7 Mrd. Euro aus Gemeinschaftsmitteln, 20 Mrd. Euro aus Beiträgen an die Versicherungsträger und 8 Mrd. Euro aus Abgaben an die Träger der lokalen Selbstverwaltung.
Ausgaben 2012 (in Mrd. €) Einnahmen 2012 (in Mrd. €)
Renten 31,2 Steuereinnahmen 52,2
Gehälter des öffentlichen Sektors 17,9 Gemeinschaftsmittel 4,7
Soziale Umverteilung 14,1 Versicherungsbeiträge 20,0
Zahlungen an die EU 2,3 Einnahmen der OTA & sonstige Einnahmen 7,8
Zinsen 12,8
Betriebskosten 10,9
Investitionsausgaben 9,9
Sonstige Ausgaben 2,9
Summe der Ausgaben 2012 100 Summe der Einnahmen 2012 84,8

Albtraum die „Schere“ zwischen Einnahmen – Ausgaben

Die Aufwendungen für den Betrieb des Staates werden bis Ende des Jahres 100 Mrd. € übersteigen. Angesichts des sich abzeichnenden Albtraums informieren die Griechische Bank und die staatliche Rechnungszentrale die Parteien detailliert über die volkswirtschaftliche Lage, die entstehen wird, wenn die mit der Kreditvereinbarung vorgesehene Hilfe endgültig eingestellt werden wird. Der Fiskus wird die vorgesehenen Zinsen zur Bedienung der Verschuldung nicht zahlen können und schrittweise zu dem extremen Punkt der Kürzung der Gehälter und Renten geführt werden.

Laut der erfolgten Planung werden die Aufwendungen für den Betrieb des Staates bis Ende des Jahres 100 Mrd. € übersteigen. In diesem betrag sind 12,8 Mrd. Euro für Zinsen zur Bedienung der Verschuldung enthalten. Zur selben Zeit wird erwartet, dass die Einnahmen aus Steuern, Abgaben und Versicherungsbeiträgen 84,7 Mrd. Euro nicht übersteigen und noch weiter sinken werden, wenn die Rezession sich – wie Analytiker wegen des Andauerns der Krise erwarten – sich noch mehr vertiefen wird. Dies wird zum Ergebnis haben, dass das Defizit des Staates 15 – 16 Mrd. Euro übersteigen wird, während in dem hypothetischen Szenarium der Einstellung der Zinszahlungen das Defizit für dieses Jahr 2,5 Mrd. Euro übersteigen wird.

Um diesen Fehlbetrag zu decken, wird der Staat sich der Aufnahme von Krediten zuwenden müssen. Mit der Tatsache als gegeben, dass die Märkte verschlossen bleiben werden, wird der Staat gezwungen sein, zu einem partiellen Zahlungsstopp zu schreiten. Ebenfalls werden die diesjährigen Einnahmen zu einem sehr hohen Anteil durch die Abgaben auf Einkommen und Immobilien gedeckt, welche alle Steuerzahler im zweiten Halbjahr nach Abgabe der Steuererklärungen zahlen werden, deren Einreichung begonnen hat und Ende Juni abgeschlossen sein wird.

(Quelle: To Vima)

  1. Maria P.
    15. Mai 2012, 08:52 | #1

    Haben erst jetzt, angefangen zu „zusammen zu arbeiten“? Vielleicht zu spät…!!!und nicht effizient genug…
    Konfiszieren, alles an allem, die bis jetzt immer noch schulden!

  2. Climateatheist
    15. Mai 2012, 09:30 | #2

    Dieser sehr interessante Artikel bestätigt (sofern die dort berichteten Zahlen auch wirklich glaubhaft sind), meine Meinung über den Zustand Griechenlands. Derzeit haben die Griechen etwa 367 Mrd. Euro Schulden (nach dem der Haircut mit Zufuhr weiterer Mrd.-Kredite vor etwa 5 Monaten durchgeführt wurde) bei einem mittleren Zinssatz von 3,5%. Deshalb dürften die berichteten 12,9 Mrd. Euro Zinsen/J auch ausnahmsweise der Realität entsprechen, denn noch kauft die EZB indirekt Staatsanleihen und noch profitiert Griechenland von niedrigen Zinsen.
    Die Griechen haben 84,8 Mrd. Euro Einnahmen und 100 Mrd. Euro Ausgaben bei 12,9 Mrd. Euro Zinsaufwand. Ein Schulden-/Zinsmoratorium macht also durchaus Sinn. Griechenland soll raus aus dem Euro und der EU und dem Kyoto-Protokoll und dem CO2-Zertifikate-Handel und es so machen wie Kanada oder Australien. Das sind auch kleine Nationen mit wenigen Millionen Einwohnern, eigener nationaler Währung, aber blühender Wirtschaft. Die Australier fördern derzeit ihre Kohlevorräte und exportieren sie nach China. Die Infrastruktur dafür ist mit Direktinvestitionen von ausländ. Firmen in Kombination mit Staatskrediten erfolgt. Exakt das gleiche Modell könnten die Griechen unter der Drachme machen. Man holt sich einen Fremdinvestor, gräbt die griech. Kohle aus dem Boden und betreibt damit moderne Kohlekraftwerke und verkauft den Strom an die Türkei oder den Balkan. Das bringt schlicht Devisen. Es bedarf aber eines Investitionsprogramms, das die dann unabhängige griech. Notenbank mit „Blüten-Drachmen“ vorfinanzieren muss. Damit die Inflation nicht steigt, ist zwingend eine Investition dieses noch nicht mit Waren gegen-finanzierten Blüten-Drachmen-Geldes im Rohstoffsektor erforderlich. Ist dann die Investition erfolgt und läuft die Produktion an, sinkt schnell die Inflation in Griechenland. Bis dahin wird sie aber steigen! Den Effekt darf man nicht (!) unterschätzen.
    Die Griechen müssen schnellstmöglichst ihre Rohstoff-Ressourcen aktivieren. Nur so kommen sie aus dem Zusammenbrechen des BIP und der zunehmenden Inflation heraus.

    Unabdingbar ist dabei eine nicht-korrupte Regierung und die komplette Entfernung des oberen und mittleren Managements aus den noch von der Neo Demokratie und der Passok kontrollierten Staatsfirmen. Es ist zudem extrem wichtig, Fremdinvestoren ein investitionsfreundliches Klima mit langfristigen, fairen Konditionen (und diesmal bitte ohne Steuerkorruption oder Korruption in der die Abbaugenehmigungen gebenden Ministerstruktur) zu bieten. Dann können auch ineffizientere, arbeitsplatzintensivere Investitionen im Rohstoffabbau etabliert werden.

    Die gesamte Windkraft- und Photovoltaik-Industrie, die derzeit die Griechen nur Steuergeld kostet, sollte von sämtlichen Zuschüssen befreit werden. Dann ist diese ineffiziente Pseudo-Arbeitsplatz-Alternative gezwungen, entweder erheblich effizienter und billiger zu werden oder pleite zu gehen. In Deutschland geht zurecht die ineffiziente PV-Industrie zu gunsten Chinas insolvent. Der Vorteil dieses harten Vorgehens ist, dass die Griechen kein Geld in ineffiziente Strukturen investieren, jedoch trotzdem deren Aufbau dadurch fördern können, dass sie dieser Industrie keinerlei Hindernisse in den Weg legt. Wer also eine ineffiziente Windkraft-/PV-Anlage aufbauen will, sollte das auf eigene Kosten jederzeit tun können.

    Massiv ausgebaut werden muss die Nutzung der Öl-/Gas-Blasen im Golf von Kavala. Griechen, wendet euch an den Pressesprecher von Energean Oil & Gas und redet Tacheles mit den Leuten. Die können auch genau sagen, was derzeit die Energieoptionen sind. Immerhin ist das eine zypriotisch-griech. Firma und keine nicht-griech. Firma.

    Im übrigen würde ich den griech. Parteien dringendst raten, das griech. Energieministerium aufzusuchen und genau den Arbeitstisch von Tina Birbelli vom Panhellistischen Socialistic Movement (einer grün-linken Propagandistin für Pseudo-Energie-Systeme) zu durchwühlen, um nach den Schürf-/Explorationsgutachten über Kohle, Öl, Gas, Bauxit usw. in Griechenland zu suchen. Es müssten eigentlich mindestens ein halbes Dutzend dieser Gutachten herumliegen. Birbelli wurde am 17. Juni 2011 gefeuert. Derzeit macht ihr Job ein Politik-Professor aus Athen, ausgebildet an der Londoner Business-School namens Giorgos Papakonstantinou/PASOK. Und der Herr ist grob inkompetent. Der gehört gefeuert wie seine Kollegin Birbelli.

    Griechenland darf nicht den spanischen Fehler begehen. Ein Grund für die spanische Krise war die De-Industrialisierung durch hochsubventionierte Windkraft- und PV-Anlagen in Kombination mit einer Immobilienblase. Jeder Arbeitsplatz in der Windkraftindustrie zerstört aber nachweislich 2,5 Arbeitsplätze in der normalen Industrie. Und genau das läuft derzeit in Griechenland. Die Entkernung des Industriesektors und des Rohstoffsektors ist eine der Ursachen für die erhöhte Inflation und die Krise in Griechenland.

  3. Konstantin
    15. Mai 2012, 14:34 | #3

    Es ist wirklich Schade was auch Griechenland unter den Regierungen Pasok und NK geworden ist. Um Griechenland wieder auf die Beine zu bringen, müssten diese beiden Parteien raus aus zukünftigen Regiergungen. Das ganze System in Griecheland muß verändert werden. Bestechlichkeit und Vetternwirtschaft müssen unterbunden werden.
    Wenn ich mir hier in Deutschland mal so einige Griechische Konsulate ansehe, da arbeiten tatsächlich noch Leute die können kein Deutsch, werden aber von Griechenland aus eingestellt.
    Politiker die klauen müssen ins Gefängnis und sollten enteignet werden.
    Beamte die bestechlich sind müssten fristlos entlassen werden können.
    Erst wenn in Griechenland eine vernünftige neue Regierung eintritt die auch wirklich was für das Land und für das Volk bewegt, kann sich was ändern.

    @Climateathei

    Die Zinsen für die Kredite müssten gesenkt werden, ansonsten kann Griechenland kaum die Schulden begleichen, für 0,1% aufgenommen und für 3,5% weiter gegeben, da kann man nicht von Hilfe oder niedrig reden. Es geht um Millarden da sind 3,5 % sehr hoch.

    Dazu kommt noch das die EU-Hilfen auf ein Sperrkonto kommen und von dort aus direkt an die Gläubiger überwiesen wird. Für das Land selbst gibt es keine Hilfen.
    Da Griechenland aber für das Land Geld benötigt, verkauft es Staatsanleihen für ca. 10% bis 15% Verzinsung.
    So gesehen zahlt Griechenland für Kredite in Form von Staatsanleihen 10% bis 15 % Zinsen.

  4. Climateatheist
    15. Mai 2012, 14:35 | #4

    Prof. Hankel macht hier einen sehr vernünftigen Vorschlag zur Herausnahme Griechenlands (wie aller anderen Euro-Staaten) aus dem jetzigen Euro-System zurück in entweder ein System des EWS mit dem Euro als ECU-Nachfolger oder ein Doppel-Währungssystem mit Landeswährung und Euro als Zweitwährung – ein System, was derzeit in Albanien als direkter Nachbar Griechenlands funktioniert -> http://www.youtube.com/watch?v=iiQ8n55gosE (alle drei Teile ansehen). Vielleicht findet sich ein Grieche, der das Video griechisch untertitelt und im griech. Web kursieren lässt

  5. Climateatheist
    15. Mai 2012, 17:05 | #5

    @Konstantin

    Die Zinsen für griech. Staatsanleihen betragen derzeit dank der EZB-Taktik bereits 3,5% im Mittel. Das liegt schon unterhalb der EU-Inflationsrate für die Süd-Euro-Zone von derzeit 4-6%. Die griech. Schulden verdampfen demnach zu Lasten u.a. der BRD, denn bei uns steigt derzeit die Inflation auch bereits auf 3-4% an. Gebt uns 3,5% Zins und wir haben Null Gewinn nach Inflationsbereinigung. Ergo verlieren wir (bei steigender Inflation) sogar Geld.

    Die Sperrkonten machen dank der griech. Korruptionswirtschaft durchaus Sinn. Es muss erst das Groß-Reine-Machen in der Neo Demokratie/Pasok-Korruptionsbürokratur erfolgt sein und die neue Regierung bewiesen haben, dass sie transparent und nicht korrupt arbeitet. Erst dann macht es Sinn, Sperrkonten aufzuheben.

    Ansonsten halte ich es durchaus für falsch, dass die Griechen im Euro bleiben wollen. Sie schädigen sich selbst damit. Reisst die ND/Passok-Korruption aus Eurem System heraus, in dem ihr beim nächsten Mal nicht primär die 3%-sonstigen Parteien wählt, sondern in dem ihr die aktuellen Parteien im Parlament (aber eben nicht ND/Passok) wählt. Dann schafft den 50-Mandate-Bonus ab, führt ein vernünftiges Meldesystem ein und lasst die Auslandsgriechen in deren ausl. Botschaften wählen, anstatt sie nach Hause zu zwingen.
    Dann tretet aus dem EURO, der EU, dem Koyto-Protokoll und dem CO2-Zertifikate-Handel aus. Dafür reichen i.d.R schlichte Parlamentsbeschlüsse bzw. Volksbefragungen. Da dürfte die Mehrheit kein Problem sein, schätze ich.

    Dann etabliert sofort eine Staatsfirma, die zu 49% mit Bürgerbeteiligungs-Anteilsscheinen läuft und Eure Landesressourcen ausbeuten soll (Öl, Gas, Steinkohle, Bauxit/Aluminium, Gold, Silber, seltene Erden, Uran im Landesnorden). Die Firma soll gleichzeitig wenn möglich auch z.B. Ölraffinerien bauen, damit ihr an den teureren Endprodukten (Benzin und nicht nur Rohöl) verdient. Der Überschuss der Firma fließt zu 51% direkt in den Staatshaushalt, zu 49% geht er an die Bürger zurück.

    Die Kanadier in Alberta haben ein ähnliches System. Dort kriegen die Bürger pro Jahr 300 Dollar aus Ölsand-Gewinnen einer Staatsfirma ausbezahlt. Die etwas schräge US-Vize-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin (eine stramm Konservative) hat ein analoges Modell für die Bürger des US-Bundestaates Alaska etabliert. Dort kriegt jeder „Alaskaner“ jährlich 1500 US-Dollar per Scheck ausgezahlt. Was also in Kanada und USA unter konservativer Regierung geht und blütenreiner „konservativer Sozialismus“ ist, müsste ja wohl auch im nach links gerückten Griechenland klappen, oder?

    Ihr Griechen schaut zuwenig in die Welt. Dabei liegt die Welt vor Euren Augen auf dem Bildschirm des PC. Ihr seht einfach nicht mehr hin. Das ist traurig. Viele andere Staaten hatten analoge Probleme wie ihr und haben diese Probleme gelöst. Gerade und vor allem kleine Staaten lösen solche Probleme am besten, weil die Entscheidungswege kurz sind. Wenn Ihr Griechen auch auf die EUdSSR in Brüssel verlasst, seit ihr tot! EU-Präsident van Rompoy und EU-Kommissionspräsident Barroso wollen nur Eure Rohstoffe und nicht etwa Euer Leben verbessern! Und das Merkollande ist da keinen Millimeter besser!

    Geht aus der EU raus, aber bleibt in der NATO, sonst klauen Euch die Türken Eure Ressourcen. Das machen die gerade im Nord-Irak…. und die Türken verhalten sich gerade in Eurer Region so, wie sich Adolf bei uns gegenüber Polen und der Tschechei verhielt.

  6. Climateatheist
    15. Mai 2012, 17:39 | #6

    Was meine Behauptungen zu den erheblichen Ressourcen Griechenlands angeht, so gibt es ein (leider etwas verschwörungstheoretisch anmutendes) griech. Video mit engl. Subtiteln hier -> http://www.youtube.com/watch?v=x8M-rJULXlo

    Man muss dem Journalisten bzw. dem Bericht nicht glauben. Man kann ihn ja überprüfen. Die noch gar nicht explorierten Öl- und Gas-Blasen im Golf von Kreta und der Ägäis lassen zu Hauf Vorräte vermuten -> http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=29609
    Die griech.-zypriot. Firma Energean Oil & Gas exploriert als einzige Firma derzeit im Golf von Kavala http://www.energean.com/ und zwar in den Feldern Prinos, Prinos Nord, Epsilon und Süd-Kavala.
    Diese Ressourcen sind längst Teil des Spiels von Großinvestoren, die diese Ressourcen zu den Lasten griech. Bürger ausbeuten wollen. Man sieht das hier sehr nett -> http://www.fastmr.com/prod/359412_greece_oil_gas_report_q2_2012.aspx . Es geht schlicht allein beim Öl um 3 Milliarden Barrel Öl in verschiedenen Feldern – und das ist nur jenes Material, was man aktuell entdeckt hat. Es ist noch viel mehr zu erwarten. Das bedeutet, daliegen etwa 350 Mrd. Euro Öl direkt vor Eurer Küste. Selbst wenn man die
    Förder-/Explorationskosten von 30-40 Mrd. Euro abzieht, würde das Reichen, die griech. Staatsschulden auf einen Schlag zu bezahlen. Von Abermilliarden Kubikmetern Gas nicht zu reden!

    Die International Atomic Energy Agency in Wien berichtete in ihrem 2009er-Uranreport hier
    -> http://www-pub.iaea.org/MTCD/publications/PDF/te_1629_web.pdf von noch nicht explorierten Uran-Vorkommen im griech. Seres-Becken (siehe Seite 16/126 und 65/126).
    Allein dort schätzt man die Vorräte auf 600 Tonnen http://www.hri.org/news/greek/mpab/2001/01-05-28.mpab.html#06 und das ist nur ein Bruchteil der 10.000 Tonnen, die man für Nord-Griechenland geschätzt hat.

    Man muss sich doch nur ansehen, wie Eure Schürfleistungen sind. Das ist hier nachzulesen -> http://www.un.org/esa/dsd/dsd_aofw_ni/ni_pdfs/NationalReports/greece/Greece-CSD18-19_Chapter_II-Mining.pdf auf der UN-Homepage (siehe Seite 2-3/12) Und der Abbau erfolgt ganz offensichtlich umweltverträglich und deshalb muss man sich nicht von pseudo-grünen De-Marketing-Kampagnenfirmen wie Greenpeace hier ins Bockhorn jagen lassen, wenn die einem das Märchen erzählen wollen, dass man nichts schürfen dürfe, weil das angeblich die Umwelt ruiniere. Diese Lügen erzählen die Umwelt-Linken schon seit Jahrzehnten über das Ölsand-Öl aus Kanada und haben komischerweise kein Problem damit, wenn Terror-Islamisten-Öl aus Saudi-Arabien nach Kanada importiert werden soll, obwohl die kanad. Umweltstandards um Lichtjahre höher als jene der Saudi’s sind.

    Man muss also nur suchen, dann findet man sofort die Optionen, die Griechenland hat. Immerhin macht der meiste Umsatz Griechenland nicht das Anbauen von Oliven, sondern deer Abbau von Rohstoffen aus. Es mangelt zum Teil an der Veredelungsindustrie und genau die muss man Aufbauen und zwar gerade deshalb, weil die Umweltfaschisten das im Auftrag von konkurrierenden Großindustriellen verhindern wollen. Immer dort, wo u.a. Greenpeace protestiert, liegt der Mehrwert beim Schürfen. Genau da muss man es auch tun, wenn man ein schlauere, umweltbewusster Grieche ist.

    Man muss sich doch nur einmal ansehen, wie der Export griech. Rohöls eingebrochen ist, weil die Griechen einem gezielten Desinformationsangriff von konkurrierenden Firmen wie GAZPROM oder anderen Öl-Exportländern über Umweltgruppen ausgesetzt wurde.
    http://www.indexmundi.com/energy.aspx?country=gr&product=oil&graph=production
    Nicht umsonst versucht man den Griechen, ineffiziente Windmühlen und Photovoltaikanlagen anzudrehen, damit die nicht merken sollen, dass sie eigenes Öl und Gas besitzen und steinreich sind.

  7. Ariadne
    16. Mai 2012, 12:30 | #7

    @Climateatheist
    Für welchen Energiekonzern sind Sie denn unterwegs? – Was Sie da vorschlagen, würde das wunderschöne Griechenland in eine vergiftete Landschaft verwandeln, die zu einem grossen Teil nicht mehr bewohnbar wäre. Erzählen Sie hier doch mal, wie und mit welchen hochgiftigen Substanzen z.B. seltene Erden abgebaut werden! Leben ist auf diesen Landstrichen danach nicht mehr möglich. Aber dass für Profitgier unser Planet geopfert wird, ist ja nichts Neues unter der Sonne!

  8. armer Grieche
    16. Mai 2012, 14:02 | #8

    @Climateathei

    Retter der Griechen, wir küssen Dir die Füße!

  9. Griechen-Euro
    20. Mai 2012, 14:44 | #9

    Das Recht, € Münzen herstellen zu lassen, liegt bei Griechenland. Was liegt also näher, als € Münzen mit Nennwerten wie in anderen Ländern zu schaffen, z.B. 10€/ 20€/ 50€/ 100€/ 200€ aus preisgünstigen Metallen, und dieses gesetzliche Zahlungsmittel als „Helenen€“ zu nutzen?

    Verbunden mit einem Annahmezwang in Griechenland und der Annahme auch für Steuerzahlungen, würde wahrscheinlich so manches Stück sogar bei Touristen verbleiben.

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