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Plan B für Euro-Austritt Griechenlands

16. Mai 2012 / Aktualisiert: 24. September 2017 / Aufrufe: 1.252

Angesichts der gescheiterten Versuche der Regierungsbildung in Griechenland rückt ein Ausscheiden des Landes aus der gemeinsamen Währung und der Eurozone näher.

Während in Griechenland die politischen Kräfte nicht vermögen, eine Regierung zu bilden, bereiten sich die europäischen Partner auf das Schlimmste vor. Sie verheimlichen nicht mehr, auch einen „Plan B“ auf dem Tisch zu haben, der das Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone vorsieht. Das deutsche Magazin „Der Spiegel“, das bisher zu den herzlichen Unterstützern Griechenlands zählte, erschien am 14 Mai 2012 mit dem Titel „Akropolis adieu“ und legt dar, warum es für Griechenland nunmehr besser sei, zur Drachme zurückzukehren.

Spitzenfunktionäre der Europäischen Union deklarieren in allen Tonlagen, die Umsetzung des Programms sei für Griechenland eine Einbahnstraße, lassen aber gewisse Aussichten auf eine partielle Lockerung des Programms, ohne dass sich jedoch die Ziele ändern, und erklären, dass es ein zusätzliches Programm zur Stützung des Aufschwungs geben könne – allerdings natürlich unter der Voraussetzung, dass es in Griechenland eine Regierung geben wird.

Funktionäre und Politiker zum Euro-Austritt Griechenlands

Olli Rehn
Der europäische Kommissar Olli Rehn vertritt, der Verbleib Griechenlands in der Eurozone liege in den Händen der Griechen. Parallel merkte er an, Europa sei fähiger als vor zwei Jahren, dem eventuellen Ausscheiden Griechenlands zu begegnen, und fügte an, die Folgen würden für das Land selbst schlimmer sein als für Europa in seiner Gesamtheit. Ebenfalls betonte er charakteristisch, weiterhin zu glauben, dass Griechenland im Euro bleiben könne, jedoch wählen müsse, ob es seine Verpflichtungen respektieren wird oder nicht.

Wolfgang Schäuble
Auf der selben Wellenlänge auch der deutsche Finanzminister, der betont, Deutschland sei zur Untersuchung zusätzlicher Maßnahmen zur Förderung des Aufschwungs in Griechenland bereit, jedoch müssen die bereits getroffenen Vereinbarungen umgesetzt werden. „Wenn die Griechen eine Idee dazu haben, was wir zusätzlich tun können um den Aufschwung zu forcieren, können wir es diskutieren und untersuchen„, unterstrich er und merkte ergänzend an: „Griechenland muss unter dem Strich wettbewerbsfähig werden und die Wirtschaft wird sich entwickeln. Dies setzt jedoch voraus, dass die Vereinbarungen und die grundsätzlichen Reformen umgesetzt werden, anderenfalls hat das Land keine Perspektiven.“ Weiter unterstrich er, dass es keinen leichten Weg für das Land gebe und Griechenland nunmehr beweisen müsse, über die Kraft zu verfügen, um die für diesen Zweck benötigten Mehrheiten aufzuzeigen.

Klaus Regling
Das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro ist die teuerste Lösung für die heutigen Probleme„, äußert der Chef der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) Klaus Regling in einem Interview mit der österreichischen Zeitung „Die Presse“ an. Der EFSF-Chef führt an, dass dies der Grund sei, aus dem die Regierungen der Eurozone alles unternehmen, um Griechenland in der Eurozone zu halten. Zusätzlich beruft er sich auf die Studie einer Bank, in der die Kosten des Ausscheidens eines Landes auf 100 Mrd. Euro veranschlagt werden, und meint: „Angesichts der Tatsache, dass niemand die genauen Folgen vorhersehen kann, könnten die Kosten noch höher ausfallen.

Jens Weidmann
Bundesbankpräsident Jens Weidmann richtete eine Warnung an Griechenland, die unterzeichneten Vereinbarungen zu respektieren. Wie er bezeichnend anmerkte, „wurden die Memoranden und die Kreditabkommen zwischen dem IWF, der Europäischen Kommission und der griechischen Regierung vereinbart. Wenn Athen seine Verpflichtungen nicht einhält, ist das eine demokratische Entscheidung. Die Folge wäre jedoch, dass für die Auszahlung weiterer Tranchen keine Basis mehr existiert. Außerdem sind auch die zu der finanziellen Hilfe beitragenden Länder ihrer öffentlichen Meinung gegenüber rechenschaftspflichtig.

Jean-Claude Juncker
Karotte und Peitsche von dem Präsidenten der Eurogruppe: Auch wenn er sich dafür ausspricht, Griechenland mehr Zeit zu geben, weist er alles über eine Änderung des vereinbarten Programms zurück. „Wenn Athen Zeit für die Bildung einer Regierung benötigt, haben wir diese zu geben, erhebt gegenüber den Griechen nicht den Zeigefinger, lassen wir sie selbst entscheiden, was sie machen„. Er sprach sich ebenfalls gegen die „Lösung“ des Ausscheidens aus der Eurozone aus, betonte jedoch auch, „eine ebenfalls ungeeignete Lösung wäre die völlige Abwendung Griechenlands von dem vereinbarten Sanierungsprogramm„.

Werner Faymann
Der österreichische Kanzler Werner Feymann erklärte seine Beunruhigung über die Situation in Griechenland und kommentierte, Österreich werde nur weiter zu dem Hilfspaket beitragen, wenn Athen die vereinbarten Reformen fortsetzt. „Niemand kann einem Fass ohne Boden Garantien geben, wir können es auch nicht„, meinte er charakteristisch. Auf die Frage, ob er sich die Eurozone ohne Griechenland vorstellen könne, antwortete er: „Ich wünsche es nicht, in der Theorie kann man sich viel vorstellen. Ich warne jedoch, dass es sehr viel teurer zu stehen kommen wird als die gegenwärtige Hilfe an Griechenland.

Ausländische Medien zur Situation in Griechenland

Das griechische Thema befindet sich verständlicherweise auf den Titelseiten der ausländischen Presse und alle Blicke sind auf Athen und die unternommene Bemühung zur Bildung einer Regierung gerichtet.

CNN
Letzter Versuch zur Bildung einer Regierung in Griechenland, eine Woche nach der Abstrafung der traditionellen Parteien durch die Wähler„, übertrug das amerikanische Netz CNN und fährt fort: „Das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro wird die bereits zerbrechliche Wirtschaft der Eurozone beeinträchtigen.

Guardian
Die Griechen balancieren über dem Abgrund„, meldet die britische Zeitung Guardian und führt in der einschlägigen Reportage an, „das griechische Volk durchlebt die schlimmste Krise der Neuzeit„. Auf den SYRIZA-Vorsitzenden Alexis Tsipras Bezug nehmend charakterisiert der Guardian ihn als einen „Populisten, der versprach, den Stand der Löhne und Renten vor der Epoche der Krise wiederherzustellen, was möglicherweise ihn selbst und leider auch das gesamte Land in die Ecke gedrängt hat„.

BBC
Das britische Netz BBC spricht von einem „russische Roulette“ und vertritt, Herr Tsipras denke, die Europäer würden bezüglich „unseres Ausscheidens aus der gemeinsamen Währung bluffen„.

Le Monde
Staatspräsident Karolos Papoulias bemüht sich, die politischen Führer zu einer Regierung zusammenzubringen, die den Bankrott Griechenlands abwenden könnte„, führt auch die französische Zeitung Le Monde an.

Le Figaro
Die Führer der griechischen Parteien treffen sich mit Staatspräsident Karolos Papoulias, um die Möglichkeit zur Bildung einer Regierung und der Abwendung neuer Wahlen zu erörtern, die das Land in die Insolvenz und zum Euro-Austritt führen könnten„, schreibt die Le Figaro.

Der Spiegel
Die Griechen waren niemals für die Währungsunion vorbereitet, sie sind es auch heute nicht!“ Nur ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone wird dem Land die Chance bieten, langfristig auf eigenen Füßen zu stehen„, schreibt das deutsche Magazin in seiner aktuellen Ausgabe, die auf der ersten Seite „Akropolis adieu“ als Titel hat.

(Quelle: Imerisia)

  1. Sapounakis
    16. Mai 2012, 22:01 | #1

    warum haben die wohl ihr Geld abgehoben ?
    Wenn dieser ideologisch verblendete Herr Tsipras die Zahlung der Schulden einstellt, müssen die griechischen Banken verstaatlicht werden, um einen dauerhaften finanziellen Absturz abzufangen und eine neue Währung zu schaffen, da sie einen großen Teil der griechischen Staatsschulden in ihrem Portfolio haben. Was wären die Einlagen der kleinen Leute dann wohl noch wert? Eine Abwertung von mehr als 80 % wäre unvermeidlich.

  2. Michael
    16. Mai 2012, 22:22 | #2

    Nee, das ist Humbug. Die Griechen werden neu wählen. Wohl nicht die Vollpfosten, die das Land ruinierten. Die Neugewählten müssen dann entscheiden, ob Griechenland zu seinen Verpflichtungen steht oder nicht. Die Verpflichtungen sind nicht verhandelbar. Das Land muss mit oder ohne Euro umorganisiert werden. Das wird in jedem Fall bitter. Das bedeutet, die neue Regierung steht in jeder Hinsicht vor enormen Herausforderungen. Die Eurozone wird ihr dabei nur dann helfen, wenn Griechenland zu seinen Verpflichtungen steht.

    Ganz einfach. Geld gleich Kredit. Die Kredite, das „Geld“, sind an Griechen geflossen und die zahlen dafür die Zinsen. Sie haben die Investoren geschoren, damit finden sie außer der EU für 20 Jahre keine neuen Investoren, denn die jetzige Generation ist über „griechisches Recht“ hinreichend belehrt worden. Die EU hilft, unter dem bekannten, aber keineswegs falschen Spardiktat.

    Ansonsten werden griechische Konten über Nacht auf NeuDrachmen umgestellt, die Grenzen dichtgemacht und Eurobargeld in Griechenland in begrenzter Höhe zur Drachme umgestellt, abgestempelt. In der Eurozone werden neue Geldscheine eingeführt und die alten Scheine sofort außer Kurs gesetzt. Gegen Vorlage des Personalausweises dürfen andere Europäer ihr Bargeld in neue Scheine umtauschen. Aber nur in einer Höhe unterhalb des Geldwäscheverdachtes !

    Das dürfte seit Monaten tatsächlich vorbereitet worden sein. Ich war nämlich mehrere Wochen am Wochenende zur Bank und wollte den Einzahlungsautomaten benutzen. Ging nicht. Dann schaffte ich es in der Woche. Da ging der Automat auch nicht. Die Einzahlung von Bargeld ging nur am Schalter, der dann glücklicherweise geöffnet war. Da ich einem Griechen nicht sehr ähnlich sehe, brauchte ich keinen Personalausweis vorlegen. Außerdem lag der Betrag 50 Euro unter dem des Geldwäscheverdachtes. Bewußt gemacht. 😉 Es war auch wirklich Erspartes, nichts Gewaschenes oder Hinterzogenes. 🙂 Aber der Sachverhalt an sich spricht dafür, dass da etwas im Busch ist. Aus dem Grund habe ich das Geld auch eingezahlt. Nach der „Reform“ hebe ich es auch wieder ab. Nur Bares ist Wahres. Der „Rest“ ist Spielgeld. 🙂 Von einer Oma gelernt.

  3. Catalina
    16. Mai 2012, 23:08 | #3

    Wer bereits naß ist, hat keine Angst mehr vor dem Regen!!

  4. Michael
    16. Mai 2012, 23:38 | #4

    @Catalina
    Es gibt auch keinen Grund zur Angst vor Unwettern. Wer ein „ordentlicher“ Spekulant ist, erkennt den Ausweg auf einen Blick. Nur „Lieschen Müller“ oder ihr griechisches Pendent wird ausgeraubt.

  5. Babbelnett
    16. Mai 2012, 23:59 | #5

    Die EZB dreht den maroden Griechen-Banken jetzt den Geldhahn zu.

    Insgesamt wurden am Montag und Dienstag Einlagen im Umfang von $1,2 Mrd von den Banken in Griechenland abgehoben. Laut Angaben von offizieller Seite handelt ist sich damit jedoch nicht um einen Bank-Run. Niemals nicht.

    Die SYRIZA wird übrigens viel Geld (woher auch immer) in Griechenland verteilen.

  6. Musenrössle
    17. Mai 2012, 00:23 | #6

    @Catalina
    Hier geht’s aber nicht um ein bisschen Regen, sondern um eine Sinflut.

  7. 18. Mai 2012, 13:36 | #7

    das was den griechen gerade passiert ist schlimm wie ich finde. auch in deutschland kann so etwas passiern, vielleicht nicht heut und morgen, aber auszuschließen ist es nicht.

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