Neue Demoskopien in Griechenland sehen Kopf-an-Kopf-Rennen

20. Mai 2012 / Aufrufe: 645

Mitte Mai 2012 in Griechenland durchgeführte Meinungsumfragen zeigen einen klaren Aufstieg der Konservativen und Radikalen Linken, jedoch keinen eindeutigen Wahlsieger.

Zwei neue Meinungsumfragen, deren Ergebnisse in den Sonntagsausgaben (20 Mai 2012) der griechischen Zeitungen publiziert werden, sehen die Nea Dimokratia (ND) als stärkste aus den Parlamentswahlen am 17 Juni 2012 hervorgehende Partei, während zwei weitere Erhebungen die Allianz der Radikalen Linken (SYRIZA) als Wahlsieger sehen.

Der sichere Wahlsieg der SYRIZA-Partei, der sich anfänglich in den ersten Ergebnissen der Umfragen abzeichnete, die parallel zu den – letztendlich gescheiterten – Bemühungen um die Bildung einer regulären Regierung durchgeführt wurden, scheint demnach wieder in Frage zu stehen. Allerdings weisen alle vier in Rede stehenden Demoskopien nur geringe Unterschiede zwischen den Ergebnissen für ND und SYRIZA aus und dämpfen somit nicht nur die Aussichten auf einen eindeutigen Wahlsieg, sondern machen auch jede Hoffnung auf eine autonome regierungsfähige Mehrheit zunichte.

Im Vergleich zu dem Ergebnis der Parlamentswahlen am 06 Mai 2012 zeichnet sich jedenfalls in allen bisherigen Meinungsumfragen ein eindeutiger Aufstieg von ND und SYRIZA ab, während die PASOK-Partei ihre Position nur minimal zu verbessern vermochte.

Real News sieht knappen Wahlsieg der Nea Dimokratia

Gemäß der von Real News publizierten Meinungsumfrage werden die Stimmanteile der Parteien folgendermaßen eingeschätzt:

Partei Stimmanteil
ΝΔ (Νέα Δημοκρατία) ND (Nea Dimokratia) 24,4 %
ΣΥΡΙΖΑ SYRIZA (Radikalen Linke) 23,8 %
ΠΑ.ΣΟ.Κ. PASOK (Panhell. Soz. Bewegung) 14,5 %
Ανεξάρτητοι Έλληνες Unabhängige Griechen 8,5 %
Κ.Κ.Ε. KKE (Komm. Partei Griechenlands) 5,9 %
Χρυσή Αυγή Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) 5,8 %
ΔΗΜ.ΑΡ. DIMAR (Demokratische Linke) 6,9 %
Οικολογιοι – Πράσινοι Ökologen – Grüne 2,3 %
Δημιουργία, ξανά! Wiedererschaffung! 1,9 %
ΔΗΣΥ (Δημοκρατική Συμμαχία) DISI (Demokratische Allianz) 1,7 %
ΛΑΟΣ LAOS (Orthodoxer Volksalarm) 1,3 %
Δράση! Drasi! (Aktion!) 0,8 %
Andere Parteien 2,2 %

Proto Thema prognostiziert ebenfalls Wahlsieg der Nea Dimokratia

Die von der Zeitung Proto Thema (Πρώτο Θέμα) publizierte Demoskopie kommt unter Berücksichtigung nur der gültigen Stimmen zu folgendem Ergebnis:

Partei Stimmanteil
ΝΔ (Νέα Δημοκρατία) ND (Nea Dimokratia) 23,1 %
ΣΥΡΙΖΑ SYRIZA (Radikalen Linke) 21,4 %
ΠΑ.ΣΟ.Κ. PASOK (Panhell. Soz. Bewegung) 13,5 %
Ανεξάρτητοι Έλληνες Unabhängige Griechen 7,3 %
ΔΗΜ.ΑΡ. DIMAR (Demokratische Linke) 6,0 %
Κ.Κ.Ε. KKE (Komm. Partei Griechenlands) 5,2 %
Χρυσή Αυγή Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) 5,2 %
Andere Parteien 7,7 %
Unentschlossene 12,0 %

Metron Analysis sieht die Allianz der Radikalen Linken als Wahlsieger

Die für Rechnung von Protagon.gr durchgeführte Erhebung der Metron Analysis weist die SYRIZA-Partei und einen Aufstieg von Nea Dimokratia und PASOK aus.

Partei Stimmanteil
ΣΥΡΙΖΑ SYRIZA (Radikalen Linke) 20,8 %
ΝΔ (Νέα Δημοκρατία) ND (Nea Dimokratia) 19,7 %
ΠΑ.ΣΟ.Κ. PASOK (Panhell. Soz. Bewegung) 14,4 %
Ανεξάρτητοι Έλληνες Unabhängige Griechen 6,5 %
ΔΗΜ.ΑΡ. DIMAR (Demokratische Linke) 5,2 %
Κ.Κ.Ε. KKE (Komm. Partei Griechenlands) 4,8 %
Χρυσή Αυγή Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) 4,0 %
Δημιουργία, ξανά! Wiedererschaffung! 2,3 %
ΛΑΟΣ LAOS (Orthodoxer Volksalarm) 1,5 %
Andere Partei 3,6 %
Ungültige / leere Stimme 1,0 %
Ich werde nicht wählen gehen 4,6 %
Ich bin unentschlossen 9,0 %
Ich antworte nicht 2,5 %

Bezüglich der Frage nach dem geeignetsten Premierminister sprachen sich 17% der Befragten für Alexis Tsipras (SYRIZA), 16% für Antonis Samaras (Nea Dimokratia), 12% für Evangelos Venizelos (PASOK), 4% für Fotis Kouvelis (DIMAR), 3% für Panos Kammenos (Unabhängige Griechen), 2% für Aleka Papariga (KKE), 2% für Nikos Michaloliakos (Chrysi Avgi) aus, während 27% „Niemand“ und 12% überhaupt nicht antworteten.

Die Erhebung der Metron Analysis wurde am 16 und 17 Mai 2012 unter Befragung von 1.207 Personen durchgeführt.

Public Issue sieht einen deutlichen SYRIZA-Wahlsieg

Eine für die Sonntagsausgabe der Zeitung Kathimerini (Καθημερινή της Κυριακής) durchgeführte Erhebung der Public Issue zeigt im Gegensatz zu den übrigen Umfragen einen deutlichen Vorsprung der Allianz der Radikalen Linken (SYRIZA):

Partei Stimmanteil
ΝΔ (Νέα Δημοκρατία) ND (Nea Dimokratia) 28,0 %
ΣΥΡΙΖΑ SYRIZA (Radikalen Linke) 24,0 %
ΠΑ.ΣΟ.Κ. PASOK (Panhell. Soz. Bewegung) 15,0 %
Ανεξάρτητοι Έλληνες Unabhängige Griechen 7,0 %
ΔΗΜ.ΑΡ. DIMAR (Demokratische Linke) 7,0 %
Κ.Κ.Ε. KKE (Komm. Partei Griechenlands) 5,0 %
Χρυσή Αυγή Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) 4,5 %
Δημιουργία, ξανά! Wiedererschaffung! 3,0 %
Οικολογιοι – Πράσινοι Ökologen – Grüne 1,5 %
Andere Parteien 2,2 %

(Quelle: in.gr)

  1. Zyniker
    20. Mai 2012, 19:44 | #1

    Na also, geht doch. In ein paar Wochen muß doch das passende Ergebnis zu manipulieren….ääh ich meine zu erreichen sein. Wenn ND und Pasok jeden Tag ein Prozentpünktchen mehr zugesprochen bekommen, könnte es klappen. Dazu noch ein bischen Angst streuen, eine Prise Untergangsstimmung erzeugen und sich professionelle Experten-Hilfe aus Brüssel holen, dann klappt das schon mit dem richtigen Ergebnis. Notfalls kann man auch ein paar Wahlzettelchen am Tag X unter den Tisch fallen lassen.
    🙂
    Denn nicht vergessen: es geht ja um das ganz große Ganze,…ihr wißt schon, dieses ganz große Super-Megading: den Euro! Und Europa, die Weltwirtschaft, den Frieden, die Zukunft der Kinder, die Umwelt, das Weltall usw. Alles hängt nun von 10 Millionen Griechen ab, wenn sie sich doch nur ihrer Verantwortung bewußt werden könnten…!! Also liebe Griechen: das Kreuz an der richtigen Stelle machen, sonst wird Mutti Merkel böse und kommt euch besuchen. Dann bringt sie auch gleich den Flunker-Juncker und den Dschosee-Emanuel mit…

    Hach, gelenkte “Demokratur“ ist wirklich was feines.

  2. unglaublich
    21. Mai 2012, 20:59 | #2

    ..ich schreibe es nicht gern.

    Ob die Pasok, die Neo Demokratia, die Syriza gewählt wird, spielt keine Rolle mehr.
    Die seriösen potentiellen Kreditgeber haben das Land aufgegeben.
    Kreditgeber, die spekulieren, haben keine Motivation das Land zu finanzieren, sie spekulieren nur noch auf finanzmarkttechnische Kursgewinne auf Bonds.

    Kein Institution, die Geld anderer Menschen verwaltet, wird sich dem Risiko aussetzen.

    Das ist die Ausgangslage.

    Zahlt die Schulden zurück oder nicht, erfüllt die Sparprogramme oder nicht, nichts von dem
    wird Griechenland jemals wieder an die Kapitalmärkte zurückführen.

    Erst an dem Zeitpunkt, wo die Griechen ihre eigenen Griechenbonds kaufen, werden sich Außenstehende überlegen, auch wieder zu investieren.
    Denn, wer kennt Griechenland und deren Strukturen besser als die Griechen selbst?

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