Mythos der Hilfe Deutschlands an Griechenland

15. Mai 2012 / Aktualisiert: 25. März 2020 / Aufrufe: 1.770

Eine Reportage der ARD enthüllt wenn nicht gar schockierende, so doch zumindest beeindruckende Details über den Mythos der deutschen Hilfe an Griechenland.

Eine Reportage des deutschen Fernsehsenders ARD und konkret des Polit-Magazins „Monitor“ untersucht auf eine bisher im Inland von niemand anders befolgte Weise die Wirtschaftskrise und die Rolle Deutschlands darin und kommt zu … interessanten Schlüssen.

Zum ersten Mal erfolgt in einem deutschen Massenmedium offiziell die Rede von den ungeheuren Gewinnen Deutschlands aus der griechischen Krise. Parallel liegt laut der strittigen Reportage der tatsächlich zur wirtschaftlichen Stützung Griechenlands zur Auszahlung gekommene Betrag nicht höher als 15 Mrd. Euro, während Deutschland im letzten Jahr seine Exporte ungeheuer gesteigert und an der Griechenland-Krise rund 50 Mrd. Euro verdient haben soll!

Video: Das Märchen von dem deutschen Zahlmeister
(Vorspann ca. 15 Sekunden auf Griechisch, Hauptteil auf Deutsch mit griechischen Untertiteln)

(Quelle: Newsbeast.gr)

  1. Ottfried Storz
    15. Mai 2012, 13:48 | #1

    Im Beitrag wird nicht behauptet, dass Deutschland „an der Griechenland-Krise rund 50 Mrd. Euro verdient haben soll“ und das diese „ungeheuren Gewinnen Deutschlands aus der griechischen Krise“ stammen.

    Der Betrag von 45 Mrd. Euro ist der Zinsvorteil, den Deutschland auf Sicht von circa 10 Jahren WENIGER an Anleihezinsen zahlen muss, im Vergleich zum Zinsatz vor 2008.
    Das niedrigere Anleihezinsniveau geht jedoch nicht auf Kosten von Griechenland, sondern ist das Ergebnis der attraktiveren Bewertungs Deutschlands für Anleihekäufer, im Vergleich z.B. zu den PIIGS-Staaten, d.h. Portugual, Italien, Irland, Griechenland und Spanien.

    Die 15 Mrd. Auszahlungsbetrag haben wiederum nichts mit Kosten zu tun.
    Unmittelbar gekostet hat der Schuldenschnitt, nämlich „Deutschland“ rund 20 Mrd. , unmittelbar im Staatsbesitz befindliche Banken (HRE, KfW, Landesbanken) davon ca. 10 Mrd. Euro.
    Deutschland hat jedoch für erhebliche Kredite gebürgt, aktuell bereits über 50 Mrd. Euro.
    Am Markt kosten griechisch Kreditausfallversicherungen aktuell über 20 Prozent jährlich, d.h. die eingerechnete Ausfallwahrscheinlichkeit beträgt über 20 Prozent.

  2. Climateatheist
    15. Mai 2012, 14:59 | #2

    Zu dem Propaganda-Video der Frontal-21-Redaktion, die die politische Lüge von Stefan Stuchlik verbreitet, Deutschland hätte von der Griechenlandkrise profitiert, ist folgendes zu sagen.

    Die Bundesrepublik Deutschland dürfte jedes Jahr aufgrund ihrer hohen Produktivität und ihrer Mehrproduktion an Waren und Dienstleistungen (=Wirtschaftswachstum) etwa 110 Mrd. deutsche Euro drucken. Man erkennt dt. Euro-Münzen im Geldbeutel am Bundesadler und an der X-Nummer der EZB-Registrierungsnummer auf allen Euro-Scheinen.

    Seit 2009 hat die BRD dieses Euro-Druckrecht nicht mehr ausgeübt, sondern nach einem Beschluss in der Europäischen Zentralbank (EZB), in der die BRD gerade mal 2 von 28 Stimmen hat. dieses Druckrecht an die GIIPS-Staaten (Griechenland, Italien, Irland, Portugal, Spanien) ausgereicht. Dort wird nun das deutsche Euro-Druckrecht in Form des Druckens nationaler Euro-Währungen (der griech. Euro-Schein hat eine EZB-Kennung „Y“, Italien die Kennung „S“, Spanien die Kennung „V“) gedruckt und zum Rückkauf eigener, fällig werdender Staatsanleihen direkt an die dortigen Banken und Investoren ausgereicht.
    Diese Euro-Druck-Rechte nennt man TARGET-Kredite.

    In Griechenland wurde 2011 soviel Target-Geld gedruckt, dass nicht genügend Staatsanleihen damit gekauft werden konnten und man, um Geld in die Wirtschaft zu pumpen, sogar 100 Tonnen Geld von Geschäftsbanken einkaufte, um diese „deutschen Griechen-Euros“ in den Markt zu pumpen.

    Deutschland hat seit 2009 etwa 500 Mrd. Euro an Target-Kredite in den GIPPS-Raum, darunter etwa 50 Mrd. an Griechenland gewährt. Prof. Sinn führt darüber ausführlich hier aus -> http://www.youtube.com/watch?v=VKfcj2sE8rE (3-teiliges Video).

    Zusätzlich hat Deutschland Direktkredite an Griechenland gewährt, die derzeit ein Volumen von 22,5 Mrd. Euro betragen.

    Insgesamt stehen allein aus Deutschland in Griechenland etwa 80 Mrd. Euro im Feuer und jeder weiß, dass wir dieses Geld nicht zurückgezahlt erhalten werden. Dieses Geld floß in die dt. Wirtschaft zurück, um Exportgüter, die Griechenland im Wert von 5 Mrd. Euro aus Deutschland pro Jahr bezieht, zu bezahlen. Nach dem gleichen Modell funktioniert auch der Export von Deutschland nach Portugal, Spanien und Italien.

    Jeder Deutsche – auch die Wirtschaftslügen verbreitende Redaktion von Frontal-21 – kann die Wahrheit dieser Aussage sofort am Bankautomaten oder (bei ausreichend Barbestand) im eigenen Geldbeutel prüfen. Jede Stichprobe (z.B. 500 Euro aus Automaten gezogen) zeigt, dass etwa 40% unserer in Deutschland kursierenden Scheine aus nicht-X-Euroscheinen bestehen (also nicht aus Deutschland kommen). Dabei stellen in Deutschland (übrigens auch in Frankreich, Österreich, Finnland, Luxemburg) von den 40% etwa 30%-Punkte allein die Euro-Blüten-Scheine aus Italien und Spanien. Gelegentlich findet man auch einen Y-Schein aus Griechenland, aber die griech. Importe aus der BRD sind so gering, dass dies mengenmäßig nicht ins Gewicht fällt – vor allem dann nicht, wenn nicht bar bezahlt wird.

    An dem Tag, an dem Griechenland aus dem Euro aussteigt und (was ja auch schon erkennbar ist) Italien und Portugal aus dem Euro aussteigt, verpufft deren Euro-Schein-Wert in jedem dt. Geldbeutel auf Null. Deshalb habe ich mir seit 1 Jahr angewöhnt, bei Bargeldbeständen immer zuerst die Nicht-X-Scheine auszugeben und den Bargeldbestand niedrig zu halten – und Binnenliquidität in Gold- oder Silbermünzen zu sichern.

    Das Problem bei den Target-Krediten ist, dass sie auch in Giralgeldform (also Geld auf Bankkonten oder Kreditkarten) in den Verkehr gebracht werden und dass dies etwa 2/3tel der Druckrechte aus Deutschland betrifft. Dieses Geld ist nicht national markiert und verfälscht die Inflationsraten erheblich. Es führt in den Ursprungsländern übrigens zu massiver Erhöhung der Inflation, weil es über Kredite der Geschäftsbanken in den Markt gelangt und v.a. bei den hohen Lohnforderungen in die Tasche der Verbraucher gerät und dort die Preise nach oben treibt.

    Das Ammenmärchen, was Frontal 21 aus politischer Gefälligkeit im öffentlich-rechtlichen TV verbreitet, dass wir nämlich hunderte von Millionen an Zinsen aus Griechenland kassiert hätten, ist und bleibt im Vergleich zu dem Kapital, was wir im letzten Schuldenschnitt von 2011 bereits verloren haben und den weiterhin im Feuer stehenden Direkt- und Target-krediten ein Nichts. Frontal21 lebt nur noch von dem Mythos, ein kritisches TV-Journal zu sein, aber in Wahrheit verbreitet es in Euro-Fragen pure Falschinformationen und Staatspropaganda. Jeder Göbels wäre stolz auf Frontal21, denn die Gleichschaltung der Medien haben ja nicht mal die Nationalsozialisten so perfekt hinbekommen wir es im öffentlich-rechtlichen TV heutzutage die Regel ist.

    Griechenland muss aus Eigeninteresse raus aus dem Euro. Prof. Hankel erklärt auch ganz genau, wieso das unumgänglich ist -> http://www.youtube.com/watch?v=iiQ8n55gosE

    Und Prof. Flassbeck erzählt hier haargenau, wie es überhaupt zur Eurokrise kam und wie man es anstellen muss, um die für die Euro-Krise hauptursächliche Inflationsdiskrepanz in den Griff zu bekommen -> http://www.youtube.com/watch?v=2o0qwhSVz68

    Nicht nur die Griechen, auch DEUTSCHLAND muss baldmöglichst raus aus dem Euro. Der Europäische Stabilitätsmechanismus muss mit allen Mitteln bekämpft werden. Deshalb muss die http://www.zivilekoalition.de unterstützt werden. Und die Partei der Freien Wähler sollte endlich eine klare Anti-Euro-Position beziehen, damit sie eine für die 40% deutschen Nicht-Wähler zu einer wählbaren politischen konservativ-liberalen Kraft wird. Wir haben nicht mehr die Zeit, darauf zu warten, bis die FDP unter Kubicki oder Lindner wieder das Rechnen und das kleine 1 x 1 gelernt haben wird.

  3. Climateatheist
    15. Mai 2012, 15:13 | #3

    @All

    Das Märchen, Griechenland müsse zahlen, Deutschland alleine profitiere nur, wird übrigens durch die hier im Griechenland-Blog selbst verbreiteten Informationen widerlegt.
    Ganz klar sind hier die Zahlungen des ESFS an Griechenland dokumentiert.
    https://www.griechenland-blog.gr/2012/plan-zur-abwendung-der-staatsinsolvenz-in-griechenland/8013/ . Sie betragen bis heute 10,9 Mrd. Euro. Am ESFS, der ein Volumen von offiziell 779 Mrd. Euro hat und nach den Angaben des Bundesfinanzministeriums hier
    -> http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_17844/DE/BMF__Startseite/Publikationen/Monatsbericht__des__BMF/2011/10/analysen-und-berichte/b01-flexibilisierung-der-efsf/node.html?__nnn=true mit 211 Mrd. besichert wird (also mit 27,1% des Gesamtvolumens), ist offensichtlich, dass die BRD bereits 27,1% der 10,9 Mrd. Euro an Griechenland, die bereits geflossen sind, mitfinanziert hat. Wir haben also etwa 2,95 Mrd. Euro allein über den ESFS nach Griechenland geschoben. Von den anderen TARGET- und Direkt-Krediten will ich noch gar nicht reden.

    Wir deutschen Steuerzahler wissen sehr genau, dass diese Kredite hinausgeworfenes Geld sind und eigentlich Griechenland nie hätten gegeben werden dürfen. Diese Kohle ist weg, da nützen auch keine paar Mio. Zinsen. Bisher flossen gerade mal 10% des investierten Basiskapitals in Form von Zinsen zurück. Von Tilgung selbst nicht zu reden!

    Deshalb auch meine Meinung, dass die BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND endlich aus dem EURO und der EU raus muss und auch aus Kyoto und dem CO2-Zertifikate-Wahnsinn. Wir müssen selbst unsere nationalen Schiefergas-Reserven nutzen und damit das Geld sparen, was wir für den Import sonst der russ. GAZPROM in den undemokratischen Putin-Schröder-Diktatoren-Rachen werfen würden. Dann kommen wir noch mit einem blauen nationalen Wirtschafts-Auge aus dem Euro-Desaster raus …. und ich möchte Merkel und Schäuble im Gefängnis sehen wegen Verstoßes gegen ihren Amtseid!

  4. risovo
    15. Mai 2012, 15:32 | #4

    …kein kommentar? – …ist auch ein kommentar!

  5. Beranor
    15. Mai 2012, 22:48 | #5

    Die im Filmbeitrag aufgeführten Fakten sind nicht neu, kein Skandal und sollten dem informierten Zeitungsleser eigentlich lange bekannt sein.

    Deutschland profitiert im Moment eindeutig von der Euro-Kriese… allerdings nich primär auf Kosten der Europäischen Partner. Die dargestellten Gewinne basieren auf niedrigen Kreditzinsen für das Land, sowie darauf, dass der Euro durch die Krise geschwächt wird, was Exporte ins nicht-europäische Ausland vereinfacht.

    Die Grundidee des Europäischen Stabilitätspaktes und der Rettungspakete besteht folgerichtig eben darin, einen Teil dieser Zinsvorteile mittels günstiger Kredite an Griechenland weiterzugeben. Was passiert, aber auch ein erhebliches Ausfallrisiko für den deutschen und europäischen Steuerzahler generiert. Angesichts des chaotischen Eindrucks, den die griechische Politik verbreitet, wird dieses Ausfallrisiko wohl als erheblich eingeschätzt.

    Schlimm dennoch, wenn diese Fakten im Wirtschaftsausschuss des Bundestages nicht bekannt sind… man wird aber kaum die zuständigen Fachleute befragt haben.

    An dem Film war aus meiner Sicht nur ein Punkt wirklich überraschend. Wie kann es sein, dass die deutsche Abteilung dieses Maschinenbauers boomt während die griechische Abteilung zerfällt? Obwohl die Lohnkosten in Griechenland viel niedriger sind und die Gesamtfirma offensichtlich überwiegend exportiert? Bei funktionierenden Märkten dürfte dieser Fall nicht auftreten, auch dann nicht, wenn in Griechenland selbst keine Abnehmer mehr zu finden sind.

    Wenn jemand die Antwort weiß, ich wäre neugierig darauf.

  6. admin
    16. Mai 2012, 01:55 | #6

    Beranor :

    Wenn jemand die Antwort weiß, ich wäre neugierig darauf.

    Die Lohnkosten stellen in der Industrie selbst laut dem Griechischen Industrieverband (SEB) einen relativ belanglosen Aspekt dar. Ausschlaggebend sind neben den allgemeinen bürokratischen Behinderungen und Hürden die permanent – und in der Regel rückwirkend verhängten – mehr oder weniger willkürlichen (und inzwischen wiederholt höchstgerichtlich als verfassungswidrig befundenen) unverschämten Sonderabgaben, die horrende Besteuerung (unter dem Strich ergeben sich häufig Sätze von weit über 50%) sowie speziell auch der interne Zahlungsstopp bzw. die auf Anordnung des Finanzministeriums erfolgende systematische monate- oder sogar jahrelange Verschleppung der Erstattung der MwSt. (immerhin satte 24% !!), womit sich inzwischen zahllose exportorientierte Unternehmen – sofern sie nicht eh schon in die Pleite getrieben wurden und den Betrieb eingestellt haben – gezwungen sehen, Auslandsaufträge pauschal ablehnen zu müssen … .

  7. V99 %
    16. Mai 2012, 09:49 | #7

    In dem Bericht werden einige Ausgaben verschwiegen, das stimmt.
    Wie das Ganze aber oeffentlich in den meisten Medien dargestellt wird ist, zumindest momentan, noch falsch. Wenn der Euro abgeschafft wird, dann macht das nur in ganz Europa Sinn. Die Idee zumindest war gut, aber zum Scheitern verurteilt.

    @ Admin
    Das ist eine Erklaerung, die ich schon gesucht habe.
    Mir war in dem Video genau auch dieser Faktor unverstaendlich, da in GR ja, unter anderem, fuer viel geringere Loehne gearbeitet wird, teilweise von den Firmen „erpresst“ (eigene Erfahrung). Gibt es irgendwo eine Reportage, die die von ihnen beschriebenen Behinderungen dokumentiert und die Steuersaetze erklaert?

  8. Climateatheist
    16. Mai 2012, 11:41 | #8

    Beranor :
    Deutschland profitiert im Moment eindeutig von der Euro-Kriese… allerdings nich primär auf Kosten der Europäischen Partner. Die dargestellten Gewinne basieren auf niedrigen Kreditzinsen für das Land, sowie darauf, dass der Euro durch die Krise geschwächt wird, was Exporte ins nicht-europäische Ausland vereinfacht.
    Die Grundidee des Europäischen Stabilitätspaktes und der Rettungspakete besteht folgerichtig eben darin, einen Teil dieser Zinsvorteile mittels günstiger Kredite an Griechenland weiterzugeben. Was passiert, aber auch ein erhebliches Ausfallrisiko für den deutschen und europäischen Steuerzahler generiert. Angesichts des chaotischen Eindrucks, den die griechische Politik verbreitet, wird dieses Ausfallrisiko wohl als erheblich eingeschätzt.
    Schlimm dennoch, wenn diese Fakten im Wirtschaftsausschuss des Bundestages nicht bekannt sind… man wird aber kaum die zuständigen Fachleute befragt haben.
    An dem Film war aus meiner Sicht nur ein Punkt wirklich überraschend. Wie kann es sein, dass die deutsche Abteilung dieses Maschinenbauers boomt während die griechische Abteilung zerfällt? Obwohl die Lohnkosten in Griechenland viel niedriger sind und die Gesamtfirma offensichtlich überwiegend exportiert? Bei funktionierenden Märkten dürfte dieser Fall nicht auftreten, auch dann nicht, wenn in Griechenland selbst keine Abnehmer mehr zu finden sind.
    Wenn jemand die Antwort weiß, ich wäre neugierig darauf.

    Die Meinung, Deutschland provitiere von der Eurokrise, ist eine Scheinwahrnehmung. Das Argument blendet aus, dass wir für den Euro bereits 500 Mrd. Euro Target-Kredite in die GIIPS-Staaten transferiert haben und mit 300 Mrd. Euro im ESM-System haften sowie massive Kreditleistungen über den ESFS mitfinanziert haben. Unser Staatshaushalt ist nur deshalb glatt, weil wir derzeit massive Rückflüsse unserer eigenen Target-Kredite nach Deutschland haben, weil im Ausland unsere Euro-Druckrechte ausüben und unsere eigenen Euros als GIIPS-Euros drucken, mit denen bei uns eingekauft wird. Da uns jedoch die Target-Ressourcen in 1,5 Jahren ausgehen, wird auch allerspätestens dann der Euro kollabieren und Deutschland wird auf hohem Umsatzniveau insolvent werden.
    Das ist eine Tatsache, die leider Sie, bester Admin, nicht wahrnehmen. Sie sollten sich die Vorträge von Prof. Sinn, Prof. Hankel und Prof. Flassbeck bei Youtube ansehen. Die erklären das eigentlich recht laienverständlich. Die Zusammenhänge müssten sogar Rechtsanwälte verstehen können 😉

    Die Lohnstückkosten sind in den GIIPS-Staaten massiv gestiegen in den letzten 10 Jahren.
    -> http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_eszb_zeitreihen.php?first=1&open=&func=row&tr=EXR_Q_Z57_GRD_NRU1_A_P3M_A&showGraph=1

    Vergleichen Sie die Entwicklung bitte mit Deutschland
    -> http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_eszb_zeitreihen.php?first=1&open=&func=row&tr=EXR_Q_Z57_DEM_NRU1_A_P3M_A&showGraph=1

    Das bedeutet, die Griechen bekamen mehr Liquidität als Lohn in die Tasche (bzw. als Rente oder als Beamten-Salair oder als staatl. Angestellter) und dieses Geld gelangte in die Wirtschaft und trieb die Inflation. Deshalb ist die Inflation in Griechenland (und damit die Verbraucherpreise) höher als in Deutschland. Denn nicht die Staatsschulden treiben die Inflation, sondern nur das Geld, was in die Wirtschaft gelangt und umgesetzt wird.

    Was jetzt in Griechenland gemacht wird (Senkung der Löhne, Erhöhung der Steuern) ist der zum Scheitern verurteilte Versuch, die Lohnstückkostenentwicklung auf die harte Tour zurückzuschrauben in Richtung dt. Niveau. Das ist aber schlicht unmöglich, denn die Wirtschaftsstruktur der Griechen ist mit der deutschen Struktur nicht vergleichbar. Wir sind um Längen effizienter und schlagen in nahezu allen Sektoren (nur nicht im Rohstoffsektor) die Griechen aus dem Stand. Deshalb ist bei uns innerhalb des Landes der Urlaub auch häufig billiger als er in Griechenland ist – vom Gyros und Zaziki nicht zu reden.

    Der griech. Spargel, den ich gestern in einem Supermarkt kaufte, war übrigens teurer als der neben ihm liegende deutsche Spargel aus der Pfalz. Warum? Die Griechen können gar nicht so billig Lebensmittel produzieren, um die bei ihnen viel höhere Inflationsdifferenz (+25%) plus die hohen Transportkosten (CO2-Besteuerung des Diesels) zu kompensieren.

    Der angekündigte Zahlungsstopp des griech. Finanzministeriums ist eine gute Entscheidung, denn das ist das Signal, dass vermutlich bereits wieder Drachmen gedruckt werden und Griechenland aus dem Euro und hoffentlich auch aus Kyoto und der EU und dem CO2-Zertifikatehandel aussteigt. Und wenn die Griechen als Schuldner aussteigen dürfen, dürfen wir das als Gläubiger-Staat auch. Und genau das wäre der von mir heißersehnte politische Tod der EUdSSR-Bürokratur in Brüssel, weil deren Kommissars-Wirtschafts-Idiotismus niemand in Europa braucht.

  9. Elgreco
    16. Mai 2012, 12:07 | #9

    Schönes Video, daß man das noch in Deutschland erleben darf. Ein Funken Hoffnung, daß es so etwas wie freie seriöse und konstruktive Pressearbeit noch gibt. Und diesmal eine Redaktion, sich nicht, dem Diktat der Meinungsmanipulation, des Springer Verlag und Konsortium, hingibt. Dafür danke an das Polit-Magazins “Monitor“.

    @Climateathe

    So, so also ein Propaganda-Video also. Weshalb, weil die Tatsachen einen nicht passen, ist man mittlerweile so sehr geblendet ? Wie würden sie die Berichterstattung der letzen zwei Jahren in Deutschland bezeichnen, als Seriös ?

    Sollten Bürgschaften fällig werden, bedanken sie sich an die deutsch, französisch bestimmte EU Politik.
    Die, vor allem unter Druck Deutschlands, überwiegend auf ein Spardiktat, welches vor allem Bestrafen sollte, gesetzt hat. Ohne dabei Rücksicht auf die Wirtschaft zu nehmen. Das hat noch nie funktioniert. Reformen und Sparen muß sein, aber nicht in der Art und weise, wie es diktiert wird, die jegliche demokratischen Rechte außer kraft setzt . Und was für ein Schuldenschnitt ? Erklären sie mir doch wieso die Verschuldung vor und danach, fast identisch ist. Niedrige Zinsen ? Etwa die, die falls ein wunder geschieht und Griechenland wieder auf Wachstumskurs gerät, mit dem Wachstum automatisch steigen. Und so alle Mehreinnahmen, die sich aus dem Wachstum ergeben, durch gestiegene Zinsen, zu nichte machen.

    Sicherlich ist Griechenland durch Eigenverschuldung ( jedoch nicht nur), ins straucheln geraten. Aber den Karren richtig in den Dreck gefahren hat die EU/IWF/TROIKA. Und dazu gehört auch, die Berichterstattung, in Deutschland. Wir haben keine Staatsverschuldungskrise, sondern eine Bankenkrise und im fall Griechenlands eine bewußt geschaffene Vertrauenskrise.

  10. Climateatheist
    16. Mai 2012, 12:21 | #10

    @Beranor: „Wie kann es sein, dass die deutsche Abteilung dieses Maschinenbauers boomt während die griechische Abteilung zerfällt? Obwohl die Lohnkosten in Griechenland viel niedriger sind und die Gesamtfirma offensichtlich überwiegend exportiert?“

    Sofern die griech. Abteilung nur den griech. Markt beliefert (der am zusammenbrechen ist), ist der Zusammenbruch der griech. Abteilung durchaus logisch. Da zudem die Inflation in Griechenland höher ist, würde das gleiche Produkt der gleichen Firma in Deutschland schlicht billiger hergestellt werden können als in Griechenland. Ergo kauft der griech. Kunde (sofern er noch Geld hat) lieber das gleiche Produkt in Deutschland ein, weil sogar einschließlich der Transportkosten das Produkt aus Deutschland billiger ist als jenes aus Griechenland.

    Deshalb zerbricht ja auch der Euro und alle Exporte boomen – weil die Deutschen sowohl viel Waren/Dienstleistungen produzieren als auch eine faktische massive 30%ige Deflation beklagen. Wir haben bekanntlich unsere Euro-Druckrechte u.a. an Griechenlands Nationalbank (bzw. alle GIIPS-Staaten der Eurozone) verliehen. Die drucken unser Geld und kaufen bei uns ein. Das pusht unseren Boom und vernichtet deren Wirtschaft.

    Die heldenhafte Idee unserer wirtschaftsinkompetenten Kanzlerin, des Finanzministers und der dt. Gewerkschaften auf diese inflationsdiskrepanz-getriebene Unwucht des Euro beruht darin, in der BRD die Löhne/Gehälter zu erhöhen, um die Lohnstückkosten zu steigern und damit die dt. Produkte weniger konkurrenzfähig zu machen. Das soll dann die Griechen dazu bringen, wieder das griech. Produkt zu kaufen. Aber diese Taktik steigert bei uns die Inflation und bringt den GIIPS-Staaten keinen Aufschwung … denn deren Wirtschaft liegt danieder und sie hat weiterhin einen Inflationsnachteil, weil alle Euro-Teilwährungen außerhalb der BRD (Frankreich, Österreich, Balkan, Griechenland, Italien, Spanien, Portugal) einer etwa doppelt so starken Inflation wie Deutschland unterliegen. Und dieser Inflationsabstand ändert sich nicht deshalb, weil Deutschland ineffizienter wird. Die anderen werden viel schneller ineffizienter als wir und die Diskrepanz nimmt dann eher noch weiter zu als ab.

    Der Euro ist tot …. und das ist gut so. Ich will als Deutscher raus aus der EU und dem Euro und dem Kyoto-Protokoll und dem CO2-Zertifikate-Unfug. Ich will eine Europäische Währungsschlange mit dem ECU als zentrale Verrechnungseinheit und einer jeweiligen nationalen Einzelwährung. Das Hankel-Modell ist da durchaus vernünftig, denn wir hatten es schon vor dem Euro über viele Jahrzehnte -> http://www.youtube.com/watch?v=iiQ8n55gosE

  11. iaourti iaourtaki
    20. Mai 2012, 00:20 | #11

    Danke für den Link. Braucht ihre eine Rezension des Buches DAS PERSEUS PROTOKOLL von kai hensel, schweineteuer und hat überall gute Kritiken eingeheimst… ist aber absolut ecklige antigriechische Propaganda. Hab’s fast durch…

  12. Juls
    20. Mai 2012, 15:16 | #12

    @iaourti iaourtaki

    schweineteuer?

    Meinst du das hier……http://www.amazon.de/Das-Perseus-Protokoll-Thriller-ebook/dp/B007ECJFH6/ref=kinw_dp_ke

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