Griechenland weist Journalist nach 20 Jahren aus!

21. Mai 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 594

In Griechenland wurde unter dem Vorwand unzureichender Versicherungsnachweise die Abschiebung eines seit 20 Jahren im Land lebenden albanischen Journalisten angeordnet.

Viele Reaktionen hauptsächlich von Seite seiner Kollegen hat die Nachricht hervorgerufen, dass der albanische Journalist Niko Ago nach 20-jährigem Aufenthalt in Griechenland ausgewiesen werden soll. Wie bekannt wurde, erhielt der Journalist am 17 Mai 2012 die Mitteilung, innerhalb von 30 Tagen das Land verlassen zu müssen, da er in der Periode 2007 – 2008 nicht die erforderliche Anzahl von Versicherungstagen zusammenbringen konnte, um seine Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern.

Auf seinem persönlichen Blog betont Niko Ago, in jener Periode wegen eines ernsthaften Gesundheitsproblems die erforderlichen Versicherungstage nicht zusammengebracht haben zu können. Parallel führt er bewegt an, „sogar auch falls ich den Aufenthalt in Griechenland nicht gerichtlich erringen kann – obwohl mein heftiger Wunsch ist, die griechische Staatsangehörigkeit zu erwerben und darin fortzufahren, hier meine Dienste zu erbringen – werde ich selbst auch am Ende der Welt genau so philhellenisch bleiben„, und endet, indem er verbittert den Titel eines früher von ihm geschriebenen Artikels wiederholt: „Griechenland, Ich schulde dir ein Dankeschön!

Der vollständige Text wird nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben.

Dankeschön, Griechenland!

Ich vollendete 20 Jahre in Griechenland und ging optimistisch in das einundzwanzigste. Seit ich herkam, ging ich verschiedenen Beschäftigungen nach. Nach viel Mühe und hauptsächlich vielem Lesen erlernte ich die griechische Sprache und verwirklichte meinen Traum, welcher der Journalismus war.

Heute bin ich Journalist bei den griechischen Massenmedien. In welchem Grad ich es schaffe und guten Journalismus mache, beurteilen diejenigen, die lesen, was meine Wenigkeit schreibt. Ich ziehe zwei Töchter groß, die heute 17 und 18 Jahre alt sind. Meine große Tochter kam im Alter von fünf Monaten nach Griechenland, die kleine wurde in Griechenland geboren und lernte kein anderes Land als Vaterland kennen.

Ich weiß nicht, ob ich wenig oder viel erbracht habe, sicher ist jedenfalls, dass ich ehrlich gearbeitet habe und arbeite. Niemals und aus keinerlei Grund beschäftigte ich jemals die Behörden des Landes. Ich widmete mich meinem Beruf, aber auch dem Einsatz für die Menschenrechte. Ich bin Vorstandsmitglied der Griechischen Allianz für Menschenrechte. Dies drückt mich aus, dies tu ich.

Zu dem Aufstieg der Chrysi Avgi, deren Einzug in das Parlament und den gegen mein Leben gerichteten Drohungen, welche ich erhalte, kam ein weiteres, gleichermaßen hässliches Ereignis hinzu. Obwohl viele von uns wegen des ersten Parts sehr beunruhigt sind, schmerzt mich der zweite persönlich eben so sehr.

Gestern, am 17 Mai 2012, beschied mir der griechische Staat, innerhalb von 30 Tagen das griechische Staatsgebiet verlassen zu müssen, weil ich 2007 – 2008, einer Periode, in der ich einem sehr ernsten Gesundheitsproblem begegnete, nicht die erforderliche Anzahl an Versicherungsnachweisen zusammenbringen konnte, um meine Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern.

Das gleiche Schicksal mit mir haben auch viele andere Immigranten. Menschen, die ihr Leben mit diesem Land verbunden haben, die hier ihre Familien gegründet haben, deren Kinder in Griechenland geboren wurden, die Schule besuchten und hier aufwachsen. Die Zeiten sind für alle schwierig und für einige sind solche Themen „Luxus“. Es ist tatsächlich so. Für einige andere ist es jedoch ein Thema der Existenz und der Würde.

Sogar auch falls ich den Aufenthalt in Griechenland nicht gerichtlich erringen kann – obwohl mein heftiger Wunsch ist, die griechische Staatsangehörigkeit zu erwerben und darin fortzufahren, hier meine Dienste zu erbringen – werde ich genau so philhellenisch bleiben, selbst wenn ich am Ende der Welt landen sollte. Dieses Thema soll jedoch uns allen dazu dienen, endlich zu sehen, dass die uns widerfahrenden Widrigkeiten häufig von uns selbst verursacht werden.

Ich hatte einmal einen Artikel mit dem Titel „Griechenland, ich schulde dir ein Dankeschön“ geschrieben, das selbe kann ich auch heute wiederholen, diesmal jedoch voller Bitterkeit: Dankeschön Griechenland!

(Quelle: Newsbeast)

  1. Andreas
    22. Mai 2012, 18:01 | #1

    Kein Kommentar ist auch ein Kommentar.
    Aber was kann man da als ‚Gast‘ aus Deutschland auch viel sagen? Ohne die genauen Umstaende zu kennen, neige ich dennoch zu der Aussage >ντροπή!ντροπή!<

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