Was das Leben in Griechenland kostet

5. April 2012 / Aktualisiert: 21. Oktober 2012 / Aufrufe: 9.019

Wie viel kostet eigentlich das alltägliche Leben in Griechenland?

Diese Frage versuchte ein Korrespondent der französischen Zeitung Liberation in Griechenland zu beantworten. Er begab sich also für einen Tag in die Straßen Thessalonikis, tätigte die alltäglichen Einkäufe und stellte eine (wenn auch nicht stellvertretende, so doch immerhin der Orientierung dienende) Rechnung für das alltägliche Leben in Griechenland auf.

  • 10:20 Uhr: Ein Päckchen Zigaretten vom Kiosk. Wert 3 Euro.
  • 12:40 Uhr: Ein Gyros-Fleischspießchen. Wert 2,90 Euro.
  • 13:30 Uhr – Erledigung alltäglicher Einkäufe:
    • Brot: 0,75 Euro
    • 1 Liter Olivenöl: 3,53 Euro
    • 1 Aubergine: 1,05 Euro
    • 5 Bananen: 1,80 Euro
    • 1 Liter Milch: 1,29 Euro
    • 1 kleiner Beutel Fertigsalat: 2,47 Euro
    • 250 gr Käse in Scheiben: 2,65 Euro
    • 1 kleines Glas Nougatcreme: 2,15 Euro
    • 1 kleines Glas Honig: 4,83 Euro
    • Toilettenpapier (8 Rollen): 4,72 Euro

Zwischensumme: 25,24 Euro

  • 17:00 Uhr: Kaffee mit Freunden. Wert 3,50 Euro.
  • 18:45 Uhr: Rückfahrt nach Hause mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrschein 1,40 Euro.
  • 22:00 Uhr: Auto betanken. 10 Liter x 1,81 €/Liter, Wert 18 Euro.

Tagessumme: 48,14 Euro

Obwohl die Preise ungefähr die selben wie in Frankreich sind, sind es die Einkommen nicht„, führt der Reporter an und fragt sich: „Wie kann jemand seine Familie unterhalten, Medikamente, Schulen, seine Kredite mit 700 Euro bezahlen, die er im Monat bei täglich 8 bis 10 Stunden Arbeit verdient? Wie kann er mit 250 Euro leben, die ihm eine Halbtagsbeschäftigung einbringen?

(Quelle: Newsbeast)

  1. 5. April 2012, 21:41 | #1

    Genau das ist der Punkt! Griechenland ist nach wie vor VIEL zu teuer! Außerdem herrscht nach wie vor Preissteigerung. Wie das sein kann, ist mir nicht wirklich erklärlich, aber ganz offensichtlich bezahlen viele Griechen noch diese hohen Preise. Könnte es vielleicht damit zu tun haben, dass Griechen sehr viel Geld „unter der Matratze“ haben?

  2. iaourti iaourtaki
    6. April 2012, 00:09 | #2

    @Klaus Kastner
    Wann hört endlich diese Propaganda auf? Hunderte bewaffnete Räuber haben bei ihren Überfällen auf Wohnungen kein Geld unter der Matratze gefunden. Das Geld wurde ausgegeben, weil Menschen und kleine Unternehmen, im Verlauf von 5 Kürzungspaketen Rechnungen bezahlen müssen.
    Bei den Klopapierpreisen könnte man die glatt in Deutschland mit Fahnen bedrucken lassen und dann in Griechenland zum Millionär werden.

  3. Odysséas Oplítis
    6. April 2012, 12:15 | #3

    Die Aufstellung des Korrespondenten sagt nicht allzu viel. So braucht man nicht jeden Tag 1 Liter Olivenöl zum Leben oder acht Rollen Toilettenpapier. Fakt ist jedoch, dass die Lebenshaltungskosten, zu denen ja auch noch Miete, Mietnebenkosten, Ausgaben für die Gesundheit usw. gehören, in etwa so hoch sind wie im übrigen Europa, die Einkommen jedoch nicht mal halb so hoch. Ein Grund ist sicherlich, dass die Produktivität eines Industriearbeiters im Vergleich zu Deutschland etwa halb so hoch ist (aber nicht, weil er fauler wäre als seine Kollegen im Ausland, sondern weil die Investitionsgüter, mit denen er arbeitet, nicht mehr erlauben). Zudem wird ein Großteil der Waren des täglichen Bedarfs importiert. Das Glas Nougatcreme im Korrespondentenbeispiel kommt sicherlich aus Deutschland oder der Schweiz. Würde es in Griechenland produziert, würde allein der Lohnkostenanteil an der Produktion dazu führen, dass es wohl mindestens 30 % billiger wäre.

    Traurig, aber wahr ist: Griechenland lebt insgesamt über seine Verhältnisse. Das heißt nicht, dass der Rentner aus den Bergen Nordgriechenlands über seine Verhältnis lebt oder der Hafenarbeiter in Piräus oder der Kellner auf Rhodos. Und wenn er es täte, wäre er sehr schnell in der Schuldenfalle.

    Nur eine Neustrukturierung des staatlichen Sektors in Kombination mit einem wirtschaftlichen Aufbauprogramm, das die Produktion für den Binnenmarkt unterstützt und den Export nur dort, wo er international konkurrenzfähig ist, wird längerfristig den Hellenen mehr Luft verschaffen. Es macht wenig Sinn, Olivenöl nach Italien zu exportieren, wo es veredelt wird und mit 50-prozentigem Aufschlag in den europäischen Handel kommt.

    Es wird spannend sein zu sehen, was die künftige griechische Regierung in dieser Hinsicht auf den Weg bringt. Anlass zum Vertrauen gibt es m.E. nicht. Schwer zu verstehen allein, was einen Spitzenpolitiker wie Venizelos umtreibt, seinen wichtigen Job als Finanzminister hinzuschmeißen, um sich einem aussichtslosen Wahlkampf zu widmen, anstatt die kostbare Zeit zu nutzen, sein Land voranzubringen. Dass er das just in dem Moment tat, als das zweite Hilfspaket in trockenen
    Tüchern war, spricht zudem Bände eines endlosen Romans, der von Verantwortungslosigkeit und Nepotismus nur so strotzt.

  4. Elgreco
    10. April 2012, 10:48 | #4

    @ Odysseas

    Stimme zu, gut geschrieben. In Griechenland gilbt es ein großes Potential für Investitionen im eigenen Land. Um Handelsdefizite abzubauen, und neue Jobs zu schaffen. Hoffe nur, das wird rechtzeitig erkannt, und bei den Wahlen eine Partei gewählt die die Interessen des Landes vertritt und die nötigen weichen für einen Aufschwung in Griechenland legt.

  5. Perikles
    2. Januar 2013, 14:39 | #5

    In Athen geht es den Griechen gar nicht gut. Sie leben sehr schlecht, kann sein dass eine Mahlzeit aus einer Tomatensalat und Feta besteht oder sie während einer Woche Bohnen- oder Linsensuppe essen. Die meisten gehen zum Markt, der sehr günstig ist und aus Landprodukten besteht und kaufen für eine Woche für 20 Euro ein. Die Griechen leben nicht über ihre Verhältnisse, dasselbe könnte man auch über die Deutschen sagen…Diejenigen, die die Griechen gut kennen, wissen ganz genau, wie viele Leute in der Kirche essen oder in den öffentlichen Küchen für Arme….wie viele Leute arbeitslos sind und wie viele auf der Strasse schlafen … hören Sie bitte auf, mit dem menschlichen Schmerzen zu spielen…Die Griechen sind gut ausgebildet und haben immer von einer besseren Zukunft geträumt … das was jetzt passiert, ist einfach Elend….

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