Kommt die Eurozone ohne Euro?

21. April 2012 / Aufrufe: 1.088

Es sind nicht nur die Griechen schuld: Ist möglicherweise die Stunde gekommen, sich auf eine Eurozone ohne den Euro vorzubereiten?

Die Geschichte ist voll mit Unionen, die aufgelöst wurden. Nicht nur in der politischen Geschichte, aber auch in der Wirtschaft. Die Länder des Baltikums gaben den Rubel auf, so wie auch Irland aus der Pfund-Zone austrat. Es ist also überhaupt nicht merkwürdig, dass in letzter Zeit eine allgemeinere Unterhaltung auch über den Euro begonnen hat, der mit jedem verstreichenden Tag die ernsthaften Fehler zeigt, die bei seiner Inspiration und Gestaltung geschahen. Für Griechenland mag das Problem größer sein, jedoch unter Wahrung der Proportionen gilt es auch für viele andere Partner der Eurozone.

Die Planer der gemeinsamen Währung wollten tatsächlich einen Konkurrenten zum Dollar. Sie gelangten jedoch zu einem … Währungsungeheuer. Und da eine Abwertung der Währung unmöglich ist, wenden sich die meisten Regierungen der Eurozone – allen voran die griechische, die auch gar nicht anders kann – der inländischen Abwertung zu. Also der Senkung der Löhne und Preise. In Griechenland sind die Dinge natürlich schlimmer, da zusammen mit den Löhnen auch die Renten und die soziale Fürsorge drastisch gekürzt und die Bodenpreise in den Abgrund gestürzt werden. Und all dies, während die Preise bei den meisten Produkten steigen!

Ist die Stunde für den Austritt aus dem Euro gekommen?

Mit einer Arbeitslosigkeit von 20%, intensiver gesellschaftlicher Unzufriedenheit und neuen Maßnahmen und Steuern in Sicht fragen sich viele, ob möglicherweise tatsächlich die Stunde für einen wirklich radikalen Entschluss wie das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro gekommen ist. Speziell da die meisten Analytiker vorab urteilen, dass dies bald so oder so geschehen wird …

Ein Grund, aus dem der Euro sich noch hält, ist die Angst vor dem Chaos, das bei Wirtschaften und Märkten auftreten wird. Und ein anderer die Investition von Jahrzehnten, die in das europäische Währungssystem erfolgte. Etwa so erhielt Griechenland das zweite Hilfspaket, wobei Frau Merkel erklärt, dass ein griechischer Austritt aus dem Euro katastrophal sein würde. Trotz allem kann Deutschland immer noch nicht solche Maßnahmen ergreifen, welche die vollständige Stabilisierung der Eurozone gewährleisten würden. Und allen ist bekannt, dass der neulich errichtete Wall der 800 Mrd. Euro einfach nicht ausreicht … . Die gemeinsame Währung Europas wird also weiterhin für Bedrohungen, Angriffe, aber auch seine eigenen Schwächen anfällig bleiben. Mit ersten jene Länder, welche an dieser partizipieren und ihre Verschuldung nicht decken können.

Bisher sahen die meisten eine „Anstiftung“ Griechenlands zum Austritt, damit die übrigen gerettet werden. Die Szenarien sind viele und etliche geschrieben. Eine überraschende Bekanntmachung an einem Wochenende, Umwandlung der Guthaben in eine neue Währung, Einstellung der grenzüberschreitenden Geschäfte für einen gewissen Zeitraum und Schließung der Banken für einige Tage. Die Änderung des Systems, das mit den Verfahren der letzten Monate die griechischen Anleihen regelt, würde jedoch einen neuen Umtausch bedingen, da sie mit der Prognose eines Griechenlands innerhalb des Euro erfolgt ist. Und natürlich einen wirklichen Bankrott und dessen Folgen mit sich bringen. Diese Folgen sind noch nicht in Parametern erfasst worden.

Beunruhigende Szenarien …

Unabhängig davon, ob ein griechischer Austritt untersucht worden ist, bezieht sich das in letzter Zeit in Europa aufgenommene und noch größere Beunruhigung verursachende Gespräch darauf, ob der Vorgang der Auflösung des Euro mit dem Austritt Deutschlands beginnen wird. Ein Szenarium, das ebenfalls zu hören war. Und seine eigene Logik und seinen eigenen Verschwörungshintergrund hat … . Alle, die sich weiter vorgewagt haben, meinen, dass in dem wie auch immer gearteten Fall der Auflösung des Eurosystems etwa 30 Billionen Euro verschiedenen Konzipierungen ausgesetzt sein werden, aus den die heutigen Besitzer (Staaten und Privatleute) als Gewinner oder Verlierer hervorgehen werden. Die Zahl ist natürlich erschreckend. Wie auch die tatsächlichen Folgen aus der Auflösung der gemeinsamen Währung.

Weil sich jedoch die Regierungen und das Eurosystem noch nicht damit befasst haben, wie ein nächster Tag für Europa ohne den Euro aussehen würde (sondern sich einfach nur mit der Verschanzung der heutigen Lage beschäftigen), wäre es eine wirklich gute Idee, wenn sie untersuchen würden, was dies für alle zusammen, aber auch für jedes Land getrennt bedeuten würde. Und es, wenn schon nicht an die Öffentlichkeit zu bringen, zumindest in ihren Schubladen aufzubewahren. Wie ebenfalls auch einen „Fahrplan“ für einen reibungslosen Übergang zum nächsten Tag vorzubereiten. Jetzt, wo noch Zeit besteht … . Außerdem hat die Geschichte gezeigt, dass alle großen Entscheidungen plötzlich und ohne Vorwarnung kommen.

(Quelle: To Pontiki)

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