Karatzaferis zu Parlamentswahlen 2012 in Griechenland

29. April 2012 / Aufrufe: 1.535

Sehen Sie es als möglich, dass wir aus dem Euro ausscheiden?

Ich erachte es nicht als wahrscheinlich, jedoch auch nicht als völlig unmöglich. Und meine Frage ist, sagen Sie mir, welcher Plan hat einen Plan B präsentiert? Müssen wir nicht einen Plan B haben, falls es geschieht?

Welcher ist Ihr Plan B?

Haben jene einen Plan B? Hat Ihnen gegenüber jemand über den Plan B geredet? Niemand. Nur wir sprechen von einem Plan B.

Sie haben ihre Konjunkturprogramme, Samaras spricht von Neuverhandlung, Venizelos von seinen Plänen.

Schön, die Bombe explodiert ihnen in den Händen. Was wird geschehen? Für 6 Monate Kannibalismus? Herr Ravanos, im Saal fragte ich als Journalist – und nicht als Politiker – Herrn Papadimos. Ich sage ihm: Lukas, was ist, wenn die Sache in die Hose geht, wenn etwas schief läuft? Wir brauchen 6 Monate um eine Währung zu drucken.

Hat Herr Papadimos es Ihnen gesagt?

Im Kabinett, vor allen, und ich meinte, was sagst Du mir da, was machen wir 6 Monate lang? Kannibalismus? Ich frage also, muss es nicht einen Plan B geben? Niemand hat ihn vorbereitet.

Was kann geschehen, was muss geschehen? Sie sprechen von Plan B.

Ich spreche von zwei Jahren, und nur im Notzustand, für einen konkreten Zeitraum: das, was 1932 in Deutschland geschah. Parallelwährung für das Inland.

Was werden wir im Inland verwenden?

In Inland die Euro-Drachme. Überall, jedes Verhältnis zum Ausland wird der Euro sein. Die offizielle Währung ist der Euro. Wenn wir jedoch für zwei Jahre die Euro-Drachme haben, am Folgetag nach dem Zeitraum werden sie wieder zu Euro, haben wir folgende Vorteile: Allem voran kontrolliere ich die Währung und dadurch auch die Nichtausfuhr von Devisen. 12 Milliarden, welche die Immigranten ins Ausland bringen. Sie werden sie nicht herausbringen können. 27 Milliarden, welche die multinationalen Firmen, die großen Läden herausschaffen. 40 Mrd. im Jahr entgehend rettest Du in zwei Jahren 80 Mrd. Automatisch ist eine überlebensfähige Verschuldung entstanden.

Sie sagen mir, wir können in drei einfachen Schritten das Problem das Landes in einem sehr großen Umfang lösen.

Sicher, in einem hohen Grad. Und danach in Abstimmung mit der Europäischen Union, die tatsächlich zu Hilfe kommt und mir nicht mehr Geld geben kann, soll sie mir für diesen Zeitraum gestatten, zur Erhebung von Importzöllen berechtigt zu sein.

Einige derer, die dies hören, und was wir auch in der Vergangenheit zu hören bekamen, werden es als utopisch erachten.

Ich weiß nicht, wie sie es erachten. Das Thema ist, dass wir es gesehen haben und es in der Vergangenheit umgesetzt worden ist. Ich sage niemals etwas auf gut Glück. Deutschland wurde auf diese Weise allmächtig und führte den Krieg, den großen im Jahr ’40. Wer liest, findet Lösungen und Ideen. Sie lesen nicht, sie sind unwissend, sie wollen nicht lernen.

So wie sie sagen gibt es Lösungen. Würden Sie sich am nächsten Tag mit Herrn Samaras und Herrn Venizelos an den selben Tisch setzen und diskutieren, was geschehen und sich in diesem Land ändern kann? Damit auch die notwendigen Reformen voranschreiten?

Die Wahrheit ist, dass man keine schnellen und großen Denkwege vorfindet, man findet sie nicht. Und deswegen fand auch nicht die Debatte (Anmerkung: im Fernsehen) statt. Ich fordere Herrn Samaras und Herrn Venizelos heraus, zu diskutieren, wenn sie die Dinge nicht offenlegen wollen. Was während dieser drei Monate im „Megaron Maximum“ (Anmerkung: gemeint ist der Regierungssitz) gesagt wurde. Es gibt niemanden, der es nicht erfahren möchte, gehen und sehen wir, was gesagt wurde. Gehen wir drei dorthin um zu reden. Sie zittern bei dem Gedanken, sowohl der eine als auch der andere.

Enthüllen Sie es uns, sie sprachen vorher über Herrn Papadimos.

Nein, das halte ich für sie in der Hinterhand, sie irgendwo in die Enge zu treiben um die Wahrheit zu sagen.

Sind Sie bereit, vor den Wahlen selbst zu sagen, was hinter den verschlossenen Türen des „Megaron Maximum“ gesagt wurde?

Eine Reihe von Dingen und die von mir geschickten Schreiben gibt es im Weißbuch. Aber sie kommen nicht. Sie zittern, und ich frage, Herr Ravanos, und ich möchte, dass Sie mir es mit der Sie auszeichnenden Direktheit sagen. Ein Mensch, der sich fürchtet, seinen politischen Gegnern zu begegnen, wird sich dieser Mensch nicht fürchten, sich morgen aufzumachen um sich mit Frau Merkel, mit Frau Lagarde zu messen?

Das wird sich in der Praxis zeigen.

Aber es zeigt sich doch in der Praxis, dass er sich fürchtet, zu kommen.

Die Erwiderung aus der Syngrou ist, nicht zu einer Debatte gehen zu können, wo dermaßen viele Parteien seien werden.

Schön, gehen wir drei, die wir drinnen waren. Ich mache einen anderen Vorschlag. Die beiden und die Parteien, die im Parlament waren und es geschafft haben und hereingekommen sind, die drei Führer, lassen wir uns ihnen je zwei Fragen stellen.

Das ist ein interessanter Vorschlag.

Mich braucht niemand zu fragen. Ich stelle zwei Fragen an Herrn Samaras und zwei an Herrn Venizelos.

Kann ich Sie etwas fragen? Was ich Sie fragen würde, wenn ich in der Debatte dabei wäre. Wurden an jenem Abend im „Megaron Maximou“, an den vielen Abenden, an denen sie sich einfanden, jemals die Maßnahmen diskutiert, die im Juni kommen?

Grundsätzlich gab es kein Thema, die Renten zu kürzen. Solange ich drinnen war und das Thema der Kürzung der „Cut“-Renten gestellt wurde, wies ich es zurück. Als ich wegging, gab es keine Kürzung. Kaum war ich weg, gab es eine Kürzung. Weil nicht die griechische Regierung, sondern Herr Thomsen das Kommando führt.

Sie sagen mir also, Herr Vorsitzender, und jeder, der Sie hört, wird auch sagen, dass jene Weisungsempfänger der Frau Lagarde, der Gläubiger, der Frau Merkel sind, warum erfolgen also Wahlen?

Wieso, haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt geglaubt, dass sie es nicht sind?

Allerdings.

Die Wahlen erfolgen, damit es im Parlament eine neue Ordnung der Dinge gibt. Werden wir die Demokratie abschaffen?

Offensichtlich nicht. Wird diese parlamentarisch festgeschriebene neue Ordnung der Dinge die Legitimierung des Volkes haben, diese Maßnahmen in nächster Zeit durchzusetzen?

Das hängt davon ab, wie die Wähler die Sitze geben, jedoch wird es sicherlich nicht die jahrelange Überheblichkeit von PaSoK und ND geben, die uns in die Katastrophe gebracht haben. Diese Überheblichkeit, diese Angeblichkeit, diese zerstörerische Angeblichkeit, und, Herr Ravanos, nennen wir die Dinge endlich beim Namen. Die Bubis, die mit 26 Jahren Abgeordnete wurden und in ihrem Leben auch nicht einen einzigen Tag gearbeitet haben, können die gelebte gesellschaftliche Aktivität nicht kennen. Gestern sagte Herr Samaras, ihr wart auch dort, dass er 1977 unter Karamanlis Angeordneter wurde. Schön, er ist ’51 geboren. Mit 26 Jahren Abgeordneter. Wann hat er gearbeitet, woher weiß er, was Leben, Schweiß, Blut, Träne, Miete, Gerichtsvollzieher, nicht die Rate zahlen zu können bedeutet. Wo und wann hat es Papandreou gelernt, Premierministersohn, der mit 26 Jahren Abgeordneter wurde? Sie kennen das Leben nicht.

Das griechische Volk hat sie zu Abgeordneten gemacht.

Ja, aber das griechische Volk lernt nicht. Wir müssen alles sagen, dies ist die Realität. Das Volk schickt sich sogar an, Chrysi Avgi zu wählen.

Erschreckt Sie der Einzug der Chrysi Avgi ins Parlament?

Mich? Die Demokratie muss es erschrecken. Sie haben sogar gesagt, Tsipras sei umzubringen. Bringt Tsipras um, sagt sie im Parlament. Beginnen sie so? Geht es an, dass wir verantwortlich und ernsthaft sind? Grundsätzlich weiß ich nicht, ob diese Partei als Bündnis, mit dem was sie vertritt, legal ist.

Soweit ich verstanden habe, hat der Areopag nichts gesagt.

Der Areopag beschäftigt sich überhaupt nicht damit. Am 18. des Monats gab ich eine öffentliche Erklärung ab, um Alexander Kosysis zu würdigen, den einzigen Premierministier Europas, der Selbstmord beging, als das deutsche Militär einzog. Am selben Tag veranstalteten jene eine Zusammenkunft in einer Taverne, weil Hitlers Geburtstag war. Beachten Sie die Auffassung. Sie veranstalteten eine Feier und hielten eine Rede zu Hitlers Geburtstag.

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  1. yannis
    29. April 2012, 13:02 | #1

    ganz typisch, alles haben wollen und nichts geben!

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