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Gesundheitsträger EOPYY in Griechenland versinkt in Schulden

20. April 2012 / Aufrufe: 1.065

Der neue einheitliche Gesundheitsträger des staatlichen Gesundheitssystems in Griechenland droht in den Schulden der eingegliederten Kassen zu versinken.

Die Zukunft des neuen Einheitlichen Trägers zur Erbringung von Gesundheitsleistungen (EOPYY) und damit seiner Versicherten zeichnet sich unheilverkündend ab. Die Super-Kasse, die zum Zweck der Einführung gleichwertiger Leistungen für alle Berechtigten und der Rationalisierung der Kosten aus der Zusammenlegung der Gesundheitszweige der gesetzlichen Versicherungsträger IKA (Arbeitnehmer), OAEE (Selbständige und Freiberufler), OPAD (öffentlicher Sektor) und OGA (landwirtschaftlicher Sektor) „geboren“ wurde, begegnet einem ernsthaften Überlebensproblem.

Der EOPYY ähnelt einer vor dem Platzen stehenden Blase„, äußern Faktoren des Raums der Sozialversicherung, da „er begann, Kassen auf sich zu konzentrieren, ohne die erforderlichen Gewährleistungen zu haben„. Obwohl auch seine eigenen Finanzen in den roten Zahlen sind, wird er bisher weniger wegen seiner eigenen Verbindlichkeiten, sondern hauptsächlich wegen der Schulden von überall angegriffen, welche die vier Kassen angesammelt hatten, bevor sie in den neuen Träger eingegliedert wurden.

Altschulden eingegliederter Kassen belasten EOPYY mit über 1,5 Mrd. €

Die Gesamtschulden – einschließlich der Schulden der eingegliederten Kassen – übersteigen 2 Mrd. Euro. Davon sind ungefähr 270 Mio. Euro die Verbindlichkeiten an Apotheker des ganzen Landes, 363 Mio. Euro an die Pharma-Unternehmen, 800 Mio. Euro an die Privatkliniken und der Rest an Ärzte und Krankenhäuser. Die „Netto-Schulden“ des EOPYY, also seine unbeglichenen Verbindlichkeiten seit dem 01. Januar 2012, werden auf knapp 500 Mio. Euro veranschlagt. Die Verantwortlichen des EOPYY haben jedoch noch kein Bild der Ausgaben, da noch nicht alle Gesundheitsträger (Kliniken, Ärzte usw.) die erforderlichen Unterlagen eingereicht haben.

Quellen des Finanzministeriums meinen jedenfalls, dass die Bezahlung der Ärzte, Apotheker, Privatkliniken und anderer Gesundheitsträger nicht vor Beginn der Auszahlung des neuen Kreditpakets von 130 Mrd. Euro erfolgen wird. Der monatliche Etat des EOPYY wurde auf ungefähr 350 „gekappt“, wovon 280 Mio. Euro für die pharmazeutischen Aufwendungen sind. Es ist offensichtlich, dass dieser Betrag auch im Fall der Deckung der aufgelaufenen Schulden der eingegliederten oder unter Eingliederung stehenden Kassen nicht einmal zur Deckung der Grundbedürfnisse ausreicht.

Mit der Eingliederung – sofern sie schließlich erfolgt – zwei weiterer überschuldeter Kassen in den EOPYY, nämlich TAYTEKO (Angestellte der Banken und gemeinnütziger Behörden) und ETAA (Rechtsanwälte, Architekten, Ingenieure, Ärzte, Auftragnehmer öffentlicher Projekte) wird eine weitere Verschärfung des Problems erwartet. Die Bankangestellten wollen jedoch die Änderung des bestehenden Systems nicht. Es ist nicht ausgeschlossen, dass den selben Weg auch die ETAA einschlagen wird. Faktoren der Kasse sind nicht mit ihrer Eingliederung in den EOPYY einverstanden, da sowohl TSAY (Ärzte) als auch TSMEDE (Architekten / Ingenieure), aus denen sie besteht, „kräftige“ Rücklagen haben.

Laut offiziellen Angaben betragen die anhängigen Verbindlichkeiten der TAYTEKO – in welche die Kassen der DEI und OTE integriert worden sind – bis zum 31. Dezember 2011 etwa 260 Mio. Euro und des laufenden Jahres 50 Mio. Euro. Von diesem Betrag schuldet die Kasse den öffentlichen Krankenhäusern 170 Mio. Euro und den Rest privaten Kliniken, Ärzten und Aopthekern. Die Kasse bedient derzeit 375-450 direkt und indirekt Versicherte.

Bei der ETAA ist das Bild hinsichtlich der konkreten zahlen noch etwas trübe. Die unbeglichenen Verbindlichkeiten der Kasse an die Apotheker des Bezirks Attika bis einschließlich Freitag, 06. April 2012, betragen 14.306.314 Euro. Davon schulden den Apothekern Attikas die Zweige ETAA-TSMEDE (Architekten / Ingenieure) 8.959.192,55 Euro, ETAA-TSAY (Ärzte) 4.870.777 Euro und ETAA – Rechtsanwälte (Athen – Piräus) 476.344 Euro.

Unbezahlte private Ärzte und Kliniken stellen Zusammenarbeit mit EOPYY ein

Der Präsident der Ärztekammer Attika (ISA) Herr G. Patoulis veranschlagt, dass die Verbindlichkeiten der ETAA an seine Kollegen – in Kliniken und Laboratorien – im Athen auf den Betrag von 80 Mio. Euro betragen. Ebenfalls veranschlagt er, dass den Athener Ärzten der OPAD (öffentlicher Sektor) 350 Mio. Euro und die Gesamtheit der Kassen 600 Mio. Euro schulden. Zur selben Zeit schätzt er ein, dass täglich ungefähr 20 – 30 mit dem EOPYY verbundene Ärzte die Zusammenarbeit mit dem Träger beenden, weil sie nicht bezahlt werden.

Den privaten Kliniken schulden der EOPYY und die darin eingegliederten Kassen mehr als 800 Mio. Euro. Konkret beliefen sich die Schulden bis zum 31. Oktober 2011 auf 600 Mio. Euro. Die Eigentümer 12 privater Dialysezentren haben der Staatsanwaltschaft Athen ein außergerichtliches Schreiben zugestellt und fordern die Verlegung der Fälle (sprich in Behandlung befindlichen Patienten) zu anderen Strukturen. Ebenfalls sind während der letzten zwei Wochen keine neuen Patienten mehr aufgenommen.

Der „Seemanns-Hort“ (griechisch: Οίκος Ναύτου, Gesundheitsträger der Sozialversicherung der Seeleute) wurde schließlich – jedoch mit vielen Schwierigkeiten und nach langem Hin und Her – in den EOPYY eingegliedert. Grundsätzlich war dies von niemandem gewollt, weder seitens der Kasse noch der Versicherten. Die Verantwortlichen des EOPYY versichern jedenfalls, dass trotz aller anderslautenden Behauptungen „der Seemanns-Hort wie alle Kassen schrittweise in den Träger eingegliedert werden wird„. Die Gesundheitsstrukturen (Arztpraxen und Labors) der Kasse werden natürlich die selben bleiben, fügen sie an. Es wird angemerkt, dass der „Seemanns-Hort“ 220.000 direkt und indirekt Versicherte bedient. Seine unbeglichenen Verbindlichkeiten belaufen sich auf 137 Mio. Euro.

(Quelle: To Vima)

  1. oniro
    20. April 2012, 13:21 | #1

    Dazu eine Frage: Wie ist es mit Rentnern die in GR leben und von ihrer Rente in DE einen Anteil der Krankenversicherung bezahlen und bei der Rente in Abzug gebracht wird.
    Wird dieser Betrag sowie der Zuschuss hier eingebracht bzw.bezahlt ?
    Kann der Renter mit einer Versorgung hier rechnen wie es im Sozialversicherungs-Abkommen
    vereinbart ist ? Oder wo geht das Geld aus DE hier hin ?

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