Gesundheitssystem in Griechenland ohne Labors und Kliniken

5. April 2012 / Aktualisiert: 13. August 2017 / Aufrufe: 3.298

Die Situation im öffentlichen Gesundheitssystems Griechenlands spitzt sich dramatisch zu, da nun auch Labors und Kliniken die Kooperation einstellen wollen.

Die Ärztekammer von Athen (ISA) ruft der Kammer angehörende Ärzte der Labors und Kliniken auf, ab dem kommenden Montag (09 April 2012) jede Form der Zusammenarbeit mit dem neuen einheitlichen Nationalen Träger für Gesundheitsleistungen (EOPYY) einzustellen und die Überweisungen der Patienten des Gesundheitsträgers nicht mehr auszuführen 1. Dies bedeutet in der Praxis, dass die Patienten sämtliche Kosten aus eigener Tasche vorstrecken müssen.

In ihrer Bekanntmachung merkt die ISA an, dass „seit mehr als zwei Jahren die alten Verbindlichkeiten des Krankenversicherungsträgers des öffentlichen Sektors (OPAD) unbeglichen bleiben, während trotz der wiederholten gegenteiligen Beteuerungen des Präsidenten des EOPYY Gerasimos Voudouris der Träger während der drei Monate seines Bestehens keinerlei Betrag gezahlt hat„. Die Ärzteschaft ist an der Grenzen ihrer Belastbarkeit angelangt, führt der Präsident der ISA an und fügt hinzu, dass „Provisorität und Verantwortungslosigkeit des Staates sowohl die Menschen des Gesundheitswesens als auch die Patienten in die Verelendung führt„.

Das selbe Vorgehen hatte bereits auch die Ärztekammer Thessaloniki (ISTH) angekündigt 2, deren Präsident Athanasios Exadaktylos in Bezug auf den EOPYY erklärt, dass dieser Träger, dessen Zuständigkeit inzwischen rund 90% der Versicherten unterstellt wurden, die aufgelaufenen Verbindlichkeiten des OPAD zu begleichen hat und auf Basis des Gesetzes bereits die Verbindlichkeiten der Monate Januar und Februar 2012 beglichen haben müsste. Anstatt jedoch seine Schulden zu bezahlen, versprach der EOPYY, die Verbindlichkeiten an private Kliniken und Physiotherapeuten zu begleichen und schloss die übrigen Ärzte aus.

(Quellen: in.gr 1, in.gr 2)

  1. thomas
    5. April 2012, 16:53 | #1

    dann hab ich wohl die wahrheit geschrieben,das ihr meinen kommentar löscht.

  2. admin
    5. April 2012, 17:46 | #2

    @thomas
    a) Der „Kommentar“ war gegenständlich völlig irrelevant.
    b) Stupide Pöbeleien („Dreckvolk“, „Pack“) sind hier unerwünscht.

  3. Optupus
    5. April 2012, 18:20 | #3

    Es muß nicht immer negativ für die Gesundheit der Menschen sein, wenn das Gesundheitswesen kollabiert, denn in England sind während eines Ärztestreiks die Aufträge bei den Bestattern eingebrochen.

  4. Miro
    5. April 2012, 22:04 | #4

    @Optupus
    Super geschrieben ,würden die mediziner eine woche streiken ,würden 90 % der kranken wunderheilungen erleben .

  5. Tango10
    6. April 2012, 18:13 | #5

    …dann sollten wir genau aufpassen, denn was zurzeit in Griechenland passiert, wird auch bei uns kommen. Möge sich das griechische Volk dagegen noch lange wehren, in der Hoffnung, dass keine Privaten sich das Land aufteilen können.

    …wobei das in Deuschland alles heimlich, still und leise vor sich ging. Wir haben ja private Kliniken. Wir zahlen immer mehr Krankenkassenbeiträge für immer weniger Leistungen…

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