EU ist für Immigrationsproblem in Griechenland verantwortlich

4. April 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 728

Der griechische Europa-Abgeordnete Nikos Chountis lastet die Verantwortung für das Problem der illegalen Immigranten in Griechenland definitiv der EU-Politik an.

Als Person mit intensiver politischer Präsenz hat der Europa-Parlamentarier der SYRIZA-Partei Nikos Chountis es mit seinen dynamischen Interventionen geschafft, die Gewässer des Europaparlaments aufzuwühlen, indem er sehr häufig „heiße“ Themen mit Bezug zu Griechenland auf die Tagesordnung bringt. Er zögert sogar nicht, das Europaparlament mit dessen Verantwortungen zu konfrontieren, und erhebt entscheidende Themen, die in etlichen Fällen die Untätigkeit der europäischen Politiker enthüllen und anprangern.

In diesem Rahmen liegt auch das Thema der Immigranten, zu dem Nikos Chountis betont, dass die EU eine ungeheure Verantwortung trägt, da sie mit dem Beschluss von Dublin II den Einreiseländern der illegalen Immigranten, also den Staaten des Südens den „Schwarzen Peter“ zugeschoben hat und aus sicherer Position Kritik und Druck zur Lösung des Problems und einer gerechter Behandlung der illegalen Immigranten ausübt.

Weiter betont Nikos Chountis aufgrund seiner Erfahrung und Aktivität in der Außen- und EU-Politik bezüglich der Rolle des EU-Parlaments, dass diese – obwohl sie im Verhältnis zu den Vorjahren gestärkt wurde – am Rand der europäischen Entwicklungen und Beschlüsse angesiedelt bleibt.

Interview des EU-Parlamentariers Nikos Chountis mit Dimitra Kaltaki (Vradyni)

Bringt der Beschluss über die Auffanglager für Immigranten die Lösung in diesem so signifikanten Problem oder wird er noch mehr zur Zündung der sozialen „Bombe“ beitragen? Wie begegnet die EU diesem brennenden Thema?

Der Beschluss über die Schaffung von Auffanglagern für die Immigranten ist ein heuchlerisches und gefährliches Wahlkampffeuerwerk der Regierung, um die Agenda der Wahlen zu ändern. Es ist ein bewusster Versuch, die konservativen Reflexe eines Teils der Wählerschaft zu streicheln, es ist ein Versuch, ein existentes gesellschaftliches Problem für den Wahlkampf auszunutzen. Mit der Tatsache als gegeben, dass es keinerlei Vorsorge gibt, damit die Fälle dieser Menschen innerhalb der seitens der EU geforderten zwölfmonatigen Frist abgewickelt werden, wird das einzige Ergebnis in der Umwandlung der Auffanglager in periphere Ghettos bestehen, in denen diese Menschen zu Tausenden zusammengepfercht sein werden.

Die Verantwortlichen für diese mit der Unterzeichnung von Dublin II geschaffene Situation sind die selben, die das Problem zu „lösen“ versuchen, indem sie es in die Peripherie verlagern. Die EU trägt ihrerseits eine ungeheure Verantwortung für diesen Zustand, da sie mit Dublin II den Ball den Einreiseländern der illegalen Immigranten – sprich den Staaten des Südens – zugeworfen hat und nun aus sicherer Position Kritik und Druck zur Lösung des Problems und gerechten Behandlung der illegalen Immigranten ausübt.

Die einzige Lösung ist die Revision von Dublin II, die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Politik zur Bewältigung dieses riesigen Problems und die Angehung der Gründe, welche die Immigrationswellen nach Europa auslösen.

Was steht Ihrer Meinung nach bei diesen Wahlen auf dem Spiel?

Bei diesen Wahlen stehen unsere Gegenwart und unsere Zukunft auf dem Spiel. Bei diesen Wahlen stimmen wir nicht nur einfach darüber ab, welche Partei uns für die kommenden 4 Jahre regieren wird, sondern darüber, wie Griechenland für die nächsten 20 Jahre sein wird, über unsere und unserer Kinder Gegenwart und Zukunft, darüber, ob wir die kommenden Generationen und die Perspektive des Landes den Wölfen zum Fraß vorwerfen werden.

Welche sind die Hindernisse in der Schaffung einer breiteren Kooperation der Linken? Ist die Kluft der Ansichten und Meinungen so groß, dass sie in einer für Griechenland dermaßen kritischen Periode nicht „überbrückt“ werden kann?

Die Forderung und Notwendigkeit einer möglichst umfassenden Zusammenarbeit aller Kräfte der Linken ist gesellschaftlich und politisch. In diesen kritischen Momenten, welche Griechenland und die Arbeitnehmer durchmachen, ist die Linke nicht berechtigt, ihre Kräfte für „familieninterne“ Auseinandersetzungen über bestehende ideologische und politische Differenzen zu verheizen. Sie ist verpflichtet, einen gemeinsamen Gang zu finden und dem griechischen Volk die Hoffnung zu geben, dass es einen alternativen Vorschlag zum Ausgang aus der Krise gibt, neben und außerhalb der neoliberalen Einbahnstraße, der Memorandums-Politiken der Unterwerfung und der Verelendung. Und wenn die Kooperation jetzt schwierig erscheint, kann sie der griechische Bürger durchsetzen, indem er jene linken Kräfte wählt, die seit geraumer Zeit für die Einheit kämpfen, und diejenigen, welche diese verweigern, dazu zwingt, es sich nach den Wahlen erneut zu überlegen und ihre Politik zu ändern.

Wie schätzen Sie die Position der Linken und speziell der SYRIZA-Partei nach den Wahlen ein?

Wir sind zuversichtlich, die politische Szene zu ändern. Wir wollen nicht und beschränken uns nicht einfach darauf, dass die SYRIZA-Partei mehr oder weniger gestärkt aus den Wahlen hervorgeht. Wir wollen die griechischen Bürger davon überzeugen, dass sich die politischen Zusammenhänge ändern müssen, das duale Parteisystem zu kippen ist, ein Machtblock mit der Linken und der SYRIZA-Partei in den Hauptrollen hervorgehen muss, ein Machtblock, der eine andere Politik zum Ausgang aus der Katastrophe der Memoranden umsetzen wird.

Übt das Europaparlament angesichts solch schwieriger wirtschaftlicher Umständ eine substantielle Rolle aus oder beschränkt es sich auf rhetorische Kontrollen?

Die – wenn auch im Verhältnis zu vorherigen Jahren gestärkte – Rolle des Europaparlaments bleibt weiterhin am Rand der europäischen Entwicklungen und Beschlüsse angesiedelt. Und dies stellt eine bewusste politische Option der vorherrschenden konservativen gesellschaftlichen und politischen Kräfte dar, die nicht wollen, dass die einzige von den Völkern Europas gewählte und legitimierte Institution eine maßgebliche Rolle in den Entscheidungen und Entwicklungen spielt. Die Rolle des Europaparlaments ist eine andere Ebene politischer Konfrontation und Differenzierung zwischen denen, die ein Europa, in dem dessen Völker entscheiden, oder ein Europa wollen, in dem die Entscheidungen von außerinstitutionellen Faktoren und den Geschäften der großen Mächte und Interessen getroffen werden.

Laut manchen Verfassungsrechtlern werden einige Maßnahmen als verfassungswidrig beurteilt. Wie stehen Sie dazu?

Sie können nicht einmal die Verfassung, ihre Verfassung einhalten. Sie haben die Verfassung zu einem Gummiband gemacht, sie treten sie mit Füßen, sie schenken ihr keine Beachtung. Um die gewünschten Maßnahmen durchzudrücken, nehmen sie auf nichts Rücksicht. Sie sind zynisch und agieren an den Grenzen der Legalität.

Die Verteidigung der Verfassung stellt eine Pflicht und ein Recht aller dar. Ich würde jedoch hinzufügen, dass inzwischen die Notwendigkeit besteht, sie in eine fortschrittliche Richtung zu überarbeiten, mit dem Ziel der erhöhten und aktiven Beteiligung der Bürger und des weiteren Schutzes der persönlichen und gesellschaftlichen Rechte.

Welche ist Ihre Ansicht bezüglich des Ausgangs aus der Wirtschaftskrise? Wie kann letztendlich dieser heiß ersehnte Aufschwung erreicht werden?

Die Wirtschaftskrise ist das Resultat konkreter Politiken auf weltweitem, europäischem und nationalem Niveau. Diejenigen, die für diese schlimme Lage verantwortlich sind, können sie nicht mit den selben Politiken lösen. Sie sind Sklaven der Interessen, denen sie Ausdruck verleihen. Sklaven der Banken, der Zinswucherer und Zocker. Der Aufschwung kann nur mit einer Änderung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Modells auf nationaler und europäischer Ebene erreicht werden, mit einem wirtschaftlichen Finanzierungsprogramm zur produktiven Reorganisation der Länder, welche Probleme aufweisen, mit dem Transfer von Mitteln in gesellschaftliche Infrastrukturen, mit der Stärkung und Stützung der Einkommen, mit dem Schutz und der Vertiefung der arbeits-, versicherungs- und sozialrechtlichen Rechte der Bürger.

(Quelle: Vradyni)

  1. Mazedonier
    4. April 2012, 09:29 | #1

    Na klar, „schuld“ sind immer die anderen LOL

  2. Ottfried Storz
    4. April 2012, 10:34 | #2

    Schuld sind immer die anderen.
    Fehlende Selbsterkenntnis dürfte ein großes Problem Griechenlands sein.

    Griechenland hat im vergangenen Jahrzehnt einen deutlich zweistelligen Milliardenbetrag für U-Boote, Fregatten, Panzer etc ausgegeben.
    Keinen einzigen Euro hat Griechenland hingegen hat es bis 2011 für einen Zaun oder Wärmebild-Infrarotkameras (die nachts Menschen aufspüren) für die Grenze zur Türkei ausgegeben.
    Die baltischen Staaten, Polen, Slovakei etc haben dies jedoch an den Grenzen zur Ukraine und Weißrußland. In Griechenland waren die Ausgabeprioritäten jedoch andere – wie U-Boote oder Fregatten.

  3. Maria P.
    4. April 2012, 15:46 | #3

    Diesmal haben die Griecher, tatsächlich, recht!!
    Die EU, besser gesagt die mittel Europäer haben Griechenland mit so einenn gewaltigen Problem, alleingelassen.
    Es ist sehr einfach zu sagen, „die Griechen haben es nicht gepackt“, wie sollten sie auch ohne Unterstützung? Deutschland, der alte Hase, hat erst in den letzen Jahre geschaft das Problem in den Griff zu bekommen.

  4. elgreco
    4. April 2012, 15:47 | #4

    Nein schuld sind die, die solche Verträge wie Dublin II zu verantworten haben, die zu lasten einzelner EU Staaten gehen. Ich habe jedenfalls von den profitierenden Nordstaaten kein Aufschrei gehört, für die Anpassung von Dublin II. Für mehr Zusammenarbeit und einer gerechte und gleiche Verteilung der Lasten. Schon mal was von Scheinheiligkeit gehört

  5. Anna Z.
    4. April 2012, 23:17 | #5

    So einseitig kann man die Situation aber nicht darstellen.
    Griechenland hat seit 2007 EU Hilfsgelder in Höhe von 192 Millionen Euro zur Minderung des Migrantenproblems erhalten. Auch wurden Beamte aus mehreren EU Ländern von Frontex zur Unterstützung geschickt, weil von den erforderlichen Beamten nur ein Bruchteil vorhanden ist. Das wird hier nicht mit einem Wort erwähnt. Zusätzlich ist von einer Aufstockung um weitere 250 Millionen Euro die Rede. Was ist mit diesem Geld passiert?
    Wenn ich mir die Berichte von der griechisch-bulgarisch- türkischen Grenze durchlese, stelle ich fest, dass alle ausser Griechenland wesentlich bessere technische Kontrollgeräte zur Verfügung haben, ohne EU Unterstützung. Irgendetwas läuft da wohl falsch. Auch wird nirgendwo ein Wort darüber verloren, dass Griechenland von dem Europäischem Gerichtshof
    für Menschenrechte zusammen mit Belgien, wegen unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung von Schutzsuchenden verurteilt wurden.
    Dublin 2 gehört gründlich überarbeitet. Das stimmt auf jeden Fall. Es kann nicht so weitergehen, dass einige wenige EU Staaten die volle Wucht der Migranten abfangen müssen, während andere das Recht haben diese einfach wieder in das Land zurückzuschicken, wo sie die EU betreten haben. Übrigens hat Östereich bis heute die meisten Migranten nach Griechenland zurückgeführt. Was mir an dem Bericht am wenigsten gefällt, ist aber die Menschenverachtung. Es geht hier nicht um Schafe oder Ziegen, sondern um Menschen. Jeder wirkliche Flüchtling oder politisch Verfolgte sollte das Recht auf einen gründlich durchgeführten Asylantrag haben, auch in Griechenland.

  6. Elgreco
    5. April 2012, 10:28 | #6

    @ Anna

    Liebe Frau Anna, sie werfen mir Einseitigkeit vor, und vergessen dabei sehr viele Details zu berücksichtigen. Aus der ferne, wenn man selbst nichts gesehen und erlebt hat ist es sicherlich leicht, dieses zu tun. Waren sie schon mal in Athen ?

    Kurz zusammengefaßt :

    Dieses ist nicht die erste sondern die dritte Einwanderungswelle mit der Griechenland umgehen muß.
    Seit 1996 bis heute hat die zahl der Einwanderer um eine Millionen Menschen zugenommen. Hinzu kommt etwa geschätzt knapp eine halbe Millionen Illegaler, die nur das ziel haben nach Westeuropa zu kommen.
    Damit , vor allem in der kurzen zeit, muß ein Völkchen von 11 Millionen Menschen, gesellschaftlich erst einmal verkraften. Und trotz ihrer Kritik, haben sich, ein Großteil der ersten beiden wellen, legalen Einwandere, in der Griechischen Gesellschaft integriert. Ohne das es in der Gesellschaft einen radikalen Rechtsruck gab, jedenfalls bis zur Krise. Kann man das den in Deutschland und Österreich auch behaupten ? Aber jede Gesellschaft hat eine grenze der Belastbarkeit, vor allem in so kurzer zeit und in so einer schweren Krise.

    Nun zur tollen Hilfe

    80% aller illegale Einwandere kommen über den Seeweg oder der Türkei nach Griechenland. Das heißt
    Griechenland ist verantwortlich nach Dublin 2 über 80% aller illegale Einwandere in Europa.
    Allein in einem Jahr wurden 146.000 illegale Zuwanderer aufgegriffen, die Dunkelziffer ist deutlich höher.
    Griechenland bekommt Jährlich 50 Million Euro zur Unterstützung und hat 220 Mitarbeitern aus anderen EU Ländern erhalten. Was glauben sie den, was der Grenzschutz, die Betreuung, und die Rückführung eines einzelnen illegale Zuwanderer im Jahr kostet ? Haben sie mal 50 Mio durch 146000 geteilt, das sind keine 350€ pro Jahr für eine Person die zur Verfügung, stehen. Und was ist mit denen die letztes Jahr schon gekommen sind, die wollen auch versorgt werden.

    Und über die scheinheilige Öffentliche Diskussion brauche ich nicht viel zu sagen, ein Sündenbock hat man ja schon in Griechenland gefunden. Dublin 2 ist ein gutes Geschäft für die anderen EU Staaten wieder einmal zu lasten einzelner.

  7. Juls
    5. April 2012, 14:56 | #7

    @ Anna Z.
    Einen Antrag koennen die Migranten ja auch stellen……..tun ja viele nicht, weil Griechenland die wenigsten Asylantraege bewilligt? Oder vielleicht weil viele hoffen, ueber Griechenland ins europaeische Umland zu gelangen…ich weiss es nicht!

    Im Moment ist es so, da werden ueber 1000 Menschen so am Tag mit zur Polizei genommen, die meisten stellen dann dort einen Antrag, bekommen ein Papier mit dem sie sich erstmal 30 Tage aufhalten koennen und dann werden sie wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen….der groesste Teil jedenfalls. ….und dann entschwinden sie wieder im „Untergrund“ . Hat alles ueberhaupt kein System….ist im Moment nur Augenwischerei…fuer wen?? fuer eine Waehlergruppe……das richtige Problem wird ueberhaupt nicht angepackt! Leider……denn hier handelt es sich tatsaechlich um Menschen!!! Aber es ist ein europaeische Problem…nicht nur Geld rueberschieben und damit hat es sich…….schauen was mit dem Geld geschieht und Hilfestellungen leisten nicht nur Frontex und das auch nur fuer einen Zeitraum.Jetzt ist doch auch andauernd die Troika im Land und schaut nach dem „Rechten“ da kann man doch auch gleich solche tragenden Probleme gleich mit diskutieren………..oder ist das nicht wichtig genug, denn Migranten machen Arbeit und kosten Geld.?!….

  8. Juls
    5. April 2012, 15:16 | #8

    @El Greco

    ich fahre nur ab und zu durch Athen, aber was ich vom Auto aus sehe, ist nicht zu beschreiben….man muss es wirklich mal gesehen haben dieses Elend…….man haelt an einer Ampel und schon hat man sie am Wagen, wollen was verkaufen oder Scheiben wischen….direkt neben dem grossen Polizeigebaeude steht ein Abbruchhaus, da leben diese Menschen ohne Heizung(Winter) Menschenunwuerdig., da gaebe es noch sooo viele Beispiele……

    da kann Europa doch nicht aus der 2. Reihe zuschauen……..Griechenland ist total ueberfordert…..nein ich gebe dir vollkommen Recht…..

    Das Reden ist wirklich einfach……wenn man es aus der Ferne betrachtet…ich bin jedesmal total erschuettert wenn ich durchfahre und bin froh, dass ich nicht in Athen lebe…..

  9. Anna Z.
    5. April 2012, 23:57 | #9

    @ Elgreco

    Ich wohne in Athen und habe meinen Kommentar in keinster Weise auf den ihrigen bezogen, sondern auf obigen Artikel.
    Ihre Hochrechnung hinkt dennoch. Laut der Aussage eines griechischen Ministers sollen ca. 200 Migranten täglich die Grenze passieren (200 x 365 = 73.000 im Jahr). Diese Zahl einfach durch die EU Hilfen zu teilen entbehrt jeder Grundlage, weil Griechenland ja wohl auch selber mitzahlen tut. Warum fehlen an der Grenze seit Jahren mehrere hundert griechische Grenzbeamte? Warum haben z.B. die bulgarischen Grenzbeamten eine viel bessere technische Ausrüstung auch ohne EU Gelder? Die Überschrift des obigen Artikels stempelt die EU einfach als Schuldigen ab, was so ja nun auch nicht stimmt. Dazu sei noch gesagt, dass Deutschland im Jahr 2011 auf eine Rückführung von in Griechenland eingereister Migranten verzichtet hat, um das Land etwas zu entlasten. Auch muss, wie sie erwähnten, gesagt werden, dass eine Integration von Migranten (z.B. Albanern) schon stattgefunden hat und einige Prozent des BIP auf die Arbeit dieser Menschen zurückzuführen ist. Am meisten an dieser Debatte stört mich die Unmenschlichkeit, wenn einfach nur mit Menschenzahlen jongliert wird und das (scheinheilige) verschweigen von fehlenden Dolmetschern und die Verschleppung von Asylanträgen. Was auf jeden Fall richtig ist, Dublin II muss geändert oder verworfen werden. Kalinichta!

  10. iaourti iaourtaki
    6. April 2012, 14:48 | #10

    Hier fordern einige mehr Menschlichkeit und gleichzeitig paradox bessere Grenzsicherung, abgestochene Flüchtlingsboote sprachen vor Jahren eine ganz andere Sprache und warten immer noch auf die Bekanntmachung durch Hr. Pulitzer wie Kundus auf Picasso. Wie sterben wohl mehr Leute: In einem Flüchtlingslager auf griechischer oder auf türkischer Seite des Evros, weil alles brav deutsch total überwacht und einfach ausgesperrt wird; aber klar sind die Flüchtlinge selber Schuld, weil sie vorher nicht brav den Freischwimmer gemacht haben oder den Fluß und die Temperaturen unterschätzen. Hauptsache Ignoranz. Sehen, nur was man sehen will, Hören, nur was man hören will. Friß oder Stirb.
    SYRIZA hat für Antirassisten ganz andere Angriffspunkte, u.a. den, das sie genau die Leute, die praktische Solidarität leisten und Flüchtlingen bei Angriffen von Faschisten und Polizei zur Seite stehen oder ihre Strukturen zwecks freier Sprachkurse öffnen, generell als bezahlte Provokateure bezeichnet; ihr potentieller stalinistischer Koalitionspartner nennt genannte „Anarcho-Faschisten“, sprach bei der Dezember-Revolte von der revoltierenden Jugend als „Taliban“ und wird so natürlich auch zunehmend für Rechte interessant.
    Mittlerweile mußten 250 Millionen Menschen aus Küstengebieten fliehen, weil immer noch trotz Klimachaos Autos und Flugzeuge gebaut werden. Kriege, um das Vergasen des Planeten und 80% der weltweiten Heroinproduktion abzusichern, die man dann gegen die eigene revoltierende Bevölkerung billiger als Haschisch einsetzen kann, spielen natürlich überhaupt keine Rolle. Also, Griechenland baut bisher so gut wie keine Autos oder Flugzeuge und Schiffe ab sofort nur noch in Kurzarbeit 1 Mal pro Woche:
    http://www.protothema.gr/news-in-english/article/?aid=188323
    Das einzige was Frontex außer mehr Toten gebracht hat, ist, daß zeitweise die türkischen Grenzverletzungen international etwas wahrgenommen wurden, weil das türkische Militär Frontex Hubschrauber öfters mit Zielradar erfasst hatte und mit Abschuß drohte, weil sie dachten es wären Griechen. Und wie dort einige ticken, kann man ja am aktuellen Obama-Sesamkringelstreit sehen. http://www.keeptalkinggreece.com/2012/04/05/obama-triggered-a-greek-turkish-food-crisis/
    Bitte, gibt es nicht einen Berater, der Obama einflüstern kann, er soll doch bitte mal Smyrna statt Izmir sagen … Aber dann gibt es ja Krieg und deshalb sollen „die“ Griechen immer weiter fressen; auch die neuesten Frechheiten aus dem schwäbischen Versehrtenheim von und vor allem zu Schäuble, weisen dieselbe Richtung: „Ihr dummen, kleinen Griechen, Ihr Kiddies“:
    http://www.keeptalkinggreece.com/2012/04/06/german-finmin-we-are-greeces-scapegoats/?replytocom=13129#respond
    Bevor, wie durch den rassistischen Vorstadtasi Sarkozy angedroht, Griechenland (symbolisch, weil eigentlich müssen überall Ausweise vorgelegt werden!) aus dem Schengenraum geworfen wird, sollte es die Lager nur als Verpflegungsstationen auf den Weg nach Europa einrichten und alle Grenzen öffnen und die Verpflegung sollte gastfreundlich und reichlich sein. Dann wird man sehen, wer wirklich hier bleiben will, trotz inzwischen fliessend Griechisch sprechender Kinder. Es gibt auch nichts an dem staatlichen und nicht staatlichen Rassismus in Griechenland zu verharmlosen – insbesondere diese Bürgerschutz Knalltüte Chrysohoidis fährt mal wieder ein ganz mieses Spiel und hat wahrscheinlich auch für das zweite Rettungspaket gestimmt ohne es gelesen zu haben – aber eins dürfte nun mal sicher sein, die Nazihorden der deutschen Provinz werden heftig abgehen, wenn sich auch nur 500.000 auf den Weg in den Norden machen würden und vor Ort wird es sie einen deutschen Dreck scheren, ob die Emmigranten dann Afghanen oder Griechen sind, die sie verbrennen und totschlagen; und genau wie die NSU werden sie nach ihren Morden beim Griechen schlemmen gehen.
    Aber im Grunde geht es hier nur noch um verschiedene Abstufungen des Rassismus, wobei die Festung Europa und die Ausländergesetze bereits seit langem Champions League sind.
    Folgender Autor, der gerade sein Buch fertig gestellt hat, gibt einen ganz guten Überblick über die „Aktion Besen“
    http://www.heise.de/tp/artikel/36/36720/1.html
    Empfehlenswert ist auch dieses Netzwerk von Immigranten, das aus erster Hand und mehrsprachig berichtet:
    http://clandestinenglish.wordpress.com/

  11. Elgreco
    10. April 2012, 11:17 | #11

    @Anna Z.
    „Diese Zahl einfach durch die EU Hilfen zu teilen entbehrt jeder Grundlage, weil Griechenland ja wohl auch selber mitzählen tut“

    Stimmt dann rechnen sie mal, was es dem griechischen Staat jährlich an Geld und Zinsen kostet, dank der ach so scheinheiligen Europa Politik. Man hat ja in Griechenland zum Wohl der EU genug Sparpotentiale, stimmst.
    Der Griechische Staat sollte diese Menschen, eine menschenwürdige Erstversorgung gewähren, und dann diese ziehen lassen wohin sie ach wollen, die wenigsten wollen in Griechenland bleiben. Das währe Menschlich

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