Es wird Zeit, unsere Demokratie zurückzuerobern

25. April 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.157

Eingereicht von: doedelf

Thema: IWF legt Grabstein für Griechenland

Zu meiner Person: Ich bin deutscher, typischer oberer Mittelstand, kleines Haus, viel Arbeit gutes Geld (IT). Ich bin über den Griechenland Blog gestolpert als ich eine Quelle (die ich auch lesen kann) gesucht habe die mir einen ungefilterten Blick auf Griechenland geben kann (und nicht die typische Mainstream Brainwash Maschine der Springer Presse).

Ich bin es leid immer dieses Griechenland Bashing zu hören, das in den unterschwelligen Kommentaren á la “Hätten sie halt nicht über ihre Verhältnisse leben sollen blabla” anklingt.

Liebe deutsche Mitbewohner, kurz zum mitschreiben: Das griechische Volk hat überhaupt nicht über seine Verhältnisse gelebt, es hat keine Dauerparties geschmissen, genauso wenig wie die Italiener, die Spanier, Portugiesen, Engländer, Franzosen, Irländer und und und. Wir wurden nur schlicht in den letzten Jahren betrogen, belogen und verarscht. Dank einer völlig außer Kontrolle geratenen Wirtschaftpolitik, der Lüge des unendlichen Wachstums zu Gunsten von wenigen, haben viele, vieles oder sogar alles verloren. Macht doch mal die Augen auf wer wirklich die Kohle gescheffelt hat. Kleiner Tipp: OECD Studien (und die sind noch brav geschönt – occupy und die oberen 1 – 10% sind kein Fake).

Zu Griechenlands Schulden und die angeblichen Rettungszahlungen: Diese Zahlungen gehen fast komplett an Griechenlands Gläubiger und ratet mal wer die sind: WIR!

Wir Deutschen geben uns schlicht und ergreifend selbst Geld. Wenn Griechenland nämlich pleite wäre (Russland war das auch mal), würden einfach die Bonds platzen und wären nichts mehr wert. Jeder der die inne hat würde einfach einen Verlust erwirtschaften. Wegen des Risikos des Zahlungsausfalls wurden diese Geldgeber (die vornehmlich Deutsche Bank, Goldmann Sachs, Allianz und ein wenig MBB und deutsche Rüstungsindustrie heißen) mit horrenden Zinsen beglückt. Sie kannten das Risiko, und nun versuchen sie sich einfach davor zu drücken, poltern auf “Lassen wir Griechenland nicht pleite gehen (Ist schließlich unser Geld …)”.

Das Schlimme dabei ist, das wir alle verlieren. Die Griechen echtes physisches Eigentum durch Privatisierungserlöse, und wir Deutschen weil wir Staatsgeld rüber pumpen (das tatsächlich aus unseren Steuergeldern besteht), das hierher zurück kommt und direkt in den Taschen der Investoren aus der Griechenland-Rally fließen. Und nein, glaubt bloß nicht, dass eure kleinen mickrigen Rentenfonds und Versicherungen dahinter stecken, das sind … wie war der Begriff doch gleich … ach ja, Peanuts!

Diese Staatsschuldenkrise ist keine, sie ist nur der verlängerte Atem der Finanzkrise. Wir zahlen weiterhin schön brav und blöd unsere eigene Finanzindustrie und ihre Wetten im großen globalen Kasino aus. Öffnet die Augen – schaut wie stark die Steuerquoten und Sozialabgaben bei uns abgebaut wurden “weil es ja den Markt belebt”, und nun haben wir alle über unsere Verhältnisse gelebt? Hallo? Nee, haben wir nicht, uns wurden nur einseitig die Einnahmen weggekürzt. Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer, Einkommenssteuer > 50 %, Kapitalertragssteuer pauschal auf 25 %. Wir würden heute ohne die Senkung, die lediglich einem ganz kleinen Teil der Bevölkerung zugute kam, jedes Jahr ca. 50 – 100 Mrd. mehr im Staatssäckel haben.

Glaubt Ihr eigentlich, dass nur wir in D-Land so veräppelt und betrogen wurden? Glaubt Ihr, die selben Leute hätten nicht auch in Griechenland gewütet? Wer hat Griechenland damals in die EU geschrieben? Goldman Sachs! Bei welchen Arbeitgeber war Griechenlands Chef vorher Boss? Goldman Sachs! Sorry, die tarnen ihre Unverfrorenheit beim Abzocken nicht mal mehr, das ist denen scheißegal!

Wer mehr wissen will: NachDenkSeiten, Buchtipps: “Generation Laminat” von K. Fischer und “Stresstest Deutschland” von Jens Berger (Spiegelfechter). Da geht es zwar primär um Deutschland aber die Mechanismen, das was schief läuft und was nun Griechenland als erstes EU Land brav ausbaden darf werden dort beschrieben und sind sicherlich übertragbar.

Liebe Griechen, lasst euch von den ewig deutschen Meckerern nicht runter ziehen. Tretet den Oberen gehörig in den Allerwertesten und wehrt euch gegen diese unmenschliche Behandlung. Falls “die da oben” damit durchkommen und euch brechen, werden sie umgehend mit dem nächsten Land in Europa weitermachen. Irgendwann ist auch Deutschland dran, und ich möchte auch mein Kind nicht in ein SOS-Kinderdorf zum Essen schicken müssen.

Es wird Zeit das wir unsere Demokratien zurück erobern. Am besten ginge das, indem wir Europäer schlicht zusammen halten und diesen „Geldadel“ dahin schicken wo der Pfeffer wächst (wobei die da ja auch schon dick im Ausbeutergeschäft sind).

Gruß

  1. Juls
    25. April 2012, 21:39 | #1

    @ doedelf

    Im Grunde hast du alles gesagt….Danke!

    auch fuer deinen Link NachDenkSeiten…….

  2. 25. April 2012, 21:40 | #2

    Zum Mitschreiben: Griechenland hat als Land von 2001-10 im Jahresdurchschnitt 1.400 Euro im Ausland ausgegeben für jede 1.000 Euro die es im Ausland verdient hat. Das ist ein über-die-Verhältnisse-leben von 40% p.a.

    http://klauskastner.blogspot.com/2012/03/plea-for-right-kind-of-austerity.html

  3. elgreco
    25. April 2012, 23:12 | #3

    @ Klaus

    Und wieviel davon sind verschuldet durch Rüstungsgüter made in Germany, Zinsen, und korrupte Deutsche Unternehmen ?

  4. Griechin62
    26. April 2012, 01:58 | #4

    @ doedelf

    Danke! Endlich mal ein ein guter Aufruf, „Es wird Zeit das wir unsere Demokratien zurück erobern“

    Leider sind nicht alle Bürger bereit die Augen zu öffnen, sie lassen sich lieber von den Medien schöne Lügengeschichten erzählen. Es hört sich ja auch viel schöner und spannender an, wenn man über die FAULEN Griechen schreibt und spricht, als über außer Kontrolle geratenen Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik!
    Und es macht viel mehr Spaß, in GR gegen Deutschland zu hetzen, als den Fokus auf die wirklichen Verursacher zu konzentrieren!!

  5. Lucy Sky
    26. April 2012, 08:42 | #5

    Danke auch von mir! Schoen anschaulich erklaert.
    1974 sagte Kissinger ueber Griechenland:
    “Das griechische Volk ist anarchistisch und schwer zu bändigen. Deshalb müssen wir tief in ihre kulturellen Wurzeln stossen. Vielleicht können wir sie dann zur Konformität zwingen. Ich meine natürlich in ihre Sprache, ihre Religion, ihrer Kultur und historischen Reserven stossen, damit wir ihre Fähigkeit sich zu entwickeln neutralisieren können, um sich zu unterscheiden, oder sich zu erhalten, um sie damit als Hindernis bei unseren strategisch wichtigen Plänen im Balkan, im Mittelmeer und im Nahen Osten zu entfernen.“

  6. Michael Thuma
    26. April 2012, 11:04 | #6

    Danke für den interessanten Artikel.

    Ich habe analysiert Risikomodelle und denen gibt es zwar Abweichungen, aber eine Faustregel scheint hinterlegt zu sein, bei manchen.

    Schulden Finanzsystem + Schulden Staat > 5 * Einnahmen des Staates = Problem. Bei 60% Verschuldung lt. Maastricht. Das variiert zwar aber im Großen läuft es auf das hinaus.

    Deutschland hat Faktor 9. Durch die Handelsbilanzüberschüsse und den damit verbundenen ‚Geld’fluss hat Deutschland aber keine Problem, solange die Überschüsse weiter bestehen. Kommentare zum sog. Südeuroraum immer im Hinblick auf diesen Aspekt bewerten. Mitteleuropa tendiert eher zu Investition denn Konsum, das stärkt die Strukturen.

    Etwas frech formuliert – die Bevölkerung ist über den Arbeitsbegriff kollektiviert/respektive versucht die Politik selbiges. Die Aussagen wie die ‚Faulen Griechen‘ kommen eher aus dem Eck. Simplifiziertes Erklärungsmodell auf Kindergartenniveau, wenn überhaupt auf so hohem.

    Die wahre Stärke von Deutschland ist meiner Ansicht nach das Organisationstalent. Das Businessmodell von Deutschland ist ‚groß und billig‘- Industrie. Ganz wertfrei. Arbeit und Fleiß führen nicht zu Wohlstand, sondern sind Grundbedingungen einen selbigen zu finanzieren losgelöst von der Verteilung. Wohlstand ist das Geld in Zirkulation und nicht jenes am ‚Sparbuch‘.

    Steuern sind Zinsen. Die Produktivitätszuggewinne werden einfach über Zinsen und Steueren von der Finanzindustrie eingehoben. Je nach Position in der Vermögensverteilung. Wenn man sein Gehalt voll ausgibt, dann arbeitet man ‚jeden Monat‘ immer für das selbe Geld, genauer 12 Monate/Umlaufgeschwindigkeit. Wer ist jetzt der Esel und was ist die Karotte.

    Die Griechische Bevölkerung im Gros hat ja nicht das Geld ausgegeben. Es müssen jene zahlen die das Geld nicht ausgegeben haben. Einem Kreditgeber ist es egal, woher das Geld kommt – liberal oder unmoralisch, je nachdem wie man es sieht. Stützen muss man den Gläubiger, wen sonst. Das Motiv ist teils ein Systemzwang, Zinsen die durchaus ins Konzept passten und wirkliche vorsätzliche Spekulation.

    Die Griechen sind ja nicht dafür verantwortlich, dass sie ihren Wirtschaftsraum im Sinn der deutschen/’westlichen‘ Industriegesellschaften haben suboptimal organisiert. Der westlichen Welt kann ähnliches blühen, hochentwickelte Produkte die weit über die Deckung der Grundbedarfe hinausgehen kann man als Schlagenöl bezeichnen. Wir sind sehr effektiv darin Schlangenöl (Dinge die die Welt nicht braucht) zu produzieren und zu verkaufen – Resultat systematischer Innovation über Dekaden. Es bedarf einer simplen Änderung des Zeitgeists und Olivenöl steht höher im Kurs. Thema ‚Awaking‘, spirituellen Ebene, in der Praxis die Hinwendung zum Konsumverzicht, als Reaktion auf zu kurze Innovationszyklen und der damit verbundenen Änderung des Vertriebs in Richtung – das Hirn des Konsumenten auf das Produkt anzupassen ‚verbiegen‘ und nicht über Wettberwerb Alternativen für verschiedene Gruppen von Menschen anzubieten. Wer da nicht mitmacht ist der Böse, Faule usw… die Griechen haben zuviel Schlangenöl*) gekauft, aber die Quacksalber sind schon noch wir in den Industrieländern. Das Finanzsystem finanziert den ‚Wahnsinn‘. In der Analyse sind sich viele einig, es ist dann eine Frage des Motivs. Ich habe da einige ganz schlüssige Erklärungen die eher in der Unvernunft des Menschen liegen begründet. – Etwas verallgemeinernd, gebe ich zu.

    *) Deutschen und Französischen Waffenexport im bestenfalls subventioniert über die EU und damit umgelegt auf die Bürger. Zuviel Kapitalströme bei einer Transaktion sind suspekt, denn die Wahrscheinlichkeit dass das Geld in der falschen Tasche landet ist groß.

    Privatisierungerlöse – ich bin kein Volkswirt – Ich vertrete die Ansicht, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen, dass die Streichung Staatsschulden gesehen werden könnte wie eine Abwertung, Problem ist die Realvermögen werden im Außenverhältnis nicht abgewertet (es gibt ja keines mehr). Meiner Ansicht nach, sehr verlockendes Modell, sich der Schulden zu entledigen. Die Suppe löffelt die gutgläubigen Masse aus, das ist ein ‚politisches‘ Problem.

    Der Euro macht ja nichts anderes, als die Währungsrisiken auf die Gesamtheit der Konsumenten umzulegen oder Bürger. Leider zu einem sehr späten Zeitpunkt akkumuliert. Was aber nicht geht ist, eine Volkswirtschaft und deren Bevölkerung entlang der Innovationsgeschwindigkeit an unsere Produktwelt anzupassen. Das Problem ist, durch ständige Innovation – Elimination des dem Urbedarf nähren Produkts – entsteht ein Product-Mix, der nicht mehr passt, vom Funktionsumfang und Preis. Im IT Bereich heißt die globalisierte Variante von Anwendung App und kostet ca. 10 bis 20 USD und nicht mehr ein paar hundert Euro- einfachere günstigere Lösung die das selbe bewirkt.

    Sorry der Post war lange. Mir kommt immer etwas die Galle hoch, wenn in den Mainstream Medien pauschale Verunglimpfungen von Menschen (populistiche Hetze gegen Menschen) werden gezeigt/vorgenommen, insbesondere mit dem Hintergrund das ‚eigene‘ Verhalten in der Vergangenheit über einen Manipulationsversuch zu verschleiern. Die Welt ist nicht perfekt, aber – Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem Andern zu. Der Tag kommt für Mitteleuropa.

  7. Heinz
    26. April 2012, 12:55 | #7

    @elgreco

    Und wer hat das Zeug gekauft und sich schmieren lassen? Und was hat der Rüstungskauf mit der Verschuldung der Bürger zu tun? Das sollten Sie uns wirtschaftlich vielleicht nicht so beschlagenen Lesern erklären.

    Und: Sie sollten sich nun schon mal fest legen: Sind die Griechen ein stolzes Volk, es wurde hier ja schon oft geschrieben, oder sind sie es nicht?

    Sind sie stolz, dann stehen sie zu ihren eigenen Fehlern, sind sie es nicht, dann ………..

  8. doedelf
    26. April 2012, 13:29 | #8

    @Klaus Kastner

    und Ihnen ist schon bewusst wem dieses „über die Verhältnisse leben“ gedient hat und wo das Geld ins Ausland geflossen ist – schauen sie sich doch mal in dem Zeitraum unsere Export Überschüsse an!

    Aber ausführlich:

    Ansonsten mal ein paar mehr Statistiken:

    http://www.aysenurum.com/staat.php?iso=GRC&k=alle

    Daran erkennt man eigentlich, das sich das Verhältnis grade mit dem Beitritt zum Euro zwischen Importe und Exporte in Griechenland absolut gleichmäßig verteilt hat. 2008 gegenüber 2002 wurden ca. 100% mehr Importiert aber auch 100% mehr exportiert.

    Das BIP hatte sich eigentlich super entwickelt und auch verdoppelt!

    Ich erkläre es aber auch mal wie das so mit dem Sparen und Krediten so läuft:

    Sie haben 1000 Euro auf der hohen Kante. Da sie wissen das sie aber unter der Bettdecke jedes Jahr dank der fantastischen Inflation 2,5 % der Kaufkraft dieses Geldes verlieren, bringen sie das Geld zu Ihrer Bank, die ihnen dafür Zinsen bezahlt (momentan super 2 % wenn es gut läuft. Sie verlieren dank der 0 % Zins Politik von der EZB jedes Jahr 0,5 % ihres Geldes). Dieses Geld nimmt Ihre Bank allerdings nur, wenn sie es wiederum jemand anderes (gegen mehr Zins) verleihen kann, ansonsten bräuchte sie es nicht.

    Wenn nun aber jeder in Europa seine „Hausaufgaben“ gemacht hätte und nicht ausländische Produkte kaufen würde, würde niemand mehr Schulden machen und Kredite benötigen, das wäre für die Sparsamen aber wirklich richtig doof, weil Ihr schön gespartes Geld als „Produkt“ nichts mehr wert wäre. Demnach ist ein Teil des Export Wunders Deutschland nicht zuletzt den Griechen zu verdanken.

    Das ist aber zu Recht eine Binsenweißheit. Unser weltweites Wirtschaftssystem ist auf Wachstum aufgebaut. Deswegen ist die Zerstörung des Griechischen Binnenmarktes wie es derzeit statt findet ein absoluter Wahnsinn.

    Das könnte nur funktionieren wenn wir gleichzeitig diese grenzdebile Idee des unendlichen Wirtschaftswachstums aufgeben würden. Prinzipiell ist der Kapitalismus ja eine gute Idee, leider geht er von den perfekten, sich selbst regulierenden Märkten aus. Dies ist aber nur ein theoretisches Modell das leider so nicht funktioniert. Da steht der Mensch mit seinem Machtinteresse sich selbst im Weg. Die Idee der sozialen Marktwirtschaft war ja genau diese, das es den Staat als Steuerinstrument gegen Machtkorruption und –Konzentration gibt, leider wurde diese Idee in den letzten 20 Jahren schlicht vernichtet.

    Geschichte wiederholt sich.

    In Europa hatten die Siegermächte dasselbe was „wir“ grade mit Griechenland durchführen mit Deutschland nach dem 1. Weltkrieg durchgeführt. Alles was nicht niet und nagelfest war sollte ins Ausland transferiert werden um unsere Schuld zu begleichen. Die Folgen sind bekannt, Depression, Massenarbeitslosigkeit, Rechtsruck, Ausländerhass führte zum 2. Weltkrieg -> Na, kommen diese Faktoren einen nicht im Moment grade extrem bekannt vor (Ich sag nur Marie le Penn 18 %!) .

    Nach dem 2. Weltkrieg waren vor allem kurioserweise die Amerikaner so schlau (die ihre Lektion in der großen Depression gelernt hatten – 1930 erhöhte Franklin D. Roosevelt den Spitzensteuersatz auf bis zu 94%, nahm Schulden en masse auf und steckte die Gelder mittels eines gigantischen Konjunkturprogramms in die Binnenwirtschaft. Die spitzen Einkommenssteuer bliebt bis zum Tod von Kennedy bei über 90 %) und haben Deutschland bei der Entschuldung (wo auch Griechenland uns einen großen Teil an Schulden erlassen hatte) und mit Krediten für den Wiederaufbau geholfen. Die Erfolge waren bis heute sichtbar. Warum wir zum Teufel nun so mit den „Schuldenländern“ in Europa umgehen und glauben mit sparen, sparen, sparen wäre alles gut liegt schlicht daran wer in Europa und weltweit mittlerweile die Fäden in der Hand hat.

    Mario Draghi war der Goldmann Sachs Abteilungsleiter der Griechenland und Italien über Derivate (genauer Währungstausch Geschäfte) in die EU gebracht hat. Engagiert wurde er nicht etwa von den Griechen, sondern von der EU geschickt um den Griechen und Italienern bei ihren Zahlen zu „helfen“. Die EU und somit Deutschland, wollten Griechenland unbedingt in der EU und unter dem Euro haben, schon aus rein taktischen Überlegungen (an denen die Amerikaner schön mit rumgedrückt haben) darum auch die immensen Rüstungsausgaben. Für die EU ist Griechenland ein schöner „Brückenkopf“.

    Ein netter Artikel wo die Herren der Finanzindustrie sich in Europa tummeln findet sich beim Independent:

    http://www.independent.co.uk/news/business/analysis-and-features/what-price-the-new-democracy-goldman-sachs-conquers-europe-6264091.html

    und den 147 Konzernen denen die Welt gehört:

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=11406#h07

    beachte schicht die ersten 50 Plätze welche Art von Unternehmen sich da tummeln.

    Die Finanzindustrie (und ich habe da einen guten Insiderplatz) hat es wirklich geschafft uns allen ihre Zockerei aufzudrücken und stürzt weltweit die gesamten Demokratien in die schlimmste Krise seit dem 1. Weltkrieg. Die rechten Gruppierungen sind in den Krisenländern auf dem Vormarsch, spätestens seit Marie le pens Ergebnis in Frankreichs Wahlkampf sollte einen nun aufhorchen lassen auf welch Messers Schneide wir grade leben.

    Ein Szenario das Carl-Friedrich von Weizaecker bereits 1994 in seinem viel belachten Werk „der bedrohte Friede – heute“ vorausgesagt hat.

    http://www.readers-edition.de/2010/01/26/carl-friedrich-von-weizsaecker-heute-ein-realist/

    Oder anders auf Gesellschaftsstrukturen bezogen:

    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&dig=2012/03/21/a0114&cHash=3c8db7469b

    Zitat:

    „Der Finanzkapitalismus bringt zudem eine Oberschicht hervor, die wie der frühere Adel jeder gesellschaftlichen Konkurrenz enthoben ist. Dieser moderne Geldadel ist, anders als der bürgerliche Unternehmer, kein Gegner gesellschaftlicher Auseinandersetzungen mehr. Er steht nicht mehr im Konflikt mit anderen Klassen, die an seinem Reichtum teilhaben wollen. Das ist neu. Im bürgerlichen Kapitalismus standen die Klassen stets in wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnissen. Der moderne Geldadel aber existiert ohne Abhängigkeit von einer produzierenden Klasse. Es gibt eine Refeudalisierung gesellschaftlicher Strukturen im Finanzmarktkapitalismus.“
    Zitat ende

    Die 3. Welt in Europa:

    Ganz ehrlich, als Vater einer kleinen süßen 2 jährigen Tochter geht mir solche Zustände mehr als nahe und ich schäme mich schlicht dafür, das wir solche Zustände in der 1. Welt bekommen:
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/griechenland-im-freien-fall-1.1288560

    Einen schönen Artikel zu Griechenland mit weiteren Zahlen gibt es beim Spiegelfechter:

    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2534/schock-strategie-fur-griechenland

    Zitat:

    An der Rettung der Hellenen lässt sich viel mehr Geld verdienen als an einem Staatsbankrott ! Ackermann und Co. wissen schon, warum sie mittels symbolischer Gesten auch die chronisch verwirrte SPD mit ins Rettungsboot geholt haben. Der griechische Sozialstaat ist zum Abschuss freigeben

    Zitat ende.

    Ein weiterer Link zu einem entsprechenden Aufruf – ich bin sicherlich nicht alleine mit meiner Meinung:

    http://www.europa-neu-begruenden.de/

    Ansonsten noch mal der Hinweis auf meine beiden Buchtipps, geschrieben von gut recherchierenden Journalisten den ich mehr glaube als der Springer und Mohr (Bertelsmann Stiftung) Brut.

    Gruß, jemand der innerhalb der Finanzindustrie arbeitet und 2007 die rote Pille (http://www.die-matrix.net/?page_id=14) geschluckt hat.

  9. janz
    26. April 2012, 17:07 | #9

    Wann, treten wir diesen koruppten Merkels und Schäubles dieser Welt, mal richtig in den vollgefressenen Arsch?

  10. Murksel
    26. April 2012, 20:47 | #10

    So ist es. Es geht nur darum die Finanzoligarchie über die Banken zu bedienen.
    Dazu paßt doch auch das „Handling der EZB. Da geht es doch nicht darum wirklich die Staaten zu retten.
    Es geht ausschließlich um das „pampern“ der Finanzoligarchen über die Banken.
    Anders macht doch der Irrsinn keinen Sinn den Banken Kredite zu 1 % Zinsen zu „schenken“. Wenn die Banken dann dieses billige Geld nehmen um es zu teilweise exorbitant hohen Zinsen zu verleihen , auch durch Aufkauf von Staatsanleihen.
    Sollten die Kredite der Banken platzen , werden die faulen Kredite über bad banks an die Steuerzahler abgegeben. Und sollten die Staatsanleihen nicht bedient werden, zahlt auch hier der Steuerzahler Alles !! , einschießlich der hohen Zinsen , über die Zentralbanken, den EFSF und dann über den geheim agierenden ESM.
    Sollte es tatsächlich um die Rettung der Staaten gehen würde die EZB die Staatsanlleihen direkt von den Staaten zu 1 % Zinsen kaufen. Das würde dann ansatzweise Sinn machen.
    Aber wir leben im Bankenfaschismus und die asozialen Psychopathen (Finanzoligarchen) werden bedient bis zum bitteren Ende für die 99% der Europäer.

  11. Sundance
    26. April 2012, 21:04 | #11

    Jaaah, ich habe dann noch weiter recherchiert, weil R&R noch nicht das Ende der Fahnenstange sind ! Gut Sie sind die Zionisten (nicht die Juden) die das Kapital kontrollieren, die Geldwechsler die Jesus aus dem Tempel geworfen hat.

    Aber ich werde nicht viel darüber schreiben, denn ab hier wird’s gefährlich.

    Denkt mal nach welches die älteste Organisation der Welt ist und seit 2000 Jahren den Tod Jesu ausschlachtet.
    Erst ans Kreuz nageln und dann vermarkten !

    Wer kontrolliert die CoL und FED (Washington DC. gehört nicht zu Amerika(North Virginien Company) ? Schon mal was von „Opus Dei“ gehört, der Mafia des Vatkan?

    Die Geschichte des „Deutsches Reichs“, nicht die des 3.Reichs(der gehörte auch zu denen), hat dazu sehr interessante Gründe aufgedeckt.

    http://www.youtube.com/watch?v=2RI5dvXPWeY

    Veith bringt es näher! Zu Anfang etwas bla bla, aber wird hoch interessant, ist die Zeit wert.
    http://www.youtube.com/watch?v=we-mkR6Vza0

    Und ich hoffe innigst, das jeder Einzelne, in seinem Bereich, das tut, was nicht unterlassen werden sollte.

  12. Ariadne
    27. April 2012, 09:06 | #12

    @Sundance
    „Und ich hoffe innigst, das(s) jeder Einzelne, in seinem Bereich, das tut, was nicht unterlassen werden sollte.“ – Und das wäre?

  13. Nanu
    27. Mai 2012, 10:55 | #13

    @doedelf
    Ein riesen Dank für Ihren sehr guten Artikel & Ihre Kommentare sowie die verschiedenen Links.

    Endlich mal nicht die üblichen nachgeplapperten Phrasen (leider des Öfteren von bestimmten Presseerzeugnissen bewusst hetzerisch dargetellt) wie „..die faulen Griechen – die Griechen leben über ihre Verhältnisse – die Griechen sind selbst schuld, da sie ihre Regierung gewählt haben etc..

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