Demoskopien zeigen Vielparteien-Parlament in Griechenland

26. April 2012 / Aktualisiert: 27. April 2012 / Aufrufe: 679

Meinungsumfragen in Griechenland dokumentieren allesamt ein politisches Splitterfeld und lassen ein Vielparteien-Parlament ohne regierungsfähige Mehrheit erwarten.

Den Einzug von bis zu zehn Parteien in das Parlament und einen Vorsprung der Nea Dimokratia gegenüber der PASOK-Partei, jedoch mit niedrigen Stimmanteilen, die eine Unabhängigkeit ausschließen, zeigen auch die letzten an das Licht der Öffentlichkeit gelangten Demoskopien, da seit Samstag (21 April 2012) die Veröffentlichung demoskopischer Ergebnisse untersagt ist. Der Anteil der Unentschlossenen bleibt sehr hoch.

Dein Einzug wenigstens acht politischer Parteien in das griechische Parlament zeigt eine Meinungsumfrage der GPO, die im Auftrag der Fernsehstation Mega durchgeführt wurde. Laut dem Ergebnis der Umfrage konzentrieren die beiden großen Parteien PASOK und ND einen Stimmanteil von insgesamt 33,6% auf sich, während der Anteil der unentschlossen Bürger bei 18,2% liegt.

Das Bild der Wahlabsicht stellt sich folgendermaßen dar:

  • Nea Dimokratia (Νέα Δημοκρατία / ΝΔ, Neue Demokratie) 19,1%
  • PASOK (Πανελλήνιο Σοσιαλιστικό Κίνημα / ΠΑΣΟΚ, Panhellenische Sozialistische Bewegung) 14,5%
  • KKE (Κομμουνιστικό Κόμμα Ελλάδας / ΚΚΕ, Kommunistische Partei Griechenlands) 8%
  • SYRIZA (Συνασπισμός Ριζοσπαστικής Αριστεράς / ΣΥΡΙΖΑ, Bündnis der Radikalen Linken) 7,3%
  • Unabhängige Griechen (Ανεξάρτητοι Έλληνες) 7,2%
  • Demokratische Linke (Δημοκρατική Αριστερά) 5,9%
  • Chrysi Avgi (Χρυσή Αυγή, Goldenes Morgengrauen) 4,1%
  • LAOS (Λαϊκός Ορθόδοξος Συναγερμός / ΛΑΟΣ, Orthodoxer Volksalarm) 3,5%
  • Ökologen (Οικολόγοι) 2,3%
  • Demokratische Allianz (Δημοκρατική Συμμαχία) 2,6%

7,3% der Befragten gaben die Absicht bekannt, einen leeren oder ungültigen Stimmzettel abgeben zu wollen, der Anteil der Unentschlossenen liegt bei 18,2%.

Etliche Bürger haben jedenfalls noch nicht beschlossen, wie sie wählen werden. 18,8% der Befragten antworten, sich während der nächsten Tage entscheiden zu werden, 42,0% antworten, sich in der letzten Woche vor den Wahlen entscheiden zu werden, 35,4% antworten, sich am Wahltag entscheiden zu werden, während 3,8% der Befragten die Antwort „ich weiß / ich antworte nicht“ wählten.

Ein hoher Anteil der Unentschlossenen wird bei den Frauen mit 60,5% verzeichnet, gegenüber 39,5%, die auf die Männer entfallen. Die Mehrzahl der Unentschlossenen mit einem Anteil von 60,1% befindet im Alter zwischen 30 und 60 Jahren, während 50,2% über eine mittlere oder höhere Schulbildung verfügen. Schließlich glauben 66,8% der Bürger, dass eine Koalitionsregierung die Probleme besser lösen kann, wogegen sich 26,3% für eine unabhängige Regierung aussprechen.

Ergebnisse weiterer Demoskopien bietet die nachstehend benannte Quelle.

(Quelle: in.gr)

  1. Mazedonier
    26. April 2012, 10:30 | #1

    Mit Hrisi Avgi dürfte wohl eine Neonazi Partei ins griechische Parlament ziehen.

    Eine Schande das solche Gruppierungen in einem EU Land wie Griechenland überhaupt existieren dürfen!!!!!!

  2. Heinz
    26. April 2012, 12:49 | #2

    Es ist erfreulich zu lesen, dass die radikalen Parteien an beiden Rändern schlecht weg kommen.
    Dass die Ökologen so wenig bekommen werden, ist erstaunlich, vielleicht aber auch nicht. Das „grüne“ Denken scheint noch nicht allzu verbreitet. Oder irre ich mich da?

  3. Griechin62
    26. April 2012, 23:28 | #3

    @Heinz

    Leider liegst Du richtig. Das “grüne” Denken ist leider noch nicht so in den griechischen Köpfen drin, aber es entwickelt sich langsam. Auch bei diesem Thema muss mehr darüber geredet werden und vor allem die Kinder in der Schule, müssen sensibilisiert werden.

  4. Bernd
    27. April 2012, 07:29 | #4

    Könntet Ihr denn den nicht so kenntnisreichen Lesern verdeutlichen

    a) wie die genannten Parteien einzuordnen sind?
    b) welche theoretisch möglichen Koalitionen sich ergeben könnten?

    Damit kann man die Lage besser einschätzen, als mit einer Aufzählung, die ohnehin mehr das Bauchgefühl darstellt.

  5. Engel
    27. April 2012, 11:00 | #5

    Eine Schande ist die Existenz Parteien wie KKE. Ein neues Morgengrauen kommt.

  6. Patrick Müller
    27. April 2012, 17:40 | #6

    Das „grüne“ Denken ist derzeit in Griechenland noch nicht wichtig. Prioritäten müssen im wirtschaftlichen Bereich gesetzt werden. Griechenland muß mit Hilfe der beiden großen Parteien die Sparbeschlüsse auch umsetzen.

    Das sollte, wenn man ohne Wahltaktik an die Sache herangeht, auch Hauptaufgabe aller anderen Parteien sein. Leider ist das Gegenteil der Fall. Eine Wirtschaftsregierung (übergangsweise), wie am Beispiel Italien, ohne Poltiker und nur mit Fachleuten aus der Wirtschaft wäre die beste Alternative gewesen.

    Herr Papademos war hier als ehemaliger Vizepräsident der EZB schon eine gute Wahl. Leider sitzt (saß) er die Zeit von November bis Mai nicht alleine am Steuer… Wir werden sehen und können nur das Beste für Griechenland hoffen!

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