Danke an die Medien und Politiker in Griechenland und Deutschland!

23. April 2012 / Aufrufe: 3.254

Eingereicht von: anonym

Thema: Warum lassen wir uns gegeneinander aufhetzen?

Danke an Griechenlands und Deutschlands Medien und deren Politiker für die Bemühungen, beide Nationen von einander zu entfernen! Danke dafür, dass – obwohl wir uns im Jahr 2012 befinden und angeblich gut durch Medien aufgeklärt werden – wir uns immer noch verhalten, wie all die Jahrhunderte davor! Feindbild wird aufgestellt, und da wir nun aufgeklärt sind und nicht mehr mit Bomben werfen wollen, geht es auch mit Hetz- und Hasstiraden! Ich habe Angst, Angst davor, wohin diese Eurokrise Europa und vor allem meine beiden Heimatländer, Griechenland und Deutschland bringen wird?!

Ich bin nur eine unwichtige unbedeutende griechische Bürgerin, die keine akademische Bildung hat und somit ein Laie ist, die mit keinen fachkundigen Fakten argumentieren kann, sondern nur mit menschlichen und sozialen Werten. Ich beobachtet die ganze Zeit die Krise mit wachsamen Augen und ängstlichen Gefühlen. Ich versuche, mich durch Zeitungsberichte und Fernsehdiskussionen aus beiden Ländern zu informieren und Antworten auf die vielen Fragen zu erhalten, die mir die ganze Zeit durch den Kopf gehen. Solche Fragen, wie: „was passiert hier gerade, wohin geht das Ganze und wer und warum hat das Interesse, dass eine Völkerverständigung und Annäherung, die funktionierte, plötzlich nicht mehr funktioniert?!

Ich möchte nicht, dass auf beiden Seiten durch falsch gesetzte Schlagzeilen, Vorurteile, politische Kommentare und Interessen der Fokus von den eigentlichen Problemen und den Verursachern der Krise abgelenkt wird! Ich möchte mich bei dem deutschen Volk entschuldigen, für die dreisten Dummheiten, die aus Griechenland gezeigt werden. Dummheiten, die meistens von Extremisten und Minderheiten kommen, wie die Verbrennung deutscher Flaggen und nazistischen Szenarien. Oder auch Karikaturen und Artikel in Zeitungen, Kommentare die meistens von verantwortungslosen griechischen Journalisten und Politikern geschrieben und gesprochen werden, denen nicht bewusst zu sein scheint, welche Verantwortung sie dafür tragen und welches Unheil sie Griechenland damit bescheren! Es können nur die unverdauten alten Geschichten sein, die den Unmut und solche Reaktionen verursachen, und die berechtigte Angst um die Zukunft. Dieses Verhalten wird wohl auch gerne von Gedankenlosen, Extremisten und der politischen Elite propagiert, akzeptiert und befürwortet um so von sich und der Wahrheit abzulenken, und sie möchten anscheinend auch gerne – warum auch immer – das Unheil über Griechenland bringen!

Zusätzlich möchte ich mich auch bei dem griechischen Volk entschuldigen, für die dummen Vorurteile und Äußerungen, die aus Deutschlands Medien, von Politikern und Bürgern kamen und kommen, denn es kann keine Böswilligkeit sein, sondern nur reine Unwissenheit, die das verursachte oder teils immer noch verursacht, und ebenfalls die berechtigte Angst um die Zukunft. Ich möchte das tun, weil eine Entschuldigung auf beiden Seiten schon längst fällig gewesen wäre und nicht oft genug hätte gesagt und geschrieben werden können. Da es leider auf beiden Seiten weder die politische Elite noch die Medien für notwendig halten, nicht fähig oder zu stolz sind es zu tun, möchte ich damit anfangen!

Vielleicht gibt es da draußen mehr von den stillen Bürgern, denen ich aus dem Herzen spreche und die wie ich von beiden Nationen die Seele in ihrem Herzen tragen oder einfach Vernunft und Verantwortungsgefühl in sich haben und auch genau so wie ich unheimlich traurig und verärgert darüber sind, was medientechnisch und politisch auf beiden Seiten veranstaltet wird.

Ich verstehe es einfach nicht, warum zwei Nationen sich plötzlich gegenseitig aufstacheln und sich gegenseitig beleidigen und erniedrigen? Ich verstehe es nicht, warum Medien und Politiker dieser Respektlosigkeit kein Ende machen, warum auf beiden Seiten zugelassen wird, dass sich Hass entwickelt und falsche oder einseitige Eindrücke und Vorurteile breit machen. Warum bekennen sich nicht auf beiden Seiten die politische Elite, ihre Berater und die Verursacher (Banken?) endlich zu ihrer Schuld, weil die Schuld für diese Krise nur sie tragen! Wir kleine einfache Bürger können für die Krise nichts und möchten einfach nur die Wahrheit und Schuldeingeständnisse hören und die Schuldigen bestraft sehen.

Denn es war nicht das griechische Volk, das sich mit falschen Zahlen in den Euro eingeschlichen hat, und es war nicht das deutsche Volk, das Griechenland trotz bekannter falscher Zahlen unbedingt in den Euro herein haben wollte. Das haben alles die damals gewählten Politiker entschieden, ohne die damit verbundenen Konsequenzen und Risiken in Betracht zu ziehen! Man hat gewusst, dass GR mit seinen Finanzen nicht gut wirtschaftet, und ohne Grenzen zu setzen hat man sich den Mist weiter angeschaut, und erst als es zu spät war, wurden radikale Reformen erzwungen (so wird es von der griechischen Polit-Elite dargestellt), die alle nur auf dem Rücken der normalen Bevölkerung ausgetragen werden.

Aber nein, anstatt die Politiker und deren Komplizen an den Pranger zu stellen, attackieren und schaden wir, die normale Bevölkerung, uns lieber gegenseitig – also die, welche am wenigstens für die Finanzkrise können und am Ende aber die Zeche dafür bezahlen müssen! Und es wird egal sein, welcher Nation wir Bürger gehören, es werden wir, die normalen Bürger der europäischen Bevölkerung sein, die es tragen müssen, und die Verursacher reiben sich ins Fäustchen, während wir es inzwischen geschafft haben, uns gegenseitig zu schaden und zu hassen!

Ich bin schockiert und frage mich, wann kommen wir zur Besinnung? Wir normalen Bürger wollen doch alle nichts anderes, als ein Leben, in dem wir in Frieden leben können. Arbeit, mit der wir Geld verdienen, um die Bildung unserer Kinder, ein Dach über dem Kopf, Urlaub und normale Freizeit bezahlen und uns leisten können. Wir wünschen uns und wollen doch nur Politiker und eine Wirtschaftselite, die gerecht und ehrlich sind. Die Fundamente aufbauen, sie erhalten und schützen können, auf dem man demokratisch, sozial und menschenwürdig leben, arbeiten und sterben kann! Das ist der kleine Traum eines fast jeden normalen Bürgers, nicht mehr und nicht weniger, mehr schafft ein normaler Bürger auf ehrliche Weise sowieso selten. Aber auch diese kleinen oder mittelgroßen Träume werden langsam von der rücksichtslosen Wirtschafts- und Finanzelite und von den machtlosen, unter Druck gesetzten Politikern, kaputt gemacht.

Die Mittelschicht wurde und wird enorm geschwächt, die Armen werden immer mehr, während die skrupellosen und gewissenlosen Machtgierigen sich bereichern und vermehren und auf Kosten der arbeitenden Normalbürger immer reicher werden. Sie vergessen dabei aber, dass ein Sozial- und Wirtschaftsstaat von der Mittelschicht getragen wird, und wenn die den Bach herunter geht, wird ein Staat seine demokratischen und sozialen Verpflichtungen nicht ausüben können. Also frage ich mich, warum eine Wirtschaft und Finanzelite das Interesse hat, dass die Menschen immer weniger in der Tasche haben, immer mehr und mehr leisten müssen, um immer weniger und weniger zu verdienen, während deren Taschen immer voller und voller werden und auch noch die Unterstützung der politischen Elite dafür bekommen!!??

Kann es mir und allen anderen „dummen“ stillen normalen Bürgern jemand ehrlich erklären? Nein, natürlich nicht! Wer sollte sich schon trauen, der Bevölkerung die Wahrheit zu sagen? Es könnte ja sein, dass dann die Richtigen die Wut und den Unmut zu spüren bekommen könnten!

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  1. landbewohner
    24. April 2012, 06:14 | #1

    das altbewährte muster der „lumpeneliten“ – teile und herrsche oder hetz die untertanen gegeneinander auf und plündere sie dann doppelt aus.

  2. musterknappe Europa
    24. April 2012, 07:15 | #2

    der Mensch ist von Natur aus – tja, was eigentlich?
    bequem!

    Sich Infos anzueignen ist zeitaufwändig, mühsam, manchmal frustrierend, selten mit couching und entertainment verbunden. Fragen über Fragen, Unverständnis, Ablehnung …

    Verbrecher wissen was sie wollen und wie, sie bereiten ihre Taten strategisch vor. Der gemeine Homo errectus lebt so vor sich hin, kauft sein Futter statt es im Schweiße seines Angesichtes anzubauen, kauft seine Nachrichten mittels GEZ statt sich selber zu informieren … das Ganze nennt sich dann auch noch modern, zivilisiert und ist eigentlich nur bequem, asozial, vereinsamend …

  3. White Tower
    24. April 2012, 07:59 | #3

    Sehr treffend berichtet . . . .

  4. 24. April 2012, 10:30 | #4

    Es geht darum, die Weltherrschaft der Eliten in den USA und Europas zu erhalten.

    Dazu muß den Bürgern Angst gemacht werden. Soziale Sicherheit ist dabei nicht hilfreich. Deshalb muß diese abgeschaft werden. Mit einem Heer von Arbeitslosen und Billiglöhnern kann man viel Geld verdienen und Sozialstrukturen noch schneller abbauen.

    Leider begreifen dies selbst die Sozialen nicht und glauben ernsthaft, dahinter würde kein Plan existieren. Dieser Plan kann jedoch nur aufgehen, wenn man die Mehrzahl der Menschen in kleine hilflose Individuen ohne Bindung verwandelt. Familie und Staat kann da nur stören. Ein Europa, in dem 80 Prozent der Bevölkerung nicht einmal miteinander sinnvol kommunizieren kann, ist da sehr erfolgversprechend.

    Noch besser ist es, wenn man Pseudostaaten zu einem Europa vereinigt, in dem die einzelnenen Staaten weder Zölle erheben noch Geld drucken können.

    Wenn Staatsschulden ein Problem wären, dann gäbe es die USA und Japan schon nicht mehr!

  5. Ariadne
    24. April 2012, 09:56 | #5

    Wenn ich diesen wirklich tollen, ehrlichen und aufrichten Beitrag lese denke ich: ‚Vielleicht sollten nicht akademisch ge-/ver-bildete Hausfrauen und Köchinnen mal an die Macht gelassen werden. Nicht nur in Griechenland!‘ – Es würde sich so Vieles ändern – zum Guten!

  6. Udom
    24. April 2012, 10:19 | #6

    Bitte diesen Brief auf Griechisch !!!!!!!!!!!

  7. 24. April 2012, 12:45 | #7

    Vielleicht sollte man diesen Artikel/Brief ins Griechische uebersetzen und den Griechischen Zeitungen anbieten…

    Leider sehen all die Schafe da draussen das alles anders und vor allem so wie es ihnen die Medien und vor allem die Politiker eintrichtern.

  8. Heinz
    24. April 2012, 13:34 | #8

    Erst einmal vielen Dank, dass Sie diesen Artikel hier veröffentlicht haben.
    Dann Dank auch an die, welche sich darüber so geäußert haben, dass das Ganze auch einen Sinn macht. Und ich bin auch für den Vorschlag von Udom, dies zu übersetzen und in Griechenland verbreiten zu lassen. Vielleicht ist dies ja aber auch schon geschehen.

    Es ist auch gut, zu lesen, welchen Anteil die Medien – beiderseits – an der heutigen Situation haben.
    Die Medien sind es doch gerade, die sich die Hände in Unschuld waschen wollen und auf die Politiker, denen sie vorher gehuldigt haben, eindreschen.
    Leider fallen die Menschen immer wieder darauf rein. Oft aus Bequemlichkeit beim Denken.

  9. elgreco
    24. April 2012, 13:55 | #9

    Schöner Bericht der Selbstkritik, auch wenn ich in einige Punkte so nicht zustimmen kann.
    Einiges ist zu einfach gedacht, einiges polemisch und einiges irreführend, da Fakten bewußt nicht berücksichtigt oder gezielt ausgeklammert wurden. Dennoch die Botschaft ist klar, in Griechenland muß sich vieles zum besseren ändern, es sind viele Hindernisse zu überwinden, und Korruption muß bekämpft werden.
    Trotzdem habe ich da noch eine Frage an den Verfasser. Sind sie wirklich der Meinung, das Griechen, nicht das recht haben, zu kritisieren, auch wenn diese Kritik berechtigt und konstruktiv ist ? Wie soll sich was ändern wenn man die Verantwortlichen, sei es im eigenen Land, sei es im Ausland nicht kritisieren darf ? Oder ist es so schwer mit der Selbstkritik, wenn es um die EU vorrangig Deutschland und Frankreich geht ? Sich der eigenen Fehler einzugestehen, Verantwortung zu übernehmen ?

  10. Bernhard Marschall
    24. April 2012, 19:49 | #10

    RESPEKT !!
    Viel Arbeit, dies Alles in gutem Deutsch zu verfassen.

  11. Michael
    24. April 2012, 21:05 | #11

    Wir sind alle nur Sandkörner in der Wüste. Trotzdem ist der Text für geringere Bildung enorm gut geschrieben. Weitaus besser, als es viele Journalisten hinkriegen würden. Beeindruckend. Weiter so. Das Problem ist denkbar einfach. Es gibt keinen europäischen Staat. Wir sehen an dem antideutsch anmutenden Wahlkampf in Frankreich, dass Europa noch lange nicht das ist, was es vorgibt zu sein. Mit Vorgaben von irgendwelchen Troikas oder anderen Despoten wird das Problem nicht gelöst. Bisher hat der Euro kein Existenzrecht.

  12. 25. April 2012, 04:25 | #12

    Für Deutschland ist der Euro der Schlüssel zur Macht. Problematisch ist dabei, dass die aufgehäuften Schulden der anderen eventuell oder sicher zu einem beachtlichen Teil nicht mehr bezahlt werden.

    Der Niedergang Griechenlands ist eindeutig bewußt durch die Deutsche Regierung herbeigeführt worden. Jeder Häuslebauer geht pleite, wenn der Zinssatz verdoppelt bzw. verdreifacht wird.

    Mit Euro-Bonds wäre das Thema 2010 erledigt gewesen. Zur Korruptionsbekämpfung und dem Aufbau einer effizienten Finanzverwaltung braucht es keine Zinserhöhung.

    Die vorgebliche Staatsschuldenkrise ist eine direkte Folge der Finenzkrise, weil alle Banken durch die Regierungen gerettet werden „mußten“. Aber der Zusammenhang wird in den Medien bewußt verschwiegen oder kleingeredet.

  13. Heinz
    25. April 2012, 12:16 | #13

    @elgreco

    Nun, was Sie da schreiben, sollten Sie uns einfach mal näher erläutern.
    Wo schreibt die Verfasserin, dass Griechen nicht das Recht haben, zu kritisieren?
    Wo üben Sie Selbstkritik? Was hilft es Ihnen als Grieche, wenn Sie andere Nationalitäten angreifen und keine Beweise bringen? Wo hat die Verfasserin zu einfach gedacht? Wo wurde sie polemisch? Und was sind die von Ihnen genannten Fakten, die auch von Ihnen belegbar sind?

    Es war doch nicht nur ein „Bericht“ der Selbstkritik. Die Verfasserin hat viele Dinge genau so dargestellt, wie sie nun mal sind. Dinge, die eine Verbesserung der Situation bis heute verhindert haben. Auf beiden Seiten, elgreco!

  14. Griechin62
    26. April 2012, 23:16 | #14

    @Heinz

    Danke! Bin ganz Deiner Meinung.

    Elgreco, muss noch etwas Selbstkritik üben.
    Was die Fakten betrifft, die Verfasserin schreibt: „die mit keinen fachkundigen Fakten argumentieren kann, sondern nur mit menschlichen und sozialen Werten.“

  15. Juls
    27. April 2012, 16:05 | #15

    Udom :Bitte diesen Brief auf Griechisch !!!!!!!!!!!

    wenigstens den Briefteil der an Griechenland gerichtet ist……ich wuerde es gerne mal meinen griechischen Freunden und Nachbarn zeigen, damit sie lesen was eine Landsmaennin , die viele Jahre (40?) in Deutschland lebt, so von ihren Landsleuten haelt. Denn so wie geschrieben wurde, wissen die griechischen Menschen in Griechenland lange nicht soviel ueber ihr eigenes Leben im Lande, wie ihre im Ausland lebenden Landsleute.

    Vieles in dem Aufruf durfte ich schon anderweitig lesen, du bist also nicht die erste die solches Gedankengut hatte. Und wenn du schon so etwas schreibst, dann musst du auch selbst mal etwas tun……..und das 1. waere mal , das man waehlt…….nur kritisieren zaehlt nicht! Oder andere aufrufen, dass die etwas machen, selbst ist in diesem Falle die Frau. Reden ist eine schoene Sache, Taten waeren aber sehr viel besser!!

    Aus der Ferne kann ich auch gut reden, sich mal unter das Volk mischen und mit den denen um eine bessere Zukunft „kaempfen“, das waere in meinen Augen etwas, wo ich den Hut ziehe. Und die mit Plakaten auf den Strassen rumlaufen, die versuchen es. Die anderen Krawallmacher (die aber von der politischen Gilde ins Feld geschickt wurden) die trueben das Bild nur und verwischen es. Es gibt nun mal das Streikrecht……und wenn mein Lohn derart gekuerzt wird oder meine Arbeitsstunden einfach mal hochgeschraubt werden, dann ist es mein gutes Recht auch zu streiken. Mal hinter die „Streikkulissen“ schauen…..ist nicht alles nur schlecht!! Und der Mensch hat nicht immer zu kuschen, damit es irgendjemand gefaellt. Wir Menschen haben auch Rechte. Und fuer die duerfen wir uns ab und zu auch mal gerade machen.

  16. Griechin62
    6. Mai 2012, 23:31 | #16

    @Juls

    Ich habe Deinen Kommentar gerade entdeckt!

    Zu dem: „wenigstens den Briefteil der an Griechenland gerichtet ist……ich wuerde es gerne mal meinen griechischen Freunden und Nachbarn zeigen, damit sie lesen was eine Landsmaennin , die viele Jahre (40?) in Deutschland lebt, so von ihren Landsleuten haelt. Denn so wie geschrieben wurde, wissen die griechischen Menschen in Griechenland lange nicht soviel ueber ihr eigenes Leben im Lande, wie ihre im Ausland lebenden Landsleute.“

    Verzeih, wenn ich mich irre, aber für mich liest sich dieser Teil irgendwie ironisch!? Sollte es so sein, frage ich mich, was Du glaubst mehr zu wissen (nur weil Du in Griechenland lebst), als wir Auslandslebenden Griechen? Glaubst Du, wir kommen in die Heimat und sonnen uns nur am Strand und spielen die Allwissenden und neunmal Klugen?
    Sollte es so sein, dann hat Dein geschriebener Kommentar so ungefähr die gleiche Verallgemeinerungsart wie die der Bildzeitungsartikel „die Griechen wären alle faul und Betrüger“.
    Dies schreibe ich, weil ich den Eindruck bekomme, dass das Geschriebene in diesem Aufruf (Warum lassen wir uns gegeneinander aufhetzen?) bei Dir den Eindruck entstehen lässt, dass die im Ausland lebenden Griechen keine Ahnung von dem haben, was in Ihrer Heimat los ist!! Dazu kann ich nur sagen: da irrst Du Dich gewaltig!!

    Und zu dem: „Vieles in dem Aufruf durfte ich schon anderweitig lesen, du bist also nicht die erste die solches Gedankengut hatte.“ liegt vielleicht daran, dass viele die gleichen Ansichten haben!

    Und zum Thema, „Reden ist eine schoene Sache, Taten waeren aber sehr viel besser!!“

    Ich bin eine im Ausland Lebende, die seit Wochen nichts anderes tut, als mein Umfeld dazu zu bewegen, zur Wahl zu gehen, sie auf neue Parteien aufmerksam zu machen, wie die „Dimiourgia Xana“ und dafür zu sorgen, dass meine Leute Wahlzettel bekommen und die meisten sind auch zur Wahl gegangen! Ich schrieb Dir schon in einem anderen Kommentar von Dir, dass jeder auch ein Leben hat und man nicht immer das machen kann was man vom ganzen Herzen möchte! Und man kann auch aus der Entfernung viel für sein Land tun, so was wie sein deutsches Umfeld aufzuklären, warum, weshalb, wieso es in GR so ist wie es ist.

    Und was das Streiken und Demonstrieren betrifft, bin ich voll Deiner Meinung, dass es eines jeden demokratisches Recht ist. Was in Deutschland zu wenig gestreikt oder demonstriert wird, wird leider in GR zu oft und fanatisch gemacht. Dieses Verhalten ist nicht gerade immer hilfreich für unser Land. Es gibt in GR zu vieles, was die Entwicklung und den Alltag bremst und das schon seit 30-40 Jahren und da ist keiner so intensiv auf die Strassen gegangen, um für Änderungen zu kämpfen. In der jetzigen Situation, in der GR steckt, ist dieses Verhalten katastrophal. Warum solche Aggressionen und Gewalt gegen unser Hab und Gut und gegen uns selbst und nicht gegen die, die uns dies angetan haben, wie zum Beispiel, besonnen wählen!?

    Heute haben meine Landsleute gezeigt, wie besonnen sie gewählt haben!! ND, PASOK, KKE, SIRIZA, und ganz besonders die XRISI AUGI ins Parlament zu befördern, ist eine gute und kluge Wahl!! Findest Du dies nicht auch als in Griechenland lebende Deutsche? Dieses Ergebnis und Entscheidung kommt durch unsere Landsleute, die genau wissen, was in GR los ist!! Die Prognose einer im Ausland lebenden Griechin, die keine Ahnung hat: Das Chaos geht weiter und es wird schlimmer werden!!

  17. vedette
    17. Mai 2012, 21:36 | #17

    Heinrich Heine hat geschrieben:
    „In den hungrigen Magen nur Eingang finden, Suppenlogik mit Knödelgründen.“ DAS geschieht gerade in Griechenland. Was aber mit der panhellenistischen Idee begann, sich in Kriegen mit der Türkei, Militärdiktatur, mühsamer Demokratisierung, Oligarchie der Reichen fortsetzte bis hin zu Beitrittslüge und Zusammenbruch, daran hat das griechische Volk durchaus seinen Anteil.

    Ich weiß, wovon ich spreche, denn mein Land hat mal einen Menschen zugelassen, der es in Weltkrieg und Zusammenbruch führte. Auch damals hätten viele hinterher gerne gehört. Das Volk war unschuldig. Aber die Deutschen waren NICHT unschuldig. Sie trugen zumindest Mitschuld. Wer etwas zulässt, sich wegduckt und dem schnellen scheinbaren Vorteil hinterher jubelt, wird IMMER bestraft. Das gilt im Privatleben, im Arbeitsleben und in der Politik. Wie hieß der Spontispruch:“Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt.“

    Ich weiß sehr wohl, dass es DIE Griechen nicht gibt. Mein Lieblingsimbiss ist ein Grieche. Dort ist immer alles picobello. Das zählt aber nicht. Aber das hier zählt. Der Rang im Korruptionsindex.
    http://www.transparency.de/Tabellarisches-Ranking.2021.0.html

    Und der kommt nicht nur durch ein paar reiche Egoisten zustande. Da muss schon ein ganzes Volk mitmachen. Solange es noch gut ging, hat die Mehrheit mitgemacht. War in Deutschland auch so. Erst als uns alles um die Ohren flog, kam die Einsicht. Für tausende von Unschuldigen (z.B. Kindern) leider zu spät. Den Griechen kommt die Einsicht vielleicht auch erst, wenn ihnen alles um die Ohren fliegt.

    Auch wenn der Beitritt erlogen war. Ein Mehrheit von Griechen wollte doch in der Oberliga mitspielen. Eine Mehrheit hat sich aber nicht Oberligamäßig verhalten. Deshalb geht es jetzt erstmal zurück in die Kreisliga. Ich helfe gerne! Mit meinen Steuern kann ich vielleicht etwas retten und wenn es außer den Banken auch nur einige wenige Kinder und arme Menschen sind, dann soll es mir recht sein. Aber ich lasse mich dafür nicht auch noch beleidigen.

    Es sind NICHT die oberen Politiker die das tun. Es sind einfache Griechen, die auf der Straße demonstrieren und mich und andere als Nazis beschimpfen, während meine Steuern in ihr Land fließen, weil sie es mit dem wirtschaften nicht verstehen. Das kränkt mich.

    Griechen, hört endlich auf zu meckern, seid etwas bescheidener, packt was an, baut was auf, auch wenn es nicht sofort eine Mordskohle dafür gibt, engagiert Euch privat und nachbarschaftlich, national und international.

    Ich habe ein Alter erreicht, in dem ich sagen kann. Auch wenn es noch so tief bergab geht. Wenn man daraus lernt, geht es auch wieder bergauf. Gerade aus der Deutschen Geschichte kann man dies lernen. Also … Nur Mut!

  18. Lucy Sky
    18. Mai 2012, 09:32 | #18

    @vedette
    Ein Bekannter von uns, ein in vielen Laendern herumgekommener griechischer Arzt, hat neulich mal etwas von sich gegeben, das ich nur unterschreiben kann:
    „Egal, woher die Menschen kommen, vom Honig, den man auf dem tisch stehen laesst, bedienen sich alle.“

    Zitat von vedette:
    „Da muss schon ein ganzes Volk mitmachen. Solange es noch gut ging, hat die Mehrheit mitgemacht.“
    Auch heute wird noch fleissig mitgemacht bei der Korruption. Die Tarife fuer Operationen sind etwa 30% gesunken, aber das „Fakelaki“ gibt es weitergin in allen Bereichen. Nur scheint es mir, dass Sie da etwas falsch verstanden haben: Dem Griechen macht es keinesfalls Spass, die gierigen Maeuler mit Umschlaginhalt zu fuettern. Sie tun es in der Regel nicht freiwillig. Will man hier zum Ziel kommen, geht es leider nicht anders.

  19. Heinz
    18. Mai 2012, 14:37 | #19

    @vedette

    Danke, gut geschrieben und informativ.

    Beim Korruptionsindex könnte man, ironisch gemeint, von einem guten Mittelfeldplatz sprechen. Man hat ja schließlich Albanien hinter sich gelassen, wenn auch nur knapp.

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