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Wird Griechenland in kontrollierten Staatsbankrott gesteuert?

13. März 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 1.162

Griechenlands Schuldenschnitt mag den unkontrollierten Staatsbankrott abgewendet haben, wird jedoch von vielen als Einleitung einer geregelten Insolvenz angesehen.

Während die politische Führung in Griechenland den Schuldenschnitt als großen Erfolg und einmalige Gelegenheit für das Land zu präsentieren versucht, sprechen die Gegenstimmen von einer wieder einmal zu Lasten der Bürger und Steuerzahler durchgesetzten Bankenrettung, die das Land noch tiefer in den Strudel der ungeheuren Rezession drücken und eher früher als später zu einer „geregelten“ Staatsinsolvenz führen wird.

Der Journalist Giorgos Papasotiriou führt in seinem neulich in der Zeitung “Vradyni” publizierten Leitartikel, der nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird, den Beginn der Entwicklungen auf den Deal mit Goldman Sachs im Jahr 2001 zurück und weist zumindest die politische Verantwortung für den wirtschaftlichen Niedergang Griechenlands dem ehemaligen Premierminister Kostas Simitis und dessen Regierung zu.

Enthüllungen …

Der neue Anführer (Anmerkung: gemeint ist Evangelos Venizelos, als einziger Kandidat für den Vorsitz der PASOK-Partei) trat mit dem Gehabe eines kleinen Bonaparte auf und jubilierte über den Erfolg. Es folgte der ehemalige Anführer, der verkündete, dass „wir die große Errungenschaft verteidigen müssen“ und „die Opfer des Volkes nicht vergeblich waren“. Danach beanspruchten auch andere ihren Anteil an dem … Sieg.

Um welchen Sieg geht es jedoch? Weil, wie die französische Zeitung „Le Monde“ auf ihrer Website anmerkt, Griechenland praktisch den unkontrollierten Bankrott vermied und es schaffte, kontrolliert pleite zu gehen. Mit anderen Worten, wir fielen gebremst in den Abgrund und zerschmetterten nicht vollständig. Jedoch ist auch dies eine Verallgemeinerung, weil kontrollierte Insolvenz den Bankrott der Arbeiter und Rentner – hautsächlich der mittleren Schichten – und die Rettung nur der Banken bedeutet.

Es geht also alles um die Rettung des Finanzsystems, wie auch der unsympathische Schäuble erklärte. Dies zeigt das Beispiel der 523 Banken, welche von der Europäischen Zentralbank 489 Milliarden Euro mit einem Zinssatz von 1% schöpften und ihrerseits Kredite mit einem Zinssatz von 7% und mehr vergeben. Es sei in Erinnerung gerufen, dass das selbe auch in den USA geschah.

Banken profitieren doppelt von der neoliberalen Politik

Die sich damit stellende Frage ist: Warum leihen sich die Banken zu diesem lächerlichen Zinssatz Gelder aus den staatlichen Rücklagen und geben den anderen Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal oder Italien Kredite mit einem Zinssatz von sogar bis zu 9%, also um 800% teurer? Weil die Banken den Gewinn verfolgen, und zwar sogar mit Zinswucher, und die neoliberalen politischen Systeme der westlichen Staaten zweimal ausnutzen: Einmal, indem sie von den staatlichen Zentralbanken Kredite für „lau“ erhalten, um gerettet zu werden, und zum anderen, indem sie den Staaten Kredite zu Wucherzinsen gewähren, um zu verdienen.

Wann begann es jedoch mit Griechenland bergab zu gehen? Laut einer Publikation der Journalisten der Agentur Bloomberg, Nick Dunbar und Elisa Martinuzzi, geriet unser Land 2001 auf die Talfahrt, als es von der damaligen Regierung aufgefordert war, die Staatsverschuldung zu senken (zu verstecken). Dies geschah mit der Umrechnung der Verschuldung von Dollar und Yen in Euro, wobei ein fiktiver Devisenkurs angewendet wurde, der die Senkung der Verschuldung in einer Größenordnung von 2% gestattete.

Katastrophale Folgen des Deals mit Goldman Sachs

Die Leiter des Trägers für die Verwaltung der staatlichen Verschuldung – Christoforos Sardelis und Spyros Papanikolaou – enthüllten Details des Vertrags, der Griechenland erlaubte, die Staatsverschuldung zu verstecken um somit den Kriterien der E.U. zu genügen. Wie sie sagten, verstand jedoch niemand, was gekauft wurde, und die griechischen Behörden waren nicht ausgerüstet, um die Risiken zu bewerten!

Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Geschäfts erschien es laut Christoforos Sardelis für das Land, aber auch für die Bank lukrativ. Nach dem Einbruch des Marktes für Obligationen, der auf den Anschlag des 11. Septembers 2001 folgte, schossen die Kosten der Verschleierungsaktion jedoch in die Höhe, während die Katastrophe nach der Entscheidung der Bank im Jahr 2002 eintrat, für die Eurozone einen neuen Preisindex einzuführen. Der geheime Kredit war allerdings von Anfang an ein teurer Fehler, da Griechenland der Goldman Sachs unmittelbar nach der Unterzeichnung der Vereinbarung zusätzlich zu dem Kredit von 2,8 Mrd. Euro weitere 600 Millionen Euro schuldete!

Wer ist – zumindest politisch – für dieses ungeheure Spiel verantwortlich, welches den Beginn des Niedergangs der griechischen Wirtschaft einleitete? Kostas Simitis und seine Regierung. Unter seiner persönlichen Regierungsführung hatten wir die Verdreifachung der Kosten der Olympischen Spiele. Was war noch nötig, damit es mit uns bergab zu gehen begann? Die Skandale mit Siemens, der U-Boote, der Pharaonen-Projekte u. a., bei denen die inländische Verflechtung mit den ausländischen Interessen mitwirkte, welche nun die kontrollierte Insolvenz erzielen und billigerweise für ihre Rechnung feiern.

(Quelle: Vradyni)

  1. P. Zwegat
    13. März 2012, 00:34 | #1

    Wat isn dadran kontrolliert und jesteuert? Dit sollte besser spekuliert und verlorn heissn:
    http://www.boerse-express.com/pages/1231448/newsflow

  2. Lucy Sky
    13. März 2012, 11:42 | #2

    „Wer ist – zumindest politisch – für dieses ungeheure Spiel verantwortlich, welches den Beginn des Niedergangs der griechischen Wirtschaft einleitete?“
    Eines steht fest: Wir – die kleinen Leute – sind es nicht! Ob Simitis, Karamanlis oder sonst wer – lasst uns doch endlich mal aufstehen und uns von den 300 befreien. Aber nach den naechsten Wahlen kommt das grosse Erwachen, wenn PASOK u. ND zusammen vielleicht 60% der Waehlerstimmen haben, und sei es nur wegen all der Wahlmueden, die keiner Partei mehr Vertrauen. Im Juni haben sie dann fuer uns die naechsten Sparmassnahmen, um uns noch das Letzte zu nehmen, was wir haben. Unsere Kinder frieren in den Schulen, Menschen ernaehren sich von Muell, wie weit sollen wir es noch kommen lassen? Erst betruegen und bestehlen sie uns, und jetzt wollen sie, dass wir bezahlen. Dafuer werden sie wiedergewaehlt! Dann geht’s erst richtig los! Und die Beamten, die bisher Nutzniesser waren und sich schmieren lassen haben, gehoeren auch ausgetauscht! Aber erwartet nicht, dass die da oben jemals etwas gegen die Korruption unternehmen werden. Die stecken doch alle bis zum Hals drin! ALLE! Veraenderung kann NUR VON UNTEN kommen! Niemand will uns retten, das koennen nur wir selbst. Also, aufwachen!

  3. Heinz
    13. März 2012, 13:20 | #3

    Es wäre schön, würden die Griechen tatsächlich kapieren, wann die Misere begann und wer sie in die Sch… geritten hat.

  4. Ariadne
    13. März 2012, 17:46 | #4

    Thja, warum leihen sich GR & Co. nicht auch ihre Gelder direkt von der EZB zu tiefsten Zinsen? – Weil sie sich ihre Kreditwürdigkeit und jegliches Vertrauen verscherzt haben!

  5. Papas
    13. März 2012, 18:45 | #5

    Endlich , ist der Groschen gefallen.

    Bravo Vradini, jetzt habt Ihr endlich verstanden wie das läuft.
    Aber, es läuft noch viel perversen, denn den Beginn der Vermarktung an die Banken hat bereits Papandreou eingefädelt.
    Die Kredit Gelder an Griechenland sind noch alle unter uns, aber leider bei den Falschen.
    Ich finde es immer wieder schön wenn die Griechen sich für die eine Banditenfamilie entscheiden oder für die andere. Ich bin mir sicher, dass die Griechen sich bei den Wahlen wieder mal für die falsche Banditenfamilie entscheiden wird.

    Griechenland hat übrigens nach dem zweitern Weltkrieg ebenfalls „Marshallplangelder“ erhalten. Sorry, die griechischen Politiker ……. und das Volk hungerte !!!

    Armes Griechenland, wann wacht ihr denn endlich mal auf ????

    Ein Grieche !!!

  6. Michael
    13. März 2012, 20:32 | #6

    Natürlich hat sich Griechenland selbst in den totalen Bankrott gesteuert. Es ist so erledigt, wie es auch schon zum Ende des ecu beigetragen hat, ebenso, wie die anderen üblichen Verdächtigen. Keinem Investor ist es zu verübeln eine Griechen-„Staatsanleihe“ wie toxischen Finanzmüll zu behandeln.

  7. iaourti iaourtaki
    13. März 2012, 20:44 | #7

    „Neoliberalismus“ als einzige Ursache zu identifizieren ist kurzsichtiger und unrealistischer Schwachsinn und unterscheidet sich nicht im geringsten vom sozialdemokratischem Ansatz der sogenannten Alternativ-Troika einiger europäischer Sozialdemokraten um den Österreicher Swoboda. http://derstandard.at/1329703123086/Europaeisches-Spardiktat-Troika-kuerzt-Griechen-alle-Hoffnung-weg
    Schliesslich sind Projekte des modernen Kapitalismus, die auf die Politik Bill Clinton’s zurückgehen, wie Agenda 2010, verschärftes Prekariat durch Ich-AGs, genauso neoliberal und nicht umsonst machten die Drecksarbeit der Umverteilung von Unten nach Oben und der Versuch der Disziplinierung des Proletariats und die Proletarisierung der Mittelklassen in Griechenland zuerst die Sozialdemokraten alleine.
    Normalerweise wird dann mit Wahlen das Personal gewechselt und die Konservativen sorgen für „Wachstum“, der allerdings inzwischen kein „Gesetz“ mehr ist, was dann zur Not erzwungen werden kann. Jeder, der noch ein Stück Land sein eigen nennen kann, das nicht voller Hypotheken für Nachhilfe der KInder ist oder, um nicht zu verhungern, verkauft werden muß, wird sich dreimal überlegen, ob er dann als Teil des zukünftigen griechischen Wirtschaftswunders in Fabriken rechtlos zu chinesischen Löhnen knechten wird oder drauf scheisst.
    Wichtig wäre es vor allem von gewissen Dogmen weg zu kommen, wie Wettbewerbsfähigkeit nur zwecks des Exportes, denn in erster Linie wird es darum gehen, daß sich die Gesellschaft komplett umgestaltet und versucht das Land autonom aufzubauen oder besser noch zu übernehmen, also z.b. Landwirtschaft, Pharmaindustrie (Fabriken besetzen, auch ELITE Schuhfabrik), etc. in erster Linie im Hinblick auf Versorgung.
    Leute, die nur den schnellen Profit als Motivation kennen – „Investoren“ – kann man dabei nicht gebrauchen; die Ausschaltung des Kartoffelzwischenhandels ist dabei ein Beispiel und im zweiten Link zu finden, allerdings sollte man dabei bedenken, daß internationale Konsumgüter in Griechenland quasi doppelt so teuer sind wie in Europa, nicht in erster Linie auf griechische Händler zurück geht, sondern etwas mit der Politik von Großkonzernen zu tun hat.
    Nimmt man mal die Theorie, daß Griechenland als Laborratte mißbraucht wird, um das europaweit widerspenstigste Proletariat – wenn das italienische loslegt wird Freude aufkommen! – in seine Schranken zu verweisen, wäre es vielleicht angesagt, den folgenden Text mal ins Griechische zu übersetzen. Der sieht den Neoliberalismus nämlich nur als eine Spielart des Kapitalismus und ich denke mal ein griechischer Arbeiter hat ausgeprägtes Klassenbewußtsein genug und versteht das Interview einfacher als die meisten anderen… Er behandelt in erster Linie die USA, aber es gibt einige interessante Parallelen und auch so was wie Vorhersagen:
    http://www.heise.de/tp/artikel/36/36539/1.html
    Der Interviewer veröffentlicht auch in kommunistischen Zeitungen, eventuell gibt es deswegen bereits eine Übersetzung.
    Leckere nordgriechische Kartoffeln könnten genauso ein Exportschlager werden wie zypriotische, aber nur, wenn wegen dem Export keiner hungern muß:
    http://www.heise.de/tp/artikel/36/36559/1.html

  8. iaourti iaourtaki
    13. März 2012, 20:53 | #8

    @Lucy Sky
    Warte mal die Sommerpause ab, da kommen immer die schärfsten neuen Gesetze. Ich denk da nur an das verschärfte Vermummungsverbot, mit dem du dann wegen Gasmaske bis zu zehn Jahre Bau Aufschlag kriegen kannst und was PASOK seit 2 1/2 vergessen hat, abzuschaffen; Wahlkampflüge.

  9. Lucy Sky
    14. März 2012, 08:36 | #9

    @ iaourti iaourtaki
    Das wird es gar nicht brauchen, da sie gleich die Demonstrationen im Ganzen verbieten werden. Freies Internet wird es auch bald nicht mehr geben… Was machen wir dann? Zur Kommunikation vernetzen und Boten mit geheimem Passwort schicken? Wenn sie all die Sanktionen hier bei den stolzen Griechen durchziehen koennen, dann wird das im Rest Europas ein Kinderspiel! Waehrend die Bevoelkerung noch darueber diskutiert, ob der Grieche faul ist, und ob es evtl. alles seine Schuld ist, werden die USE als Diktatur vorbereitet. Dann kommt das Erwachen1 (Oder auch nicht)

  10. Monalisa
    14. März 2012, 09:20 | #10

    Das ist kein rein griechisches Problem. Geld hat seinen ursprünglichen Zweck verloren. Wenn immer mehr Geld mit Geld anstatt mit Arbeit verdient wird, trifft das Unheil bald alle Staaten. Die Politik muss dafür sorgen, dass Finanzgewinne ähnlich wie Arbeit besteuert werden. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit und des Überlebens. Leider ist sie dazu überhaupt nicht fähig. Sie ist nur eine Marionette der Lobby. Es kommt deshalb zwangsläufig zum globalen Crash. Griechenland ist nur der Anfang. Wir müssen uns alle sehr warm anziehen.
    Die giervernebelten Kapitalisten vergessen seit jeher, dass die Menschen Arbeit und Einkommen brauchen, um Produkte zu kaufen. Wahrscheinlich landen deshalb auch sie irgendwann auf dem Schafott, wie die adligen Blutsauger in der französischen Revolution. Wenn es soweit ist, kennt der Pöbel keine Gnade. Schade, dass der Mensch nichts lernt.

  11. Ariadne
    14. März 2012, 10:18 | #11

    @Monalisa
    Das sehe ich genauso!

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