Raubmord in Griechenland wegen 5 Euro

28. März 2012 / Aktualisiert: 24. August 2018 / Aufrufe: 2.974

In Griechenland nehmen die alltäglichen Raubüberfälle speziell auf allein wohnende ältere Leute die Dimensionen einer Epidemie an.

Während die Bürger in Griechenland am vergangenen Wochenende auf die eine oder andere Weise den Jahrestag der Revolution von 1821 begingen, legten die Ganoven Überstunden ein, zumal die Polizeikräfte völlig mit den Sicherheitsmaßnahmen anlässlich der Paraden ausgelastet waren. Neben einer Serie inzwischen zur Tagesordnung zählender Raubüberfälle in ganz Griechenland ist besonders schockierend, dass wieder alte Leute brutalen Raubmördern zum Opfer fielen.

Magnesien: Raubmord an 84-jähriger Greisin wegen 5 Euro

In dem Ort Anavra in der Präfektur Magnesien wurde eine 84-jährige Greisin tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Nach den bisherigen Informationen scheinen die skrupellosen Verbrecher die unglückliche Frau erstickt zu haben, um sie daran zu hindern, nach Hilfe zu rufen. Laut der Aussage eines Verwandten bestand die gesamte Barschaft der ermordeten Greisin in 5 Euro in ihrem Portmonee, die nach dem Überfall fehlten.

Thessaloniki: Einbrecher ermordeten 78-jährigen Mann

In dem Ort Mesokomo bei Zagkliveri der Präfektur Thessaloniki wurde ein 78-jähriger Mann ermordet im Hof seine Hauses aufgefunden. Das Opfer wies schwere Kopfverletzungen auf, und da das Haus offensichtlich nach Wertgegenständen durchsucht worden war und auch das Mobiltelefon des unglücklichen Mannes fehlte, geht die Polizei von einem Raubmord aus.

Volos: Bewaffneter Raubüberfall auf Fischhändler

In Volos wurde ein 29-jähriger Fischhändler auf dem Weg zum Fischmarkt von drei Unbekannten überfallen, die vermummt und mit zwei Pistolen und einer Eisenstange bewaffnet waren. Die Täter, denen der Weg ihres Opfers offensichtlich bekannt war, entwendeten dem überfallenen Mann 8.000 Euro, sein Mobiltelefon, seine Hausschlüssel und sein Fahrzeug und entkamen unerkannt.

Larisa: Bewaffneter Raubüberfall auf Schafhirten

Im Geniet Amfithea der Präfektur Larisa wurde ein 34-jähriger Schafhirte albanischer Staatsangehörigkeit von einem vermummten Unbekannten überfallen, der mit einer Kalaschnikow bewaffnet war. Der Täter entwendete seinem Opfer 60 Euro, das Mobiltelefon sowie auch einige Kleidungsstücke und flüchtete dann unerkannt zu Fuß.

Kavala: Bewaffneter Raubüberfall auf Ladengeschäft

In der Stadt Kavala drangen zwei Unbekannte, die Motorradhelme trugen und mit einem Jagdgewehr bewaffnet waren, in einen Verkaufsladen ein, machten den 29-jährigen Besitzer und dessen 64-jährige Mutter bewegungsunfähig, entwendeten 620 Euro und ein Mobiltelefon und flüchteten dann auf einem Motorrad.

Zante: Raubüberfälle auf Frauen

Bei Agios Sostis auf Zante (Zakynthos) brachen drei vermummte Täter in das Haus einer alten Frau ein und überraschten diese im Schlaf. Die Täter schlugen die Greisin mit unerhörter Brutalität zusammen, fesselten sie fast bewusstlos an einen Stuhl und stellten dann das gesamte Haus auf den Kopf. Schließlich entwendeten die Täter eine Tasche mit Dokumenten, ein Mobiltelefon und das Geld der Rente der Frau. Die Täter flüchteten unerkannt, bevor die Polizei im Gebiet eintraf, während die unglückliche verletzte Greisin in das lokale Krankenhaus eingeliefert wurde.

Glimpflicher verlief ein Überfall in der Stadt von Zakynth, wo drei unbekannte Täter in ein Haus eindrangen und von der Eigentümerin der Wohnung unter Einsatz körperlicher Gewalt verlangten, ihnen Geld und Schmuck auszuhändigen. Die Frau begann jedoch laut zu schreien, woraufhin die Täter die Flucht ergriffen.

Lefkas: Versuchter Raubüberfall auf ein Ehepaar

Im Gebiet von Nikiana auf der Insel Lefkas wurde ein Ehepaar in seinem Haus von drei unbekannten Ganoven überfallen. Aus einem bisher unbekannten Grund schafften die Täter jedoch nicht, ihren Opfern Geld und Schmuck zu entwenden, und ergriffen die Flucht.

Kreta: Bewaffneter Raubüberfall

In Agios Stefanos drangen drei Einbrecher früh morgens in ein Haus ein und bedrohten den einzigen Bewohner mit einem Messer, entwendeten schließlich einen kleinen Geldbetrag und flüchteten unerkannt.

Ioannina: Mord an illegalem Immigranten

In einem verlassenen Gebäude bei Matsika der Präfektur Ioannina wurde ein 30-jähriger illegaler Immigrant aus Afghanistan ermordet aufgefunden. Wie bekannt wurde, war der Mann mit Messerstrichen hauptsächlich in den Bauch umgebracht worden. Die Polizei vermutet, dass der Mord im Rahmen der „Begleichung offener Rechnungen“ unter illegalen Immigranten verübt wurde, die sich in dem Gebiet aufhalten und häufig zusammenstoßen.

Agrinio: Einbrecherbande Jugendlicher ausgehoben

In Agrinio fielen der Polizei drei junge Einbrecher im Alter von 14, 17 und 18 Jahren in die Hände, welche in das Lager eines Supermarkts eingebrochen waren und diverse Waren entwendet hatten. Die Täter wurden auf frischer Tat gestellt und festgenommen, als sie in ein Malergeschäft einzubrechen versuchten.

Patras: 12-jähriger Einbrecher festgenommen

In Patras brach eine Bande Jugendlicher in das Haus eines 85-jährigen Mannes ein und stahl 500 Euro und Schmuck im Wert von ebenfalls etwa 500 Euro. Als die drei Täter das Haus verließen, wurden sie von einer Polizeistreife bemerkt. Zwei der Täter konnten jedoch entkommen, während der dritte – ein Junge im Alter von 12 Jahren! – festgenommen wurde.

(Quellen: Ethnos (1), Ethnos (2), Proto Thema, Zougla.gr (1), Zougla.gr (2), Proto Thema (1), Proto Thema (2))

  1. Maria P.
    28. März 2012, 07:54 | #1

    …das sind ja Berichte „á la Bildzeitung“! Soll das zeigen, wie die Lage in Griechenland ist? Pfui Teufel…

  2. admin
    28. März 2012, 13:06 | #2

    @Maria P.
    Wenn auf das Bevölkerungsverhältnis umgerechnet in Deutschland an einem einzigen „verlängerten“ Wochenende rund 80 Raubüberfälle und 20 Raubmorde verübt würden, wäre das bestimmt nicht nur ein Fall für die Bildzeitung, oder?

  3. V99 %
    28. März 2012, 15:14 | #3

    Aus einschlaegigen Kriminalstatistiken ist bekannt, dass ein erheblicher Teil der Tatverdaechtigen im unmittelbaren Verwandten- und Bekanntenkreis zu suchen ist.
    Im traurigen Falle der 84-Jaehrigen sind mir zwei Fakten aufgefallen. Zum einen gehen die 5 Euro , die sich angeblich, im Portemonnaie befunden haben sollen, welches uebrigens laut dem Bericht der Ethnos verschwunden ist, nur auf Aussagen von Verwandten zurueck. Zum anderen, wurde erwaehnt, dass sich die Frau am Vorabend der Tat bei einer Geburtstagsfeier eines/er Verwandten aufgehalten haben soll und Nachts in ihr Haus zurueckgekehrt sei, OHNE die Haustuer abgeschlossen zu haben. Interessant waeren hierzu detaillierte Untersuchungsergebnisse der Polizei, sofern vorhanden. Ansonsten kann jeder fuer sich selbst Ueberlegen, wo die Taeter, in so einem Dorf, am wahrscheinlichsten zu finden sind.

    Alle anderen Taten stehen sicher in unmittelbarem Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise und sind zu verurteilen. Sehr traurig was aus der Jugend ohne Zukunftsperspektive wird.
    Mal sehen, was die Wahlen bringen werden. Leider habe ich gelesen, dass es eine sehr geringe Wahlbeteiligung geben wird (Propaganda?). Leute jagt eure Regierung aus dem Land!

  4. Odysséas Oplítis
    28. März 2012, 17:43 | #4

    V99 % :
    Mal sehen, was die Wahlen bringen werden. Leider habe ich gelesen, dass es eine sehr geringe Wahlbeteiligung geben wird (Propaganda?). Leute jagt eure Regierung aus dem Land!

    Eine geringe Wahlbeteiligung geht in der Regel zu Lasten der großen Parteien – und damit zugunsten der kleinen. Das könnte bedeuten, dass z.B. die K.K.E. profitiert, aber auch L.A.O.S. Nach dem griechischen Mehrheitswahlrecht kann eine Partei die absolute Mehrheit der Parlamentssitze bekommen, wenn sie nur die höchste Anzahl der Stimmen im Vergleich zur zweiterfolgreichsten erhält. Zudem erhält sie all die Stimmen von den Parteien zugeschlagen, die an dere 3-Prozent-Hürde gescheitert sind. So stehen die Chancen für die Kommunisten nicht schlecht. Wer also nicht wählt, wählt in gewisser Weise doch und sollte sich nicht wundern, wenn dann die Radikalen aus den Fleischtöpfen der Macht essen. – Kálli níchta, Elláda!

  5. Heinz
    28. März 2012, 20:51 | #5

    In Zeiten wie diesen zeigt es sich, wie gut es um eine Gesellschaft bestellt ist.
    Es spielt dabei keine Rolle, welchen Namen das Land trägt. Entscheidend ist allein, unter welchen ethischen Leitlinien das Zusammenleben stattfindet. Es wird sich also auch im Fall Griechenland noch zeigen, wie weit Wunschdenken in bezug auf das eigene Menschenbild und tägliche Realität zusammen passen.

    Dass diese kriminellen Handlungen von außen kommen wird wohl niemand ernsthaft behaupten wollen.

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