Makrelen auf Chalkidiki in Griechenland beschlagnahmt

5. März 2012 / Aufrufe: 1.433

Im Fischereihafen der Gemeinde Nea Michaniona auf Chalkidiki in Griechenland beschlagnahmte ein Stab der Hafenpolizei 360 Kilo Makrelen.

Die Beschlagnahme erfolgte, weil die gefangenen Makrelen mit einer Länge von 14 – 15 Zentimetern unter der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlänge von 18 Zentimetern lagen. Die Voruntersuchung wird von der 1. Abteilung der Hafenpolizei Nea Michaniona ausgeführt, die zu Lasten des Kapitäns des Fischerbootes, mit dem die in Rede stehenden Makrelen gefangen wurden, ein Vergehen feststellte.

Der beschlagnahmte Fang wird karikativen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden.

(Quelle: Zougls.gr)

  1. Ariadne
    5. März 2012, 15:14 | #1

    Das ist mal eine erfreuliche Nachricht! Die Menschen begreifen einfach nicht, dass nur ein nachhaltiger Umgang mit Flora und Fauna die Ressourcen auch für unsere Nachkommen sichert. Wer sich so an der Natur vergreift sollte in einem Umfang bestraft werden, dass ihm/ihr Hören und Sehen vergeht und er/sie sowas kein zweites Mal wagt. Meiner Ansicht nach sind diesbezügliche Bestrafungen noch immer viel zu milde.

  2. iaourti iaourtaki
    6. März 2012, 02:04 | #2

    Seltsamerweise exakt die Gegenden in Griechenland, in denen ich öfter war und die mir gefallen haben, leiden am meisten vom Dynamitfischen: Südlöstlich von Naxos, die kleinen Ostkykladen um Amorgos rum und südlich der Sfakia haben Dynamitfischer dafür gesorgt, daß der Fischbestand um 85% gesenkt wurde. Das sind Zahlen von 2011. Ich denke zu wissen, daß die Dynamitfischer aus genau den Gegenden kommen, die nie vom osmanischen Reich komplett unterjocht werden konnten und aus denen auch der Widerstand und die griechische Befreiungsbewegung und Sprachrettung entstanden sind. Bekannt dafür ist die Sfakia, deren Bewohner aus der Samariaschlucht geräumt wurden, weil noch bis in die 50er Blutrache galt und sie dem Tourismus im Wege standen. Die Mani, die nicht in der Statistik auftaucht, wo ich aber noch vor 10 Jahren Steckmuscheln in relativ kleiner Tiefe (wieder) sehen durfte, ist auch so ein Gebiet und eigentlich spielt der Zorbas genau da, nur der Autor hatte Angst vor Stress und hat es auf Kreta geschrieben; daß Zorba keinen Sirtaki tanzt und daß Sirtaki eigentlich nicht Griechiscch ist, weil nur für einen faulen Hollywood Schauspieler geschrieben, egal..
    Ich hab mal 4 Tage in Plakias am Strand gelegen und bekam einen Job angeboten – als Dynamitfischer – und als ich gemeckert hab, hieß es nur, ich sollte dafür sorgen, daß die Touristen auf frischen Fisch verzichten sollen und lieber den importierten aus Kanada und Japan fressen sollen.
    Versteh ich sehr gut und ich denke, die einzige Partei, die in Griechenland Chancen hätte, Wahlen zu gewinnen, muß erst noch gegründet werden: Dynamitfischerpartei
    Wird nichts entschuldigen, aber umso mehr Armut steigt, desto mehr …
    Interessant wäre aber auch zu erfahren, ob irgendwer was davon gehört hat, daß im oben benannten Kaff ein ziemlich radikaler Streik von ägyptischen Fischern stattgefunden hatte, der versucht wurde zu brechen durch organisierte Faschisten.
    die 85% findet man auf dieser coolen Seite, irgendwo, vielleicht für den blogowner
    http://tvxs.gr/

  3. Ariadne
    6. März 2012, 12:22 | #3

    @iaourti iaourtaki
    Ich war der Meinung, dass Dynamit-Fischen in der Zwischenzeit in GR verboten sei. Irre ich mich da? Das ist mittelalterliche Barbarei und obendrein an Dummheit und Ignoranz nicht zu überbieten! Solche Verbrecher an Tier- und Pflanzenwelt müssten mit Gefängnis von nicht unter 20 Jahren bestraft werden!
    Der Gerechtigkeit halber muss ich allerdings anfügen, dass das Gleiche auch für die Betreiber der Tierfabriken im Westen gelten müsste. Das ist der gleiche Horror! Manchmal könnte man an der Menschheit verzweifeln.

  4. Ariadne
    6. März 2012, 13:16 | #4

    Und: So leid es mir tut, Dynamit-Fischerei zeugt halt eben doch von Faulheit! Auch wenn ich mich bemühe, keine ungerechtfertigten Clichés zu bedienen.

  5. Christina
    6. März 2012, 23:01 | #5

    @ Ariadne

    Und bedienst doch wieder ein Cliché, denn mit Faulheit hat die Dynamitfischerei nun überhaupt nichts zu tun.
    Ich habe 30 Jahre lang dabei zugesehen, wie die griechische Küstenfischerei in sich zusammengebrochen ist.
    Angefangen hat es mit Großtrawlern griechischer Unternehmer, die meist ägyptische Billig-Löhner beschäftigt haben (die ihrerseits nichts dafür können, weil sie einfach nur Arbeit gesucht haben, um sich und ihre Familien zu ernähren. Weil diesen skrupellosen Unternehmern auch diese ägyptischen Arbeitskräfte zu teuer wurden, finden sich heute oft Pakistani an Bord, die für noch weniger Geld arbeiten.). Diese Großtrawler haben nachts mit Scheinwerfern und viel zu kleinen Netzmaschen gefischt und oft tief in den Revieren der griechischen Küstenfischer gewildert. Manchmal sieht man sie noch heute nachts in der Ägäis, aber sie sind selten geworden, das Meer ist leer.
    Die griechischen Küstenfischer haben mit ihrem Job ihre Familien ernährt, die Ausbildung ihrer Kinder bezahlt, der Tochter ein Haus gebaut, wenn sie heiraten wollte – wie das so ist oder war im traditionellen Griechenland. Um nach den Raubzügen der Großtrawler überhaupt noch ein hinreichendes Einkommen zu erzielen, haben manche (nicht alle!) Küstenfischer zu Dynamit gegriffen. Ich habe nachts oder in den frühen Morgenstunden die Explosionen draußen auf dem Meer gehört, habe mit vielen Fischern darüber gesprochen, bin bei manchen auf Einsicht gestoßen, bei anderen auf ein Achselzucken: Was sollen wir denn machen? Wir haben doch nichts anderes gelernt.
    Die meisten haben die Fischerei mittlerweile aufgegeben, ihre Boote verkauft, und müssen mit irgendeiner Niedrigrente zurecht kommen.
    So ist das, und hat mit Faulheit überhaupt nichts zu tun.

  6. Ariadne
    7. März 2012, 12:43 | #6

    @Christina
    Naja, Christina, ich weiss nicht: Eine Ladung Dynamit ins Wasser zu werfen und danach einfach kurz die auf der Wasseroberfläche schwimmenden toten Fische einzusammeln statt Netze auszuwerfen, scheint mir nicht gerade der Weisheit letzter Schluss zu sein. Dass durch das Dynamit nicht nur die Fische getötet werden, sondern die gesamte Unterwasserwelt zugrunde geht, interessiert Griechen doch einen alten Hut! Mit solchen Kleinigkeiten können sie sich nicht auch noch befassen!

  7. Tutti Pazzi
    7. März 2012, 17:42 | #7

    Mit Faulheit hat Dynamitfischen schon allein deshalb nichts zu tun, weil es gefährlich ist und immer wieder Leute dabei Körperteile verlieren.

  8. V99 %
    7. März 2012, 20:00 | #8

    Ich weiss zwar nicht, was in der Fischereierlaubnis der erwaehnten Fischer drin steht, aber als ich mir eine Erlaubnis geholt habe, wurde ich auf verschiedene Dinge hingewiesen, was die Groesse und das Gewicht, bestimmter Arten angeht. Ausserdem steht eindeutig drin, dass Dynamitfischen verboten ist. Jeder halbwegs vernuenftige Mensch sollte das eigentlich verstehen.
    Das ist eine Sauerei gegenueber anderen Lebewesen und auch unseren Kindern. Die koennen sich dann auf leere Tote Meere freuen, wie man sie heute schon in weiten Kuestengebieten Griechenlands finden kann.

  9. iaourti iaourtaki
    8. März 2012, 17:49 | #9

    @V99 %
    Na und, Chinakracher bei der Molotowparty sind eigentlich auch verboten, trotzdem hat Keratea es eingeführt, sie an die Flaschen zu basteln, nachdem eine Schwangere ihr Kind durch das abgelaufene Tränengas und die Blendshockgranaten verloren hatte und Polizisten Autos der Einwohner und deren Altersheimbaustelle demolierten. Seltsam, sonst passiert es nur, daß Terroreinheiten der Polizei ohne Nummernschilder Autos und Motorräder von angeblichen Mitgliedern des „Revolutionskampfs“ nachts abfackeln, in Keratea passierte das sogar einer Polizistenfamilie, die dort seit 15 Jahren lebt und selbst gegen die Mülldeponie auf seit dem Altertum untertunneltem Boden ist. Was meinte Papoutsis bloß, als bei seinem Rücktritt von Keratea erzählte? Wird das das nächste Kampffeld? Schliesslich darf ja jetzt legal gebaut werden…

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