Lavrentiadis droht wegen Proton-Bank in Griechenland Lebenslänglich

22. März 2012 / Aktualisiert: 13. August 2017 / Aufrufe: 595

Angesichts der Strafanträge der Staatsanwaltsschaft in Griechenland im Fall der Proton Bank droht dem Unternehmer Lavrentis Lavrentiadis eine lebendlängliche Haftstrafe.

Lavrentis Lavrentiadis ist nach den Strafanträgen, welche der Staatsanwalt wegen des Skandals um die Proton Bank in Griechenland gegen ihn stellte, mit der Möglichkeit einer lebenslänglichen Haftstrafe konfrontiert. Der Wirtschaftsstaatsanwalt Grigoris Peponis stellte am Mittwoch, dem 21. März 2012, Strafanträge wegen sechs Kapitalverbrechen gegen den Unternehmer und weitere 27 in die Sache verwickelte Personen.

Die Verbrechen, derer Lavrentis Lavrentiadis und seine Mitarbeiter beschuldigt werden, sind:

  • Bildung und Leitung einer kriminellen Organisation.
  • Wiederholter und gemeinschaftlicher Betrug, mit dem beschwerenden Fall des Gesetzes N. 1608/50 über Veruntreuung zulasten des Staates, was – wie Herr Peponis persönlich in seiner Schrift betont – eine lebenslängliche Haftstrafe nach sich zieht.
  • Bezüglich des Berichts des Staatsanwalts Giannis Dragatsis fügt er die beschwerende Anklage des gewerblichen und gewohnheitsmäßigen Betrugs hinzu. Einige der übrigen Personen werden der unmittelbaren und gemeinschaftlichen Beihilfe zum Betrug beschuldigt.
  • Alle Personen werden der wiederholten und gemeinschaftlichen schweren Unterschlagung mit dem belastenden Fall des N. 1608/50 beschuldigt. Es wird sogar die Rückzahlung aller strittigen Beträge (Anmerkung: die sich auf insgesamt 701 Millionen Euro belaufen sollen) und nicht nur der mit dem Bericht Dragatsis verlangten 54 Millionen Euro gefordert.
  • Ebenfalls wird die Strafverfolgung wegen gewerbsmäßiger Legalisierung von Einkünften aus Schwarzgeldern im Rahmen einer kriminellen Organisation bestellt.
  • In Zusammenhang mit dem Bericht wird auch das neue Verbrechen der wiederholten und gemeinschaftlichen Veruntreuung hinzugefügt.

Herr Peponis legt den Fall der 51 Mio. Euro, die der Unternehmer zurückgezahlt hatte, nicht zu den Akten, so wie er auch nicht der Einstellung des Falls eines anderen Verwickelten zustimmt, der einen Kredit von 19,5 Mio. Euro von der Proton-Bank erhalten hatte. In der Vernehmung bestellt er ebenfalls die Erforschung eventueller Verantwortungen aller Kontroll- und Aufsichtsorgane, deren Vertreter von der Finanzierung von 701 Mio. Euro an die Unternehmen des Herrn Lavrentiadis nichts gewusst haben wollen.

Die „Bombe“ in der Bestellung des Staatsanwalts ist jedoch im letzten Absatz enthalten, wo er sich die Staatsanwaltschaft des Landgerichts aufzurufen eilt, „die gesetzlichen Maßnahmen zur Gewährleistung der gerichtlichen Rechenschaftsablage der Angeklagten zu ergreifen„. Laut juristischen Kreisen bedeutet dies, dass die Staatsanwaltschaft unmittelbar aufgerufen ist, den beschuldigten Personen das Verlassen des Landes zu untersagen oder sogar auch – in Übereinstimmung mit dem Untersuchungsrichter, der fortan den Fall übernimmt – zur Ausstellung von Haftbefehlen zu schreiten.

Es sei angemerkt, das Lavrentis Lavrentiadis alle gegen ihn erhobenen Beschuldigen bestreitet und von einer „Verschwörung gegen einen griechischen Unternehmer“ spricht, der er mit allen Mitteln entgegentreten werde.

(Quelle: To Vima)

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