Fristen für Steuererklärungen 2012 in Griechenland

3. März 2012 / Aktualisiert: 13. August 2017 / Aufrufe: 710

Das Finanzministerium in Griechenland gab neue Abgabefristen für die Steuererklärungen des Fiskaljahrs 2012 bekannt, die erstmalig weitgehend ungestaffelt sind.

Das griechische Finanzministerium gab am Mittwoch (29. Februar 2012) die globale Verschiebung der Abgabefristen für die diesjährigen Steuererklärungen rund 8.500.000 Steuerpflichtiger auf den 15. Juni 2012 bekannt und begründete dies damit, dass inzwischen ein erheblicher Anteil der Steuererklärungen elektronisch eingereicht werde und deswegen die Bearbeitung schneller erfolgen könne.

Einerseits war abzusehen, dass der seit Jahren übliche und nach Kategorien gestaffelte Zeitplan schon allein deswegen nicht eingehalten werden konnte, da bisher im Gegensatz zu anderen Jahren noch nicht einmal der Versand der einschlägigen Formulare und Unterlagen begonnen hat. Andererseits scheint das Finanzministerium mit der Fristverschiebung jedoch auch zu beabsichtigen, die Bürger erst nach der anstehenden Wahlkampfperiode mit den fatalen „Überraschungen“ zu konfrontieren, welche die diesjährigen Steuerbescheide den Steuerzahlern „bescheren“ werden.

Konkret werden die Fristen folgendermaßen gruppiert und bestimmt:

  1. Die Frist für die Einreichung der Steuererklärung des Fiskaljahrs 2012 der OHG, KG, Gemeinschaftsunternehmen, Konsortien usw. sowie auch aller nicht gewinnorientierten juristischen Personen läuft unabhängig von den jeweils geführten Büchern der K.B.S. am 30/04/2012 aus.
  2. Die Frist für die Einreichung der Steuererklärung des Fiskaljahrs 2012 der AG, GmbH bleibt unverändert und läuft regulär am 10/05/2012 aus. Speziell für die Aktiengesellschaften ist der Abgabetermin wie bekannt analog zu der letzten Ziffer ihrer Steuernummer gestaffelt.
  3. Die Abgabefrist für die Steuererklärungen des Fiskaljahres 2012 aller übrigen steuerpflichtigen natürlichen Personen (Personenunternehmen, Freiberufler, landwirtschaftliche Einkünfte, Arbeitnehmer usw.) endet am 15/06/2012.
  4. Stichtag für die elektronische Einreichung der Immobiliendeklaration (E9) des Jahres 2012 natürlicher und juristischer Personen ist der 31/07/2012.

Schließlich wird klargestellt, dass der Ausdruck der Formulare, die Anweisungen an die D.O.Y. und der Beginn der elektronischen Abgabe der Erklärungen per TAXISnet innerhalb der vorgesehenen Zeiten bezüglich der festgesetzten Fristen voranschreiten und entsprechend auch im vorherigen Jahr verlaufen waren.

Finanzministerium hält Steuerbescheide zurück

Es ist allerdings das erste Mal seit Jahren, dass einen Tag vor Ende Februar immer noch kein einziges Formular verschickt worden ist, während auf den Rechnern des Finanzministeriums auch die 375.000 ETAK-Bescheide „zurückgehalten“ werden, die den öffentlichen Kassen mehr als 100 Millionen Euro einbringen könnten. Offensichtlich scheint das Finanzministerium die „aufgeblähten“ Bescheide des Finanzamts nicht inmitten der Wahlkampfperiode an Millionen Steuerzahler schicken zu wollen und ebenfalls zu beabsichtigen, die Belastungen der Haushalte und Unternehmen ab den nächsten Monaten bis zum Jahresende zu verteilen.

Wie die Zeitung „To Vima tis Kyriakis“ schrieb, werden die diesjährigen Schläge des Finanzamts fortwährend und die Bürger aufgerufen sein, eine „Abzocke“ nach der anderen zu zahlen. Der Anfang erfolgt bereits mit den Senkungen der Zusatzrenten, bei denen die Regierung beschloss, dass die ab Anfang des Jahres 2012 rückwirkend in Kraft gesetzte Kürzung nach Mai 2012 in 8 gleich hohen Monatsraten erfolgen soll.

Enormer Anstieg der Steuerbelastung

Speziell sechs Maßnahmen werden die Steuerbelastung für ungefähr 800.000 Freiberufler und Gewerbetreibende und 3.500.000 Haushalte in die Höhe treiben: Die Senkung des Steuerfreibetrags von 12.000 Euro auf 5.000 Euro, die Änderungen bei der progressiven Steuerskala, die Senkung aller Steuerbefreiungen, die Abschaffung der Steuerermäßigung in Zusammenhang mit der Vorlage von Quittungen, die Erhöhung der sogenannten „Lebenshaltungsindizien“, aber auch die Entrichtung der Sonderabgabe zusammen mit den übrigen Einkommenssteuern stellen eine explosive Mischung für die Portemonnaies rund 8.500.000 Steuerzahler dar, welche im Vergleich zu den vorherigen Jahren mit der diesjährigen Abrechnung ihrer Steuererklärung sehr viel größere Belastungen feststellen werden.

Allein infolge der Senkung des Steuerfreibetrags auf 5.000 Euro werden im Vergleich zum vergangenen Jahr kinderlose Steuerzahler mit 700 Euro, Steuerzahler mit 1 Kind mit 770 Euro und Steuerzahler mit 2 Kindern mit 840 Euro an zusätzlichen Steuern belastet werden, während die großen „Verlierer“ all jene sind, welche drei und mehr Kinder haben, da für sie die zusätzliche Steuerbelastung ungefähr 2.500 Euro erreicht.

Die Belastungen enden jedoch nicht hier, da die Sonderabgabe, welche alle auf Jahresbasis 12.000 Euro übersteigenden Einkommen (des Jahres 2011) betrifft, in den Steuerbescheid 2012 einbezogen sein wird, während der selbe Bescheid auch die Sonderabgaben zu Lasten der Besitzer von Fahrzeugen mit einem Motorhubraum ab 1.929 cm³, Freizeitbooten, Swimmingpools und sonstigen mit einer Sonderabgabe belegten Besitztümern enthalten wird.

(Quelle: To Vima)

  1. Yoss Neuman
    4. März 2012, 06:37 | #1

    es soll demokratische staaten geben, in denen die finanzverwaltung nicht auf zuruf von politikern den betrieb einstellt. disziplinarverfahren und suspendierungen bei arbeitsverweigerung werden eingeleitet. so wird klar, dass der beamte dem staat verpflichtet ist und nicht seiner gewerkschaft oder partei.
    zahlen diese leute dann auch die kosten dieses gratis-zwischenkredites? hat die griechische regierung so viel geld, dass sie einnahmensverzögerungen locker trägt? haben finanzbeamte nicht auch gesetzliche vorschriften, die eingehalten werden müssen?

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