Treibstoff-Schmuggel in Griechenland kostet Fiskus Milliarden

1. Februar 2012 / Aufrufe: 1.205

Der Treibstoff-Schwarzhandel in Griechenland bringt den den Fiskus jedes Jahr um immense Steuereinnahmen, wird jedoch nach wie vor nicht effizient bekämpft.

Im Rahmen des exzessiven Schwarzhandels mit Benzin und Dieselkraftstoff „verschwinden“ wie durch Zauberhand tausende von Griechenland in Richtung Bulgarien, Skopje, Türkei und Albanien geleitete Treibstoffladungen, was wiederum zum Ergebnis hat, dass der Staatskasse Milliarden Euro aus Steuern und Abgaben auf die Mineralölprodukte verloren gehen.

Während diese Ladungen angeblich für den Export bestimmt sind und nicht besteuert werden, verlassen sie nicht die Grenzen und kehren auf den Inlandsmarkt zurück, wo sie von Wiederverkaufsunternehmen für Mineralölerzeugnisse zu regulären Preisen und natürlich ohne Belege vertrieben werden. Der in die Taschen der „Geschäftstüchtigen“ fließende Betrag übersteigt 2 Mrd. Euro jährlich. Zentrum dieser illegalen Aktivität ist wegen der geographischen Lage Nordgriechenland und speziell Thessaloniki.

Vernichtende Daten der UN

Alle Staaten melden den zuständigen Dienststellen der UN obligatorisch analytische Daten über ihren Handel mit der übrigen Welt. Somit werden bei der Bewegung eines Produkts die Menge und der Wert sowohl von dem Exportland als auch von dem Importland deklariert. Wenn also Griechenland der UN meldet, dass es Treibstoffe z. B. nach FYROM exportiert, ist selbstverständlich, dass die selben Mengen und Beträge auch von den Behörden des benachbarten Staates als Import gemeldet werden müssen. Die Gesetze der Mathematik scheinen jedoch eine relative Geltung zu haben, wenn smarte balkanische Schwarzhändler intervenieren, die mit diesen Geschäften mythische Gewinne erzielen.

Während 2009 deklariert wurde, dass Benzin und Diesel im Wert von ungefähr 134,5 Mio. Dollar, also eine Menge von 2.229.000 Tonnen Griechenland nach Skopje verließen, deklarierte Skopje, dass dort gerade einmal 123.000 Tonnen im Wert von 10,3 Mio. Dollar ankamen, wie die in einer Untersuchung des Wirtschafts-Assistenzprofessors der Aristoteles-Universität D. Mardas publizierten Daten der Vereinigten Nationen belegen (UN Datenbank Comtrade). Für 2010 wurden Exporte von 55,8 Mio. Dollar deklariert, während Skopje … überhaupt keine Importe meldet.

Tabelle 1 – Benzin-Exporte Griechenlands nach FYROM (in Dollar)

Jahr Exporte Griechenlands Importe aus Griechenland
2001 80.078.958 52.793.587
2002 92.489.016 71.850.860
2003 22.845.123 12.012.433
2004 13.626.146 2.217.912
2005 22.600.932 8.640.396
2006 23.071.680 9.625.968
2007 31.065.990 6.112.069
2008 54.895.198 19.182.818
2009 134.460.100 10.005.015
2010 55.801.150 0

Das selbe Phänomen ist auch bei den Exporten nach Bulgarien zu beobachten, ausgenommen der Jahre 2006 und 2010, wo die Beträge aus den weiter unten erklärten Gründen differieren.

Tabelle 2 – Benzin-Exporte Griechenlands nach Bulgarien (in Dollar)

Jahr Exporte Griechenlands Importe aus Griechenland
2001 27.448.191 17.880.740
2002 30.069.510 24.774.336
2003 39.175.531 35.539.604
2004 50.554.724 28.862.569
2005 64.611.123 39.709.277
2006 169.962.594 174.442.266
2007 52.371.442 13.332.797
2008 159.059.033 147.944.281
2009 189.868.731 183.145.780
2010 130.336.465 159.321.368

Wie der Trick funktioniert

Dieses … mathematische Paradoxon wird auf verschiedene Weisen erzielt:

  • entweder fährt der Fahrer des griechischen Tankwagens nach der Deklaration der zu exportierenden Treibstoffmenge nicht über die Grenze und bringt den Treibstoff auf den inländischen Markt zurück
  • oder es erfolgt eine fiktive Exporterklärung beim Zoll, ohne dass die Treibstoffe jemals bis zur Grenze gelangen
  • oder der Fahrer des Tankwagens deklariert eine sehr viel größere als die tatsächlich von ihm transportierte Treibstoffmenge, während er danach in dem Bestimmungsland die reale Menge mittels der hauptsächlich im innergemeinschaftlichen Handel beobachteten üblichen Methode der doppelten Rechnungen deklariert.

Aus den Statistiken der UN geht speziell in den Geschäften mit der Türkei und Bulgarien auch ein zweites … mathematisches Paradox hervor, das umgekehrt verläuft, jedoch die selben Resultate hat. Beispielsweise meldete Griechenland, dass 2010 für 116 Mio. Dollar Benzin in die Türkei exportiert wurde, während die türkischen Behörden meldeten, dass aus unserem Land eine mehrfache Menge, nämlich 573 Mio. Dollar importiert wurde!

Warum dies geschieht? Es bedarf einer gehörigen Portion an Phantasie und Überlegung, um gewisse scheinbare Widersprüche zu verstehen, die jedoch dank der Erfindungsgabe der Schwarzhändler alles andere als Widersprüche sind.

Wasser aus Griechenland wird in der Türkei zu Benzin

Wollen wir also die Lösung auch dieses Mysteriums betrachten: Die Fahrer der Tankwagen und ihre Unternehmen deklarieren, dass sie ein irrelevantes Produkt in flüssiger Form exportieren, das sogar auch … Wasser sein kann, während sie in Wirklichkeit Treibstoffe transportieren. Im Importland deklarieren sie jedoch die tatsächliche Ladung.

Dieser fiktive Abfluss von Treibstoffen dient den … Kollegen der Schwarzhändler des Nachbarlandes und speziell der Türkei, wo wegen des sprunghaften Aufschwungs und der hohen Besteuerung ebenfalls ungeheure Mengen illegaler Treibstoffe kursieren und eine hohe Nachfrage nach Belegen (Rechnungen usw.) existiert. Ebenfalls dient er auch den einheimischen Schwarzhändlern, wenn sie große Mengen illegaler Treibstoffe konzentriert haben und diese loswerden wollen, entweder weil sie „interne“ Informationen über eine anstehende Kontrolle haben oder um die Größe ihrer Lager zu rechtfertigen. Das Wasser … mutiert somit auf magische Weise und wird als Benzin in die Türkei exportiert!.

Die Daten der UN sind apokalyptisch. Es ist zu sehen, dass bis 2006 bei den Geschäften mit der Türkei die „traditionelle“ Methode der Rückführung von Treibstoffen auf den griechischen Markt ohne Unterlagen vorherrscht, während in der Periode 2007 – 2010 die von der Türkei als importiert deklarierten Mengen sehr viel größer sind als jene, welche Griechenland meldet.

Tabelle 3 – Benzin-Exporte Griechenlands in die Türkei (in Dollar)

Jahr Exporte Griechenlands Importe aus Griechenland
2001 116.008.343 51.902.353
2002 53.616.872 29.193.249
2003 134.692.070 65.751.343
2004 203.355.053 113.419.996
2005 382.002.473 177.823.692
2006 414.460.180 376.776.762
2007 199.575.062 305.538.993
2008 76.472.290 354.833.607
2009 93.174.388 403.859.748
2010 116.027.335 573.779.15

Für Albanien ergibt sich nach 2002 ein ähnliches Bild mit der Türkei

Tabelle 4 – Benzin-Exporte Griechenlands nach Albanien (in Dollar)

Jahr Exporte Griechenlands Importe aus Griechenland
2001 43.244.247 36.556.545
2002 32.385.835 24.654.388
2003 25.844.028 37.678.938
2004 41.358.917 60.756.922
2005 51.285.290 65.632.563
2006 91.795.238 101.457.894
2007 158.311.757 167.116.231
2008 36.204.259 251.858.740
2009 35.181.281 186.948.438
2010 56.304.860 119.025.389

Professor D. Mardas schlägt eine einfache Lösung vor: „Den Beamten der SDOE, die jegliche illegale Menge erwischen, soll eine generöse Prämie gezahlt werden. Als Prozentsatz der auf die illegalen Treibstoffe erhobenen Verwaltungsstrafen wird diese Prämie nicht den Etat belasten. Wird diese Politik umgesetzt, werden wir wahrscheinlich von den Dutzenden rein zufällig entdeckten Tanklagern und Tankwagen überrascht sein.

Hören Sie, wie er zu zougla.gr über das Ausmaß des Phänomens und über die Gründe spricht, aus denen es von dem Staat nicht angegangen worden ist, und auf die Frage antwortet, ob dies an einem Fehlen politischen Willens liegt.

Finanz- und Entwicklungsministerium spielen „Bäumchen wechsle dich“

Das Thema der staatlichen Unzulänglichkeit bei der Bewältigung des Treibstoffschwarzhandels hat eine regierungsinterne Auseinandersetzung und eine „Kollision“ zwischen den Ministern für Entwicklung und Finanzen hervorgerufen, geleitet von den Herren Chrysochoidis und Venizelos, die beide die Führung der PASOK-Partei beanspruchen.

Die Kontroverse brach aus, als neulich ein höchster Funktionär des Entwicklungsministeriums konkrete Kreise im Finanzministerium „fotografierte“, die sich der Bekämpfung des Schwarzhandels und des Schattenhandels widersetzen, und meldete, dass die politische Führung des Finanzministeriums die Adoption der – seiner Meinung nach – einzige praktische Lösung zur Bekämpfung des Treibstoffschwarzhandels, also die Einrichtung eines Systems zur Kontrolle der Eingänge und Ausgänge bei den Tankstellen obstruierte.

Der selbe Funktionär monierte die Existenz von Mechanismen aus behördlichen Amtsträgern, Finanzbeamten und Zöllnern, die heftig gegen die Installation des in Rede stehenden Systems bei den Tankstellen reagieren.

Wenige Stunden später bestellte der Wirtschaftsstaatsanwalt Herr Gr. Peponis bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts die Einleitung der Strafverfolgung zu Lasten des Herrn Kapeleris und der ehemaligen Leiterin der Direktion für Zollkontrollen, Frau Evangelia Pantazi, wegen des Vergehens der verbrecherischen amtlichen Untreue und führte sie zu ihrem Rücktritt.

Maßnahmen, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist

Die Regierung ist darauf aus, das elektronische System zur Aufzeichnung der Eingänge und Ausgänge von Treibstoffen in der gesamten Lieferkette von den Raffinerien bis hin zu den Treibstoffverkaufsstellen auszuweiten, betonte neulich im Parlament der Premierminister L. Papadimos in Beantwortung einer Anfrage über den Schwarzhandel.

Der Premierminister charakterisierte den Treibstoffschwarzhandel als ein himmelschreiendes Problem gesellschaftlicher Ungerechtigkeit und betonte, dass sich speziell in einer Epoche, in der das Land von einem signifikanten wirtschaftlichen Problem geprüft wird, „gewisse Schlitzohren zu Lasten der Gesamtheit der Gesellschaft bereichern„. Wie er meinte, ist der Schwarzhandel nicht nur der Verlust der Einnahmen des Fiskus, aber die Tatsache, dass dieser Verlust in einer Epoche erfolgt, wo das Volk hart geprüft wird.

Fiktive Treibstoffexporte, nachlässige Kontrolle des Handels mit Treibstoffen für die Schifffahrt und neue Methoden der Panscherei des Benzins mit Methanol – Toluol zeigen in einer gemeinsamen Bekanntmachung die Konzerne der ELPE, der Motor Oil und der Verband der Treibstoffhandelsunternehmen an.

Unter anderem schlagen sie die unmittelbare Überprüfung bezüglich der fiktiven Exporte und die Kontrolle im Vertrieb von Schifffahrt-Treibstoffen, die Zerschlagung der Benzinpanscher-Kreise und die Angleichung der Besteuerung von Heizöl und Dieseltreibstoff, die endgültige Einziehung der Betriebserlaubnis der Tankstellen, welche die Konsumenten bestehlen, und die unmittelbare Umsetzung des Systems zur Kontrolle von Eingängen und Ausgängen bei den Tankstellen

(Quelle: Zougla)

  1. Apateonas
    1. Februar 2012, 11:24 | #1

    Da sind sie, die unermesslichen Reichtümer, sie sind tatsächlich vorhanden!!!
    Alle Verschwörungstheoretiker hatte also Recht!!!

    Was ist das doch für ein krankes und schizophrenes System hier!
    Soll der Papademos doch seine Militärspielzeuge gegen solche „Schlitzohren“ einsetzten, zwecks Überwachung und Aufdeckung. Obwohl ich diesen Begriff sehr verharmlosend finde. Besser sollte man die Volksverräter nennen!

    Desto mehr ich solche Meldungen lese, desto eher verstehe ich die durchaus berechtigten Forderungen einiger Gläubiger gewissen (Betrugs~) Stellen in GR die Kontrolle zu entziehen.

  2. Papas
    1. Februar 2012, 13:27 | #2

    Liebes liebes Griechenland! Ein Land mit vielen vielen Betrügern. Angefangen von den Polititkern bis hinunter zum Fußvolk. Alle Fischer in Griechenland betrügen den Staat! Das angeblich verbrauchte Benzin, welches Steuerfreu oder bezuschusst erworben wird, findet sich immer wieder in den Tankstellen der Umgebung. Die Tankstellenbesitzer zahlen etwas mehr als die Fischer selbst bezahlen und verkaufen dieses wieder ohne Rechnung an den eigenen Tankstellen. Ein wunderschöner Kreislauf, der eben immer und immer wieder die Schwarzgeldkasse füttert. Auch hier, obwohl man es weis, wird nicht gehandelt. Eben weil dieses Schwarzgeld auch die Kassen der zum Einschreitenden verpflichteten Füllt.

    Ein Sumpf sondersgelichen.
    Dieses Land ist einfach pervers. Für Geld geht jeder über Leichen.
    Im Übrigen hätte ich mal gerne gewusst mit welchen Gelder die griechische Aristokratie im Ausland studiert hat, versteuerte oder nicht versteuerte Gelder? Die Politikerkinder wie Papandreou usw. … deren Familien haben doch dieses Land gemolken und an den Abgrund geführt

    Dekadent im Quadrat.

  3. Ottfried Storz
    1. Februar 2012, 15:22 | #3

    Aus x-Berichten ging bereits vor diesem Artikel hervor, das dem griechischen Staats aus dem unversteuerten Verkauf von Treibstoffen jährlich (!) Milliardeneinnahmen entgehen. Dem Staat entgehen Treibstoff- UND Mehrwertsteuer von mehreren Milliarden jährlich.
    Deshalb drängte u.a. die Troika auf die Aufhebung der unterschiedlichen Besteuerung von Diesel und Heizöl, weil sie den Kontrolleuren und Polizisten in Griechenland nicht traut.

    Das Grundproblem ist immer das gleiche: Solange kaum jemand mit negativen Konsequenzen rechnen muss, betrügt jeder. Das ist einfachste Spieltheorie.
    Deshalb sind große Veränderungen in Griechenland ohne umfassende Reform bei Polizei, Grenzschutz, Staatsanwaltschaften und einem um Potenzen effektiverer Gerichtsbarkeit nicht erwartbar. Alle diese haben sich jedoch seit Jahrzehnten perfekt in ihrem korrupten System eingerichtet und profitieren auf Kosten des Staates und deren Einwohnern massiv von Korruption.

    In Deutschland oder den USA bekämen erwischte „wegschauende“ Grenzpolizisten x-Jahre Haft PLUS Wegfall aller (!) Rentenansprüche.

  4. Andreas
    1. Februar 2012, 15:57 | #4

    WOW! Wo man hinschaut tun sich Abgruende auf.
    Ich frage mich warum nicht bereits saemtliche Krimiautoren dieser Welt hier sind und sich gegen Bares mit dem Echten Stoff des Lebens fuer ihre Romane versorgen.
    Solche Stories denkt sich nur das Leben aus.
    Wie verhalten sich eigentlich Newtons Gestze bezueglich der „Kriminellen Energie“? Nach dem Energieerhaltungssatz laesst sich ja Energie nie vernichten, sondern nur Umwandeln…

  5. Henning D.
    1. Februar 2012, 19:25 | #5

    Wann wird der Vorhang in dieser „Griechischen Tragödie“ endlich fallen.

    Wann endlich gehen die Menschen in D und anderen organisierten Gesellschaften
    gegen diesen Irrsinn, immer weiteres Geld nachzuschießen auf die Straße?

  6. miks
    3. Februar 2012, 08:53 | #6

    @Papas
    mein lieber,lieber papas
    dank der dt.medien wissen wir nun alle ,daß griechenland nur aus betrügern und faulenzern besteht.was hier kaum erwähnt wird ,ist auch die tatsache daß die meisten griechen zu veränderungen bereit sind,daß die allermeisten griechen 2 oder gar 3 jobs haben um die familie durchzukriegen,daß viele junge menschen den schmerzvollen schritt ins ausland wagen um eine zukunft zu haben.
    Also:solch plumpe und populistische pauschalisierungen sind absolut fehl am platz!

  7. gublec
    4. Februar 2012, 23:47 | #7

    Ja, ist es nun wirklich sinnvoll, weiter Geld nach Griechenland in das Fass ohne Boden zu schicken? Wie soll man es eigentlich rechtfertigen, dass deutsche Arbeiter ohne Mindestlohnansprüche die mit großzügigen, gesetzlich garantierten Mindestlohnansprüchen, die etwa doppelt so hoch wie die in benachbarten Ländern sind, abgesicherten griechischen Werktätigen finanziell unterstützen? So etwas entsprach noch nie den Prinzipien der internationalen Solidarität der Arbeiterklasse, denn immer haben die „Bessergestellten“ Solidarität mit den „Schlechtergestellten“ geübt!
    Egal, wie schwierig die Lage auch sein mag, die griechische Regierung muss die erforderlichen Maßnahmen unter dem Gesichtspunkt von Demokratie und Gerechtigkeit selbst veranlassen, auf jeden Fall ohne einen „Gauleiter“ von außen und historisch bedingt keinesfall einen aus Deutschland!
    Ein weiteres Problem stellt die Wettbewerbsfähigkeit dar: Die Griechen können noch so fleißig arbeiten, die spezifische geografische Lage bietet leider viele Einschränkungen, die bei den Wettbewerberstaaten, d.h. den anderen €-Staaten nicht so drastisch ausfallen.
    Denken wir doch mal an den Umstand, dass es 87 bewohnte Inseln gibt! Das bedeutet einen großen Mehraufwand für Transporte von Gütern mittels Flugzeug und Fähren, ganz zu schweigen von Energielieferungen, Wasserversorgung und Müllbeseitigung. Wie teuer wird es wohl sein, um Menschen von kleinen Inseln in ein Krankenhaus zu bringen bzw. wenn Eltern ihr krankes Kind im Krankenhaus nur per Flugzeug besuchen können?
    All das sind objektive und von den Griechen nicht zu beeinflussende Bedingungen für Wettbewerbsbetrachtungen aus mitteleuropäischer, vornehmlich aus deutscher Sicht.
    Und was erkenne ich hieraus?
    Der Euro funktioniert nur in einer Ländergemeinschaft, die annähernd über die gleiche Arbeitsproduktivität, die Löhne, die Sozialabgaben, die Bedingungen für den Empfang der Sozialleistungen (z.B. Renteneintrittsalter), die Disziplin in der Verwaltung von Geldstömen sowie die gleiche Intensität in der Bekämpfung von Unehrlichkeit und Betrug verfügen.
    Ob das nun in Griechenland, dem schönen von mir schon zehnmal bereisten Urlaubsland so der Fall ist, bin ich mir nicht sicher!
    Ich denke, man sollte so verfahren wie bei zahlungsunfähigen Unternehmen: Und das wäre eine geordnete Insolvenz mit der großen Chance eines soliden Neuanfangs.

  8. Ottfried Storz
    15. Februar 2012, 12:40 | #8

    Passend zu diesem seit Jahrzehnten andauernden Großbeispiel von Steuerhinterziehung, meldete sich heute der Vorstand von BOSCH (Fehrenbach), Europas grössten Automobilzulieferer zu Wort.BOSCH ist nicht börsennotiert, sondern gehört der überwiegend gemeinnützung orientierten BOSCH-Stiftung. Fehrenbach kritisiere u.a. bereits skrupellose Banker, ist also alles andere als ein normaler, rein gewinnorientierter Vorstand. Er meinte aktuell:

    „Griechenland sei „marode und in einer Solidargemeinschaft eine untragbare Belastung“.
    Sollte Athen die EU und den Euro nicht freiwillig verlassen wollen, müsse die Gemeinschaft ihre Gesetze ändern und das gegen die Staatspleite kämpfende Land ausschließen. Griechenland habe als „Staat mit Phantomrentnern und reichen Nichtsteuerzahlern“ und als „Staat ohne funktionierende Verwaltung“ in der EU derzeit nichts zu suchen.“

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