Festnahmen wegen Bestechung und Betrug in Griechenland

24. Februar 2012 / Aktualisiert: 13. August 2017 / Aufrufe: 4.129

In Griechenland wurden ein höherer Beamter des Finanzministeriums wegen Korruption und eine Bedienstete der Nationalen Notrufzentrale wegen Betrug festgenommen.

Ein 55-jähriger höherer Beamter des griechischen Finanzministeriums, der am Donnerstag, dem 23. Februar 2012 unter der Beschuldigung der passiven Bestechung und Erpressung dem Untersuchungsrichter vorgeführt wurde und eine 24-stündige Frist für seine Aussage erhielt, soll 3.000 Euro von einem Unternehmer gefordert haben, um eine gegen dessen Firma verhängte Geldstrafe zu senken.

Gemäß der Klageschrift zeigte der 38-jährige Vertreter einer bei Alexandroupoli aktiven Firma bei dem Dezernat für interne Angelegenheiten an, dass der Dienstellenleiter des Liegenschaftsamts von ihm erpresserisch den Geldbetrag von 3.000 Euro fordere, um eine gegen sein Unternehmen verhängte Geldstrafe auf etwa die Hälfte zu reduzieren. Der Fall bezog sich auf die Verhängung einer Verwaltungsstrafe in Höhe von 12.769 Euro wegen des rechtswidrigen Abbaus träger Materialien (Kiessand) auf einem Landstück.

Der Vertreter der Firma begab sich am Mittwoch (22.02.2012) zu dem vereinbarten Treffen, welches im Büro des Dienststellenleiters des Liegenschaftsamts erfolgte, und übergab ihm einen Umschlag mit dem Geldbetrag von 3.000 Euro in Geldscheinen, deren Nummern vorher notiert worden waren. Es folgte der Einsatz der Polizeibeamten des Dezernats für interne Angelegenheiten Nordgriechenlands, die bei der Durchsuchung des Büros des 55-jährigen Leiters des Liegenschaftsamts den Umschlag mit den vermerkten Banknoten fanden und den Beamten verhafteten.

Betrug zu Lasten der Notrufzentrale EKAB

Ebenfalls am Mittwoch (22. Februar 2012) wurden in einem Betrugsfall zu Lasten der Nationalen Notrufzentrale (EKAB) zwei Personen festgenommen, die sich seit geraumer Zeit auf Rechnung der Dienststelle Benzin für ihre Privatfahrzeuge verschafften.

Konkret wurde in Nikäa eine Bedienstete des EKAB verhaftet, weil sie zusammen mit zwei anderen Personen wiederholt Treibstoff in Empfang nahm und diesen für Krankenwagen in Rechnung stellen ließ, obwohl er schließlich in den Privatfahrzeugen der Täter landete. Zusammen mit der 42-jährigen Frau wurde auch ein gleichaltriger Mann festgenommen, während in den selben Fall auch eine 36-jährige Frau verwickelt ist.

Laut der Polizei begab sich die 42-Jährige am Mittwoch gegen 1 Uhr nach Mitternacht zum Allgemeinen Öffentlichen Krankenhaus Nikäa und übernahm einen dort auf dem Sonderstellplatz geparkten Krankenwagen. Dem Fahrzeug stieg auch ihr gleichaltriger Komplize zu, und anschließend fuhren sie zu einer Tankstelle in Piräus, bei der die Krankenwagen des Gebiets mit Treibstoff betankt werden, und füllten drei Plastikkanister mit 69 Liter Benzin im Wert von 120 Euro, die sie für den Krankenwagen in Rechnung stellen ließen. Danach entleerten sie den einen Kanister in den Tank des PKW der 42-Jährigen und stellten den leeren Kanister zusammen mit den beiden vollen in den Kofferraum des Wagens.

Die Untersuchung der Kriminalpolizei Nikäa ergab, dass die Angestellte des EKAB seit einem Jahr entweder mit dem 42-jährigen Mann oder einer 36-jährigen Frau mit der selben Methode und jedes Mal andere Krankenwagen benutzend, die sie immer von dem Parkplatz des Krankenhauses übernahmen, bei der konkreten Tankstelle Plastikkanister mit Benzin betankten, das sie für die Krankenwagen in Rechnung stellen ließen und anschließend untereinander aufteilten.

Um nicht aufzufallen, unterschrieb die 42-Jährige für das auf diese Weise in Empfang genommene Benzin mit den Namen von Kollegen, die zum Zeitpunkt der Benzinübergabe Dienst hatten. Bei der Durchsuchung des Privatfahrzeugs der 42-Jährigen wurden im Kofferraum ein leerer und zwei mit Benzin gefüllte Kanister gefunden und sichergestellt. Die beiden Festgenommenen wurden an die Staatsanwaltschaft Piräus überstellt.

Quellen: Kathimerini, To Vima)

  1. Heinz
    24. Februar 2012, 12:10 | #1

    Sollte tatsächlich ernst gemacht werden mit dem Kampf gegen die Korruption? Es wäre schön!

  2. Gismorundsusi
    24. Februar 2012, 15:36 | #2

    Und was ist mit den großen Fischen, wann werden die endlich zur Verantwortung gezogen?

  3. Habnix
    24. Februar 2012, 17:14 | #3

    Die werden zur Ablenkung des Griechischen Volkes vorgeschickt.

    Kleine Fische.

    Bei dem einem Fall mit den Benzinkanistern handelt es vielleicht um pure Not, aber nix genaues weis man nicht. Denn die Finanz-Kriese ist ja schon mehre Jahre dran.

  4. Frank
    24. Februar 2012, 18:29 | #4

    Die Kleinen hängt man, die Großen läßt man laufen bzw. die kaufen Panzer…..

  5. Stavros
    24. Februar 2012, 19:01 | #5

    Das ist nur ein Ablenkungsmanöver der Behörden, damit das Volk meint, sie unternehmen was! Die grossen Gauner sitzen in den Verwaltungen: Bürgermeister, sogenannte Touristikpolizei welche Lizenzen vergibt (verkauft an den meistbietenden schwarz), Steuerprüfer, Bauprüfer, staatliche Fahrschulen (Prüfung bestanden kostet?) etc.
    Griechenland ist gar nicht in der Lage, alle Koruptionen zu erkennen, denn dafür braucht es speziell geschultes Personal und das ist NICHT vorhanden!
    Das macht darum auch die armen Leute traurig und wütend! Die Behörden und Politiker gehen über Leichen und interessieren sich nur für sich selbst; Schande über sie, diese Verräter!

  6. Andreas
    24. Februar 2012, 20:32 | #6

    Wie immer !!!
    Die kleinen hängt man, die großen lässt man laufen.

  7. hohlmantelstaat
    24. Februar 2012, 20:41 | #7

    Richtig, um die kleinen Fische kann man sich nachher kümmern. Die Kriminellen, um die man sich als verantwortungsvoller Grieche noch dieses Wochenende kümmern sollte, sitzen weiter oben, meint zumindest Mike Shedlock. Er meint auch, dass die Äußerungen von Schäuble und anderen zu tolpatschig sind, als dass sie nicht gezielt eine Provokation des dahindämmernden griechischen Staatsvolkes zum Umsturz sein sollen –

    As I have said repeatedly …

    Germany has put up roadblock after roadblock attempting to get Greece to scuttle the deal, only to have fools like Finance Minister Evangelos Venizelos agree to them.

    It may be up to Germany to come up with still more ludicrous demands in hope that the Greek finance minister and Greek politicians finally get the message „it’s not wise to make a pact with the Troika devil“, especially one that requires Greece to relinquish its gold.

    On Tuesday I said it’s a 9 Day Race to Ecstasy; Only Way Greece Can Win Is To Lose

    It’s now 6 and counting.

    Mike „Mish“ Shedlock

    http://globaleconomicanalysis.blogspot.com/2012/02/troika-demands-38-new-changes-in-greek.html

  8. V99 %
  9. karl
    25. Februar 2012, 01:20 | #9

    Liebe Griechen ihr seid nicht allein! EIn Freund erzählte mir, dass in seiner Behörde Alufelgen auf Kosten des Staates gekauft werden etc.

  10. miks
    1. März 2012, 08:28 | #10

    na ,vielleicht wird es doch was!

  11. Frank
    3. Juni 2013, 23:21 | #11

    @Stavros
    Und wenn welche kommen, die die Korruption aufdecken sollen, lassen die sich auch bestechen.

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