Rüstungsindustrie nimmt Griechenland schamlos aus

13. Januar 2012 / Aktualisiert: 13. August 2017 / Aufrufe: 3.735

Ein Bericht der ZEIT enthüllt, dass Griechenland trotz drohenden Staatsbankrotts nach wie vor zugunsten der deutschen Rüstungsindustrie skrupellos ausgenommen wird.

Die deutsche Zeitung ZEIT publizierte einen umfangreichen Artikel über die Rüstungsverträge, welche die deutschen Unternehmen mit den griechischen Behörden unterzeichnen, und betont, dass Berlin offensichtlich kein Problem damit habe, nicht nur Profit herauszuschlagen, sondern sogar auch Druck bezüglich der Rüstungs-Programme auszuüben … die das Moratorium nicht berührt.

Wenn die nächste Tranche der Hilfskredite gewährt wird, besteht die reale Möglichkeit, dass neue Verträge unterzeichnet werden„, berichtet – oder „verspricht …“ – ein Funktionär aus Athen, wozu die Zeitung bemerkt, dass Griechenland und Portugal die besten Abnehmer der deutschen Rüstungsindustrie sind.

Deutschland forciert Rüstungsaufträge trotz drohender Staatspleite

Die Zeitung notiert als „paradox“, dass, während die nächsten Monate als kritisch sogar auch für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone gelten, die Sparmaßnahmen die Krankenhausärzte zu Streik und Bedienung nur der Notfälle geführt haben, es in den Schulen keine Bücher gibt und die öffentlichen Bediensteten aus Angst vor den Entlassungen streiken, die Pakete der Maßnahmen „an dem Militär und der Rüstung fast spurlos vorbeigegangen sind„.

Wie die ZEIT fortfährt, ist in dem Stabilitäts- und Entwicklungsprogramm eine Reduzierung von nur 0,2%, sprich ungefähr 457 Mio. Euro bei der Rüstung vorgesehen, was jedoch – wie die Zeitung weiter ausführt – zu der „Kürzung von 1,8 Mrd. Euro bei den Sozialausgaben“ ins Verhältnis zu setzen ist. Die Zeitung beruft sich sogar auf einen Funktionär in Athen, der sich ständig in der Nähe der Diskussionen um die Rüstungsprogramme aufhält. „Falls im März die nächste Rate von 80 Mio. Euro ausgezahlt wird, besteht eine signifikante Möglichkeit, dass neue Verträge abgeschlossen werden„, wonach „sogar wenn nur eine Milliarde übrig bleibt, es eine verbindliche Bestellung für einen Eurofighter oder eine Fregatte geben kann„.

Der große Gewinner ist konstant die deutsche Rüstungsindustrie, wie auch im Fall des (ebenfalls vor dem Bankrott stehenden) Portugals, merkt die ZEIT an. Auf die Frage, warum die Rüstungsausgaben zumindest augenscheinlich unverhältnismäßig hoch zu der Größe des Landes sind, führt die Zeitung die Antwort des ehemaligen Außenministers Dimitris Droutsas an, der an den „Rüstungswettbewerb“ mit der Türkei sowie auch daran erinnert, dass „Griechenland, ob wir es wollen oder nicht, gezwungen ist, über ein starkes Militär zu verfügen„.

Die ZEIT kommentiert in diesem Punkt: „Herr Droutsas hat keine Einwände aus der griechischen Bevölkerung zu befürchten, da der griechische Militärsektor Sicherheit, aber auch Arbeitsplätze verspricht„.

(Quellen: in.gr, Zeit Online)

  1. Yoss Paulis
    13. Januar 2012, 04:14 | #1

    Im ZEIT-Artikel stand aber noch einiges mehr, was wohl nicht so ganz ins gewünschte Bild „böse Deutsche/arme Griechen“ passt, so etwa:
    „Im Etat für 2012 ist vorgesehen, dass der Sozialhaushalt um weitere neun Prozent schrumpfen soll, also um zwei Milliarden Euro. Die Beiträge zur Nato hingegen sollen um 50 Prozent auf dann 60 Millionen Euro steigen, die laufenden Ausgaben für den Verteidigungshaushalt gar um 200 Millionen auf dann 1,3 Milliarden Euro: ein Plus von 18,2 Prozent.“
    Das hat nicht die Troika vorgegeben. Im übrigen wäre es wohl einfacher, aber für die griechische Politmafia weniger lukrativ, mit den Nachbarn (Makedonien, Türkei usf.) in Frieden zu leben. Und externe Konflikte lenken bekanntlich bestens vom eigenen Saustall ab.

  2. moppel
    13. Januar 2012, 05:16 | #2

    Die unter dem Mäntelchen der „Troika“ agierenden Büttel der imperialistischen Nomenklatura haben Griechenland abgesehen von allem Anderen sogar kurzerhand eine Lakaien-Regierung aufs Auge gedrückt. Parallel üben speziell Frau Zonenwachtel, Herr Sarkotze und natürlich nicht zuletzt Bimbo massiven politischen Druck aus, damit auch nicht ein einziger Euro der „Hilfe“ dort ankommt, wo das Geld wirklich benötigt wird.
    Haaaaallo? Klingelt es immer noch nicht?

  3. Monalisa
    13. Januar 2012, 06:13 | #3

    Seit wann, werden in Deutschland die griechischen Militärausgaben beschlossen?
    Griechenland gibt 3 % seines Bruttoinlandproduktes für Rüstung aus, Österreich gerade mal ein Drittel.
    Warum produziert Griechenland sein Kriegsspielzeug nicht selber?
    Erfindungsreich ist man ja, wie man an dem trojanischen Pferd sehen konnte, mit dem es in die Eurozone geschlichen war.
    Es ist halt einfacher Geld auszugeben, als es zu verdienen.

  4. Lars
    13. Januar 2012, 07:38 | #4

    die deutsche regierung und die deutschen rüstungskonzerne sind nicht deutschland. vielleicht könnte man den titel des artikels entsprechend ändern, man muss ja die durch den euro begründete zunehmende spaltung und aufhetzung der völker europas nicht noch zusätzlich forcieren.

  5. jorgaki
    13. Januar 2012, 08:21 | #5

    „… dass Griechenland trotz drohenden Staatsbankrotts nach wie vor zugunsten der deutschen Rüstungsindustrie skrupellos ausgenommen wird.“

    Leider leidet der Griechenland-Blog schon an den gleichen Wahrnehmungsschwierigkeiten wie meine griechischen Gesprächspartner. Wer zwingt euch denn diesen irrsinnigen Rüstungshaushalt zu haben? Bestellt GR die Rüstungsgüter oder werden sie ihr aufgedrängt? Die Urangst vorm bösen Türken treibt diesen Irrsinn an, nicht die deutschen Rüstungsexporteure.
    Wer Güter benötigt, die im eigenen Land nicht hergestellt werden, seien es nun Waffen, Autos oder was auch immer, muss diese importieren. Aber, ich weiß schon, D gibt nur Kredite, damit GR uns Rüstungsgüter und Autos abkaufen kann. Bildet euch da nicht zu viel ein liebe Griechen. Die paar Autos, die ihr aus D importiert, gehen im Gesamtexport im Rauschen unter. Hauptsache man kann sich derzeit irgendetwas zusammenspinnen, wo man auf die Deutschen draufhauen kann, um vom eigenen Unvermögen abzulenken.

  6. Monalisa
    13. Januar 2012, 08:34 | #6

    @moppel
    Wer sind Zonenwachtel, Sarkotze und Bimbo?
    @Admin
    Machen sich in diesem Blog jetzt üble Beleidigungen und dumpfer Rassismus breit, oder verstehe ich etwas falsch?

  7. thomas
    13. Januar 2012, 09:47 | #7

    tolle überschrift.ich als grieche mit deutschen pass(geboren in hamburg vor 40 jahren)nehme also als deutscher griechenland aus.
    deutschland ist nicht das deutsche volk,und griechenland ist nicht mehr das griechische volk.beide völker sind besetzte staaten.besetzt von der finanzmafia mit ihren bütteln.
    man versucht wie damals die völker gegeneinander aufzuhetzen.
    wird auch leider funktionieren

  8. Andreas
    13. Januar 2012, 10:27 | #8

    Ich glaube mit der Ueberschrift zu diesem Artikel ist nun auch dem letzten Leser klar woher der Wind bei unserem Admin weht. >>Griechenland, das ewige Opfer.<<
    Ein spannender Artikel in der Zeit mit viele berechtigte Fragen wird hier zum Anlass genommen Deutschland als Ganzes als "Schamlosen Ausbeuter Griechenlands" darzustellen. Leider gibt weder der in.gr noch der Zeit Artikel diese Aussage her.
    Cohn Bendit hat sicherlich recht, das hier vieles recht anruechig ist oder sogar stinkt, aber diese ewige Litanei vom armen getriebenen Griechischen Staat.?! Gibt es in denn in diesem Land niemanden mit Eiern, der auch mal Nein sagen kann? Deutsche Autors – aufgezwungen, Kredite – aufgehalst, Regierung – Deutsche Marionetten etc… Das Griechische Volk – alles Sklaven

    Ich wette mal @moppel weiss weder was "Buettel", noch die "imperialistische Nomenklatura" sind und ist sicher mehr im Sprachgebrauch der Sarkotze Intilligenzia zu hause. "Voll geil Alder!!! Lass klingeln!!"

  9. Ottfried Storz
    13. Januar 2012, 10:33 | #9

    Kuriose Überschrift: Weil griechische Militärs es bei ihren Regierungen es MÖGLICHERWEISE wieder schaffen, das trotz massivster Krise unverändert viel zu stark in Aufrüstung investiert wird und dabei ein Teil der Waffen bei deutschen Firmen erworben wird, nimmt „Deutschland“ (wer bestellt eigentlich ….) angeblich „Griechenland schamlos aus“.
    Geht es noch dümmer nationalistischer ?

    Um eine Potenz passender wäre doch die Überschrift: „Griechischen Militärs und Regierung geht Not der Griechen am Arsch vorbei“. Aber dann wäre ja das so übliche Spiel „arme Griechen – böse Deutsche, Franzosen, Banken etc“ nicht möglich.

    @moppel: Tief durchatmen und nachdenken.
    Die von Griechen gewählten (!) früheren Regierungen, egal ob ND und Pasok, haben Griechenland in die extreme Verschuldung geführt, haben dafür gesorgt, das Griechenland in der EU das korrupteste und unproduktivste Land ist.
    Die von Griechen gewählte Regierungen haben zugelassen, das dreistellige Milliardenverträge illegal erworben und unversteuert ins Ausland transferiert wurden.
    Wo bitte war jahrzehntelang auch nur Kritik in Griechenland an diesen katastrophalen Zuständen ?!?

  10. Alithia
    13. Januar 2012, 11:03 | #10

    Das ist Populismus pur, was hier geschrieben wurde.
    Es werden Leider einige wichtige Details des Artikels verschwiegen, die nicht ins Verschwörungstheoretikerbild passen:
    „Er sagt, dass die griechische Regierung schon 1999 insgesamt 90 Eurofighter bestellen wollte und deshalb sowohl mit dem Hersteller EADS wie auch dem damaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) gesprochen habe.“
    „Zwischen 2005 und 2007, so berichten Personen aus dem Umfeld früherer griechischer Regierungen, drängte Angela Merkel die Griechen immer wieder, ihr Versprechen zu halten…Aber noch im Frühjahr 2010 erinnerte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) die griechische Regierung an die Bestellung der Eurofighter, nur Wochen vor dem griechischen Offenbarungseid.“

    Also VOR der Krise!

    „Nicht nur beim Anteil der Rüstung am Bruttoinlandsprodukt liegen die Griechen in Europa auf einem Spitzenplatz. Laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut Sipri verzeichneten zwischen 2005 und 2009 nur China, Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Südkorea mehr Waffenimporte als Griechenland.“

    Und wieder VOR der Krise!

    „Dass es mit der Türkei ein Wettrüsten gebe, obwohl beide Länder in der Nato sind, hält Droutsas für legitim: »Ob wir wollen oder nicht, Griechenland ist gezwungen, über ein starkes Militär zu verfügen.« Punkt.“

    „Widerstand in der eigenen Bevölkerung brauchen Griechen wie Droutsas nicht zu fürchten. Der griechische Militärsektor verspricht den Menschen Sicherheit – und Arbeitsplätze. In einem Land ohne bedeutende eigene Industrie ist das viel wert.“

    WER WILL die Waffen haben und wird von WEM schamlos ausgenutzt?
    Bitte keine solchen HALBWAHRHEITEN MEHR!

  11. mazu
    13. Januar 2012, 11:31 | #11

    So langsam wird es unterirdisch. Das kommt mir vor wie ‚1984‘ von George Orwell. Frei nach dem Motto: ‚Deutsche schlecht, Griechen gut‘, blöcken die Schafe.
    Was hat ‚Deutschland‘ mit deutschen Rüstungskonzernen zu tun?? Erstmal garnichts. Wenn GR unvorteilhafte Verträge mit Unternehmen gleich welcher Herkunft schliesst, ist es ja wohl sein ureigenes Problem.
    So langsam nervt mich diese einseitge naiv-kindliche Sicht : wir Griechen haben garnichts gemacht, verhalten uns rechtsstaatlich, zahlen brav unsere Steuern, machen nicht Unehrenhaftes, kriegen nur die Subventionen, die uns zustehen, und auf einmal kommen da böse Nordstaaten und wollen uns versklaven. Mannomann, wie naiv muss man sein? Als der Soli in Deutschland kam, wurde auch nicht so ein Gelama gemacht.

    Griechenland muss sich selber helfen, aber bitte die Schuld nicht permant anderen zuschieben.

  12. miks
    13. Januar 2012, 11:55 | #12

    anscheinend ist noch geld genug da!

  13. jorgaki
    13. Januar 2012, 15:53 | #13

    Der Griechenland-Blog hat mir – auf einer griechischen Insel wohnend – sehr viele gute Informationen geliefert. Danke dafür. Privat werde ich das Blog auch weiterhin verfolgen. Allerdings werde ich den Link hierher bei meinem Blog aus der Blogroll herausnehmen.

    Ich will meine Leser nicht noch mit der Nase auf diese nationalschwülstigen Beträge hinstoßen. Wenn der Admin hier (welche Nationalität hat er eigentlich?) sämtliche Nachrichten auf ein Stammtischniveau herab zieht, das ich täglich von Menschen hier auf der Insel zu hören bekomme und, wenn der Lieblingskommentator dieser Altkommunist Herr Kolokotronis von der Zeitung Vradyni ist, muss ich mich da leider öffentlich distanzieren.

  14. 13. Januar 2012, 15:57 | #14

    Können die Griechen nicht nein sagen? Wenn ich etwas nicht will sage ich NEIN. Sitzen Griechen in der griechischen Regierung? Wurden diese von Griechen gewählt? Was soll also dieser Artikel?

  15. Apateonas
    13. Januar 2012, 16:11 | #15

    Die Überschrift passt weder zu dem Zeit-Artikel, noch zu dem aus in.gr.
    Wer Europa halbwegs realistisch sieht, muss eingestehen, dass es von Lobbyisten regiert wird, aber hinter den Kulissen. In D sind es mächtige Finanzkonzerne wie EADS oder andere (besonders auch die Automobilindustrie!). Und wie „thomas“ schon erwähnte, die Finanzmafia, oder besser gesagt, die Banken, die den Staaten das Geld leihen. Warum kaufen die Griechen ständig neues Kriegsspielzeug ein? Weil sie dazu vom bösen Deutschland dazu gezwungen werden? Das steht so in keinem Artikel den ich bisher lesen konnte!
    Aber dieses andauernde gejammer… mir blutet langsam das Ohr davon 🙁
    Griechenland du „Opfer“ ! Pass auf der Turkos kommt !

  16. Xeinz
    13. Januar 2012, 19:32 | #16

    Liebe Leute,

    seit fast 20 Jahren habe ich mit Griechenland zu tun, hab ein Haus dort und liebe das Land sehr. Aber langsam habe ich die Diskussionen mit meinen griechischen Freunden satt. Permanent erlebe ich in Diskussionen ein Freund-Feind Schema mit nationalistischem Einschlag. Wir die Deutschen….Hallo?? Lieber Admin, wer soll das sein? Alles in einen Topf oder was?

    Diese einseitige Interpretation des Zeitartikels verrät alles über die nationalistisch ausgerichtete Denkweise des Autors. Dieses Aufhetzen der Völker ist nur im Interesse der Banken und des internationalen Kapitals!! Ich kann garnicht soviel essen, wie ich kotzen möchte! Verzeiht diese Ausdrucksweise, aber es muss mal raus!

  17. Aglaia
    13. Januar 2012, 21:36 | #17

    Hätten Deutschland und Frankreich den Ausgang der Verhandlungen um die Hilfskredite von Anfang an nicht auch von Rüstungsaufträgen abhängig gemacht, würde heute niemand solche beknackten Artikel schreiben können.

  18. mazu
    13. Januar 2012, 23:45 | #18

    Aglaia :
    Hätten Deutschland und Frankreich den Ausgang der Verhandlungen um die Hilfskredite von Anfang an nicht auch von Rüstungsaufträgen abhängig gemacht, würde heute niemand solche beknackten Artikel schreiben können.

    Heiligs Blechle, jetzt würde mich mal interessieren, wo Du dafür Deine Quelle hast ?
    Ich habe irgendwo mal was gelesen, das die griechische Regierung mit etlichen Millionen bei Rüstungskonzernen in der Kreide steht.
    Aber die Kombi Kredit gegen Rüstungsgeschäft halte ich für nicht haltbar.

    So, und nochmal: GR ist zu nichts ‚gezwungen‘ worden. Die standen im März 2010 in Brüssel an der Tür, und haben gesagt: Sorry Guys, habt Ihr mal nen Euro. Wenn man die Kredite aus Brüssel und vom IWF nicht will, kann sich GR gerne am internationalen Geldmarkt versorgen (lach), um seine Löhne, Gehälter, Pensionen, Rüstungsausgaben, etc zu begleichen. Oder fragt doch mal bei den Chinesen an: dann würdet Ihr erfahrnen, was Sklaverei ist . Die sind deutlich weniger zimperlich in Ihren Methoden. Da werden Zwangsumsiedlungen von Inseln zugunsten reicher Kader noch das geringste Übel sein.

  19. Ottfried Storz
    13. Januar 2012, 23:58 | #19

    @Aglaia:
    Die Behauptung, „Deutschland und Frankreich (hätten) den Ausgang der Verhandlungen um die Hilfskredite von Anfang an … auch von Rüstungsaufträgen abhängig gemacht“ ist unzutreffend.

  20. Monalisa
    14. Januar 2012, 08:09 | #20

    Die neue Überschrift dieses Beitrages:
    „Rüstungsindustrie nimmt Griechenland schamlos aus“
    kommt der Sache schon etwas näher als:
    „Deutschland nimmt Griechenland schamlos aus“
    Trotzdem, Griechenland ist, was seine Rüstungsausgaben betrifft, immer noch ein souveräner Staat. Und wie sagt Daniel Cohn-Bendit, Chef der Grünen im Europaparlament dazu treffend in dem besagten Zeit-Artikel:
    »Von außen greifen die EU-Länder in praktisch alle Rechte Griechenlands ein. Krankenschwestern wird der Lohn gekürzt, und alles Mögliche soll privatisiert werden. Nur beim Verteidigungshaushalt heißt es plötzlich, das sei ein souveränes Recht des Staates. Das ist doch surreal.«

  21. Intimus
    14. Januar 2012, 10:33 | #21

    Ich kann Euch 100% versichern, das GR in den nächsten 9 Monaten um den Austritt aus dem Euro bitten wird und Isolvenz anmeldet.

  22. Elgreko
    14. Januar 2012, 15:41 | #22

    Ich frage mich wer heuchlerischer ist, die Überschrift des Artikels oder die Kommentatoren die sich darüber aufregen. Diese Wahrheit schmeckt euch wohl nicht. Es gab genug Artikel auch in der deutschen Presse, die über Machenschaften Deutsch / Französische Politik im Bezug auf die Hilfsgelder berichtet haben. Scheinbar lag der Fokus der Kommentatoren dabei lieber auf andere Artikel , Ironie ein „der so vorbildlichen deutschen Presse“ Ironie aus, die uns Griechen auf heuchlerischer,diskriminierender, verleumderischer durch den Dreck gezogen haben.
    Wie es schön im Sprichwort heißt : Wer mit den Finger auf einen zeigt, sollte nicht vergessen, dass immer drei Finger auf einen selber zeigen. Griechische Politiker haben betrogen und sind korrupt ja,aber damit sind sie in dieser europäischen Union ja in bester Gesellschaft. Das eigene spiegelbild schmerzt, wenn es einen vorgehalten wird, ich weiß 🙂

  23. Ottfried Storz
    14. Januar 2012, 15:44 | #23

    Gestern gab das griechische Finanzministerium die vorläufigen 2011-Zahlen bekannt.
    Die Steuereinnahmen sanken (!) im Jahr 2011 vs. 2010 trotz
    diverser Steuererhöhungen um -1,7%.
    Trotz Kürzungen stiegen zudem die Ausgaben um +2,8%
    Rechnet man die Zinszahlungen raus, sanken die Ausgaben nur um 1,x Prozent.
    Lächerlich wenig, angesichts der Rückstände.
    Privatisierungserlöse ebenfalls fast Totalausfall.

    Das Defizit kletterte auf -21,638 Mrd. Euro, nach -21,457 Mrd. Euro in 2010.
    Inklusive den geleisteten Zahlungen aus den Verbindlichkeiten der Sozialversicherungen
    und den Krankenhäusern betrug das gesamtstaatliche Defizit -27,244 Mrd. Euro.
    Damit betrug das 2011-Defizit gemäß Maastricht-
    Definition ca. 12,0% bis 12,5% des BIP.

    Griechenland ist in dieser Reformgeschwindigkeit nicht zu retten.

  24. Pantelis B.
    14. Januar 2012, 18:18 | #24

    Der Zeit-Artikel wurde, wie hier schon richtig angemerkt, völlig aus dem Konsens gerissen. Klar sollte allerdings jedem sein: Das griechische Militär ist -nach dem griechischen Parlament- die größte gewerbsmäßige „Selbstbedienungsorganisation“ im Hellenenstaat! Der Militäretat ist hanebüchen und griechische Streitkräfte (gemessen am NATO-Audit ) werden in Insiderkreisen schlicht als teurer Scherz bezeichnet. Gleichgültig welche Waffensysteme dieses Land jemals besaß, besitzt, oder in Zukunft besitzen wird. Allen widerfuhr, widerfährt -oder wird künftig- das gleiche Schicksal widerfahren:

    A) Überteuert Eingekauft.
    B) Mangels Wartung wertlos.
    C) Unter Marktwert verscherbelt.

    Summe A-C=
    Immer verdient der gleiche Dunstkreis daran, immer blutet das griechische Volk dafür und niemals wird sich daran etwas ändern, solange keiner sich an bestehende Gesetze gebunden fühlt!

    Reduziert den schwachsinnigen Militärhaushalt in Griechenland, oder wundert euch nicht weiter, dass die stärksten EU-Rüstungsnationen an diesem Irrsinn weiter profitieren werden! Es ist legitim, das Geld in der EU zu belassen anstatt den Chinesen, Amerikanern, Süd-Afrikanern oder Israelis dieses Terrain zu überlassen. Allesamt buhlen sie bereits mit der Übergangsregierung und wer welches Rennen gewinnt, lesen wir dann alle in Kürze nach den Neuwahlen ……

  25. furby
    16. Januar 2012, 13:06 | #25

    @jorgaki

    Du benimmst Dich wie ein beleidigtes Kind. Wenn Du hier nicht mehr kommentierst ist das sicherlich eine Bereicherung.

  26. Jerry Sommer
    16. Januar 2012, 21:47 | #26

    Es freut mich, dass „Die Zeit“ mit diesem Artikel einen Finger in eine Wunde gelegt hat: Wie nämlich deutsche Rüstungsverkäufe an Griechenland zu der Verschuldung des Landes beigetragen haben. Allerdings empfinde ich es als höchst ärgerlich, wie schludrig Claas Tadje zu den Entwicklungen der griechischen Rüstungshaushalte in den letzten Jahren recherchiert hat bzw. dass er falsche Zahlen nennt.

    Er schreibt, dass die Sparmaßnahmen kaum einen Griechen verschont haben und fährt fort: „Es sei denn, er arbeitet beim Militär oder in der Rüstungsindustrie. An diesen beiden Bereichen ist nämlich noch jedes Sparpaket beinahe spurlos vorübergegangen.“

    Dies stimmt nicht. Die Rüstungsausgaben gingen laut Angaben der griechischen Regierung von 6,3 Mrd € im Jahre 2009 auf 4,7 Mrd. € 2011 zurück. (Die von der NATO veröffentlichten Zahlen sind zwar höher – 7,3 Mrd. 2009; 6,7 Mrd € 2010, Zahlen für 2011 liegen noch nicht vor.- Aber die Tendenz geht auch dort nach unten.) Die Ausgaben für Rüstungskäufe sind von 2,2 Mrd. € 2009 auf 1 Mrd. € 2010 heruntergegangen. Für 2011 waren ursprünglich 1,6 Mrd. € budgetiert, allerdings sind wohl weniger ausgegeben worden. Auch wurden allen hauptberuflichen Militärs wie allen Staatsbeamten die Löhne und Gehälter gekürzt.

    Auch die Behauptungen Tadjes zu den geplanten Rüstungsausgaben für 2012 sind falsch. Er schreibt: „Die laufenden Ausgaben für den Verteidigungshaushalt (sollen) gar um 200 Millionen auf dann 1,3 Milliarden Euro (steigen): ein Plus von 18,2 Prozent.“ (Es sei dahingestellt, was der Autor mit „laufenden Ausgaben“ meint.) Laut dem Rüstungs-Haushaltsplan, wie in der neue Verteidigungsminister Abramopoulos am 4.12. 2011 im griechischen Parlament dargelegt hat, sollen die Rüstungsausgaben insgesamt 2012 4,1 Mrd. € (-16 % gegenüber 2011) betragen. Dabei sollen die Ausgaben für Betriebskosten um 5 % auf 1 Mrd. €, die Ausgaben für Rüstungskäufe (gegenüber dem Budgetplan 2011) um 37 % auf 1 Mrd. € gesenkt werden. (S. Abdruck der Rede in: http://www.defencenet.gr/defence/index.php?option=com_content&task=view&id=28922&Itemid=172)

    Zweifellos sind weitere Einsparungen am griechischen Rüstungshaushalt notwendig und möglich. Dazu gehört auch eine Reduzierung der Stärke der Streitkräfte. Weitere Rüstungskäufe, wie sie sich griechische Militärs und Rüstungslobbyisten aller Exportländer erhoffen, würde ich – wie wohl Tadje auch – für unverantwortlich halten. Allerdings halte ich es ebenfalls für unverantwortlich, die tatsächlich stattgefundenen Reduzierungen der griechischen Rüstungsausgaben einfach zu verschweigen. Dann sieht die Lage (und der Artikel) zwar dramatischer aus, aber der Wahrheit entspricht das nicht.

  27. jorgaki
    19. Januar 2012, 09:46 | #27

    @furby

    1. Bin ich mit Ihnen nicht per du.
    2. Mag ich solche Sprüche nicht („Du benimmst Dich wie ein beleidigtes Kind“).
    3. Weiß ich nicht, wie der Spruch sinnmäßig zu meinen Kommentaren passt.
    4. Haben SIE etwas zur Sache beigetragen?
    5. Und keine Angst, ich kommentiere nicht mehr, für mich ist die Sache erledigt.

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