Preisrutsch bei Luxusimmobilien in Griechenland

27. Januar 2012 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 2.080

In Griechenland sehen sich infolge der explodierenden Immobilien-Besteuerung immer mehr Eigentümer gezwungen, ihr Eigentum mit erheblichen Preisabschlägen zu veräußern.

Die rigide und unter anderem speziell auf das Immobilienvermögen fokussierte Steuerpolitik der griechischen Regierung bewirkt eine neue Welle von Verkaufsangeboten hauptsächlich in dem Segment der luxuriösen und teuren Immobilien. Einerseits die neue Immobilien-Sonderabgabe, die mittels der Stromrechnungen der DEI und alternativen Stromlieferanten verhängt wurde und vermutlich dauerhaft etabliert werden wird, und andererseits die neuen Einkommens- und Lebenshaltungsindizien machen den Besitz solcher Immobilien fortan allgemein unrentabel und für „Normalbürger“ einfach unerschwinglich.

Wohnungen mit einer Fläche von über 150 m², luxuriöse Maisonetten und Einfamilienhäuser in den Athener Vorstadtbezirken, aber auch in provinziellen Regionen beginnen mit signifikanten Abschlägen verkauft zu werden, da ihr Besitz außerordentlich teuer zu stehen kommt. Es ist bezeichnend, dass viele Eigentümer der hohen Besteuerung, die den griechischen Immobilienmarkt heimsucht, nicht mehr zu entsprechen vermögen und gezwungen sind, ihr Eigentum zwangsgedrungen feilbieten und zu (fast) jedem Preis verkaufen müssen.

2012 beschert dem griechischen Immobilienmarkt neue Preisverfälle

Laut Informationen aus Maklerbüros begann das neue Jahr für den Immobilienmarkt mit 150.000 – 200.000 oder möglicherweise sogar noch mehr unverkauften Häusern, wovon sich die Hälfte auf große Flächen oder Wohnungen mit einem Wert von mehr als 2.000 Euro pro Quadratmeter bezieht. Schon seit Monaten wird eine Tendenz zum Verkauf solcher Immobilien beobachtet, und die geforderten Preise sind zwar anfänglich immer noch hoch, geben jedoch nach einschlägigen Verhandlungen signifikant nach.

Luxushäuser werden heute im Vergleich zu der Hochpreis-Phase des Jahres 2006 um bis zu 40% billiger verkauft, was zum Ergebnis hat, dass Käufer, die derzeit über Geld verfügen und bar zahlen können, sehr günstig hochwertige Immobilien in ihren Besitz bringen. Wie einige konkrete Beispiele zeigen, bieten sich zahlreiche Gelegenheiten zu „Schnäppchen-Käufen“:

  • In dem sündhaft teuren Vorstadtbezirk Panorama bei Thessaloniki wurde ein luxuriöses Einfamilienhaus zum Schnäppchenpreis von unter unter 2.000 €/m² verkauft.
  • In Penteli wurde ein Haus von 150 m², für das vor drei Jahren noch 650.000 Euro gefordert wurden, mit einem Nachlass von 200.000 Euro, also für 450.000 Euro abgegeben. Der Eigentümer rief schließlich sogar die Kaufinteressenten an und unterbreitete ihnen selbst Kaufangebote.
  • In Kifisia wird ein Einfamilienhaus von 230 qm nebst dem Grundstück von 250 qm für 500.000 Euro verkauft.
  • In dem teuren Bezirk Politia steht eine neu erbaute Maisonette von 225 qm für 530.000 Euro zum Verkauf.
  • Sogar auch in Filothei wird eine Neubau-Maisonette von 140 qm nebst Schwimmbecken für weniger als 700.000 Euro verkauft.
  • Im Bezirk Vouliagmeni, wo der objektbezogen bestimmte Wert nahe bei 10.000 €/m² liegt (und folglich mit hohen Einkommensindizien, Steuern und Abgaben einhergeht), wird eine 280 m² umfassende Maisonette mit Penthaus für unter 750.000 Euro verkauft.
  • In Glyfada lässt sich für 640.000 Euro eine luxuriöse Eigentumswohnung von 150 m² erwerben, wobei der Preis jedoch verhandelbar ist.

Investitionsgelegenheiten bei gewerblichen Immobilien

Lukrative Investitionsgelegenheiten lassen sich auch bei gewerblichen Objekten – speziell Ladenlokalen und Büroräumen – finden, wobei allerdings das Risiko besteht, dass solche Immobilie für geraume Zeit leer stehen werden. Ebenfalls gibt es viele Grundstücke, die auf einen Käufer warten, wie beispielsweise ein Grundstück von 143 m² in Galatsi für 100.000 Euro, ein für 180.000 Euro zum Verkauf anstehendes Grundstück von 500 m² mit einem Bebauungsfaktor von 0,5 usw.

Marktkenner erwarten, dass auch 2012 ein Jahr starker fallender Tendenzen auf dem Immobilienmarkt sein wird. Speziell bei den teuren Immobilien wird ein neuer „Krach“ bei den Preisen erwartet, da die Eigentümer solcher Immobilien zunehmend mit der Erkenntnis konfrontiert werden, dass die neuen Einkommensindizien und die hohen Abgaben und Steuern es für sie unrentabel machen, ihr Vermögen zu erhalten.

Insider prognostizieren, dass das Jahr 2012 von heftigen Marktentwicklungen mit sinkenden Preisen, Anstieg des Bestands unverkaufter Immobilien, verzweifelten Bauunternehmern und unter den Hammer gebrachten Wohnungen und Häusern gekennzeichnet sein wird. Der Alptraum der wirtschaftlichen Krise und anhaltenden tiefen Rezession lähmt alles und droht den siechenden Immobilienmarkt völlig zum Ersticken zu bringen.

Trotz der Tatsache, dass in Krisensituationen der Immobilienmarkt eine sichere Zuflucht für alle bietet, die über Geld verfügen, kann dies jedoch dem Markt nicht insgesamt helfen. Auch wenn es schon jetzt nicht an lukrativen Gelegenheiten mangelt und es bis Ende des Jahres 2012 sogar noch erheblich mehr sein werden, bewirkt das Fehlen bereitwilliger Investoren einen Handelsstopp auf dem griechischen Immobilienmarkt.

(Quelle: Vradyni)

  1. Monalisa
    27. Januar 2012, 08:31 | #1

    Wo ist das Problem? Die griechischen Immobilienpreise waren sowieso jenseits von Gut und Böse.

  2. miks
    27. Januar 2012, 08:33 | #2

    das wurde auch mal zeit! ich fand immer schon die immobilien in gr.zu teuer!

  3. mazu
    27. Januar 2012, 11:58 | #3

    Sowas nennt sich Marktwirtschaft: deine Immobilie ist soviel wert, wie Interessent X zum Zeitpunkt Y bereit ist, den Preis Z zu bezahlen. Hier sehen wir eine der Auswirkungen der augenscheinlich aus dem Ruder gelaufenen Lohn-, Wohlfarts-und Steuerpolitik seit dem Euro-Beitritt GRs. Der Kater ist jetzt natürlich, ähnlich wie in Spanien, gross.
    Problemtatisch dabei sind z.T. natürlich insbesondere Immobilien, die grösstenteils rein kreditfinanziert und mit dem Glauben an immer weiter steigende Immopreise bei gleichzeitig zu geringem Einkommen finanziert wurden.

  4. Taurus
    27. Januar 2012, 19:56 | #4

    Die neue Immobilien-Sonderabgabe und mögliche weitere Steuern lassen den Menschen keine andere Wahl als zu verkaufen. Fast alle Auslandsgriechen die ich kenne klagen über die vollkommen undurchdachte Steuerpolitik und spielen mit dem Gedanken zu verkaufen und nun doch dauerhaft in Deutschland zu bleiben – nicht zuletzt auch deswegen, weil die Kinder gar nicht mehr zurückwollen. Und dabei handelt es sich durchweg um ehrlich arbeitende Menschen, um Besitzer einfacher Immobilien, die jedoch aufgrund der Ungwissheit und der nicht eingeplanten Belastung zu diesem Schritt gezwungen sind. Das diese Menschen über viele Jahre viel Geld und auch Know-how nach Griechenland getragen haben, wird nicht mehr berücksichtigt und honoriert. Im Gegenteil: man treibt sie aus der Heimat und läßt sie für die Bankrotteure noch bezahlen! Aber auch die Käufer und Profiteure des derzeitigen Ausverkaufs sollten sich nicht zu früh freuen: die Ungewissheit über das weitere Vorgehen der griechischen Bankenregierung von Brüsseler Gnaden (nichts anderes ist sie!), dürfte das vermeintliche Schnäppchen noch zum Faß ohne Boden werden lassen. Ob es das wert ist, muß jeder mit sich selbst aushandeln. Meine Beobachtung ist: es lohnt nicht mehr, dort zu investieren und wer runterfährt, der kommt weitaus billiger, wenn er sich ein Campingbus mietet oder in einer familiär geführten Pension einmietet. Das macht weniger Streß, weniger Sorgen.

  5. Der Patriarch
    27. Januar 2012, 23:19 | #5

    Ich warte mit meinen Investitionen bis die neue Währung in GR eingeführt wird. Dann kann es noch einmal zu Preisabschlägen von bis zu 40 % kommen. Wann wird Griechenland endlich aus der EU geworfen. Ich persönlich lebe jetzt meine persönliche griechische Gier frisst Hirn Mentalität.

Kommentare sind geschlossen