Legalisierung von Wasserbrunnen und Wasserbohrungen in Griechenland

19. Januar 2012 / Aufrufe: 1.217

In Griechenland wurde die Frist für die Legalisierung von bestehenden Wasserbrunnen, Wasserbohrungen und Wassernutzungsrechten bis Mitte Juni 2012 verlängert.

Die ursprünglich bereits Mitte Dezember 2011 auslaufende Frist zur Legalisierung existierender Brunnen und Wasserbohrungen wurde bis zum 16. Juni 2012 verlängert. Die Gewährung der Nachfrist erfolgte nicht zuletzt wegen des bisher relativ geringen Interesses an der „Regulierung“, die mit relativ hohen Kosten im Bereich von durchschnittlich über 1.000 Euro und bei größeren Projekten sogar mit über 2.000 Euro zu Buche schlagen kann. Das Ziel der Maßnahme besteht in der Erfassung aller bestehenden Brunnen und Wasserbohrungen in Griechenland, die in der Mehrzahl illegal betrieben werden, da entweder überhaupt keine Genehmigungen vorliegen oder diese abgelaufen sind.

Bei fristgerechter Beantragung des Genehmigungsverfahrens sind abgesehen von den regulären Kosten keine weiteren Geldstrafen und Sanktionen vorgesehen. Nach Ablauf der in Rede stehenden „Regulierungsfrist“ kann die Genehmigung vorhandener Brunnen oder Bohrungen und das damit einhergehende Wassernutzungsrecht noch für weitere zwei Jahre beantragt werden, wobei dann jedoch eine Geldstrafe von nicht unter 1.000 Euro zu entrichten ist. Verlaufen auch diese zwei Jahre untätig, gilt das Wassernutzungsrecht als unbewiesen bzw. endgültig verfallen.

In der Praxis wird es den Behörden auch weiterhin kaum möglich sein, jeden Brunnen und jede Wasserbohrung auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen. Jedenfalls müssen die zuständigen Ämter, wenn sie auf welche Weise auch immer über ungenehmigte Bohrungen und Brunnen in Kenntnis gesetzt werden, von Amts wegen tätig werden und die vorgesehenen Sanktionen und empfindlichen Geldstrafen verhängen sowie speziell im Fall von Wasserbohrungen auch zu deren Versiegelung und Zerstörung schreiten.

Weitere Informationen und Einzelheiten zu den Voraussetzungen und der Abwicklung des Genehmigungsverfahrens bietet der Artikel Legalisierung von Wasserbrunnen, Wasserbohrungen und Wassernutzungsrechten in Griechenland.

  1. 19. Januar 2012, 11:15 | #1

    Ein jeder Mensch hat gefälligst für das Wasser, die Luft, das Furzen und Atmen zu bezahlen!

    So und jetzt zurück ins Hamsterrad mit dem Wahlvieh!!

  2. Ottfried Storz
    20. Januar 2012, 09:56 | #2

    Akut geht es nur um zusätzliche Steuereinnahmen.
    Prinzipiell ist es ökologisch und für die Landwirtschaft eine Katastrophe, das Wasserbohrungen UND Förderungen nicht kontrolliert werden. Durch die Entnahme grösserer Grundwassermengen sinkt der Grundwasserspiegel, in Folge sterben großflächig bestimmte Baum- und Straucharten ab. Zudem sinken die Erlöse der nicht durch die Grundwasserentnahme bewässerten Flächen.
    In allen mir bekannten Ländern sind diese Entnahmen daher überwacht und genehmigt.
    Das dies ausgerechnet im niederschlagsarmen Griechenland anscheinend unverändert nicht geschieht, ist ein Anachronismus, wie auch die teilweise unverändert fehlenden Grundbuchamtsdaten für Grundstücke.

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