Kolonialismus, europäischer Totalitarismus und Griechenland

8. Januar 2012 / Aktualisiert: 02. Juli 2013 / Aufrufe: 1.261

In Griechenland stellt sich zunehmend der Eindruck ein, dass ein Exempel statuiert und das Land nebst seiner Bevölkerung paradigmatisch abgestraft werden soll.

Die öffentliche Äußerung des Leiters des Wirtschaftsstabs der Übergangsregierung Papadimos, die Troika wolle seiner Ansicht nach an Griechenland ein Exempel statuieren (siehe Troika will Griechenland exemplarisch abstrafen), reiht sich in die schon seit geraumer Zeit auf verschiedenen Ebenen immer wieder angestellten Überlegungen ein, ob die geforderten Maßnahmen wirklich alle nur der Sanierung der griechischen Volkswirtschaft dienen sollen oder auch unter dem Aspekt der exemplarischen Abstrafung des Landes aufgezwungen werden.

Der aktuelle Disput um die von der Troika (inzwischen sogar als unverblümtes „Ultimatum“!) gestellte Forderung, auf dem privaten Sektor das Oster-, Urlaubs- und Weihnachtsgeld gänzlich zu streichen und den gesetzlichen Mindestlohn auf etwa 400 Euro monatlich zu senken, befremdet um so mehr, als diese Forderung nicht einmal von den Arbeitgebern getragen wird, denen sie angeblich zugute kommen soll.

Der Leiter der griechischen Zeitung Vradyni, Giorgos Papasotiriou, kommentierte das Thema aus seiner Sicht in einem Artikel, der in der Ausgabe vom 06. Januar 2012 auf Seite 2 unter der Kolumne „Επισημάνσεις“ publiziert wurde und nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.

Neo-Kolonialismus

„Der Troika ist bekannt, dass der Konsum weiter sinken und es eine größere Rezession geben wird, wenn der 13. und 14. Monatslohn gestrichen werden. Sie wollen jedoch mit diesem Druck sehen, dass die Griechen ernsthaft geworden sind und nunmehr die Probleme des Landes sehen“.

Dies erklärte Professor Gkikas Chardouvelis, Leiter des Wirtschaftsstabs des Premierministers Lukas Papadimos. Folglich sagt letzterer nicht die Wahrheit, wenn er behauptet, die Senkung der Lohnkosten erfolge zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft. Alles geschieht dagegen zur Bestrafung, damit wir, die drittweltlichen Griechen zur Vernunft kommen, ernst werden. Diese Auffassung der Deutschen und der Troikaner verweist auf die Periode des Kolonialismus, damals, als die Eingeborenen der eroberten Länder entweder das Kulturmodell der westlichen Eroberer akzeptierten (Bekehrung zum Katholizismus, zum Protestantismus und allgemein der westlichen Auffassung über Fortschritt) oder vernichtet wurden (wie beispielsweise die Indianer der USA).

Deswegen wurde diese Auffassung über den „Fortschritt“ von einem der größten Erforscher des Kapitalismus als jenes „Götzenbild charakterisiert, dass den Nektar (sprich Profit) aus dem Schädel der Ermordeten trinkt“ Dies geschieht auch heute in Griechenland, wo alle geopfert werden, die an nichts Schuld haben, also die „unten“, während die fremdgepäppelten Eliten, jene, die gestern die fantastischen Einbahnstraßen der Globalisierung und der Modernisierung realisierten, heute mit dem selben Zynismus die mit dem Schmerz und dem Blut der Arbeiter getränkte Einbahnstraße der „Rettung“ Griechenlands vor dem Bankrott umsetzen.

Neoliberale Globalisierung und europäischer Totalitarismus

Wer erinnert sich nicht an die Einbahnstraße der neoliberalen Globalisierung, die Einbahnstraße des post-innovativen Kapitalismus und der toxischen Obligationen? Oder wurde nicht auch das katastrophale Moratorium als Einbahnstraße präsentiert? Ebenso werden uns nun die nationale Unterjochung und unsere Eliminierung als Einbahnstraße präsentiert. Damit, wie gesagt wird, etwas gerettet wird. Was eigentlich? Möglicherweise die konkreten Gruppen wie die Mikropartikel, die Bosonen genannt werden?

Sie erliegen jedoch einer bedauernswerten Täuschung. Sie liegen falsch, wenn sie glauben, dem Zorn des griechischen Volkes zu entkommen, das früher oder später reagieren wird. Welche Form kann jedoch der Widerstand gegen dieses Art von Totalitarismus? Die Antwort ist nicht schwer und bezieht sich auf alle klassischen Formen der Reaktion, wie Streiks und Demonstrationen, also alles, was die Funktion der Wirtschaftsdiktatur zum Erliegen bringt. Im Vorliegenden haben wir auch eine patriotische Dimension der Reaktion.

Die Arbeitnehmer beanspruchen nicht nur ihre wirtschaftlichen Errungenschaften, die global in Frage gestellt werden, aber die politische Demokratie, die nationale Unabhängigkeit Griechenlands als solche. Die Kämpfe kommen somit aus ihrem engen ständischen und ökonomistischen Rahmen, da wir an dem Punkt angelangt sind, ein antidemokratisches Phänomen zu haben, eine moderne Oligarchie, einen europäischen Totalitarismus noch gefährlicher als die vorherigen, da die alten demokratischen Institutionen als einfache Vorwände, als demokratischer … Staub in den Augen der Bürger beibehalten werden, während die Entscheidungen von der Troika getroffen werden. Und zwar zwecks exemplarischer Bestrafung. Möglicherweise, weil wir unsere griechische, mediterrane Lebensweise haben? Oder vielleicht, weil wir uns im Zweiten Weltkrieg widersetzten?

(Quelle: Vradyni)

  1. Ottfried Storz
    8. Januar 2012, 01:52 | #1

    Ist das eine Parodie auf griechische Linksgedankenwelt ?

    Nur Minifortschritte beim Abbau der Verwaltungshürden und der 0,77 Mio Beamten,
    keine Fortschritte beim Korruptionbekämpfung,
    keine Fortschritte bei „Rückholung“ hunderter Millarden illegal erworbener und nicht versteuerter Auslandsvermögen,
    keine Fortschritte beim Abbau der Ständesysteme und abgeschotteten Berufe,
    unverändert ca. 9 Prozent Neuverschuldung in 2011
    …..und trotzdem kommen originelle Griechen auf Gedanken wie diesen Artikel.

  2. Harald
    8. Januar 2012, 03:28 | #2

    Die Zweifel wachsen, dass Griechenland ohne eine umfassende Umschuldung zu retten ist. Der IWF, der neben der EZB und der EU-Kommission zur sogenannten Troika gehört, glaubt nicht, dass das hochverschuldete Land auf Basis der bisherigen Sanierungspläne seine Schulden dauerhaft tragen kann. Warum wird das Leiden der Bevölkerung noch verlängert. Die Griechen müssen aus dem Euro und aus der EU austreten und gut ist es für die Griechen und den Euro.

  3. Apateonas
    8. Januar 2012, 09:32 | #3

    Dramentheorie des Aristoteles

    Die Tragödie als Kunstform

    Strukturmerkmale der Tragödienform sind :

    Ständeklausel (Nachahmung „edler“ Handlungen der politisch-sozialen Elite, deren Mitglieder bedeutende und existentielle Probleme übersehen und in grundlegenden Wertekonflikten stehen können)

    Fallhöhe („Sturz“ des tragischen Helden aus sozial hochrangiger Stellung als Voraussetzung der tragischen Wirkung)

    Unverdientheitsklausel (nur unerwartete und unverdiente Schicksalsschläge eignen sich für die tragische Wirkung)

    Bravo Hr. Papasotiriou und Hr. Chardouvelis !
    Es ist schon traurig, dass sie nicht vor 2500 Jahren gelebt haben, dann wäre ihr „Drama“ ein voller Erfolg gewesen…

  4. T. Kraaijvanger
    8. Januar 2012, 10:24 | #4

    Nach mehr als zwanzig Jahren in Griechenland weiß ich eines verbindlich: „Der Grieche selbst ist niemals Schuld…“. Im Gegenteil, die Schuld, an was auch immer, liegt immer bei Anderen und keine Verschwörungstheorie kann so abstrus oder gar lächerlich sein dass sie nicht doch viele, (inbrunstig überzeugte) Griechische Abnehmer findet. Und während dessen läßt sich der Grieche von seinen eigenen Landsleuten, (Politiker und Oberklasse), belügen, bestehlen und manipulieren. Einige Wenige lachen sich tot über ganz Viele! Die Schlußfolgerungen des Verfassers vom oben stehenden Artikel sind auch richtig gute Witze – wenn man denn auf der richtigen Seite steht…

  5. 8. Januar 2012, 11:45 | #5

    Diese Form von EU Imperalismus ist sicher kriminell. Aber wo waren die Proteste der Griechen, als es um den Beitritt in die EU ging. Wo waren die Proteste der Griechen, als Brüssel Milliarden jahrelang an EU Subventionen hat fliessen lassen? Solange ein Geld Transfer von Nord nach Süd stattgefunden hat kann ich mich nicht an irgendwelche Proteste seitens der Griechen erinnern. Deshalb kann ich die Griechen auch nicht bemitleiden, weil sie sich auf dieses Spiel eingelassen haben das NUR zum Ziel hatte die Nationen zu zerstören. Und Griechenland ist nur der Anfang.

  6. muss sowas sein………
    8. Januar 2012, 11:55 | #6

    Wie kann eine Wirtschaft angekurbelt werden –
    wenn die große Bevölkerungsschicht nicht das nötige Kleingeld hat,
    um überhaupt in kleineren oder mittelgroßen Supermärkten, etc… einkaufen zu gehen?
    Die Klein- und Mittelbetriebe sind am aussterben – wie es deutlich zu sehen ist.

    Je mehr sie die „normalen Bürger“ mit Lohneinschnitten „bestrafen“ wollen, je mehr sinkt das Wirtschaftswachstum und die Moral der Bürger geht noch mehr in den Keller…

    Doch, ist es diese Bevölkerungsschicht die die Ursache der Krise bewirkt hat???

    Familienernährer müssen mehrere Jobs annehmen um überleben zu können –
    Mütter müssen dazuverdienen und das am Ende auf Kosten der Kinder……..
    Tut mir leid – aber ich kann das Denken von den EU-Regierungen nicht nachvollziehen…

  7. Monalisa
    8. Januar 2012, 12:12 | #7

    @Ottfried Storz
    Du fragst: „Ist das eine Parodie auf griechische Linksgedankenwelt?“

    Bestimmt! Selten so gelacht.

    Zum Glück sind die meisten Griechen nicht so doof, um auf diesen Vradyni-Unsinn herein zu fallen. Mittlerweile wissen fast alle, dass, abgesehen vom mörderischen Finanzsystem, vor allem die eigenen Schwachpunkte stark mitursächlich für die griechische Misere sind. Mir tun die Griechen ausgesprochen leid. Sie haben einfach keine vernünftigen Leute, die sie demnächst wählen können. Wenn ich die schmierigen Typen in ihren dunklen Anzügen sehe, wie sie vor Wahlen, und nur dann, mit ihren schwarzen Limousinen über die Dörfer fahren und versuchen die Leute einzuseifen, kommt mir das große Kotzen.
    Hoffentlich verlässt Griechenland die Eurozone nicht so unrühmlich, wie es hereingekommen ist. Leider sieht es ganz danach aus.
    Ist aber auch egal. Der Euro wäre auch ohne Griechenland ins Schlingern gekommen. Im Schuldenmachen sind ja alle groß. Allen voran Deutschland. Selbst in den besten Jahren schaffte es nicht, einen einzigen Pfennig auf die Seite zu legen.

  8. Thomas
    8. Januar 2012, 13:01 | #8

    Griechenland ist verloren !

    Der Grieche wird sich NIE ändern, jeder der versucht diese faule, korrupte, verfilzte und in kommunistischen Wahnvorstellungen gefangene Gesellschaft zu ändern MUSS scheitern !

    Traurig aber wahr !

  9. wilhelm
    8. Januar 2012, 15:16 | #9

    Was für ein frecher Schwachsinn! Erst der staatliche Betrug des Eintritts, dann regelmäßig Transferleistungen kassieren … und dann auch noch eine große Fresse! Das ist das letzte! Griechenland muss sofort rauss, keine Zahlungen mehr und Ende! Rauss!!! JETZT!!!

  10. Werner Ernst
    8. Januar 2012, 15:34 | #10

    Bitte mal kurz nachfragen, wieviele Lohnempfänger in Deutschland ein 14. Monatsgehalt erhalten.

    Angesichts der von Resteuropa bezahlten Abermilliarden, die alleine während der Brandbekämpfung im vergangenen Jahr wirkungslos im griechischen Apparat verpufft sind, stellt sich die Vertrauenskrise Resteuropa-Griechenland eher umgekehrt.

    Aber statt die Fehler beim eigenen Verhalten im vergangenen Jahrzehnt zu suchen, wird nur lamentiert und auf die „böse Troika“ geschimpft.

    Jeder, der die Entwicklung in Griechenland seit dem Beitritt zur Eurozone aufmerksam beobachtet hat, weiß sehr genau, wo all unser Geld geblieben ist. Im Eilverfahren wurden die hinterletzten Eselspfade im Gebirge zweispurig asphaltiert, Ferienhäuser schossen aus dem Boden, Luxusautos wurden gekauft, ganze Innenstädte auf Pump saniert. Am immensen Produktivitätszuwachs lag dieser bizarr explodierende Konsum sicher nicht.

    Niemand zwingt die Griechen, in der EU und beim Euro zu bleiben. Ein Austritt ist jederzeit möglich.

    Allmählich haben auch ausgewiesene Philhellenen die Nase von dieser Litanei voll.

  11. muss sowas sein………
    8. Januar 2012, 17:57 | #11

    Junge, Junge – da wird aber schon im Internet „abgestraft und verleumdet“ –
    ist das fair mit solchen Worten um sich zu schmeißen, wenn es hier um Menschen geht,
    die nicht die Vorzüge wie z.B. die Deutschen in Deutschland haben………

    All die Vorwürfe – wie sieht es damit in DE aus???
    Wenn jemand hier behauptet in DE gibt es keine Korruption – dann lache ich ihn aus!
    Mal an die eigene Nase fassen………
    Überlegt mal wie viele „Zahlen“ in DE schon so elendig verfälscht wurden –
    so wie man sie eben grade mal gebraucht hat!
    Grade jetzt – schaut Euch mal die „news“ Nachrichten an,
    wer im Glashaus sitzt – sollte nicht mit Steinen werfen…..
    oder wollen wir so über einen Kamm geschert werden – wie es hier passiert,
    wäre das so eine tolle Erfahrung….

  12. miks
    9. Januar 2012, 08:48 | #12

    @Thomas
    wohl zu viel bild-zeitung gelesen! ruuuuhig brauner!!!!

  13. mazu
    9. Januar 2012, 11:03 | #13

    Bei mir stellt sich zunehmend der Eindruck ein, dass Europa nebst seiner Bevölkerung zu zahlen hat, und wir von diesem Land mit einem BSP-Anteil in Europa von ca. 2% erpresst werden.
    Der Satz im Artikel gefällt mir besonders: Möglicherweise, weil wir unsere griechische, mediterrane Lebensweise haben?
    Hurra, jedem griechischem Bauern seinen VW Touareg oder Porsche Cayenne, weitgehend finanziert durch Subventionszahlungen aus Brüssel…klasse.
    Ok, bleiben wir fair: nicht jeder hat profitiert, aber viele.

  14. Karl Doppfer
    9. Januar 2012, 11:12 | #14

    @EuroTanic
    Ja Geld fliest von Nord nach Süd. Doch wer hat sich bereichert? Wohl die Reichen, die ihr Geld sofort in die Schweiz verfrachteten als es heiß wurde. Ich meine: Der kleine im Volk muß immer alles ausbaden, was uns die Großen und Reichen und Schönen einbrocken. Dass ist doch auf der ganzen Welt so. Seht doch auch nach Amerika – ha, ha – siehe Kalifornien – ha ha – PLEITE – einige SUPER REICHE und der Rest kommt mit 3 Jobs nicht über die Runden.
    Denkt doch mal nach!! Globalisierung – Kapitalismus – Vorwand der Geld-Elite um das Volk cshön langsam auszuhungern. Und kommt dann ein Krieg, dann sind es wieder diese Eliten die Verdienen, während wir Bürger uns den Schädel einschlagen.
    Kapiert ihr den nicht, dass Griechenland nur der Anfang vom Ende ist und wir gegenseitig ausgespielt werden.
    Zitat von den Rothschilds: „Die wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, daß aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, daß das System ihren Interessen feindlich ist.“
    Denkt doch ein wenig nach – ALLE !!

  15. Theodora
    9. Januar 2012, 14:47 | #15

    Das Problem ist, wie bereits weiter oben erwähnt, dass es in GR niemanden gibt, der regieren kann. Ein weiteres Problem ist das die griechischen Staatsdiener meinen, jeder einzelne von Ihnen würden den wichtigsten Posten inne haben.
    Gibt hier in Deutschland zum Beispiel der Leiter eines Finanzamtes eine Anweisung heraus, dann wird diese auch befolgt und umgesetzt. In GR aber landet die Anweisung meistens nur beim nächsten Verantwortlichen und das war es schon. Dort bleibt die Anweisung in der Schublade liegen, weil der nächste Verantwortliche der Meinung ist er kann und weiß es besser als sein Chef.
    Leider zieht sich diese Denkweise durch die Köpfe aller Staatsdiener und dadurch wird das Land ausgebremst. Der einfache Bürger ist nicht das Problem an dieser verfahrenen Situation. Die ganzen Staatsdiener, Anwälte,Notare, Ärzte und Politiker treiben das Land in den Ruin.
    Zu allem Unglück ist das Ganze so festgefahren das es keinen Ausweg gibt. Vielleicht kommt von oben die Direktive, einige Änderungen zu erlassen aber das kommt nie unten an und so erfolgt keine Umsetzung.
    Die einzige Lösung ist die Hälfte der Staatsdiener zu entlassen, die ganzen Anwälte, Ärzte,Notare u.s.w. mit einer angemessenen Einkommenssteuer zu belegen, und das im Ausland gebunkerte Vermögen von Griechen zu beschlagnahmen. Da dies aber nie geschehen wird sehe ich schwarz für Griechenland. Auch weitere Finanzhilfen werden im Erdboden versickern und nichts wird sich ändern.

  16. Helmut K.
    11. Januar 2012, 20:43 | #16

    Theodora,

    du hast Recht!

    Wenn ich Grieche wäre (bin deutscher und seit 22 Jahren mit einer Griechin glücklich verheiratet) so würde ich die TROYKA bei deren nächsten Besuch mit der Tatsache konfrontieren, dass Griechenland einen Schuldenschnitt von 80 % machen wird und die Drachme wieder einführt, um international wieder wettbewerbsfähig zu sein. und um meine Landsleute vor einem alles vernichtenden Sparirrsinn der TROYKA zu schützen.
    Es gibt bestimmt auch in Gliechenland Finanzexperten, die der Regierung bei der geheimen Umsetzung zur Seite stehen können. Meines Erachtens führt kein Weg daran vorbei.

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass die griechischen Politiker sich nicht trauen, dies zu tun.

    Auch würde mich das Sprichwort: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert.“ überhaupt nicht daran hindern den vorstehenden Schritt zu tun.

    Was sagte noch Konrad Andenauer als ihm vorgehalten wurde, dass er vor einem Jahr genau das Gegenteil gesagt hat, was er heute sagt: „Ich kann ja innerhalb eines Jahres etwas klüger geworden sein!“

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